Andere Leute haben ironische Kommentare geschrieben. Ist mir aber grad zu stressig, mir auch einen auszudenken.
JosephRatzingersKatz on
> Diese Erkenntnisse könnten zukünftig zur Entwicklung von Maßnahmen zur Beeinflussung der Motivation bei Erkrankungen wie Depressionen oder zur Vermeidung von Burnout beitragen.
Hahaha, nein.
Die momentane Wirtschaftsumgebung wird dazu führen, dass Implantate entwickelt werden, die diese Hemmungen überwinden.
Menschen die diese Implantate tragen werden bei der Arbeitssuche einen inherenten Vorteil haben gegenüber Menschen, die keine Implantate haben.
20 Jahre später laufen überall Burnout-Zombies herum, die wir dann als Gesellschaft mit Steuermitteln tragen dürfen während die Unternehmen mit den Gewinnen für ihre Stakeholder Indien zombifizieren.
haruku63 on
Procrastination: Building a better today tomorrow
die_kuestenwache on
Ist dein Aufschieben entzündet? Oder hast du eine durch Aufschieben ausgelöste Entzündung? Es heißt Aufschieberie! -Itis ist eine Entzündung. Pankreatitis, Meningitis, Hepatitis, Myocarditis sind Entzündungen.
3chord-mindset on
Ich vote morgen up…
RidingRedHare on
Warum heute tun, was ich morgen auch verschieben kann?
GrafTarajan on
Ich hab erst „ABschieberitis“ gelesen und dachte es geht wieder um die CxU…
Silence_by_wire on
/remind me in 1 day
Nasobema on
Reddit?
GettingCereal on
Habe ich gerade richtig gelesen, dass Wissenschaftler erst die ethischen Implikationen diskutieren wollen bevor sie einfach voranpreschen?? Jeden Tag erlebt man was Neues.
AntiProton- on
!remindme 1 week
Bitter-Recognition98 on
Der Tab den ich für diesen Artikel aufmache, geht leider ungelesen, beim nächsten Browserabsturz in ein paar Jahren verloren.
Schade.
intecsys on
Erstmal Screenshot von machen, damit ich mich später daran erinnere, weil ich schon 1000 Posts bei reddit gespeichert habe und keine verlieren will
drynoseprimate on
Die Motivation für unangenehme Tätigkeiten steigt mit der Dringlichkeit, typischerweise exponentiell. Ist doch ein alter Hut. Aber schön, dass die Ursache jetzt wissenschaftlich geklärt ist.
iSoinic on
>Die Affen wurden darauf trainiert, zwei Aufgaben auszuführen. Bei der einen erhielten sie für die Erfüllung eine Belohnung, bei der anderen war die Belohnung mit einem unangenehmen Luftstoß ins Gesicht verbunden. Vor jedem Versuch sahen die Affen ein Signal und konnten frei entscheiden, ob sie beginnen wollten oder nicht. Wie erwartet begannen die Affen in der Regel ohne zu zögern, wenn die Aufgabe nur mit der Belohnung verbunden war. Drohte jedoch auch ein Luftstoß, hielten sie sich oft zurück.
>Im zweiten Testlauf schwächten die Forscher vorübergehend eine bestimmte Gehirnverbindung zwischen zwei an der Motivation beteiligten Regionen: dem ventralen Striatum (VS) und dem ventralen Pallidum (VP). Das ventrale Striatum ist an Belohnung, Motivation und Lernen beteiligt. Das ventrale Pallidum empfängt Signale vom ventralen Striatum und hilft, diese an andere Teile des Gehirns weiterzuleiten. Es ist ein wichtiger Knotenpunkt für die Umwandlung motivationsbezogener Signale in Handlungen.
>Bei der Aufgabe, bei der es nur um die Belohnung ging, hatte das Hemmen des ventralen Striatum-Pallidum-Pfades kaum Auswirkungen auf das Verhalten der Affen. Bei der Aufgabe mit unangenehmem Nebeneffekt hingegen verringerte sich die mentale Hemmschwelle zum Loslegen: Die Affen waren viel eher bereit, die Aufgabe zu starten.
Joe_Kehr on
So, zur Abwechslung mal ein Kommentar, das nicht den gleichen Witz „Haha, ich lese es später, rofl“ 30-fach wiederholt.
Denn ich habe mich hingesetzt und es tatsächlich mal den Artikel gelesen, und zwar den Originalartikel und auch den von n-tv (welcher es übrigens gut zusammenfasst).
