Share.

    15 Kommentare

    1. > Dort bat das Kind gegen Ende des Eingriffs darum, mithelfen zu dürfen. Der angeklagte Chirurg, der das Loch bohren sollte, ließ es nach eigenen Angaben zu, dass das Kind auch eine Hand oder beide Hände auf den Bohrer legte. Er beharrte jedoch vor Gericht darauf, dass er immer die Kontrolle über das Gerät hatte.

      Ein 15 Jähriger wollte auch nur Mal Hand am Steuer eines A310 anlegen, führte leider nur zum Absturz des Flugszeugs und den Tod aller Insassen, [Aeroflot-Flug 593](https://de.wikipedia.org/wiki/Aeroflot-Flug_593).

    2. Genauer: Die Angeklagten erzählen ihre Version der Story, das Krankenhauspersonal schweigt (ganz besonders bedenklich, was ist das bitte für ein fragwürdiger Korpsgeist) und das Kind verweigert die Aussage.

      Unter diesen Umständen kann das Gericht schwer alle Zweifel beseitigen, weshalb der Freispruch hier letztlich aus Mangel an Beweisen erfolgte.

      Die Ärztin/Mutter selbst hat nach der OP stolz im Krankenhaus rumerzählt, dass „ihre Tochter gerade ihr erstes Bohrloch gesetzt hat“ (im Schädel eines lebenden Menschen). Hinterher behauptet sie, dass sie da nur übertrieben habe und natürlich die Ärzte stets die Instrumente geführt hätten.

      Dem Gericht fehlte letztlich der schlagkräftige Beweis.

      Jeder für sich kann sich aber seinen Teil über die Ärztin denken. Gerade das Schweigen des anwesenden Personal gegenüber dem Gericht, wer nun den Bohrer geführt hat, spricht Bände.

      Manche Ärzte haben einfach jeden Bezug verloren. Gab mal einen, der seine Initialen in Organe geritzt hat.

    3. NoSemikolon24 on

      > Der angeklagte Chirurg, der das Loch bohren sollte, ließ es nach eigenen Angaben zu, dass das Kind auch eine Hand oder beide Hände auf den Bohrer legte

      > Da die Behandlung an sich fehlerfrei verlaufen war, hätte eine Körperverletzung nur vorgelegen, wenn hätte nachgewiesen werden können, dass das Kind als unbefugte Person sie durchgeführt hat. **Eine von ärztlichem Personal nach den Regeln der ärztlichen Kunst durchgeführte Heilbehandlung** ist in Österreich, wie auch in Deutschland, nicht als Körperverletzung strafbar. Handelt eine nicht-ärztliche Person, wird der Eingriff in die körperliche Substanz hingegen als Körperverletzung bewertet. Hierfür hätte aber wenigstens erwiesen sein müssen, dass die **Tochter Druck auf das Bohrgerät ausübte**. Hieran hatte das Gericht nach Durchführung der Beweisaufnahme jedoch begründete Zweifel.

      Ahhh ja. Wer kennt es nicht, das Phantomberühren.

      Ansonsten was hat ein Kind im OP verloren? Ist das nicht schon ein Verstoß gegen die „Regeln der ärztlichen Kunst durchgeführten Heilbehandlung“?

    4. Commercial_Yam_932 on

      Wenn die ihre Approbation nicht verlieren wäre mein schon geringes Vertrauen in medizinisches Personal komplett futsch. Der Ball liegt nun bei der Ärztekammer.

    5. Ich bin dafür das in Operationssälen zukünftig Videoüberwachung Pflicht ist.

    6. Jo, ist nichts passiert. Finde man soll sich mal locker machen.
      Sie hat auf den Kopf vom Bohrer gedrückt, mehr nicht.

    7. RiverFluffy9640 on

      Mensch, da wird jemand 10 Jahre Berufserfahrung haben, bevor sie überhaupt das Studium angefangen hat.

    8. Immer der Neid mit den Akademikern. Nur weil man die Kids nicht mit zum Hochofen nehmen soll, muss das ja nicht für alle Berufsgruppen gelten.

    9. Alleine dass das Kind im OP anwesend war, sollte für alle Beteiligten ein Berufsverbot auf Lebzeit nach sich ziehen. Unfassbar.

    10. NemesisCrow on

      Mal eine Anekdote meinerseits:
      Ich glaube das kommt häufiger vor, als man denkt.
      Ich durfte im Rahmen meines schulischen Praktikums mit 15 auch im OP dabei sein und mit Hand anlegen. War zwar keine Schädel OP, wie im aktuellen Fall, aber ich habe bei zahlreichen orthopädischen Eingriffen mitgewirkt. Von einfachem Punktieren, das Festhalten von minimal invasiven Instrumenten, Wunden nähen, bis hin zum Einsetzen eines neuen Schultergelenks, war einiges dabei. Als junger Mensch ist man natürlich beeindruckt davon, wie viel Verantwortung einem „übertragen“ wird.

      Man muss dazu aber auch sagen, dass kein einziger meiner Handgriffe unbeobachtet ablief. Es wurde auch unglaublich penibel auf die vorherige Desinfektion Wert gelegt.

      Aus heutiger Sicht wäre mir als Patient und mit dem Wissen, wie es hinter den Kulissen ablaufen kann, ehrlich gesagt auch nicht ganz Wohl bei der Sache. Dennoch habe ich höchstes Vertrauen in unsere Mediziner*innen.

      Guten Gewissens kann ich nur jedem von der plastischen Chirurgie abraten. Dort durfte ich (glücklicherweise) nicht mitwirken, aber beiwohnen. Der Umgang mit den Patient*innen und dem Assistenzpersonal war dort ein ganz anderer. Herabwürdigend, fast schon menschenverachtend, einfach eklig. Wäre vermutlich fast schon ein AMA wert.

    11. Ich bin persönlich der Meinung das es gut ist auch Kinder mit Praktika u.ä. an den Berufsalltag heranzuführen. Das muss jetzt aber nicht unbedingt im OP-Saal sein…

    12. TimeRevolution1894 on

      Läuft im Moment in der Kinderwelt.
      Heute Morgen gelesen das ne Mutter ihr 1. jähriges Kind das Auto lenken lässt während sie am Handy rumspielt.

      12 jährige assistiert bei Hirn op.

      Ich war heute einkaufen und fand mich super erwachsen, weil mein Einkauf zu 90% aus gesunden Lebensmittel bestanden hat.

    Leave A Reply