Bitterfeld-Wolfen: Ich schrieb über Rechtsextremismus – und plötzlich war ich das Problem

    https://www.spiegel.de/politik/deutschland/bitterfeld-wolfen-ich-schrieb-ueber-rechtsextremismus-und-ploetzlich-war-ich-das-problem-a-65551b64-3f00-42a0-b26a-032739397cf8

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    12 Kommentare

    1. Der Treppenwitz am Schluss

      > Was genau die Verantwortlichen in Bitterfeld-Wolfen an meinem Artikel gestört hat, weiß ich bis heute nicht. Die Gegendarstellung, die der Stadtrat im vergangenen Winter mit überwältigender Mehrheit beauftragt hatte, ist auch fast ein Jahr später nicht erschienen.

    2. jack-fractal on

      Ich komme aus Bitterfeld-Wolfen und es ist gruselig. Zur 800 Jahr Feier letztes Jahr war auch Nena eingeladen. Muss ich dazu was sagen? Man hätte auch gleich Xavier Naidoo auf der Bühne weinen lassen können. Die Nazis sind hier mittlerweile komplett etabliert, dass wir im Stadtzentrum noch ein Büro der Linken haben, was noch nicht in Brand gesteckt wurde, ist eigentlich ein Wunder.

    3. perplexed_samurai on

      Das ist, was diese Menschen tun, die sich angegriffen und ertappt fühlen. Und das die Rechtsaußen-Meute sich zusammenschließt und mit Klagen droht, Andere bedroht, kennt man ja auch. Ich freue mich, das hier jemand nachzeichnet, was überall in Deutschland gerade passiert.

    4. Es muss endlich wieder hart gegen dieses elendige Nazi Pack vorgegangen werden.

    5. „Kein faschistischer Zentralismus hat das geschafft, was der Zentralismus der Konsumgesellschaft geschafft hat.“ (Pier Paolo Pasolini)

    6. Auch wenn die Pressefreiheit durch die AfD bedroht ist – ich finde, hier hat sie sehr gut funktioniert. Der Autor schreibt einen Artikel, in dem er Rechtsextreme als solche bezeichnet. Getroffene Hunde bellen und regen sich künstlich auf. Aber am Ende gibt es weder eine Klage, noch eine Beschwerde beim Presserat, ja nicht mal eine Gegendarstellung. Das war alles leeres Gerede.

    7. >In Deutschland gilt derjenige als viel gefährlicher, der auf den Schmutz hinweist, als der, der ihn gemacht hat.
      [Carl von Ossietzky]

      Ist in Deutschland ja kein neues Phänomen. Man erinnere sich nur beispielsweise an das, was[ Anna Elisabeth Rosmus](https://de.wikipedia.org/wiki/Anna_Elisabeth_Rosmus) in Passau widerfahren ist.

    8. >»Bitterfeld-Wolfen, so scheint es, fällt den Rechtsextremen in die Hände«

      Scheint wohl nicht nur so sondern ist schon so. Das wieder zurück zu drehen dürfte mehr als schwierig werden.

    9. > Der Fall zeigt, wie der demokratische Dialog in Gefahr gerät

      Das ist schon ein wenig ironisch wenn sich ausgerechnet linke Journalisten über schwindende Meinungsfreiheit beschweren – die gesamte „cancel culture“ und damit eine der größten Angriffe auf die Meinungsfreiheit kommt aus dem linken Bereich.

    10. Errinert mich an Nürnberg, Laut CSU wäre der Neofaschistische aufmarsch ja kein problem wenn es kein gegenprotest gäbe. Dan könnte der gordnet hetzten und man bräuchte weniger Polizei …

    11. potatoes__everywhere on

      Bei allem unberechtigten Ossi Bashing, aber das ist etwas, dass ich regelmäßig im Osten schon seit Jahrzehnten, auch schon vor der AfD, sehe.

      Verleugnen, verleugnen, verleugnen.

      Wenn jemand über Rechtsextremismus im Osten schreibt, fühlen sich nicht Rechtsextremisten aus irgendwelchen Grund angegriffen immer wieder mit dem super schlüssigen Argument „es ist doch nicht alles schlecht“ und „es gibt dich so viele gute Leute hier“.

      Das Problem ist, das viele dieser guten Leute aber lieber den Kopf in den Sand stecken und sagen, wir haben gar kein Problem, anstatt das Problem aktiv anzugehen.

      Wenn man sich die Ohren und Augen zuhält und sagt es brennt nicht, dann geht der Brand nicht weg, sondern wird schlimmer. Das hat schon mit der NPD nicht funktioniert und offensichtlich auch mit der AFD nicht funktioniert.

      Jetzt steht das Haus lichterloh in Flammen und es wird immer noch geleugnet.

      Ich verstehe das nicht, warum wird sich lieber mit Rechtsextremisten verbrüdert gehen vermeintliche Angriffe von außen (wie hier ja sogar die SPD) anstatt das Problem endlich Mal anzugehen?

      Es gibt so viele Initiativen für Demokratie, Toleranz und gegen Hass, die werden aber von der Mitte alleine gelassen.

      Irgendwann sind die auch die letzten weg. Ich glaube nicht, das es mehr so lange dauert.

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