
In Anlehnung an den heutigen Kommentar Wie kann man auf unser Pensionssystem ernsthaft stolz sein? : r/Austria
habe ich mir den offiziellen Einkommensbericht der Statistik Austria (https://www.statistik.at/services/tools/services/publikationden/detail/2057) angeschaut und gerechnet:
Laut dem Einkommensbericht haben sich die Gehälter (Median) zwischen 1998 und 2003 wie folgt verändert:
- Unselbständige Einkommen Vollzeit: + 70% (51.500 / 30.266) Seite 47
- Pensionen: +114% (25.820 / 12.079) Seite 75
2023 gab es 2.139.266 Pensionisten (Seite 76). Die Zahl kann ich aber nicht genau nachvollziehen, weil z.B. hier Pensionen – STATISTIK AUSTRIA – Die Informationsmanager wird von 2.974.089 Pensionen geredet, ich vermute allerdings, dass das auch Waisenpensionen und Co. einschließt und eben nicht nur Alterspensionen. Die Pensionshöhe wiederum ist konsistent: 25.820 / 14 = 1.844 laut Einkommensbericht passt mit der Zahl für Alterspension aus dem vorhergehenden Link mit 1.801 (wobei das eine Median, das andere Durchschnitt ist) zusammen
Und jetzt kommt die Frage aller Fragen: Was wäre wenn die Pensionen genauso stark angehoben werden wie die Gehälter, nicht mehr und nicht weniger?
Nimmt man den Ausgangswert der Pensionen (12.079) und erhöht diese um 70%, dann bekommt man eine Pension von 20.553, also um 5.266 pro Jahr weniger als aktuell.
Multipliziert man diese 5.266 mit der Anzahl der (Alters-)Pensionisten, dann ergibt das einen Mehrbetrag von 11,27 Milliarden EUR pro Jahr. Diese Zahl muss man jetzt natürlich noch um Lohnsteuer / Sozialversicherung verringern, sodass vermutlich 7-9 Milliarden übrig bleiben.
Das ist der Betrag, der in den letzten 25 Jahren umverteilt wurde – von der aktiven Bevölkerung zu den Pensionen.
Und wo kommt das her? Schaut man sich den Einkommensbericht auf Seite 77 an, so sieht man, dass Median (!) Pensionen 16 Mal (teilweise weit) über Inflation und 5 (6) mal unter Inflation angehoben wurden (1 Mal fast gleich). Vor allem kleinere Pensionen werden massiv mehr erhöht (auch z.B. 2017 mit 2,2% über der Inflationsrate von 1,6% Bundesrat billigt Pensionsanpassungen einstimmig (PK1079/25.10.2017) | Parlament Österreich). Das es sehr viele kleine Pensionen gibt, ist die Auswirkung auf Median und Budget natürlich besonders hoch.
Das ist halt das Problem, wenn eine Bevölkerungsgruppe demokratiepolitisch alles dominiert. Österreich ist eine Gerontokratie und die minimale Anhebung der Sozialversicherungsbeiträge wird daran nichts ändern.
Die Umverteilung von Arbeitenden zu den Pensionisten in Zahlen
byu/spieler_42 inAustria
Von spieler_42
7 Kommentare
Das ist sehr viel Text um zu sagen, dass die Gehälter zu wenig erhöht wurden.
Ich hoffe im Defizitverfahren wird das Problem adressiert und österreich zu Änderungen gezwungen.
Die NEOS haben ja einen geilen Ansatz damit EINE (!!) Säule des Pensionssystems endlich am Kapitalmarkt zu orientieren.
Das Umlagefinanzierte System ist tot. Da können die Sozialdemokraten kreischen wie sie sollen. Die böse Börse und die bösen Kapitalisten bieten einen realistischen Ausweg aus dem aktuellen Fiasko mit den Pensionen.
>Österreich ist eine Gerontokratie
Und das Problem wird mit jedem Jahr schlimmer!
Das Geld für die Pensionisten (die man ja nicht als größte Wählergruppe verlieren will) wird immer mehr von den jungen, arbeitenden Leuten genommen, die haben damit auch immer weniger Zeit und vor allem Geld für Nachwuchs, was das ganze Problem dann auch langfristig einzementiert!
Wenn man die Pensionen oben deckelt ( der Staat zahlt niemandem mehr als, sagen wir 5k im Monat) wär schon hübsch was getan – und sei es nur symbolisch.
Aber wie bei jeder Maßnahme, die eher wohlhabende Menschen betrifft, hat jeder Angst, er könnte ja Mal Teil derer da oben werden.
Weil die Niedrigpensionen über der Inflation erhöht werden bzw. die Mehreinnahmen der Wirtschaft in guten Zeiten immer weniger auch mit den ANs geteilt werden sind wir eine Gerontokratie?
Neos-KampfPoster?
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Laut Sozialversicherung hatten wir schon Zeiten wo es deutlich mehr pensionsbezieher pro 1000 Beitragszahlenden gab.