
Hallo zusammen,
ich musste heute wieder mal von so einem unfassbaren Urteil in Österreich lesen und ich bin mir sicher, dass es sehr vielen von euch genauso geht. Diese ständige, systematische Ungerechtigkeit ist einfach nicht mehr zu ertragen.
Ich bin selbst Vater eines vierjährigen Kindes. Der bloße Gedanke daran, dass jemand das Leben eines Kindes für immer zerstört und dann wegen ein paar Milderungsgründen und "guter Führung" oft schon nach zwei Jahren wieder auf freiem Fuß ist, macht mich fassungslos. Die Opfer sind ihr Leben lang traumatisiert, der Täter spaziert bald wieder durch den Park. Das System schützt die Falschen.
In den öffentlichen Debatten geht es gefühlt immer nur um die Täter: Wie können wir sie rehabilitieren? Wie können wir präventiv arbeiten? Versteht mich nicht falsch, das ist alles schön und gut. Aber das interessiert mich an diesem Punkt ehrlich gesagt nicht mehr.
In erster Linie muss es doch darum gehen, solche Leute so lange wie möglich wegzusperren. Der Fokus darf nicht auf dem Befinden des Täters liegen, sondern einzig und allein auf dem Schutz der Opfer und der Gesellschaft. Wir müssen dafür sorgen, dass diese Leute für so lange Zeit wie möglich keine Gefahr mehr darstellen können.
Ich glaube, hier hilft nur noch ein Volksbegehren gepaart mit einer massiven Kampagneum überparteilich so viel Druck aufzubauen, dass das Parlament handeln muss.
Zwei simple, aber harte Forderungen:
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Spürbare Heraufsetzung der Mindeststrafen (damit Richter nicht mehr auf absurd niedrige Strafen abmildern können).
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Absolute Streichung der vorzeitigen Haftentlassung bei Sexualdelikten (wer verurteilt wird, sitzt bis zum letzten Tag).
Wer sich mit sowas auskennt (Juristen etc.), mich würde eure Meinung interessieren wie so etwas ablaufen kann. Den Marketing Background hab ich selbst, das rechtliche Knowhow fehlt mir.
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Von thewolfofvienna
33 Kommentare
Stimme deinen zwei geforderten Punkten zu
>Wie können wir sie rehabilitieren? Wie können wir präventiv arbeiten? Versteht mich nicht falsch, das ist alles schön und gut.
und
>In erster Linie muss es doch darum gehen, solche Leute so lange wie möglich wegzusperren.
Man kann sicher diskutieren ob die Strafen aktuell zu milde sind (meiner Meinung nach können die gern ein bisschen nach oben gehen) aber nicht basierend auf dem *irrationalen* Wunsch einfach „alle so lange wie möglich wegsperren“.
In den letzten Tagen war das jetzt schon der dritte Fall wo die Strafen echt lächerlich gering war, bei dem Fall des Pflegers sogar mit bedingter Haft. Ich bin ja schon dafür, dass wir versuchen Leute zu rehabilitieren aber mir kann keiner erklären, dass jemanden der nach solchen Taten gleich wieder frei rumlauft sein Leben verändert hat und jetzt keine Gefahr mehr darstellt.
Es gilt leider insbesondere bei Sexualstraftaten auch immer noch ein Eskalationsschutz zugunsten des Opfers. Wenn man für eine Vergewaltigung lebenslang kriegen kann, bringt man das Opfer vielleicht auch gleich um, weil „eh schon wurscht, und wenn sie tot ist, sagt sie keinem was“.
Bitte nicht falsch verstehen: Ich wünsche mir absolut eine Anhebung des Mindeststrafrahmens für Sexualdelikte. Aber es gibt da eben auch noch diese andere, enorm heikle Komponente.
Was wäre denn eine angemessene Strafe aus deiner Sicht?
Zuerst müssen mal mehr Gefängnisplätze geschaffen werden und Planstellen für die Justizwache, vorher brauchst überhaupt keine Strafen erhöhen.
fand das immer seltsam wenn jemand wegen guter führung entlassen wird. was bedeutet das überhaupt? im häfen niemanden missbraucht oder gestohlen oder betrogen? na no na net…
Da er Syrer ist, müsste er eigentlich auf der Abschiebe- und Einreiseverbotsliste landen und nach seiner Haft nach Hause. Hoffe, dass zumindest das passieren wird.
Ich lehne mich mal aus dem Fenster und behaupte, dass der Richter keine Sympathien für Kindervergewaltiger hat.
Er wird also verdammt gute Gründe dafür gehabt haben eine kürzere Haftstrafe zu verhängen.
