> Noch problematischer ist es allerdings, wenn Lehrkräfte nichts tun. Mobbing werde dadurch begünstigt, dass Lehrer schwach auftreten und nicht eingreifen, sagt Mechthild Schäfer. Überhaupt ist das Schulklima von großer Bedeutung: Ein geringes Vertrauensverhältnis zwischen Schülern und Lehrern, ein respektloser Umgang untereinander und als unfair empfundene Regeln fördern die Entstehung von Mobbing. Empathische Lehrkräfte und ein gutes Schulklima stehen umgekehrt mit weniger Mobbingvorfällen in Verbindung.
Ich kenne wirklich einige Menschen, die in der Schule gemobbt wurden. Absolut niemand davon hat in irgendeiner Form Hilfe von den Lehrkräften bekommen. Die haben entweder mitgemacht, weggeguckt/ignoriert oder das Opfer bestraft, wenn es sich dann irgendwann mal gewehrt hat. Denn schließlich gab es ja drei 12-jährige, unfassbar schlecht lügende, Zeug*innen, die behauptet haben, das Opfer hätte angefangen (nachdem es vorher wochen- oder monatelang um Hilfe gebeten hat).
Mich würde wirklich mal interessieren, ob es irgendwo Zahlen dazu gibt, wie viele Mobbingopfer Hilfe von Lehrkräften bekommen. Und warum gefühlt so viele Lehrkräfte nicht eingreifen.
FirefighterTrick6476 on
In meinem Fall hat der Lehrer tatsächlich die anderen Kinder zum Mobbing gegen mich motiviert. Ist dann irgendwann raus gekommen dass sein eigener Sohn auch schwul war. Aufwachsen in den 90ern und 2000er im „konservativen“ Süden Deutschlands hat nicht viel Spaß gemacht.
Als meine Mutter dann versucht hat (beim Rektor) gegen den Lehrer vorzugehen, wies der nur sehr fein darauf hin, dass ich ja noch einen kleinen Bruder an der Schule hätte. Und man würde ja nicht wollen, dass das negativ auf ihn zurückfallen könnte.
iSoinic on
Ich wurde gemobbt, und es lastet bis heute in manchen Momenten an mir.
Ich habe gemobbt, und ich bereue es wie sonst wenige meiner Taten
Ist ein ernstes Thema und meines Erachtens wird es viel zu wenig ernst genommen. Ein großes Thema dabei spielt die Scham. Man versucht sich einen Rest Würde zu bewahren, indem man sich nicht anvertraut. Wenn es dann soweit geht, dass man es doch tun muss, und dann geschieht es nichts, ist das so ein unglaubliches Gefühl der Hilflosigkeit und des Allein gelassen werdens.
Ich wünsche jedem der von aktivem Mobbing betroffen ist, oder noch heute unter den Folgen leidet, dass es eines Tages besser wird.
Und diejenigen, die andere mobben: Bitte denkt darüber nach, wie ihr euch fühlt, wenn ihr von anderen verprellt o.ä. werdet. Man kann vieles wieder gut machen, aber nicht die seelischen Narben die durch so etwas entstehen.
GalataBridge on
Interessant die Aussage, dass Kinder, die mobben, oft nicht die „Problemkinder“ sind, sondern im Gegenteil bessere soziale Fähigkeiten haben, Gruppendynamiken besser intuitiv verstehen und zu den Beliebteren in der Klasse gehören. Irgendwie verrückt, dass genau diese Kompetenzen dann für Ausgrenzung und Machtspiele genutzt werden und dahinter wohl auch eine evolutionäre Komponente dahinter steckt.
worst_mathematician on
Ich musste glücklicherweise selbst nie Mobbing in meiner Schulzeit erfahren und konnte Konflikte auf die ein oder andere Art lösen. Durfte es aber durchaus auch das ein oder andere mal beobachten.
Ich habe das Gefühl eines der schädlichsten Dinge die Gesellschaft und vor allem Medien Mobbingopfern jemals antun konnten war das Narrativ aufzubauen und zu verbreiten dass Menschen die andere mobben das grundsätzlich aus Unsicherheit tun oder weil es ihnen schlecht ginge, sie Problemkinder mit schwierigem Haushalt seien oder ähnliches.
Was auch oft untergeht: Manche der (oft ja doch eher oberflächlichen) anti-mobbing Strategien bieten zudem auch denke ich noch viel perfektere Konditionen für Crybullies (solche die andere Fertig machen sich aber gleichzeitig immer als Opfer inszenieren) die darüber überhaupt erst das Werkzeug an die Hand bekommen ihre Strategien zu fahren.
