
In ganz Japan gehen immer mehr Menschen der MZ-Generation (geboren zwischen den 1980er und frühen 2000er Jahren) mit Leuchtstäben auf die Straße, um die Verfassung des Landes zu verteidigen. Inspiriert von der koreanischen Protestkultur – wo K-Pop-Songs und Idol-Leuchtstäbe weit verbreitet sind – verbreiten sich in Japan sogenannte „Leuchtstab-Proteste“ als soziales Phänomen.
Die japanischen Zeitungen Asahi Shimbun und Mainichi Shimbun berichteten am Montag über eine Kundgebung, an der etwa 50.000 Menschen am Tag des Verfassungsgedenktags am Vortag im Rinkai-Katastrophenschutzpark in Tokio teilnahmen. Berichten zufolge wurde der Protest als Versuch zum Schutz der japanischen Verfassung inszeniert. Mit großem Andrang und einer ausgelassenen Atmosphäre ähnelte die Veranstaltung einem Festival. Die Teilnehmer skandierten Slogans wie „Protect the Constitution“ und „Quit, quit, (Sanae) Takaichi Government“ zum Hitsong „Mister“ der K-Pop-Gruppe KARA.
K-Pop ist zu einem wesentlichen Element der jüngsten Proteste in ganz Japan geworden. Bei Kundgebungen am 8. und 19. April vor dem japanischen Parlamentsgebäude erklang durchgehend K-Pop-Musik und sorgte für eine konzertartige Atmosphäre. Die Demonstranten riefen im Takt des Aespa-Songs „Whiplash“ Sätze wie „Hört auf, die Verfassung zu belästigen“ und „Schützt Japans Verfassung“.
Der Trend beschränkt sich nicht nur auf Tokio. Am Abend des 26. April fand am Bahnhof Osaka eine Kundgebung mit dem Titel „Kein Krieg! JA Artikel 9 Joint Action Osaka Penlight (Light Stick) Gathering“ statt. Dort hallten die koreanischen Texte von „Into the New World“ von Girls‘ Generation über den Platz. Das Lied wurde zum Symbol für Jugendproteste in Korea, nachdem Studenten der Ewha Womans University es während einer Campusbesetzung im Jahr 2016 sangen, und seitdem ist es auch bei japanischen Demonstrationen zu einem festen Bestandteil geworden.
Eine Reihe jüngster regierungsfeindlicher Proteste in Japan wurden durch Ereignisse wie die Unterhauswahlen am 9. Februar und den japanisch-amerikanischen Gipfel am 19. März ausgelöst. Nach einem Erdrutschsieg brachte der japanische Premierminister Sanae Takaichi seine starke Unterstützung für eine Verfassungsrevision zum Ausdruck. Gleichzeitig verstärkten Diskussionen über die Entsendung japanischer Verteidigungskräfte in die Straße von Hormus angesichts der Spannungen im Nahen Osten die öffentliche Besorgnis über die Wahrung der pazifistischen Identität Japans.
K-Pop hat eine Schlüsselrolle dabei gespielt, junge japanische Demonstranten zu diesen Demonstrationen zu locken. Viele Beiträge auf Social-Media-Plattformen wie X (ehemals Twitter) ermutigen die Teilnehmer, Leuchtstäbe mitzubringen und signalisieren damit, dass jeder ungezwungen mitmachen kann, als ob er seine Lieblingsidole unterstützen würde. Ein selbstständiger Mann in den Dreißigern, der am 8. April an einer Kundgebung in der Nähe des Nationalen Parlamentsgebäudes teilnahm, sagte: „In Japan gibt es für Menschen in den Zwanzigern und Dreißigern normalerweise eine hohe Hürde für die Teilnahme, aber viele kamen freiwillig mit Leuchtstäben.“ Eine Frau in den Zwanzigern, die an der Kundgebung in Osaka teilnahm, erzählte Asahi, dass die Anwesenheit der zeichnenden oder strickenden Teilnehmer es anderen leichter machte, ohne Druck mitzumachen.
Auch die bei diesen Protesten zu sehenden Flaggen erinnern an koreanische Demonstrationen. Bei der Kundgebung am 8. April waren auf Bannern fiktive Gruppennamen wie „Union of People Who Just Add to the Crowd“, „Alliance of People Who Struggle in Crowds“ und „Association of Low Stamina People Against War“ zu sehen. Diese verspielten Namen spiegeln die Idee wider, dass normale Bürger ihre Präsenz für soziale Zwecke einsetzen. Mainichi stellte fest, dass viele Teilnehmer von koreanischen Bürgerbewegungen inspiriert wurden und dass solche Flaggen zeigen, wie auch Personen, die keinen formellen Organisationen angehören, trotzdem teilnehmen können, ohne sich eingeschüchtert zu fühlen.
https://www.koreatimes.co.kr/world/20260506/japans-gen-z-protests-feature-k-pop-tunes-light-sticks
3 Kommentare
Wonder how long it’s going to take for politicians and old folk to start branding this type of protesting as „K-protests“.
On a more serious note I’m glad to see Japanese citizens protesting for a good change. When I hear about protests in Japan it’s usually anti Korean/foreigner, anti nuclear, or pro cult protests.
Something something Kim Gu watching.
i am glad they found a way to make it more fun an engaging to participate in important protests for younger generation