Ohne die genauen Hintergründe zu kennen, kann man das schwer beurteilen, also packt eure Fackeln und Heugabeln wieder weg.
Den zweiten Punkt würde ich ersatzlos streichen, erstens ergibt es schon sehr viel Sinn, dass Insassen diese Aussicht haben, das motiviert ja auch zu positivem Haftverhalten und zweitens würde das vermutlich vor dem VfGH nicht halten, weil das einfach eine unsachliche Ungleichbehandlung darstellen würde. Zur Anmeldung findest du auf der Seite des BMI ein Formular, das du verwenden musst.
Ich finde, wir sollten auch einfach mal mehr auf die Opfer schauen. Wie können wir die besser unterstützen, sie davor schützen, dass ihnen sowas nicht noch mal passiert (ist leider sehr häufig, wenn du schon mal gelernt hast, dass deine Grenzen und dein Wert als Person nichts zählen), dafür sorgen, dass eben nicht ihr Leben zerstört wird dadurch, usw. Aber für die Diskussion sind wir wohl nicht bereit.
Wer ein 6-Jähriges Kind vergewaltigt, hat sein Recht auf ein freies Leben verwehrt. Es ist unglaublich, dass so jemand nach 4 1/2 Jahren wieder auf die Gesellschaft losgelassen werden darf. Wahrscheinlich schon früher aufgrund von guter Führung etc.
Vier FUCKING JAHRE?!?
Nicht einmal mit einer Null hinten dran wär das genug.
Wer so etwas jemandem antun, VORALLEM EINEM FUCKING KIND sollte niewieder die Außenseite einer Zelle sehen dürfen.
Finanziell betrachtet spart der Staat je weniger Haftstrafen er verhängt und verdient um so mehr er Geldstrafen verhängt.
Welches Mindeststrafmaß fändest du angemessen? Ich fänd lebenslängliche Freiheitsstrafe ohne vorzeitige Haftentlassung angemessen. Dann hätte man eine Mindestverbüßungsdauer von 15 Jahren. Lebenslänglich bedeutet in Österreich im Schnitt ungefähr 21 bis 22 Jahre.
Was die Rehabilitation betrifft: innerhalb dieser (nicht buchstäblich) lebenslänglichen Freiheitsstrafe sollte es intensive und verpflichtete therapeutische Maßnahmen und Evaluationen geben. Die Maßnahmen sollten das Verhalten nachhaltig verändern und die Evaluationen sollten Einblicke darüber verschaffen, ob der Person nach ihrer Entlassung noch Sanktionen auferlegt müssen (beispielsweise Kontaktverbot mit Minderjährigen, Verbot des Aufenthalts in der Nähe von Kindergärten/Schulen, etc.).
Natürlich muss man aber auch dazu sagen – auch wenn es unangebracht scheint in diesem Thema – dass das Ganze kostspielig werden könnte und geringfügig eine starke Aufstockung sowohl des Justiz- als auch des Gesundheitsbudgets bedeuten könnte. Für Gefängnisse ist das BMJ (Justiz) zuständig, für die Ausbildung therapeutischer Arbeitskräfte wahrscheinlich das BMSGPK (Gesundheit/Arbeit) oder das BMB (Bildung). Um das zu verwirklichen, ist eine konstruktive Zusammenarbeit all dieser Ministerien notwendig. Das ist übrigens etwas, was man ganz einfach mit einer gescheiten Erbschaftssteuer und/oder einer Vermögenssteuer finanzieren könnte…
Das ist so was von nicht genug. Hier kommen alle Merkmale schwerer Straftaten zusammen: niedere Beweggründe, heimtückisches Vorgehen gegen eine besonders schützenswerte Person, Grausamkeit in Bezug auf das lange nach der Tat weiterbestehende Leid des Opfers.
Ich weiß es nicht aber wenn du da nicht 10 Jahre ausfasst, dann stimmt was nicht.
ich bin immer wieder schockiert wie brutal und gestört manche menschen sein können.
meine unpopuläre sicht der dinge ist aber, dass reaktionäres handeln, indem man menschen bestraft wenn´s schon zu spät ist, also ein opfer bereits den schaden davon getragen hat, keine präventive wirkung hat.
natürlich kann ich als laie nicht sagen wie man das präventiv angeht, aber wie gesagt, sind höhere haftstrafen nichts wovon sich ein täter abhalten lässt.
und nein, damit meine ich nicht, dass haftstrafen falsch sind. ganz im gegenteil, bin ich der meinung dass solche menschen natürlich von der gesellschaft ausgegrenzt werden müssen, aber ich würde mir wünschen dass solche verbrechen bereits im keim erstickt werden.