CulturalHope2863 on
Meine Realschule hatte das Motto:“null Toleranz gegenüber Mobbing“. Ich und andere Schüler wurden über mehrere Jahre extrem gemobbt, Highlight war ein Mobbingkreis, wo Essen und Müll und sogar Kleingeld auf uns geworfen wurde. Außerdem gab es einzelne Lehrer, die standen einfach daneben und haben zugeschaut…
Mobbing ist an Schulen auch ein strukturelles Problem.
Yachiru-Sakura on
Hab das Mobbinggame auch komplett durchgespielt von der 2. bis zur 9. Klasse. Leute die sich als deine Freunde ausgeben um dich im Nachgang richtig kaputt zu machen. Richtige Freunde, die solange unter der Druck gesetzt werden bis sie die Seite wechseln weil die Nähe zu dir automatisch bestraft wird. Mäppchen, Stifte, Bücher, Taschen, Klamotten, die regelmäßig kaputt gemacht werden. Zum Teil körperliche Gewalt auf dem Hin und Heimweg. Leute aus anderen Klassen, die dich hassen, obwohl du sie noch nie gesehen hast. Neue Leute die in die Klasse kommen und auch direkt auf dich gehetzt werden. Bin irgendwann jeden Morgen mit Magenkrämpfen in die Schule weil man soviel Stress hatte und nicht wusste was dir heute passiert. Lehrer hat es nie gekümmert, hab sogar mal eine Strafarbeit bekommen, weil ich verprügelt wurde und das gemeldet hab, obwohl ich halt nichts gemacht habe außer einzustecken. Selbst heute hab ich das Gefühl, wenn ich irgendjemand neues begegne, sei es auf der Arbeit oder Familienangehörige von Freunden oder Kollegen, dass diese Personen mich abgrundtief verachten auch wenn es eigentlich garnicht so ist. Bin zwar immer froh wenn man dann freundlich begrüßt wird, aber das Gefühl wird nie verschwinden. Danke Schulzeit!
Kooky_Arm_6831 on
Ich glaube tatsächlich dass die Schulen da recht wenig machen können. Das muss von den Eltern über die Erziehung kommen und du musst Gesetze machen, die die Lehrer auch umsetzen dürfen, zB Verweis aus der Schule, sodass die Eltern sich eine neue suchen müssen. Und das dann richtig krass und rigoros. Ansonsten hört das nie auf.
Wenn ein Kind gemobbt wird, dann endet das ja nicht nach der Schule. Die Kinder vereinsamen und finden nur wenige Freunde. Die Kinder müssen eingebunden werden und gleichzeitig das Mobbing unterbunden werden.
Und es sollte anzeigbar sein, also auch unterhalb der 14 Jahre. Im Zweifel nimmt man dann die Eltern in die Pflicht.
Mobbing ist zu schlimm, um das zu verharmlosen. Auch unter 14 weiss man, was sich gehört und was nicht.
yoshi_in_black on
Es wurde in der 7. versucht mich anzugreifen, hat aber nicht geklappt, weil ich mich erfolgreich gewehrt habe. Dann gab es 2 Jahre später Gerüchte , ich würde einen Amoklauf planen, was kompletter Blödsinn war.
Im selben Jahr ist eine Mitschülerin mit mir zu unserer Klassenlehrerin gegangen, um anzusprechen , dass ich gemobbt werde. Sie hat nix gemacht. Ich wurde danach hauptsächlich ignoriert bis zum Abi.
Redstar1912 on
Ohne das Problem an Schulen kleinreden zu wollen, was ich von Bekannten aus Büros höre, geht das dort mindestens genau so weiter. Fände also die Frage sollte generell sein, wieso sind Menschen so gemein?
Tasty-Dust9501 on
Grausame Menschen erzeugen Grausamkeit.
bu22dee on
Weil es keine (echten) Konsequenzen gibt. Außer für die Opfer natürlich.
MrSnippets on
Wie so oft sind die Kinder der Spiegel ihres Elternhauses. Wenn zuhause wenig geredet und viel körperlich „geregelt“ wird, dann lernt das Kind schnell, dass der Stärkere Recht hat. Mitschüler demütigen, vor allem jene, die sich nicht wehren, gibt genau das Gefühl von Stärke und Überlegenheit, den die Kinder zuhause nicht haben. Und das macht süchtig.
