Wenn Sie manchmal gedacht haben, dass Ihre Eltern seltsam reden, dann eignet sich das, was Sie hier sehen, wahrscheinlich einigermaßen als Kontext, um die Geschichte ihrer Entwicklung zu erklären. Wenn die Mittherbstsendung auch die einzige estnischsprachige Fernsehsendung mit so deprimierenden Inhalten ist, kann man wohl nicht ganz normal bleiben.

    Bemerkenswert ist, dass die estnische Sprache am gesamten Sendetag (zwei AK-Sendungen, die sicherlich auch einen Großteil der Programmteile auf Russisch enthielten) im nationalen Fernsehen nur maximal 40 Minuten zu hören war. Für den Rest des Tages wurden entweder symphonische Musik oder aus Moskau ausgestrahlte Programme des Zentralfernsehens (KTV) ausgestrahlt.

    Besonders toll ist auch, dass die Sendung nach der abendlichen Vremja (einer aus Moskau ausgestrahlten Nachrichtensendung) nach einem freien Programm weiterläuft, da die Länge dieser Sendung relativ unvorhersehbar war – mal war sie auf eine Stunde begrenzt, mal konnte sie mehrere Stunden dauern. Vor allem, als das Staatsoberhaupt beschloss, im Fernsehen stundenlange Monologe mit relativ wenig Inhalt zu halten.

    Die Menschen in Tallinn und anderen Nordestnen hatten ein etwas einfacheres Leben – der große und mächtige Fernsehsender in Espoo ermöglichte ihnen, der Dominanz der russischen Sprache zu entfliehen und sich auf die finnischen Fernsehwellen zu konzentrieren. Allerdings war beim Ansehen finnischen Fernsehens mit einem sowjetischen Fernseher meist kein Ton zu hören, sondern nur ein Zischen – es sei denn, man hatte einen Bekannten mit Ingenieurswissen und geschickten Händen, der den entsprechenden Block für den Fernseher anfertigte, der auch den Ton des finnischen Fernsehens hörbar machte.

    Das Foto stammt von der Facebook-Pinnwand von Janar Ala.

    https://i.redd.it/gb32qeh2sx5g1.jpeg

    Von No_Platypus9739

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    2 Kommentare

    1. EtherealSnowbird on

      Olen sellest eakamate sugulastega rääkinud ning üldiselt teleka ees istumise komme tekkis kuskil 90ndatel kui just tõesti ei saanud ligi kuidagi Soome televisioonile. Aga ega see soome keele oskus polnud ka niiväga levinud, pildi kvaliteet oli ka sitt. 80ndatel elati rohkem oma elu, kuulati raadiot, loeti, tehti tööd ja käidi üksteisel külas pigem. Ega sügiskaamose leevendamiseks pole ainus viis kalapilguga värviliste piltide vahtimine ekraanilt.

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