Das beste Argument gegen Demokratie ist ein fünfminütiges Gespräch mit einem durchschnittlichen Wähler.
So verabscheuungswürdig das Verbrechen ist. Gspiats ihr eich überhaupt noch wenns nach Folter und Todesstrafe schreits?
Ich habe mal in diesem Bereich gearbeitet. Das Problem bei der Rehabilitation und Prävention von Sexualstraftätern bzw. Sexualstraftaten ist, dass Frühwarnzeichen in 95% der Fälle nicht registriert werden und dass das „Einsperren“ zwar vor weiteren Übergriffen schützt, nichts aber an der Grundproblematik ändert, weil man die Fantasie nicht einsperren kann.
Gründe für meine Behauptung:
1. Die meisten Sexualstraftaten passieren häufig in den eigenen vier Wänden oder im näheren Bekanntenkreis. Wer verdächtigt schon zB. seinen Nachbarn, der einem hier und da Aushilfe oder einen mit Gemüse beliefert und gut mit Kindern umgehen kann, wenn man mal geschafft von der Arbeit heimkommt?
2. Sexualstraftäter, insbesondere mit sog. „pädophilen Erregungsmuster“ (also den „echten Pädophilen“), sind gut darin, nach außen hin unauffällig zu wirken, fast jugendhaft-verletzlich. Sie verstehen die Psyche ihrer Opfer sehr gut und instrumentalisieren sie für ihre Fantasien. Dadurch können sie sich leicht in sensible Systeme einschleichen (zB. Kita, Kindergarten, Schule oder Betreuung in der Nachbarschaft).
3. Wenig Wissen und Bewusstsein in der Bevölkerung. Das angedeutete Beispiel mit dem netten Nachbarn von nebenan hab ich oft genug erzählt bekommen. Keiner hatte oder wollte eine Ahnung davon haben, was derjenige alles anstellen hätte können. Das ist der größte Knackpunkt und der einzige Schutz, den sich die Bevölkerung aneignen kann. Gesundes Misstrauen und Vertrauen dem eigenen Kind gegenüber.
4. Oft werden Sexualstraftatäter, insbesondere pädophile, in den Gefängnissen extra geschützt, da sie in der kriminellen Karriereleiter die unterste Schublade sind – also selbst ein kleines Betrügerlein könnte so einem ein Messer zwischen die Rippen jagen wollen. Deswegen gibt es eine spezialisierte Anstalt in Niederösterreich, wo die Insassen angewiesen sind, in den Therapien keine Details zur Glorifizierung ihrer Tat(en) preiszugeben, da es andere triggern könnte. Nach den Therapien sind die Insassen aber unter sich, wer sagt, dass sie danach nicht in ihrer Fantasie „dahinschwelgen“ oder sich gegenseitig von ihren Taten mit leuchtenden Augen erzählen?
Zum Thema Strafe kann ich mich nicht oft genug äußern, dass ich sie oft zu lasch finde, insbesondere bei den Sexualstraftaten. Es ist ein massives Problem, dessen sich die Politik unbedingt annehmen sollte, weil auch – ohne rassistisch wirken zu wollen – der Migrationshintergrund (ganz allgemein) in der Forensik ein Risikofaktor für Straftaten allgemein ist und es verschiedene Kulturen gibt, die die Rolle der Frau als eher untergestellt sehen. Das sind Fakten, alles empirisch belegbar, da die Forschung von Serienmördern und Sexualstraftatätern seit Ende der 70er bis Anfang der 80er beforscht wird.
Ich finde es immer witzig wenn Leute nicht begreifen was eine unbedingte Haftstrafe für jemanden bedeutet.. für mehr Kontext.. ich habe meinen zivildienst in der obdachlosenbetreuung gemacht. Hier mal ein Beispiel dass ich mehrmals so gesehen habe.