DangerousIllusionist on
Auch wenn sich die Lehrer einsetzen, führt es leider nicht immer zum Ende des Mobbings. Ich persönlich habe nur die Erfahrung gemacht, dass alle bis auf 2 Lehrer es ignoriert und/oder umgedreht haben. So nach dem Motto, die Mobber kommen in der Pause demonstrativ zu mir und verhalten sich plötzlich nett, weil die Lehrerin im Raum ist, und dann kommt „Siehst du, sie wollen dir doch nur helfen. Da musst du was missverstanden haben“. Nachdem sie raus ist, geht der Spießrutenlauf ohne Pause weiter.
Die 2 Lehrer haben versucht, mit den Mobbern und deren Eltern Gespräche zu führen, aber es hat sich nix gebessert. Man ist dann eben nur die Petze zusätzlich zu allem anderen.
Erinnere mich noch an einen Landheimaufenthalt, wo ich ständig abschätzen musste, ob ich gerade geduldet oder in Gefahr bin, weil ich dort allen ausgeliefert war. Bin einige Male dort komplett abwesend gewesen/dissoziiert/in Tagträume geflüchtet. Kann mich deswegen auch nur bedingt erinnern, was genau passiert ist.
Ich habe in gewisser Weise Verständnis für Lehrer, die sich der Situation wehrlos und ausgeliefert fühlen, auch wenn sie als Autorität die einzigen sind, die das Mobbing unterbrechen könnten. Wir sind alle nur Menschen, und manchmal macht man etwas falsch. Und wenn Lehrer nicht mehr als Autoritäten gesehen werden, dann ist es erst recht schwer.
ABER wenn ein Lehrer sich am Mobbing beteiligt, ist das einfach mal Missbrauch von Schutzbefohlenen (§225 StGB) und sollte hart bestraft werden. So jemand hat meiner Meinung nach auch nichts in dem Beruf verloren. Leider ist die Realität häufig anders.
Das ekelt mich wirklich übel an, dass andere diese Erfahrung machen mussten. Mobbing an sich ist schon schlimm genug, ohne auch noch zusätzlich von den Menschen gequält zu werden, die einem eigentlich helfen sollten.
Anxious_Phase1210 on
Vorneweg, die ganzen Verallgemeinerung in der Diskussion finde ich persönlich fragwürdig. Es verhält sich doch so wie bei allen Nachrichten, du guten liest man selten bis nie, bringe wahrscheinlich auch zu wenig Klicks. Mobbing ist sehr schwieriges Thema und jeder Fall muss genau betrachtet werden, Vergleiche und Parallelen zu ziehen ist meiner Meinung nach kaum möglich. Ich möchte hier niemanden in Schutz nehmen, ich verachte mobbing und habe täglich damit zu tun. Jedes Opfer hat seine eigene Geschichte un trägt ob man es glauben will oder nicht oft auch dazu bei die Situation nicht gerade zu verbessern. Ebenso verhält es sich mit den TäterInnen, auch hier muss jede Person, die familiäre Situation, etc. beleuchtet werden. Ist verdammt aufwendig, nerven- und zeitraubend, lohnt sich aber um das Problem überhaupt ansatzweise klären zu können. Die Elternteile sind meiner Erfahrung nach meistens die problematischsten Faktoren beim Versuch solche Situationen zu klären, da meistens alle schon ganz genau wissen was passiert ist und nur dem eigenen Kind Gehör und Glauben schenken. Wer konstruktive Kritik und Vorschläge hat, immer gerne her damit.
Poziomka35 on
Ich habe von Lehrern und meinst mutter immer den satz gehört „ignoriere die, wenn du denen keine Reaktion gibst dann hören die auf“. Meine mutter gat mir auch immer ins gesicht gesagt, dass es mobbing nicht gibt, und sie dachte ich bin dramatisch. Bei ihr gab es damals ja auch keinen mobbing.
Ich war mal bei der Schulpsychologin wegen mobbing. Habe namen genannt und was die personen mit mir anstellen und das ich deswegen schwänze. Antwort? „Ist denn Zuhause alles ok?“
Bei mir hatte der rektor noch mitgemacht, hatte ihn in mathe. Er hat mich bloßgestellt und als jmd mich im Unterricht beleidigt hatte, hat er gelacht. Ich sage, dass das nicht ok ist. Antwort? „Ja dann musst du Mathe lernen“.
Eine dicke Freundin von mir würde auch ehlendig gemobbt und belästigt. Lehren haben nur mit dem finger böse gedrohnt. Sonst nichts. Die freundin von ging dann eines Tages mit einem butterfly messer zur schule für selbstschutz. Das szenario: sie wird begrapscht, beleidigt, sie zieht das messer als drohung und SIE bekommt den richtigen ärger. Das ging über monate btw.
