Der Fall der Hündin Jette aus Pößneck in Thüringen hat in den letzten Tagen bundesweit für Entsetzen gesorgt. TW es geht um Gewalt an Tieren.

    Jette war eine etwa dreijährige Kangal-Hündin. Nach dem derzeitigen Ermittlungsstand soll sie im November 2025 über einen längeren Zeitraum misshandelt und schließlich getötet worden sein. Die Ermittlungen richten sich gegen eine damals 21-jährige Frau und einen 41-jährigen Mann.

    Laut Staatsanwaltschaft und Polizei besteht der Verdacht, dass Jette zunächst mit Medikamenten und anderen Substanzen geschädigt und anschließend stranguliert wurde. Nicht alle Angaben sind bislang offiziell bestätigt; man geht aber davon aus, dass Jette gezwungen wurde, Spülmaschinentabs und Ibuprofen zu fressen und ihr darüber hinaus Insulin verabreicht wurde.

    Mittlerweile kursieren WhatsApp Chatverläufe ihrer Peiniger online, in denen die beiden sich über ihr Leid amüsieren:

    “Das is aber auch nicht normal irgendwann muss das Vieh doch mal aufgeben🙈*”

    “Musste nachhelfen
    Alles zerkratzt und voller Pisse”

    “Ich muss es mir so verkneifen
    Das du weinst?
    Das ich nicht lache”

    Der Tod der Hündin liegt mehrere Monate zurück. Große öffentliche Aufmerksamkeit erhielt der Fall erst im Frühjahr 2026, nachdem Videos, Chatverläufe und weitere Informationen über soziale Medien verbreitet wurden.

    Ob überhaupt Anklage erhoben wird und welche Straftatbestände letztlich vor Gericht verhandelt werden, ist aktuell noch offen.

    Wenn die Vorwürfe sich im Wesentlichen bestätigen und die beiden wegen vorsätzlicher Tierquälerei nach §17 Tierschutzgesetz verurteilt werden, liegt der gesetzliche Strafrahmen bei Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren. Aber wird es soweit kommen? In Deutschland enden viele Verurteilungen wegen Tierquälerei mit Geldstrafen oder Bewährungsstrafen.

    Jette stammte aus dem Tierschutz. Auch die Organisation, die sie vermittelt hat, wird mittlerweile zurecht kritisiert. Jette hat gekämpft, doch statt Hilfe erntete sie Hohn und Spott von den Menschen, die ihr ein liebevolles Zuhause hätten bieten sollen.

    Die Kommentare auf Social Media reichen von Empörung bis hin zu Aufrufen nach Selbstjustiz. Vereinzelt wird auf das Leid der Nutztiere aufmerksam gemacht. Frank (Name geändert) hält auf seinem Profilbild eine Angel mit einem riesigen Fisch daran grinsend in die Kamera. “Das is doch was anderes als ein Schwein🤣🤣” kommentiert er. Auch Jens hat dazu Gedanken: “Ich schreibe jetzt nicht was ich diesen Leuten wünsche”. Man kann es sich denken. Ich klicke aus Neugier auf das Profil. Ein leidenschaftlicher Jäger, schießt am liebsten sogenanntes Rotwild.

    Die Petition hat mittlerweile über 85000 Unterschriften und fordert Gerechtigkeit für Jette. Ich weiß nicht, ob es diese geben wird. Maximal drei Jahre sind ein Witz. Ich möchte dennoch auf diesen Fall aufmerksam machen. Hinter verschlossenen Türen werden mutmaßlich eine endlose Zahl solcher Taten begangen und vieles davon wird wohl niemals ans Licht kommen. Einige der Opfer werden nächste Woche für 3,99 das Kilo im Supermarkt eures Vertrauens im Angebot sein. Cheers.

    https://www.change.org/p/gerechtigkeit-für-jette-gegen-tier-quälerei

    Von outfluenced

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    5 Kommentare

    1. Melodic-Elk-6989 on

      Neben der immensen kognitiven Dissonanz stört mich auch dieses übliche „Lass die mal besuchen“ oder „Kennt wer die Adresse?“, als ob das irgendeinem Tier helfen würde. Ich hab das Gefühl diese Menschen wollen einfach ihre Rachegelüste befriedigen oder sich zur Geltung bringen.
      Da härtere Strafen meistens eh ineffektiv sind, sollte sich sowieso viel mehr auf Prävention konzentriert werden, dass sowas garnicht erst passiert. Trotzdem kann es natürlich nicht sein dass solche Menschen mit Bewährung davon kommen, gerade da ist es aber auch viel wichtiger dass solche Fälle überhaupt erstmal bekannt und ernsthaft behandelt werden.

    2. Die meisten Menschen sind leider ignorante, unempathische, ungebildete Trottel :/ das merke ich bei solchen Themen. Und das was dann vielleicht anmutet wie Überheblichkeit ist einfach nur eine nüchterne Bestandsaufnahme. Egal ob beim Thema Tiere , Umwelt oder Politik..

    3. HistoryWorking5251 on

      Genau wie Pädophilie eine gute Ausrede für Soziopathen, Ihre Folter- und Tötungsfantasien scheinbar im Dienst einer guten Sache auszuleben.

      Wer vegan ist und pro Todesstrafe, hats noch nicht ganz gerafft.

    4. kiwiinjapan on

      Du bringst es ja in deinem Beitrag auf den Punkt:
      Diese Menschen sind nicht im allgemeinen Tierfreunde sondern Haustier-Freunde. Ob das kognitive Dissonanz ist, weiß ich nicht.

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