Guten Tag!

    Vor ein paar Monaten habe ich hier einen musikalischen Teaser geteilt, während ich die Wurzeln meines Großvaters erkundete. Ich habe von diesem U-Boot einige großartige Rückmeldungen und entscheidende historische Korrekturen erhalten, die ich mir zu Herzen genommen habe. Nun das komplette Album Ingrian-Band ist fertig.

    Ein paar Hintergrundinformationen zu mir: Ich bin ein in Russland geborener Elektronikmusiker und lebe und arbeite seit zehn Jahren in Amsterdam. Ich bin in Moskau aufgewachsen und habe gehört, wie mein Großvater Kinderreime in einer Sprache aufsagte, die sich völlig anders anfühlte als die Welt um uns herum. Als ich älter wurde, fing ich an, tiefer in diese Fragmente einzutauchen und brachte sie mit seiner Heimat in Verbindung: Izhorian (Engländer), eine einheimische finnische Sprache auf der Halbinsel Soikkola, die heute fast ausgestorben ist.

    Während sich Izhorianer von ingrischen Finnen unterscheiden (Inger Finns), ihre Tragödien des 20. Jahrhunderts sind eng miteinander verflochten. Die Familie meines Großvaters durchlief genau die Schleife vom estnischen Konzentrationslager, der Evakuierung nach Finnland und der anschließenden sowjetischen Deportation, bevor sie in den 1950er Jahren schließlich in ihr niedergebranntes Dorf zurückkehren konnte.

    Ausgerechnet mit diesen verstreuten Erinnerungs- und Geschichtsfragmenten beschloss ich, ein konzeptionelles elektronisches Album zu erstellen. Ich wollte diese Stücke zusammenbringen, indem ich Archivstimmen (wie Kadoi Aleksandrova), Waldfeldaufnahmen und moderne Produktion mischte.

    Klanglich spiegelt die Struktur des Albums diesen Prozess der kulturellen Assimilation wider. Es beginnt warm und geerdet und basiert auf rohen Archivstimmen. Die Mittelstücke gehen in eine Zusammenarbeit mit der finnischen Folksängerin Emmi Kuittinen über, in der die Sprache zu fragmentieren und sich zu verändern beginnt. Bis zum Finale lösen sich die Texte fast vollständig ins Russische auf, was widerspiegelt, wie die Kultur im Laufe der Jahrzehnte langsam verblasste und fast verloren ging.

    Dies ist kein traditionelles Volksschutzprojekt; Es ist eine düstere, elektronische Geschichte über Vertreibung, Erinnerung und kulturelles Überleben. Ich bin den Benutzern hier unglaublich dankbar, die mich letztes Mal dazu gedrängt haben, tiefer in die Geschichte einzutauchen. Jetzt, da der gesamte Erzählbogen veröffentlicht ist, bin ich wirklich gespannt, wie sich das in finnischen Ohren anhört.





    Von suhogurkin

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    5 Kommentare

    1. While the singing was hard to make any sense of (something about land staying „maa jääpi?“) I could easily understand that the man said „I am (name) Mikko’s son“. Very cool.

      Unfortunately the minority finnic languages are dieing out in Russia, Sweden and Norway, and eventually will go extinct as the speakers will turn to speaking only the majority languages, but such is the course of language and it’s something that has been happening forever. Only Finnish and Estonian will probably be around after a while. Karelian, Meänkieli, Veps, Ingrian, Kven, Votic, Livonian.. some already extinct and others will follow.

    2. This is a very cool project! Thank you for helping keep Izhorian heritage alive in your own way.

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