Wir hatten nur EINE Lehrerin die genug Respekt von allen Schülern gehabt hatte, dass wenn sie eine/n Schüler/in in schutz nahm und den mobbern die meinung gesagt hat, dann wurde auch aufgehört. Diese frau wollte einfach niemand enttäuschen weil sie so ein herzensengel war. Leider gibt sie zu früh in rente mmn 🙁
Es gibt ja auch mobbing unter lehrern und anderen erwachsenen. Ich denke viele ehemalige Mobber werden auch Lehrer (ider krankenschwestern, polizisten lol). Ich denke einfach lehrer werden nicht gut genug bezahlt um sich den kopf zu zerbrechen.
Mich würde eher interessieren wieso kinder so absolute psychopathen sind und das auch mitnehmen. Es kommt ja nicht immer von Zuhause, viele sind einfach Mitläufer und sehen das problem nicht. Traurig
progressinzki on
Weil Eltern
olagorie on
Bei mir ist die Schule jetzt schon ein paar Jahrzehnte her, aber ich wurde tatsächlich von einigen Leuten gemobbt.
Das krasse war, dass ich vor kurzem auf einem Abitreffen war, und da ein paar meiner ehemaligen Mobber getroffen haben. Die waren auf einmal super nett und haben sich mit mir unterhalten. Am Nebentisch ging es dann plötzlich um das Thema Mobbing an der Schule und zwei Personen, die mich jahrelang gemobbt haben, haben zu mir ernsthaft gemeint, dass sie nicht mitbekommen haben, dass es Mobbing bei uns in der Klasse gab. 🤯🤯🤯
Die eine ging sogar soweit zu erzählen, dass es ihre eigenen Tochter in der Schule richtig schlecht geht und dass sie nicht versteht, was in Menschen vorgeht, die jahrelang andere Mitschüler drangsalieren und fertig machen. 🥳
Ich war dann ehrlich gesagt, nicht in der Stimmung gewesen, ihr den Kopf abzureißen, hab mich in eine andere Ecke verzogen und bin immer noch fassungslos.
Many-Coach6987 on
Ich wurde hart gemobbt über Jahre und das hallte Jahrzehnte nach. Die Lehrer haben sich einen dreck gekümmert. Es war unfassbar belastend.
hungrykiki on
Wir verbringen die ganze Kindheit eines Schützlings damit ihnen beizubringen, dass manche Menschen (wie etwa Kinder) und manche Tiere (wie etwa Insekten) weniger wert sind als andere.
Und sind dann überrascht dass sie versuchen herauszufinden wer in ihrer Umgebung noch weniger wert sein könnte als sie glauben es selbst zu sein.
Die Denkresistenz mancher Menschen ist, gelinde gesagt, beeindruckend.
Externica on
Ja, ich erinnere mich, Schule war scheiße. Hatte das zweifelhafte Vergnügen auch ein paar wirklich böse mobber auf der Schule gehabt zu haben. Einer hatte mir die Hand gebrochen, weil ein Klassenkamerad wollte das ich neben ihn sitze. Hatte den Typen nicht geschmeckt und weil ich sitzen blieb wurde mir die Hand gebrochen. Ich erinnere mich noch an das Knacken des Knochen und dieser kalte, stechende Schmerz der dann folgte. War scheiße.
War auch nicht schön, dass meine Klassenlehrerin überzeugt war, dass das Problem an mir leigt und weil ich mit den anderen Schülern nur wenig zu tun haben wollte. Die Frau wusste was Sache war und meine Mutter kam einmal erbost vom Elternsprechtag, weil meine Klassenlehrerin ihr wohl sagte ich sei gestört. Da mir regelmäßig Sachen gestohlen und zerstört wurden wusste meine Klassenlehrerin. Dass ich mit den wenigsten etwas zu tun haben wollte, sollte da eigentlich klar sein.
Schlimm war eine Schülerin in der fünften Klasse vor der ich sogar Angst hatte. Hatte mich in der Pause überfallen und meinen Pullover zerstört und angemalt. Meine Eltern hatten die Sache zum Glück ernst genommen, meine Klassenlehrerin hatte aber auch hier kein Verständis weil „Ist ’n Mädchen, komm selbst klar“. Die war im nächsten Schuljahr zum Glück in ein anderes Bundesland gezogen. Die Göre hatte sich aber auch mit allen angelegt.
In der achten, neunten fing ich dann endlich an mich zu wehren. Hatte keinen Ärger bekommen weil die Schüler als, sagen wir, drangsalierer bekannt waren. Oder die Lehrer schlichtweg nicht glauben konnten, dass ich mich gewehrt habe.
Signal-Reporter-1391 on
Ich habe meine Schulzeit gehasst; die Zeit in der weiterführenden Schule.
