
Wer sich nicht erinnern kann, die Wiener Zeitung war eine Druckzeitung die vom Staat finanziert war weil sie in erster Linie davon gelebt hat dass der Staat verpflichtet war irgendwelche Kundmachungen dort zu drucken ("Amtsblatt". https://de.wikipedia.org/wiki/wiener_zeitung
Die haben sehr wenig Leute real gelesen aber sie war auch ein wenig wie der ORF dass sie nicht auf Werbegelder angewiesen war und deswegen einfach chillig schreiben konnten.
Und Schwarzgrün haben sie die eingestellt und quasi gesagt man ersetzt sie durch ein reines Online Format was dem Bundeskanzlerarmt unterstellt ist.
"Als Nachfolgeprodukt wird unter Verwendung der Marke „Wiener Zeitung“ (und dem Logo „WZ“) seit Juli 2023 mit einer neuen, vergleichsweise kleinen Redaktion ein nicht tagesaktuelles Onlinemedium geführt, das sich von der redaktionellen Ausrichtung der vormaligen Tageszeitung grundlegend unterscheidet und nunmehr vor allem ein junges Publikum ansprechen möchte."
Jetzt wo der Standard mehr und mehr unbrauchbar ist habe ich mir gedacht, na gehen wir wieder mal auf die Wienerzeitung Seite weil die haben wenigstens keine Bezahlsperre und früher waren sie wenigstens für Abdrucken der APA gut. Und als sie frisch waren haben sie ja wenigstens so getan als wollten sie jetzt cool und investigativ unterwegs sein und über Korruption schreiben.
Wenn ich jetzt draufgehe denke ich mir echt nur, was ist das? Einfach nur eine Bekanntmachungsseite für irgendwelche Blogs und Podcasts? Ich kann mir nicht vorstellen dass das ernsthaft ein Publikum hat was über das hinaus geht was man als normaler Podcast/blog hätte. Irgendwie liest es sich als hätten die vor einiger Zeit aufgegeben irgendwas zu machen.
Versteht nicht falsch. Ich war eher auf der "ja dass die Printversion existiert hat was ein Kuriosum, ich kann verstehen dass man irgendwann gesagt hat das rentiert sich nicht, das will man nicht mehr zahlen, auch wenn manche Leute nostalgisch dafür sind". Und dass man das durch ein reines Online Medium ersetzt kam mir auch immer wie Bullshit vor. Aber dass in so seichtes quaqua abdriftet ist schon irgendwie gruselig. Es liest sich wie Selbstbespaßung der Autoren/Leute die einfach ihren Hobbies nachgehen und nicht als würden die versuchen irgendwas Ernsthaftes zu produzieren.
Warum existiert die "wienerzeitung" noch?
byu/wegwerferie inAustria
Von wegwerferie
1 Kommentar
Ich finde die Wiener Zeitung hätte lange, nämlich wirklich lange, genug Zeit gehabt sich mit Recherchen zu etablieren. So wie ich das wahrgenommen habe, haben sie sich auf den Fixeinnahmen ausgeruht und die wurden halt zurecht eingestellt. Und dann kommt plötzlich das große Gejammer.
Und besonders lustig ist immer, wenn dann ‚Prominente‘ sich dafür stark machen wollen. Bin mir sicher dass nicht 5% dieser die Zeitung je abonniert, geschweige denn gelesen haben.