
Momentan ist es in Österreich kaum möglich, sich politisch zu unterhalten, ohne dass früher oder später das Gespräch an die FPÖ kommt. Irgendeiner ist gefühlt immer auf Verteidigungskurs. Alle diese Sätze sind Beispielsätze, die ich bereits gehört habe:
"Aber man kann doch nicht die ganze Partei rechtsextrem nennen nur wegen ein paar Wenigen!"
"Wenn sie wirklich rechtsextrem wären, dann wären sie doch verboten!"
"Das ist die einzige Partei, aus der man noch was machen kann!"
"Keiner kümmert sich um das Ausländerproblem, außer die FPÖ! Wir müssen Österreich doch retten!"
"Es war doch nur irgendein altes Lied (Treuelied der SS). Das hat doch sicher nicht wirklich etwas mit den Nazis zu tun. Da würden sie ja sonst eingesperrt!"
Fakt ist, dass es eine eigene Wikipedia gibt für ‚Einzelfälle‘ innerhalb der FPÖ:
Für Journalisten und in politischen Medien ist die FPÖ großes Kino, mit der Frage nach deren Rechtsstaatlichkeit haben sich seit den 1940ern nicht mehr so viele Personen befasst wie heute zB Inside Austria, sicher einer der populärsten Beitragenden der modernen Zeit in politischer Bildung:
https://www.derstandard.at/story/3000000241296/ist-die-fpoe-rechtsextrem
Dabei fällt in den öffentlichen Massenmedien Österreichs kaum jemals das Wort ‚rechtsextrem‘. Es sind ausländische Medien, die sich da viel offener und deutlicher auszudrücken wagen:
https://www.boell.de/de/2024/10/22/das-triumphierende-comeback-der-fpoe-ist-eine-warnung-fuer-europa
Woher kommt das, dass die Österreicher sich offenbar nicht trauen, das Kind beim Namen zu nennen? Warum flüchten sich so viele in die Fantasie, der Staat würde es schon richten – es kann ja keine Nazis mehr geben, weil die wären ja verboten!
Wie geht ihr damit um, wenn die eigene Familie sich in diese alternative Realität flüchtet? Mein Bruder ist der FPÖ beigetreten und meint, man müsste ja etwas aus Österreich machen. ‚Besser‘ müsste man dieses Land machen und das könne nur die FPÖ – behauptet er. Meine Eltern glaubens gerne und sind stolz auf den Sohn, der sicherlich keine rechten Parolen vom Kickl unterstützt, ’nur‘ weil er bei der Partei ist. Selber ist man politisch ganz anders angesiedelt, aber unterstützen muss man das, wenn einer etwas ‚Besser‘ machen will…
Schießt mal los…
https://www.mkoe.at/broschuere-lauter-einzelfaelle-die-fpoe-und-der-rechtsextremismus
Von Nyardyn

3 Kommentare
Erst gar keine Diskussion anfangen.
Selbst wenn man deren grundsätzliche Ideologie unterstützt sollte man, wenn man ein bisserl Hirn im Kopf hat, erkennen dass deren Politiker hauptsächlich in die eigene Tasche arbeiten und unfähig sind ein Land zu regieren.
Fakten sind wertlos, die Leute glauben was sie glauben wollen. Politik, oder generell deren Weltanschauung, kommt einer Religion gleich.
> Wie geht ihr damit um, wenn die eigene Familie sich in diese alternative Realität flüchtet?
Mit Geduld. Auf alle Fälle nicht emotional werden und sachlich argumentieren. Ich weiß es zwar nicht 100%ig aber ich denke es hat bei meinen Eltern nichts gebracht. Falls FPÖVP zamm kommt, werd ich genauso weitermachen. Aus der „Opposition“ raus ists dann eh einfacher 😀
> Woher kommt das, dass die Österreicher sich offenbar nicht trauen, das Kind beim Namen zu nennen?
Das ist die viel schwierigere Frage. Ich denke social media ist ein großer Grund dafür. Es ist schwierig die eigene bubble zu verlassen und die bubble lässt halt nicht alle Nachrichten durch bzw relativiert schnell. Ich schau ab und an in „konservative“ subs rein bzw auf Seiten die tendenziell nicht meiner politischen Meinung entsprechen und les mir Meinungen und Kommentare durch. Halte das aber nie lang durch und genauso wird es von „der anderen Seite kommenden“ auch gehen.
„FPÖ gehört verboten, weil sie rechtsextrem ist!“
– „Nein die FPÖ ist nicht rechtsextrem denn wenn sie rechtsextrem wäre, wäre sie ja verboten!“ (alternativ „aber aber Meinungsfreiheit und so!“)
FPÖ-Logik….