Wir waren eher die „normale“ Klasse: zwischen den guten Schülern und den eher nicht so guten und Problemkindern.
Trotzdem wurde einem Klassenkameraden Kaugummi ins Haar geklebt und ich verprügelt und systematisch gemobbt. Und das über Jahre hinweg.
Ich wurde regelmässig von einem Schüler körperlich misshandelt, ein anderes mal von einer 3er Gruppe zusammengeschlagen und ein mal wurde ich in der Pause auf dem Hof regelrecht überfallen und mir vor der gesamten Schule die Hosen runtergerzogen
Das ging soweit das ich körperlich krank geworden bin und in der Schule viele Fehlstunden hatte; es gab Tage da wollte ich dort nicht mehr hin.
Das ganze liegt nun schon ein halbes Leben zurück und ich sollte es schon längst abgehakt haben… aber ich hab’s nie verarbeitet und immer noch Hass auf ein oder zwei Schüler, die mich besonders terrorrisiert haben.
Warum sie das gemacht haben?
Keine Ahnung. Sag doch mal Phillip: warum warst Du so ein Arsch?
Hast Du zu Hause keine Liebe bekommen?
Oder musstet Du die erlebte Gewalt vom Vater an anderen auslassen?
Oder hat man Dich im Karateverein nicht gelehrt, dass Du Deine Kenntnisse nicht gegen schwächere einsetzen sollst?
Ja, warum sind Kinder so gemein?
Das wüsste ich auch gerne.
burgergeld on
Weil der Mensch im Grunde brutal und gemein ist. Das zu unterdrücken und zu kontrollieren lernen geistig gesunde Menschen durch Erziehung und erwachsene Vorbilder. Ist die Erziehung schlecht und sind die Vorbilder mangelhaft oder nicht vorhanden, dann hat man ein AK mehr in Kita und Schule.
Particular_Text17 on
Ich hab nie wieder solche heftigen aggressiven Verhaltensdynamiken zwischen Menschen beobachtet wie zur Schulzeit. Was da alles abging wäre in der Erwachsenenwelt strafbar.
Von Schlägen, Sachbeschädigung, Beleidigungen, Erniedrigungen, Zufügen von Verletzungen, alles gesehen. Manche Schüler gehen durch die Hölle. Wir hatten so schlimme Fälle, dass sogar nen Kind mit gebrochenem Gesicht ins Krankenhaus musste, inklusive Not-OP. Nem anderen wurden die Bremsen vom Fahrrad entfernt und er ist fast überfahren worden beim ungebremsten Überqueren einer Hauptstraße. Ein Mitschüler wurde so dermaßen ausgegrenzt, dass er nicht mehr richtig am Unterricht teilnehmen konnte. Jede Wortmeldung führte zu kollektivem Abstrafen durch die gesamte Klassengemeinschaft (verdrehte Augen, aufstöhnen, Nackenklatscher, Schläge auf den Hinterkopf, Reinrufen etc.).
Ich kann nachvollziehen, dass es Lehrer gibt, die keine Kapazitäten haben, dieses Minenfeld unentgeltlich zu beackern. Es ist eine Sysiphusaufgabe. Kinder benötigen Jahre, um ihr Verhalten vernünftig zu reflektieren und kämpfen jahrelang gegen jegliche Interventionen an. Es ist wie eine Schattengesellschaft an der Schule, die man nicht mal eben auflöst. Es verschiebt die Aktivitäten nur derart, dass die Täter ihre Opfer immer unauffälliger bearbeiten.
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> Noch problematischer ist es allerdings, wenn Lehrkräfte nichts tun. Mobbing werde dadurch begünstigt, dass Lehrer schwach auftreten und nicht eingreifen, sagt Mechthild Schäfer. Überhaupt ist das Schulklima von großer Bedeutung: Ein geringes Vertrauensverhältnis zwischen Schülern und Lehrern, ein respektloser Umgang untereinander und als unfair empfundene Regeln fördern die Entstehung von Mobbing. Empathische Lehrkräfte und ein gutes Schulklima stehen umgekehrt mit weniger Mobbingvorfällen in Verbindung.
Ich kenne wirklich einige Menschen, die in der Schule gemobbt wurden. Absolut niemand davon hat in irgendeiner Form Hilfe von den Lehrkräften bekommen. Die haben entweder mitgemacht, weggeguckt/ignoriert oder das Opfer bestraft, wenn es sich dann irgendwann mal gewehrt hat. Denn schließlich gab es ja drei 12-jährige, unfassbar schlecht lügende, Zeug*innen, die behauptet haben, das Opfer hätte angefangen (nachdem es vorher wochen- oder monatelang um Hilfe gebeten hat).
