Da noch Fastenzeit ist, kommt hier ein passendes Rezept aus dem Buch von Guter Speise. Hier ist sogar im Rezept explizit erwähnt, dass dies zum Fasten geeignet ist. Von diesen "Fladen"-Rezepten gibt es einige im Buch. Die meisten werden mit Fleisch und Käse gemacht, also eine Art mittelalterlicher Pizza. Aber auf tierische Produkte (außer Fisch und anscheinend auch Schmalz) muss man in der Fastenzeit verzichten, deshalb wird hier nicht näher spezifizierter Fisch und angedickte Mandelmilch als Belag verwendet.

    Original Rezept:

    Wilt du machen einen fladen von vasten gerete, so nim vische vnd backes in smaltze vnd guez dor veber ein dicke mandelmilch, wol gemenget mit ris mele, vnd tuo eyn wenig smaltzes dran vnd mengez wol mit wuertzen vnd lege daz vf ein blat von teyge vnd laz ez backen vnd versaltz niht.

    Übersetzung:

    Wilst du einen Fladen machen, der fürs Fasten geeignet ist. So nimm Fische und backe sie in Schmalz und gieße eine dicke Mandelmilch darüber, die gründlich mit Reismehl vermengt ist. Gib ein wenig Schmalz dazu. Vermenge es gut mit Gewürzen und lege es auf einen Teigfladen. Lass es backen und versalze es nicht.

    Nachkochen:

    Mandelmilch habe ich dieses Mal fertig gekauft, da diese nicht im Mittelpunkt der Zutaten steht. Das gleiche gilt für Reismehl (Stärkemehl würde als Alternative auch funktionieren). Die Mandelmilchsoße im Rezept ist nur "gemenget" mit Reismehl, aber offensichtlich muss diese vor dem Backen aufgekocht werden da diese sonst vom Fladen fließen würde.

    Gewürze wurden leider nicht spezifiziert. Ich fand das Pfeffer, Ingwerpulver und Petersilie gut funktionierten. Aber hier kann man dann schön experimentieren. Das Würzen der Mandelmilchsoße ist in diesem Gericht wichtig, da das meiste Aroma hiervon kommt. Deshalb lieber etwas mehr als zu wenig würzen.

    Und wie im Buch von Guter Speise üblich, wird der Fisch zweimal gegart. Aus diesem Grund habe ich den Fladen erst blind gebacken, damit der Belag nicht zu lange im Ofen bleiben muss.

    Geschmacklich ist dieser Fladen zumindest ungewöhnlich und auch keine Offenbarung aber definitiv ein interessantes Rezept, dass man mal ausprobieren kann. Das Rezept eignet sich auch zur Restverwertung von Fisch vom Vortag.

    Von EwigeSuppe

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    5 Kommentare

    1. **Zutaten:**

      100 g Weizenmehl

      60 g Wasser ca.

      ¼ Teelöffel Trockenhefe

      Salz

      200 g Fischfilet nach Wahl z.B. Barsch oder Dorsch. Kann auch vom Vortag sein.

      2 Esslöffel Schmalz (oder Butter)

      200 ml Mandelmilch

      20 g Reismehl

      1 Teelöffel Ingwerpulver

      1 Teelöffel Pfeffer, gemahlen

      Petersilie oder andere frische Kräuter

      1. Aus dem Mehl. Wasser, einer Prise Salz und Trockenhefe einen festen Teig formen. Ein bis zwei Stunde an einem warmen Ort gehen lassen.

      2. Den Fisch leicht salzen und in Schmalz oder Butter braten. Abkühlen lassen. Optional: Fisch vom Vortag verwenden.

      3. Den Ofen auf 190℃ Umluft vorheizen.

      4. Die Mandelmilch mit dem Reismehl mit einem Schneebesen vermischen. Alle Gewürze und Kräuter mit einem Esslöffel Butter zugeben, aufkochen und mit Salz abschmecken.

      5. Den Teig auf Backpapier mit einem Durchmesser von 20-25 cm dünn ausrollen.

      6. Den Teigfladen für 4 Minuten blind backen. Aus dem Ofen nehmen und etwas abkühlen lassen.

      7.Den Fladen gleichmäßig mit dem Fisch belegen. Die Mandelmilchsoße darüber schütten und glattstreichen.

      8. Für 15-20 Minuten backen bis die Ränder goldbraun sein.

    2. tradishinalwoman on

      Danke für den ausführlichen Post! Und deine Experimentierfreude 🙂 

    3. Boah, das klingt irgendwie lecker. Ich werds mal mit Thunfisch probieren. Bin nicht so der Fischesser.

      Witzig finde ich aber nur, dass man Mandelmilch knapp 700 Jahre Mandelmilch nennen durfte, jetzt aber der die Bezeichnung einigen Leuten ein Dorn im Auge ist. 😀

    4. > 1350
      > Reismehl

      Das war zu dem Zeitpunkt ein Ding? Ich hätte gedacht, dass Reis zu der Zeit auf dem selben Preis- und Raritätslevel wie Pfeffer war. Oder sind die Rezepte ohnehin eher für den fürstlichen Haushalt geschrieben?

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