
Foto: YONHAP News Ein gemeinsames Ermittlungsteam von Staatsanwaltschaft und Polizei, das untersucht, ob bestimmte religiöse Gruppen an politischer Bestechung beteiligt sind, hat eine Razzia eingeleitet und einen Haftbefehl gegen Steuerhinterziehung und Unterschlagung erlassen. Quellen aus Rechtskreisen teilten Yonhap News am Donnerstag mit, dass Ermittler das Hauptquartier der Shincheonji-Kirche Jesu in Gwacheon in der Provinz Gyeonggi sowie die Büros ihrer zwölf Stämme, darunter des sogenannten John Tribe, durchsucht hätten, um Daten und Beweise im Zusammenhang mit Steuerzahlungen zu sammeln. Der Durchsuchungs- und Beschlagnahmungsbefehl listet dem Bericht zufolge Anklagen wegen Steuerhinterziehung und Unterschlagung gemäß dem Specific Crime Aggravated Punishment Act gegen den Gründer der Organisation, Lee Man-hee, auf. Im Jahr 2020 verhängte der Nationale Steuerdienst eine Geldstrafe von 12,2 Milliarden Won oder etwa acht Millionen US-Dollar wegen Nichtzahlung von Körperschafts- und Mehrwertsteuern für den Zeitraum von 2012 bis 2019. Die Steuerbehörde erhob gegen Lee und seine Organisation ebenfalls Anklage wegen Steuerhinterziehung, doch die Staatsanwaltschaft ließ das Verfahren im darauffolgenden Jahr fallen. Als Reaktion darauf reichte Shincheonji eine Klage ein, um die Entscheidung der Steuerbehörde zur Körperschafts- und Mehrwertsteuer aufzuheben, doch ihr Antrag wurde abgelehnt. Letzten Monat bestätigte der Oberste Gerichtshof dieses Urteil. Das gemeinsame Ermittlerteam hat inzwischen den Steuerhinterziehungsfall übernommen.