Mich würde wirklich mal interessieren, ob es irgendwo Zahlen dazu gibt, wie viele Mobbingopfer Hilfe von Lehrkräften bekommen. Und warum gefühlt so viele Lehrkräfte nicht eingreifen.
In meinem Fall hat der Lehrer tatsächlich die anderen Kinder zum Mobbing gegen mich motiviert. Ist dann irgendwann raus gekommen dass sein eigener Sohn auch schwul war. Aufwachsen in den 90ern und 2000er im „konservativen“ Süden Deutschlands hat nicht viel Spaß gemacht.
Als meine Mutter dann versucht hat (beim Rektor) gegen den Lehrer vorzugehen, wies der nur sehr fein darauf hin, dass ich ja noch einen kleinen Bruder an der Schule hätte. Und man würde ja nicht wollen, dass das negativ auf ihn zurückfallen könnte.
Ich wurde gemobbt, und es lastet bis heute in manchen Momenten an mir.
Ich habe gemobbt, und ich bereue es wie sonst wenige meiner Taten
Ist ein ernstes Thema und meines Erachtens wird es viel zu wenig ernst genommen. Ein großes Thema dabei spielt die Scham. Man versucht sich einen Rest Würde zu bewahren, indem man sich nicht anvertraut. Wenn es dann soweit geht, dass man es doch tun muss, und dann geschieht es nichts, ist das so ein unglaubliches Gefühl der Hilflosigkeit und des Allein gelassen werdens.
Ich wünsche jedem der von aktivem Mobbing betroffen ist, oder noch heute unter den Folgen leidet, dass es eines Tages besser wird.
Und diejenigen, die andere mobben: Bitte denkt darüber nach, wie ihr euch fühlt, wenn ihr von anderen verprellt o.ä. werdet. Man kann vieles wieder gut machen, aber nicht die seelischen Narben die durch so etwas entstehen.
Interessant die Aussage, dass Kinder, die mobben, oft nicht die „Problemkinder“ sind, sondern im Gegenteil bessere soziale Fähigkeiten haben, Gruppendynamiken besser intuitiv verstehen und zu den Beliebteren in der Klasse gehören. Irgendwie verrückt, dass genau diese Kompetenzen dann für Ausgrenzung und Machtspiele genutzt werden und dahinter wohl auch eine evolutionäre Komponente dahinter steckt.
Ich musste glücklicherweise selbst nie Mobbing in meiner Schulzeit erfahren und konnte Konflikte auf die ein oder andere Art lösen. Durfte es aber durchaus auch das ein oder andere mal beobachten.
Ich habe das Gefühl eines der schädlichsten Dinge die Gesellschaft und vor allem Medien Mobbingopfern jemals antun konnten war das Narrativ aufzubauen und zu verbreiten dass Menschen die andere mobben das grundsätzlich aus Unsicherheit tun oder weil es ihnen schlecht ginge, sie Problemkinder mit schwierigem Haushalt seien oder ähnliches.
Was auch oft untergeht: Manche der (oft ja doch eher oberflächlichen) anti-mobbing Strategien bieten zudem auch denke ich noch viel perfektere Konditionen für Crybullies (solche die andere Fertig machen sich aber gleichzeitig immer als Opfer inszenieren) die darüber überhaupt erst das Werkzeug an die Hand bekommen ihre Strategien zu fahren.
Meine Realschule hatte das Motto:“null Toleranz gegenüber Mobbing“. Ich und andere Schüler wurden über mehrere Jahre extrem gemobbt, Highlight war ein Mobbingkreis, wo Essen und Müll und sogar Kleingeld auf uns geworfen wurde. Außerdem gab es einzelne Lehrer, die standen einfach daneben und haben zugeschaut…
Mobbing ist an Schulen auch ein strukturelles Problem.
Hab das Mobbinggame auch komplett durchgespielt von der 2. bis zur 9. Klasse. Leute die sich als deine Freunde ausgeben um dich im Nachgang richtig kaputt zu machen. Richtige Freunde, die solange unter der Druck gesetzt werden bis sie die Seite wechseln weil die Nähe zu dir automatisch bestraft wird. Mäppchen, Stifte, Bücher, Taschen, Klamotten, die regelmäßig kaputt gemacht werden. Zum Teil körperliche Gewalt auf dem Hin und Heimweg. Leute aus anderen Klassen, die dich hassen, obwohl du sie noch nie gesehen hast. Neue Leute die in die Klasse kommen und auch direkt auf dich gehetzt werden. Bin irgendwann jeden Morgen mit Magenkrämpfen in die Schule weil man soviel Stress hatte und nicht wusste was dir heute passiert. Lehrer hat es nie gekümmert, hab sogar mal eine Strafarbeit bekommen, weil ich verprügelt wurde und das gemeldet hab, obwohl ich halt nichts gemacht habe außer einzustecken. Selbst heute hab ich das Gefühl, wenn ich irgendjemand neues begegne, sei es auf der Arbeit oder Familienangehörige von Freunden oder Kollegen, dass diese Personen mich abgrundtief verachten auch wenn es eigentlich garnicht so ist. Bin zwar immer froh wenn man dann freundlich begrüßt wird, aber das Gefühl wird nie verschwinden. Danke Schulzeit!