Grund hierfür ist, dass mich das Rumgequatsche mit »Oh, Neurowissenschaftler haben jetzt den Schaltkreis gefunden« ziemlich nervt, selbst wenn ich zu dem Verein vielleicht dazugehöre oder auch nicht. Wenn ihr eine kleine Heuristik hören wollt: üblicherweise haben Psychologen das Gleiche schon ein paar Jahrzehnte vorher gefunden. Das heißt nicht, dass diese neurowissenschaftliche Forschung nicht ziemlich cool und förderungswürdig wäre, aber man sollte sich nicht hinsetzen und daraus dann plötzlich die große Erkenntnis basteln. Es bestätigt üblicherweise immer nur sehr schön, was schon ähnlich vermutet wurde.
Wie dem auch sei, in meinen Augen ist ein bedeutsamer Satz:
„Modulation of behavioral initiation by the VS-VP pathway reflects error history rather than value history“
Später wird das noch mal ausgebreitet, allerdings in meinen Augen nicht mit der Klarheit, wie es notwendig gewesen wäre: Übertragen auf Prokrastination heißt es, es ist nicht das Problem, dass man die Aufgabe nicht wertschätzt oder das Ergebnis nicht gut findet. Das Problem ist vielmehr die Betrachtung des Aufwands, welcher hier repräsentiert ist durch kürzliche Fehler. Mit anderen Worten, wenn man das noch mehr ins Psychologische zieht, das unangenehme Gefühl oder der unangenehme Affekt, der entsteht und gerade präsent ist, ist mehr im Fokus und ist handlungsdominierend als das tatsächlich Angenehme, was mit der Aufgabe oder der Bewältigung der Aufgabe einhergeht.
Und, wubdidu, damit haben wir genau das, was ohnehin schon bekannt ist: Prokrastination als ein Problem der Emotionsregulation. Es ist zu schwierig, das unangenehme Gefühl, das gerade eben aufkommt, wenn man an die Aufgabe denkt, zu regulieren. Und es gibt eine simple Lösung dafür: Ich mache es halt nicht! Aufschieben reguliert sofort das unangenehme Gefühl. Kurzfristiger Nutzen, langfristige Kosten. Willkommen in dysfunktionalem Verhalten.
Mit anderen Worten, Prokrastinationsbehandlung profitiert davon, dass man seine eigenen Gefühle erkennen kann, benennen kann, einen neuen Umgang mit sich und ihnen findet, um diesen Gefühlen einen Raum zu geben. Und als nächsten Schritt sie reguliert, in dem man den Fokus auf einen kleinen Teilschritt der Aufgabe reduziert: 3h blöde dasitzen und arbeiten nervt massiv, aber einen kleinen ersten Schritt ist nicht so wild. Bumm, man hat angefangen, damit diese erste Handlungshemmung überwunden.
Witzigerweise zeigt diese Studie dann noch etwas Weiteres, nämlich, dass die „valuation“, also die Bewertung des Nutzens der Aufgabe bei Prokrastination nicht der entscheidende Faktor ist. Somit bringt es – wenn man das jetzt direkt auf den Menschen überträgt – auch nicht wirklich viel, sich vorzustellen, wie wichtig es denn doch ist, die Aufgabe zu bewältigen. Das dürfte der Person sowieso schon klar sein und falls nicht, vielleicht sollte sie sich mal grundlegende Gedanken um ihr Verhalten machen. Es geht also vielmehr darum, mit dem Unangenehmen umgehen zu können.
Und zu guter Letzt noch: da steht am Ende „Oh, das könnte Implikationen für die klinische Therapie haben“. Yay. Das schreibt man bei jedem Artikel am Ende. Weil man will ja irgendwo ein Funding für die Forschung bekommen.
Und dass man das Ganze jetzt mit Medikamente und Hirnstimulationen behandelt, halte ich für ziemlich bescheuert. Aber das steht auch in dem n-tv-Artikel schön drin.
Man kann da nicht einfach eingreifen, nur weil man grundlegend mal wieder ein Problem mit Emotionsregulation hat und mal wieder alles wegmachen will. Am besten mit einer bunten Pille oder einer tollen Hirnstimulation.
MetroMusic86 on
Vielleicht hilft wem das, was bei mir manchmal funktioniert: sich das Gefühl so genau wie möglich vorstellen, wenn man die Aufgabe erledigt hat. Wichtig ist nur, sich das Gefühl auf Distanz vorzustellen und es nicht schon komplett zu fühlen, denn sonst ist es so, als hätte man es schon gemacht und die Belohnung bekommen. Schwer zu beschreiben.
ElMauru on
Aus dem artikel:
„*Künftig könnten Maßnahmen wie tiefe Hirnstimulation oder neue Medikamente darauf abzielen, diese Bremse zu beeinflussen*“ […]
„*…könnte zudem zu gefährlichem Verhalten oder übermäßiger Risikobereitschaft führen…*“ […]
„*Eine sorgfältige Validierung und ethische Diskussion sind notwendig, um zu bestimmen, wie und wann solche Interventionen eingesetzt werden sollten*“
Was soll schon schiefgehen. :rollseyes:
Leave A Reply
Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar abzugeben.
