Zum ersten Mal seit zehn Jahren prüfen die Vereinten Nationen, ob die Niederlande die UN-Frauenkonvention einhalten. Dies geschieht am Freitag in Genf, wo zahlreiche Organisationen der Zivilgesellschaft anwesend sein werden.

    Halten sich die Niederlande ausreichend an die UN-Frauenkonvention? Mit dieser Frage beschäftigt sich an diesem Freitag im Auftrag der Vereinten Nationen ein aus 23 internationalen Experten bestehendes Gremium.

    Mehr als neunzig niederländische Frauenrechtsorganisationen haben Informationen darüber bereitgestellt, inwieweit die Ungleichheit immer noch besteht. „Es ist der D-Day, wenn es um Frauenrechte in den Niederlanden geht“, sagt Amber Giesen, Sprecherin des Netzwerks der UN-Frauenkonvention, das einen großen Teil davon vertritt.

    Problematisch sei laut den Organisationen, wie wenig demokratischer Schutz die Rechte der Frauen in den Niederlanden genießen, sagt Giesen. „Unter dem Schoof-Kabinett wurde das Wort Geschlecht bei der Ausarbeitung politischer Pläne konsequent gestrichen. Das ist für Frauen nachteilig, weil Frauenrechte schnell in Vergessenheit geraten.“

    Auch das Wort Intersektionalität scheint aus der Politik verschwunden zu sein. Es sei ein wichtiger Begriff in der Soziologie, der darauf hindeutet, dass Ungleichheit aufgrund des Geschlechts beispielsweise durch Herkunft, Hautfarbe oder sozioökonomischen Status noch verstärkt werde, sagt Giesen.

    Nur wenige Hausärzte verschreiben die Abtreibungspille

    Zu bemängeln ist auch, dass Frauenrechtsorganisationen von politischen Entscheidungsträgern und Politikern kaum konsultiert werden. „Das ist wirklich ein großer Rückschritt“, sagt Giesen. Ein dringliches Beispiel dafür, wie sich dies auswirken kann, ist die Tatsache, dass viele Frauen nicht zu ihrem Hausarzt gehen können, um die Abtreibungspille einzunehmen, obwohl sie Anspruch darauf haben.

    Seit letztem Jahr ist diese barrierefreie Form des Schwangerschaftsabbruchs bis zur neunten Woche gesetzlich möglich. Allerdings besagt das gleiche Gesetz auch, dass Hausärzte eine Ausbildung absolviert haben müssen, bevor sie die Abtreibungspille verschreiben dürfen. Nur 3,5 Prozent der 16.000 Hausärzte taten dies. Die überwiegende Mehrheit muss Patienten immer noch an eine Abtreibungsklinik überweisen.

    Giesen: „Das Zögern der Ärzte hat vor allem damit zu tun, dass Abtreibung immer noch im Strafgesetzbuch steht. Abtreibung muss von dieser Liste gestrichen werden und einen Platz in der regulären Gesundheitsversorgung erhalten, sonst bleibt sie ein politisches Spielzeug. In den USA sehen wir, wie das funktioniert, mit einem völligen Verbot in einigen Bundesstaaten.“

    Gewalt gegen Frauen

    Ein weiterer wichtiger Punkt ist nach Angaben der Organisationen die Situation von weiblichen Flüchtlingen und Frauen ohne Aufenthaltserlaubnis, die keinen Zugang zu spezieller Betreuung und Schutz für sie haben. Giesen sieht zwar eine gewisse Verbesserung im Koalitionsvertrag, den D66, VVD und CDA letzte Woche vorgelegt haben. Dabei geht es insbesondere um die Reduzierung von Gewalt gegen Frauen.

    Auf der Grundlage dieser Erkenntnisse niederländischer NGOs werden Mitglieder des UN-Komitees am Freitag unter anderem den Emanzipationsdirektor des Ministeriums für Bildung, Kultur und Wissenschaft befragen. Die Niederlande können am 23. Februar mit einem Bericht mit Empfehlungen rechnen.

    Giesen ist die ganze Woche in Genf herumgelaufen, wo die Tests stattfinden. „Wir haben vor dem Gremium eine zweiminütige mündliche Präsentation gehalten, in der unsere wichtigsten Punkte hervorgehoben wurden. Eine ziemliche Herausforderung, so ein kurzer Pitch.“

    Die Niederlande fallen im Global Gender Gap Index um fünfzehn Plätze zurück

    Diese Woche mussten sich unter anderem auch die Regierungen des Irak und Litauens verantworten. Giesen: „Natürlich kann man sagen, dass die Niederlande im Vergleich zum Irak sehr gut abschneiden. Aber uns selbst als Vorreiter zu sehen, ist auch nicht angebracht.“ Auf dem Global Gender Gap Index, einem jährlich veröffentlichten internationalen Vergleich, sind die Niederlande, wie im vergangenen Juni festgestellt wurde, nicht weniger als 15 Plätze auf den 43. Platz zurückgefallen.

    Die wirtschaftliche Stellung von Frauen und der Anteil von Frauen in Führungspositionen verbesserten sich leicht. Dieses Wachstum wird jedoch durch die verbesserte Stellung der Frauen in den skandinavischen Ländern und im Vereinigten Königreich, die alle zu den Top 10 gehören, in den Schatten gestellt.

    Aus Sicht der NGO-Vertreter in Genf sei dringend ein kräftiger Schub für die Emanzipationspolitik in den Niederlanden nötig, sagt Giesen, der im Alltag als Projektleiter und Anwalt im Vrouwenrechtswinkel in Utrecht arbeitet.

    1977 unterzeichneten die Niederlande außerdem die UN-Frauenkonvention, um der strukturellen Ungleichheit zwischen Männern und Frauen ein Ende zu setzen. Die Regierung ist daher verpflichtet, ihre eigene Politik diskriminierungsfrei zu gestalten und muss dafür sorgen, dass andere Parteien, etwa die Wirtschaft, Verbände oder politische Parteien, Frauen gleich behandeln.

    https://archive.vn/5lS7E (hier können Sie unten auch eine visuelle Darstellung des Global Gender Gap Index sehen)

    https://www.trouw.nl/binnenland/d-day-voor-vrouwenrechten-nederland-moet-zich-verantwoorden-over-vn-vrouwenverdrag~bf1728cb/

    Von Chaimasala

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    4 Kommentare

    1. Accountant49 on

      “Onder het kabinet-Schoof is het woord gender consequent geschrapt bij het maken van beleidsplannen. Dat is nadelig voor vrouwen, want vrouwenrechten sneeuwen al snel onder.”

      Waarom zou zoiets niets zeggends als gender ook nog in beleid verwerkt moeten worden. Iedereen kan tegenwoordig zelf bepalen welke van de 60+ genders die is en dat kan elke dag veranderen als diegene dat wil. Waarom zou je daar beleid op moeten baseren?

      En wat voor beleid zou je überhaupt willen baseren op iets nietszeggends als gender?

    2. Met de return of the Nazis niet heel gek toch? Die zien vrouwen ook als vlees zonder mening. 

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