Ich glaube tatsächlich dass die Schulen da recht wenig machen können. Das muss von den Eltern über die Erziehung kommen und du musst Gesetze machen, die die Lehrer auch umsetzen dürfen, zB Verweis aus der Schule, sodass die Eltern sich eine neue suchen müssen. Und das dann richtig krass und rigoros. Ansonsten hört das nie auf.
Wenn ein Kind gemobbt wird, dann endet das ja nicht nach der Schule. Die Kinder vereinsamen und finden nur wenige Freunde. Die Kinder müssen eingebunden werden und gleichzeitig das Mobbing unterbunden werden.
Und es sollte anzeigbar sein, also auch unterhalb der 14 Jahre. Im Zweifel nimmt man dann die Eltern in die Pflicht.
Mobbing ist zu schlimm, um das zu verharmlosen. Auch unter 14 weiss man, was sich gehört und was nicht.
Es wurde in der 7. versucht mich anzugreifen, hat aber nicht geklappt, weil ich mich erfolgreich gewehrt habe. Dann gab es 2 Jahre später Gerüchte , ich würde einen Amoklauf planen, was kompletter Blödsinn war.
Im selben Jahr ist eine Mitschülerin mit mir zu unserer Klassenlehrerin gegangen, um anzusprechen , dass ich gemobbt werde. Sie hat nix gemacht. Ich wurde danach hauptsächlich ignoriert bis zum Abi.
Ohne das Problem an Schulen kleinreden zu wollen, was ich von Bekannten aus Büros höre, geht das dort mindestens genau so weiter. Fände also die Frage sollte generell sein, wieso sind Menschen so gemein?
Grausame Menschen erzeugen Grausamkeit.
Weil es keine (echten) Konsequenzen gibt. Außer für die Opfer natürlich.
Wie so oft sind die Kinder der Spiegel ihres Elternhauses. Wenn zuhause wenig geredet und viel körperlich „geregelt“ wird, dann lernt das Kind schnell, dass der Stärkere Recht hat. Mitschüler demütigen, vor allem jene, die sich nicht wehren, gibt genau das Gefühl von Stärke und Überlegenheit, den die Kinder zuhause nicht haben. Und das macht süchtig.
Auch wenn sich die Lehrer einsetzen, führt es leider nicht immer zum Ende des Mobbings. Ich persönlich habe nur die Erfahrung gemacht, dass alle bis auf 2 Lehrer es ignoriert und/oder umgedreht haben. So nach dem Motto, die Mobber kommen in der Pause demonstrativ zu mir und verhalten sich plötzlich nett, weil die Lehrerin im Raum ist, und dann kommt „Siehst du, sie wollen dir doch nur helfen. Da musst du was missverstanden haben“. Nachdem sie raus ist, geht der Spießrutenlauf ohne Pause weiter.
Die 2 Lehrer haben versucht, mit den Mobbern und deren Eltern Gespräche zu führen, aber es hat sich nix gebessert. Man ist dann eben nur die Petze zusätzlich zu allem anderen.
Erinnere mich noch an einen Landheimaufenthalt, wo ich ständig abschätzen musste, ob ich gerade geduldet oder in Gefahr bin, weil ich dort allen ausgeliefert war. Bin einige Male dort komplett abwesend gewesen/dissoziiert/in Tagträume geflüchtet. Kann mich deswegen auch nur bedingt erinnern, was genau passiert ist.
Ich habe in gewisser Weise Verständnis für Lehrer, die sich der Situation wehrlos und ausgeliefert fühlen, auch wenn sie als Autorität die einzigen sind, die das Mobbing unterbrechen könnten. Wir sind alle nur Menschen, und manchmal macht man etwas falsch. Und wenn Lehrer nicht mehr als Autoritäten gesehen werden, dann ist es erst recht schwer.