22 Kommentare
Lese ich später.
Ist was für morgen.
tldr
Erst Mal abspeichern für irgendwann.
Andere Leute haben ironische Kommentare geschrieben. Ist mir aber grad zu stressig, mir auch einen auszudenken.
> Diese Erkenntnisse könnten zukünftig zur Entwicklung von Maßnahmen zur Beeinflussung der Motivation bei Erkrankungen wie Depressionen oder zur Vermeidung von Burnout beitragen.
Hahaha, nein.
Die momentane Wirtschaftsumgebung wird dazu führen, dass Implantate entwickelt werden, die diese Hemmungen überwinden.
Menschen die diese Implantate tragen werden bei der Arbeitssuche einen inherenten Vorteil haben gegenüber Menschen, die keine Implantate haben.
20 Jahre später laufen überall Burnout-Zombies herum, die wir dann als Gesellschaft mit Steuermitteln tragen dürfen während die Unternehmen mit den Gewinnen für ihre Stakeholder Indien zombifizieren.
Procrastination: Building a better today tomorrow
Ist dein Aufschieben entzündet? Oder hast du eine durch Aufschieben ausgelöste Entzündung? Es heißt Aufschieberie! -Itis ist eine Entzündung. Pankreatitis, Meningitis, Hepatitis, Myocarditis sind Entzündungen.
Ich vote morgen up…
Warum heute tun, was ich morgen auch verschieben kann?
Ich hab erst „ABschieberitis“ gelesen und dachte es geht wieder um die CxU…
/remind me in 1 day
Reddit?
Habe ich gerade richtig gelesen, dass Wissenschaftler erst die ethischen Implikationen diskutieren wollen bevor sie einfach voranpreschen?? Jeden Tag erlebt man was Neues.
!remindme 1 week
Der Tab den ich für diesen Artikel aufmache, geht leider ungelesen, beim nächsten Browserabsturz in ein paar Jahren verloren.
Schade.
Erstmal Screenshot von machen, damit ich mich später daran erinnere, weil ich schon 1000 Posts bei reddit gespeichert habe und keine verlieren will
Die Motivation für unangenehme Tätigkeiten steigt mit der Dringlichkeit, typischerweise exponentiell. Ist doch ein alter Hut. Aber schön, dass die Ursache jetzt wissenschaftlich geklärt ist.
>Die Affen wurden darauf trainiert, zwei Aufgaben auszuführen. Bei der einen erhielten sie für die Erfüllung eine Belohnung, bei der anderen war die Belohnung mit einem unangenehmen Luftstoß ins Gesicht verbunden. Vor jedem Versuch sahen die Affen ein Signal und konnten frei entscheiden, ob sie beginnen wollten oder nicht. Wie erwartet begannen die Affen in der Regel ohne zu zögern, wenn die Aufgabe nur mit der Belohnung verbunden war. Drohte jedoch auch ein Luftstoß, hielten sie sich oft zurück.
>Im zweiten Testlauf schwächten die Forscher vorübergehend eine bestimmte Gehirnverbindung zwischen zwei an der Motivation beteiligten Regionen: dem ventralen Striatum (VS) und dem ventralen Pallidum (VP). Das ventrale Striatum ist an Belohnung, Motivation und Lernen beteiligt. Das ventrale Pallidum empfängt Signale vom ventralen Striatum und hilft, diese an andere Teile des Gehirns weiterzuleiten. Es ist ein wichtiger Knotenpunkt für die Umwandlung motivationsbezogener Signale in Handlungen.
>Bei der Aufgabe, bei der es nur um die Belohnung ging, hatte das Hemmen des ventralen Striatum-Pallidum-Pfades kaum Auswirkungen auf das Verhalten der Affen. Bei der Aufgabe mit unangenehmem Nebeneffekt hingegen verringerte sich die mentale Hemmschwelle zum Loslegen: Die Affen waren viel eher bereit, die Aufgabe zu starten.
So, zur Abwechslung mal ein Kommentar, das nicht den gleichen Witz „Haha, ich lese es später, rofl“ 30-fach wiederholt.
Denn ich habe mich hingesetzt und es tatsächlich mal den Artikel gelesen, und zwar den Originalartikel und auch den von n-tv (welcher es übrigens gut zusammenfasst).
