Öffentlicher Dienst: Junge Beschäftigte verlassen den Berliner Landesdienst – wieso?

    https://www.spiegel.de/start/oeffentlicher-dienst-junge-beschaeftigte-verlassen-den-berliner-landesdienst-wieso-a-aeb2c1cc-180d-4455-9a55-1af60b89019b

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    10 Kommentare

    1. BruderBroot on

      Nenne mir ein ~~komischeres~~ ikonischeres Duo als

      >Junge Menschen kommen hoch motiviert in den öffentlichen Dienst und treffen dann auf Strukturen, die sie ausbremsen.

      Und

      >Danach kommt der Alltag: veraltete Software, schlechte Ausstattung, kaum Digitalisierung. Meine Generation ist mit digitalen Tools groß geworden. Wenn ich Onlineanträge erst ausdrucken, dann wieder einscannen und manuell eintippen muss, ist das absurd. Eine 21-Jährige, die im Sozialamt täglich mit existenziellen Notlagen konfrontiert ist, aber kein funktionsfähiges IT-System hat, geht nicht, weil sie keine Belastung aushält, sondern weil die Rahmenbedingungen einfach nicht stimmen.

      Aber laut Fritze ist ja wo anders auch scheiße, also alles okay.

    2. galvingreen on

      Man braucht den Artikel gar nicht lesen. Sämtliche Erklärungen, die mir bei der Überschrift eingefallen sind, wurden im Text direkt bestätigt.

      Das hier darf dein „Artikel nicht gelesen, ich kommentiere eine Erklärung“ Post sein. Ich wette, dass der Inhalt des Artikels in kürzester Zeit hier stehen wird.

    3. One_Cress_9764 on

      Ich hab’s damals 4 Wochen im öffentlich ausgehalten. 

      Vorher wurde mir gesagt das die Leute hier entweder super glücklich sind oder aufgrund der vielen Arbeit einen burnout erleiden. 

      Woher der burnout kommen sollte war mir unklar. Kaffeetasse zu schwer oder so. 

    4. germangrower69 on

      Die Strukturen im Frontend, die uns Bürger alle stören, stören die Mitarbeitenden ja noch umso mehr. Keiner hat Bock auf diese festgefahrenen Prozesse, Strukturen und Bürokratie, während die Digitalisierung auf dem Stand der DDR vor der Wende ist.

      Ich arbeite in einem Unternehmen, das wortwörtlich das Gegenteil einer Behörde ist: Hier gibt es kaum Prozesse, alles soll super agil bleiben, was von vielen auch als Chaos wahrgenommen wird. Wenn ich mich mit Freunden unterhalte, die im ÖD sind, ist das, als ob wir auf zwei verschiedenen Planeten beheimatet sind.

      Eine Freundin arbeitet in einem Stadtarchiv. Dort gibt es kein digitalisiertes Wiki. Sie versucht gerade, das anzuschaffen, es scheitert an den Kosten (einmalig 600 €). Dann lieber keine zentralisierte Wissensverwaltung und Knowledge, das mit den Boomern bald in Rente geht.

      Nur Masochisten arbeiten dort freiwillig. Sämtliche Energie und Motivation werden von den Strukturen im Keim erstickt – so kann sich auch nichts ändern.

    5. The_Otterking on

      Ich arbeite ebenfalls im öffentlichen Dienst, allerdings in NRW. Kann hier einiges von aus eigener Erfahrung nachvollziehen.

      Bei uns wurde vor 18 Jahren ein digitales Dokumentenmanagementsystem eingeführt. Da das aber für einige Kollegen zu umständlich war („sowas brauchen wir hier nicht“) wird jetzt jeder Vorgang parallel digital und in Papierform geführt. Das heißt, alle Anträge, die digital eintreffen müssen ausgedruckt werden und alle die in Papierform eintreffen müssen digitalisiert werden.

      Das ist aber nicht unbedingt ein Altersproblem. Ich hab Kollegen jenseits der 60 die kein Problem mit der neuesten Software haben, auch weil sie entsprechende Schulungen besucht haben. Auf der anderen Seite hab ich Kollegen, die Mitte 30 sind und noch nicht mal mit Excel klar kommen, aber auch keine Schulungen durchführen wollen.

    6. Menschenklon6565 on

      Man muss die halt zur Digitalisierung zwingen. Jobverlust inkl Pension sollte Ansporn genug sein

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