
Nach der Ölkrise von 1973 waren Frankreich und Deutschland in ihrer Energiestrategie unterschiedlicher Meinung.
Frankreich startete den Messmer-Plan – einen aggressiven Atomausbau, der die Energieabhängigkeit beseitigen soll. Teuer, zentralisiert, staatlich gesteuert. Deutschland hat sich auf billigen importierten Treibstoff, vor allem russisches Gas, eingestellt und dabei auf gegenseitige Handelsabhängigkeit und Flexibilität gesetzt.
Jahrzehntelang sah die Wette Deutschlands klüger aus. Billige Energie trieb eine industrielle Exportmaschinerie an, die zum Rückgrat der EU-Wirtschaft wurde. Frankreich hatte mit hohen Kapitalkosten und Wartungsproblemen zu kämpfen.
Dann geschah 2022.
Die aktuelle Anzeigetafel:
- Gasimporte aus Russland nach Deutschland: 52 % im Jahr 2021 → 22 % im Jahr 2022. Nord Stream-Lieferungen erreichen bis September 2022 Null.
- Deutsche Strompreise: ~38 Cent pro kWh (Reuters, Q1 2025) – einer der höchsten der Welt.
- Französische Nettostromexporte im Jahr 2024: 89 TWh – der höchste in ihrer Geschichte (RTE).
- Deutschland hat seine letzten drei Kernkraftwerke abgeschaltet April 2023sich tiefer auf Gas einzulassen, als Gas zu einer Belastung wurde.
Die industriellen Folgen sind bereits sichtbar:
- BASF kündigte Schließungen am Standort Ludwigshafen an und baute gleichzeitig seinen Standort Zhanjiang aus "Verbund" Projekt in China
- Zum ersten Mal in der Unternehmensgeschichte hat Volkswagen Werksschließungen in Deutschland angeordnet
- Reuters-Umfragen zeigen, dass über ein Drittel der deutschen Industrieunternehmen Kerninvestitionen aufgrund der Energiekosten kürzen
Frankreich ist jetzt ein Stromexporteur. Deutschland ist ein Importeur, der Premiumpreise zahlt. Innerhalb Europas vollzieht sich eine Machtverschiebung in Zeitlupe – das Land, das ausreichend, stabilen und erschwinglichen Strom anbieten kann, wird zu einem Industriemagneten. Das Land, das nicht auf seine Produktionsbasis achten kann, fragt: Warum hier produzieren?
Die strategischen Implikationen:
Bei Energieunabhängigkeit geht es nicht nur um Sicherheit. Es geht darum, die Industriekapazität zu erhalten – und Industriekapazität ist ein Hebel. Länder, die sich deindustrialisieren, verlieren nicht nur Fabriken. Sie verlieren Verhandlungsmacht, Kontrolle über die Lieferkette und die Fähigkeit, strategische Güter im Inland zu produzieren.
In diesem Video wird das 5-Stufen-Muster aufgeschlüsselt, dem Industriewirtschaften folgen, wenn die Energiekosten voneinander abweichen – und wo Deutschland derzeit in dieser Reihenfolge steht: https://www.youtube.com/watch?v=FomhunPUWYw
Die Frage, die ich gerade beobachte: Europa spaltet sich möglicherweise in zwei Kategorien: Länder, die reichlich und stabil Strom produzieren können, und Länder, die ihn am Rande kaufen müssen. Wenn das die neue Trennlinie ist, w
https://postimg.cc/646tFdr5
4 Kommentare
AI written piece to promote an AI-generated video. Reported & blocked.
I have always loved that France actually decided to take advantage of nuclear power. They did it better than anyone else and it’s awesome. They are actually scaling back nuclear power these days but at its peak 80% of electricity was generated by nuclear power and they are going to keep it 50% nuclear.
Every state that was not oil rich could have done this instead of creating Petro states all over the world.
This seems somewhat biased, or politically charged even.
In my view, DE has successfully made a significant shift toward renewables (up to ~2/3?) and is still in transition. FR’s nuclear industry is undoubtedly one of the most advanced, providing cheap reliable energy based on mature technology. But it is too often overlooked associated hidden costs/risks, such as decommissioning (not to mention Chernobyl or Fukushima).
To me, a fairer (and potentially more intriguing) assessment would be comparing DE’s short-term vulnerability with FR’s long-term hidden liabilities.
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