Grund hierfür ist, dass mich das Rumgequatsche mit »Oh, Neurowissenschaftler haben jetzt den Schaltkreis gefunden« ziemlich nervt, selbst wenn ich zu dem Verein vielleicht dazugehöre oder auch nicht. Wenn ihr eine kleine Heuristik hören wollt: üblicherweise haben Psychologen das Gleiche schon ein paar Jahrzehnte vorher gefunden. Das heißt nicht, dass diese neurowissenschaftliche Forschung nicht ziemlich cool und förderungswürdig wäre, aber man sollte sich nicht hinsetzen und daraus dann plötzlich die große Erkenntnis basteln. Es bestätigt üblicherweise immer nur sehr schön, was schon ähnlich vermutet wurde.
Wie dem auch sei, in meinen Augen ist ein bedeutsamer Satz:
„Modulation of behavioral initiation by the VS-VP pathway reflects error history rather than value history“
Später wird das noch mal ausgebreitet, allerdings in meinen Augen nicht mit der Klarheit, wie es notwendig gewesen wäre: Übertragen auf Prokrastination heißt es, es ist nicht das Problem, dass man die Aufgabe nicht wertschätzt oder das Ergebnis nicht gut findet. Das Problem ist vielmehr die Betrachtung des Aufwands, welcher hier repräsentiert ist durch kürzliche Fehler. Mit anderen Worten, wenn man das noch mehr ins Psychologische zieht, das unangenehme Gefühl oder der unangenehme Affekt, der entsteht und gerade präsent ist, ist mehr im Fokus und ist handlungsdominierend als das tatsächlich Angenehme, was mit der Aufgabe oder der Bewältigung der Aufgabe einhergeht.
Und, wubdidu, damit haben wir genau das, was ohnehin schon bekannt ist: Prokrastination als ein Problem der Emotionsregulation. Es ist zu schwierig, das unangenehme Gefühl, das gerade eben aufkommt, wenn man an die Aufgabe denkt, zu regulieren. Und es gibt eine simple Lösung dafür: Ich mache es halt nicht! Aufschieben reguliert sofort das unangenehme Gefühl. Kurzfristiger Nutzen, langfristige Kosten. Willkommen in dysfunktionalem Verhalten.
Mit anderen Worten, Prokrastinationsbehandlung profitiert davon, dass man seine eigenen Gefühle erkennen kann, benennen kann, einen neuen Umgang mit sich und ihnen findet, um diesen Gefühlen einen Raum zu geben. Und als nächsten Schritt sie reguliert, in dem man den Fokus auf einen kleinen Teilschritt der Aufgabe reduziert: 3h blöde dasitzen und arbeiten nervt massiv, aber einen kleinen ersten Schritt ist nicht so wild. Bumm, man hat angefangen, damit diese erste Handlungshemmung überwunden.
Witzigerweise zeigt diese Studie dann noch etwas Weiteres, nämlich, dass die „valuation“, also die Bewertung des Nutzens der Aufgabe bei Prokrastination nicht der entscheidende Faktor ist. Somit bringt es – wenn man das jetzt direkt auf den Menschen überträgt – auch nicht wirklich viel, sich vorzustellen, wie wichtig es denn doch ist, die Aufgabe zu bewältigen. Das dürfte der Person sowieso schon klar sein und falls nicht, vielleicht sollte sie sich mal grundlegende Gedanken um ihr Verhalten machen. Es geht also vielmehr darum, mit dem Unangenehmen umgehen zu können.
Und zu guter Letzt noch: da steht am Ende „Oh, das könnte Implikationen für die klinische Therapie haben“. Yay. Das schreibt man bei jedem Artikel am Ende. Weil man will ja irgendwo ein Funding für die Forschung bekommen.
Und dass man das Ganze jetzt mit Medikamente und Hirnstimulationen behandelt, halte ich für ziemlich bescheuert. Aber das steht auch in dem n-tv-Artikel schön drin.
Man kann da nicht einfach eingreifen, nur weil man grundlegend mal wieder ein Problem mit Emotionsregulation hat und mal wieder alles wegmachen will. Am besten mit einer bunten Pille oder einer tollen Hirnstimulation.
Vielleicht hilft wem das, was bei mir manchmal funktioniert: sich das Gefühl so genau wie möglich vorstellen, wenn man die Aufgabe erledigt hat. Wichtig ist nur, sich das Gefühl auf Distanz vorzustellen und es nicht schon komplett zu fühlen, denn sonst ist es so, als hätte man es schon gemacht und die Belohnung bekommen. Schwer zu beschreiben.
Aus dem artikel:
„*Künftig könnten Maßnahmen wie tiefe Hirnstimulation oder neue Medikamente darauf abzielen, diese Bremse zu beeinflussen*“ […]
„*…könnte zudem zu gefährlichem Verhalten oder übermäßiger Risikobereitschaft führen…*“ […]
„*Eine sorgfältige Validierung und ethische Diskussion sind notwendig, um zu bestimmen, wie und wann solche Interventionen eingesetzt werden sollten*“
Was soll schon schiefgehen. :rollseyes: