MRT, CT, Physiotherapie

    ÖGK wälzt Pläne für Sparpaket

    Die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) will ihr Defizit im kommenden Jahr auf eine „schwarze Null“ drücken. Dazu wurde am Dienstag von Verwaltungsrat und Hauptversammlung beraten. Die Maßnahmen dürften auch auch die Patientinnen und Patienten zu spüren bekommen.

    Die ÖGK will intern sowie extern sparen, hat sie doch ein prognostiziertes Loch von 900 Millionen Euro zu stopfen. Noch heuer soll daraus ein Defizit von 250 Mio. werden, nächstes Jahr soll dann schon die „schwarze Null“ stehen, wie ÖGK-Chef Peter McDonald am Dienstag gegenüber dem ORF sagte. Dazu soll es ein ganzes Sparpaket geben.

    Geplant ist nun nach den Beratungen, dass MRT- und CT-Untersuchungen sowie Physiotherapie auf Kasse genehmigungspflichtig werden. So wolle man Überversorgungen korrigieren mit dem Nebeneffekt, dass bei bestimmten Untersuchungen bzw. Therapien die Wartezeiten reduziert werden können. Dazu soll bis Jahresende ein elektronisches Bewilligungssystem etabliert werden, über das die Genehmigung ablaufen soll. Gleiches könnte für Physiotherapie auf Kasse eingeführt werden. Dieser Teil des Pakets wurde formal noch nicht beschlossen. Dafür brauche es noch eine Vorlaufzeit, hieß es Dienstagabend seitens der ÖGK.

    Fix ist laut Informationen des ORF, dass der Eigenkostenanteil bei orthopädischen Maßschuhen erhöht wird. Ferner wird derzeit mit den Vertragspartnern darüber beraten, ob eine generelle Bestimmung des Vitamin-D-Werts ohne medizinische Indikation weiterhin Teil des Leistungsangebots bleiben soll.

    Transporte sollen künftig etwas kosten, denn ihre Anzahl sei um zehn Prozent gestiegen. Für eine Transportfahrt soll die einfache Rezeptgebühr (7,55 Euro) kassiert werden, für eine Fahrt mit Sanitäter die doppelte.

    Hälfte der Nachbesetzungen gestrichen

    Die ÖGK muss auch bei sich selbst sparen. So soll heuer jede zweite Pensionierung nicht nachbesetzt werden. In absoluten Zahlen sind das 86 Vollzeitäquivalente, womit es seit der Kassenfusion insgesamt 200 seien.

    Weiters soll zur Senkung des Sachaufwands die Zahl der Leasingarbeitskräfte reduziert werden. Abgeben will man zehn Prozent der Flächen von Verwaltungsgebäuden. Weiters wird laut McDonald geprüft, wo man Investitionen zurückstellen kann.

    Helfen sollen auch Maßnahmen der Regierung wie die Anhebung der Krankenversicherungsbeiträge für Pensionisten. Weitere Erleichterungen würden zusätzliche Vorhaben der Politik bringen, denen McDonald aber nicht vorgreifen wollte.

    Auch Ärzteschaft soll beitragen

    Er habe die Kasse vor wenigen Monaten mit dem 900-Mio.-Loch übernommen, so McDonald . Dazu beigetragen hätten vor allem Faktoren, die nicht im Bereich der ÖGK lägen, etwa die Pensionswelle bei den „Baby Boomern“. Auch die Kosten des medizinischen Fortschritts und der Trend weg von den Spitälern in den stärker von den Kassen finanzierten Bereich seien Gründe. Dazu komme die spezielle Situation durch die anhaltende Rezession, die man entsprechend auf der Einnahmenseite spüre.

    Die ÖGK will auch direkt mit der Ärzteschaft in Kontakt treten, um Einsparungen zu ermöglichen. So wurde am Dienstag festgelegt, dass die Honorare für Medizinerinnen und Mediziner nicht stärker steigen dürften als die Beiträge. Das wären aktuell vier Prozent und damit mehr als die Inflation – und das muss erst verhandelt werden. Gespräche plant die Kasse zusätzlich mit den Ländern, nämlich um in gewissen Bereichen eine gemeinsame Finanzierung zu erreichen. Dabei gehe es etwa um Diabetes- und Schmerzzentren.

    Kritik an den Plänen kam von der FPÖ. Einsparungen bei Krankentransporten oder die Genehmigungspflichten für Untersuchungen würden in erster Linie ältere Menschen treffen, kritisierte FPÖ-Gesundheitssprecher Gerhard Kaniak.

    https://orf.at/stories/3392024/

    Man darf nicht nachdenken, sonst ärgert man sich nur noch…

    ÖGK wälzt Pläne für Sparpaket – ÖGK will ihr Defizit im kommenden Jahr auf eine „schwarze Null“ drücken.
    byu/Bauernkrapfen inAustria



    Von Bauernkrapfen

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    10 Kommentare

    1. Sharp-Gas-7223 on

      > Geplant ist nun nach den Beratungen, dass MRT- und CT-Untersuchungen sowie Physiotherapie auf Kasse genehmigungspflichtig werden. So wolle man Überversorgungen korrigieren mit dem Nebeneffekt, dass bei bestimmten Untersuchungen bzw. Therapien die Wartezeiten reduziert werden können. Dazu soll bis Jahresende ein elektronisches Bewilligungssystem etabliert werden, über das die Genehmigung ablaufen soll.

      digital und so ist heute voll in mode.

      Wird es dann auch so wie früher sein, dass man eine chefarztgenehmigung braucht? oder wird dann in zukunft ein eingeschulter Referent medizinische entscheidungen treffen ganz ohne medizin studiert zu haben?

      dystopisch, aber noch nicht mal überrascht von dem schritt.

    2. ich mein ab einem gewissen punkt frag ich mich was für einen zweck die ÖGK dann noch erfüllt? Aber das ist doch irgendwie genau das was die ÖVP und FPÖ wollen. Das Kranken und sozialsystem zerstören so dass die leute kein vertrauen mehr ins system haben und sich private lösungen raussuchen müssen (zumindest diejenigen die es können).

    3. iKnitYogurt on

      > Dazu soll bis Jahresende ein elektronisches Bewilligungssystem etabliert werden, über das die Genehmigung ablaufen soll. Gleiches könnte für Physiotherapie auf Kasse eingeführt werden. Dieser Teil des Pakets wurde formal noch nicht beschlossen. Dafür brauche es noch eine Vorlaufzeit, hieß es Dienstagabend seitens der ÖGK.

      Ok, also bis Jahresende soll das System stehen, beschlossen (und dementsprechend in Entwicklung?) ist aber noch nichts, allein für den Beschluss braucht’s noch Vorlaufzeit. Ich wär immens überrascht, wenn das tatsächlich dieses Jahr noch was wird.

    4. right_on_the_edge on

      Man muss sich der Diskussion stellen warum bei uns so viele und teure Untersuchungen gemacht werden die sich in keiner metrik (lebenserwarung, gesunde lebensjahre) niederschlagen.

    5. Weiter so. Ich hab ewig gesucht bis ich einen neuen Hausarzt gefunden hab der keinen Patientenstopp nachdem meiner in die Pensn ist.

      Wartezimmer voll. Sag wos wehtut und bekomm sofort ohne vorherige Abklärung eine Überweisung zum Facharzt. Bei dem ich fast 3 Monate später einen Termin bekommen hab. Der mich auch ohne sich was anzuschauen zu einer Untersuchung weiterschickt wos 3 Monate später den nächsten Termin haben. Gleich die ganz große Gschicht statt was kleines zu probieren das mein alter Hausarzt damals noch vorgeschlagen hatte falls das Problem bestehen bleibt.

      Ein halbes Jahr vom „Aua“ bis zur ersten Untersuchung. Und jetzt weiter sparen. Der Sparplan könnt aufgehen weilst dir als ÖGK doch einiges sparst wenn dir die Leut beim Warten wegsterben. Begräbnisse zahlen sich die ja selber (also die Angehörigen).

      Ich wart das ab solangs nicht schlimmer wird, es ist eine ziemlich ungute Unannehmlichkeit aber nichts wirklich schlimmes. Als es beim dringenden Krebsverdacht im Umfeld vor kurzem hieß dass mehre Wochen auf einen Facharzttermin zu warten ist wurde der privat bezahlt. Termin 3 Tage später. Als der dann ein CT wollte und mindestens 6 Wochen Wartezeit anstanden lief auch das privat. So wurden aus 3 Monaten verscheißen nur eine Woche, was in dem Fall vielleicht sogar lebensrettend war. Wer sichs nicht leisten kann kostet die ÖGK ab einem gewissen Punkt dann auch nichts mehr.

      Zum Speiben. Immerhin eine Versicherungsleistung die man ja auch zahlt….

      Das und privat versichern wird für mich zu teuer. Also dabei bleiben, wenn mal was eilt privat pecken und hoffen dass dahingehend nicht viel ist…

    6. Mal checken, welche Altersklassen das System an allen Ecken und Enden belasten?

    7. Key-Cantaloupe5748 on

      Eine einfache Entlastung bringt auch, bei zugewanderten, die Leistung zu Staffeln.
      Bei 5 Jahren erwerbstätigkeut, vollen zugang zum System.

    8. Sniffwee_Gloomshine on

      Warum schaffen wir nicht zumindest für die Krankenkasse die Höchstbeitragsgrundlage ab. Wir alle zahlen einen festen Anteil unseres Einkommens für die KK. Nur nicht die Reichen. Das ist es gedeckelt.

      Edit: autocorrect Fehler

    9. Aktuell zahlst eh nur ein paar hundert Euro monatlich, damit du nirgendwo einen Termin bekommst 😉

      Jegliche Verschärfung (auch mit den Ambulanzen) ist von meiner Seite absolut Willkommen – Ich mag den ganzen Scheiß nimmer finanzieren, wenn ich eh nix davon hab …

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