A. Begeht eine straftat die er tatsächlich absitzen muss und sitzt x Jahre im Gefängnis (so ab 1 jahr haft dauer wirds richtig blöd drunter schafft man es eventuell wenn man ein gutes soziales Netz draußen hat) aber gehen wir mal von einer „kurzen strafe“ von 2 jahren aus…
Nach 2 Jahren haben die meisten draußen 80-90% ihrer sozialkontakte verloren es bleiben maximal Familienmitglieder wenn du wegen sowas wie kindesmissbrauch/Vergewaltigung etc. Sitzt dann werden deine Angehörigen häufig den Kontakt zu dir komplett abbrechen alleine wegen der eigenen rufschädigung… so.. also kommst du raus ohne freunde und Familie… in der zeit hast du nicht arbeiten können und dich nicht weiterbilden… kein Einkommen… und eben auch eine Lücke im Lebenslauf die du erklären musst… Des weiteren hast du keinen sauberen leumund mehr.. also fallen ein riesen teil jobs und karrierewege für dich weg.. Über die Jahre verlierst du deine Wohnung (weil wohl kaum wer deine Miete für dich zahlen wird).. also stehst du da… ohne job.. ohne geld.. ohne wohnung (also obdachlos) mit lücke im Lebenslauf und eingetragener vorstrafe… meist auch ohne Freunde und soziales Netz. Außerdem hast du Jahre deines Lebens verloren die du nie wieder zurück bekommst… wie gesagt sehr viele sind bei uns in der obdachlosenbetreuung gelandet in den notschlafstellen… die eigentliche Strafe ist nicht das Gefängnis… es ist dein Leben danach.. und dafür ist die Dauer fast unerheblich.. ab 2 Jahren wird jedes jahr dein leben nur noch ein bisschen weiter zerstören.. aber nicht mehr viel..
Genau! Ein wütender mob soll die Gesetzgebung bestimmen! /s
Haftstrafen jeglicher Art sind in Österreich zu mild. Außer bei Steuerhinterziehung, da schlägt die Justiz mit voller Härte zu!
Aber er hat seine Steuern gezahlt, muss man wissen
Mich würde die schriftliche Ausfertigung der rechtskräftigen Urteilsbegründung des Richters in diesem Kontext interessieren und ich finde, diese sollten ausnahmslos veröffentlicht werden, statt eine kurze Headline hinzurotzen! Ohne diesen Background ist es meiner Meinung nach einfach unmöglich, sich eine Meinung zu bilden und genau solche Headlines führen dann zu einer extremen gesellschaftlichen Spaltung, Laienverurteilung, Polarisierung etc,. – Bitte nicht falsch verstehen, ich versuche die hier beschriebene Tat unter keinen Umständen zu beschönigen oder heisse den Strafrahmen gut, aber es fehlen einfach 99% der Infos zu diesem Fall wie auch zu vielen anderen Fällen, wo der Strafrahmen für Unbeteiligte einfach mehr als befremdlich wirkt.
Das Kind ist für immer geschädigt. Da geb ich dir wirklich recht.
Die Kommentare zeigen wieso Emotionen im Rechtssystem einfach nichts verloren haben…
52-jähriger Syrer, btw
https://youtu.be/7o3ukHKJn6w
lebenslange haftstrafen klingen ganz gut.
> Der bloße Gedanke daran, dass jemand das Leben eines Kindes für immer zerstört […] Die Opfer sind ihr Leben lang traumatisiert
Wenn man Opfer von Sexualstraftaten als „für immer zerstört“ „kaputt“ und im Endeffekt „unheilbar defekt“ deklariert, wird dadurch eher mehr Täter:innen und Leid erzeugen.
Also: Wenn du davon ausgehst, dass Menschen auch mit schweren Traumata ab einem gewisen Punkt wieder gesund und glücklich leben können, gute Beziehungen führen können etc. dann sind auch solche Taten nicht so komplett schlimm wie zB Mord. Wenn du die Opfer als irreversibel zerstört ansiehst und behandelst wird es auch für die nicht leicht im Leben werden und es gibt eine SEHR hohe Chance, dass sie dann auch selbst Täter:innen werden.
> In den öffentlichen Debatten geht es gefühlt immer nur um die Täter: Wie können wir sie rehabilitieren? Wie können wir präventiv arbeiten? Versteht mich nicht falsch, das ist alles schön und gut. Aber das interessiert mich an diesem Punkt ehrlich gesagt nicht mehr.
In deiner Debatte geht es auch wieder um die Täter:innen, nur eben wie lange sie weggesperrt werden sollen.
Wieso interessieren dich die Opfer nicht? Wieso interessiert dich Prävention nicht?
Hoffentlich wird ihn irgend ein Häftling dafür zu Tode prügeln dieses ***** *********
Todestrafe klingt eigentlich auch ned schlecht
Die General präventive Wirkung von Sexualstrafdelikte leidet auch nur wegen diesen Urteilen
Sieht man sich Mal nur den §201 Abs.1 StGB an und lässt die idealkonkurrierenden Delikte weg dann ist der Strafrahmen 2 bis 10 Jahre, also wie man da als Richter oder Richterin nur auf 4,5 Jahre kommt, obwohl es ja weitere Delikte erfüllt, die das größere Unrecht abdecken sollten, entzieht sich meinem Verständnis
es braucht außerdem ein längeres Zeitfenster für Überlebende/Opfer, um Anzeige zu erstatten.