ABER wenn ein Lehrer sich am Mobbing beteiligt, ist das einfach mal Missbrauch von Schutzbefohlenen (§225 StGB) und sollte hart bestraft werden. So jemand hat meiner Meinung nach auch nichts in dem Beruf verloren. Leider ist die Realität häufig anders.
Das ekelt mich wirklich übel an, dass andere diese Erfahrung machen mussten. Mobbing an sich ist schon schlimm genug, ohne auch noch zusätzlich von den Menschen gequält zu werden, die einem eigentlich helfen sollten.
Vorneweg, die ganzen Verallgemeinerung in der Diskussion finde ich persönlich fragwürdig. Es verhält sich doch so wie bei allen Nachrichten, du guten liest man selten bis nie, bringe wahrscheinlich auch zu wenig Klicks. Mobbing ist sehr schwieriges Thema und jeder Fall muss genau betrachtet werden, Vergleiche und Parallelen zu ziehen ist meiner Meinung nach kaum möglich. Ich möchte hier niemanden in Schutz nehmen, ich verachte mobbing und habe täglich damit zu tun. Jedes Opfer hat seine eigene Geschichte un trägt ob man es glauben will oder nicht oft auch dazu bei die Situation nicht gerade zu verbessern. Ebenso verhält es sich mit den TäterInnen, auch hier muss jede Person, die familiäre Situation, etc. beleuchtet werden. Ist verdammt aufwendig, nerven- und zeitraubend, lohnt sich aber um das Problem überhaupt ansatzweise klären zu können. Die Elternteile sind meiner Erfahrung nach meistens die problematischsten Faktoren beim Versuch solche Situationen zu klären, da meistens alle schon ganz genau wissen was passiert ist und nur dem eigenen Kind Gehör und Glauben schenken. Wer konstruktive Kritik und Vorschläge hat, immer gerne her damit.
Ich habe von Lehrern und meinst mutter immer den satz gehört „ignoriere die, wenn du denen keine Reaktion gibst dann hören die auf“. Meine mutter gat mir auch immer ins gesicht gesagt, dass es mobbing nicht gibt, und sie dachte ich bin dramatisch. Bei ihr gab es damals ja auch keinen mobbing.
Ich war mal bei der Schulpsychologin wegen mobbing. Habe namen genannt und was die personen mit mir anstellen und das ich deswegen schwänze. Antwort? „Ist denn Zuhause alles ok?“
Bei mir hatte der rektor noch mitgemacht, hatte ihn in mathe. Er hat mich bloßgestellt und als jmd mich im Unterricht beleidigt hatte, hat er gelacht. Ich sage, dass das nicht ok ist. Antwort? „Ja dann musst du Mathe lernen“.
Eine dicke Freundin von mir würde auch ehlendig gemobbt und belästigt. Lehren haben nur mit dem finger böse gedrohnt. Sonst nichts. Die freundin von ging dann eines Tages mit einem butterfly messer zur schule für selbstschutz. Das szenario: sie wird begrapscht, beleidigt, sie zieht das messer als drohung und SIE bekommt den richtigen ärger. Das ging über monate btw.
Wir hatten nur EINE Lehrerin die genug Respekt von allen Schülern gehabt hatte, dass wenn sie eine/n Schüler/in in schutz nahm und den mobbern die meinung gesagt hat, dann wurde auch aufgehört. Diese frau wollte einfach niemand enttäuschen weil sie so ein herzensengel war. Leider gibt sie zu früh in rente mmn 🙁
Es gibt ja auch mobbing unter lehrern und anderen erwachsenen. Ich denke viele ehemalige Mobber werden auch Lehrer (ider krankenschwestern, polizisten lol). Ich denke einfach lehrer werden nicht gut genug bezahlt um sich den kopf zu zerbrechen.
Mich würde eher interessieren wieso kinder so absolute psychopathen sind und das auch mitnehmen. Es kommt ja nicht immer von Zuhause, viele sind einfach Mitläufer und sehen das problem nicht. Traurig
Weil Eltern
Bei mir ist die Schule jetzt schon ein paar Jahrzehnte her, aber ich wurde tatsächlich von einigen Leuten gemobbt.
Das krasse war, dass ich vor kurzem auf einem Abitreffen war, und da ein paar meiner ehemaligen Mobber getroffen haben. Die waren auf einmal super nett und haben sich mit mir unterhalten. Am Nebentisch ging es dann plötzlich um das Thema Mobbing an der Schule und zwei Personen, die mich jahrelang gemobbt haben, haben zu mir ernsthaft gemeint, dass sie nicht mitbekommen haben, dass es Mobbing bei uns in der Klasse gab. 🤯🤯🤯
Die eine ging sogar soweit zu erzählen, dass es ihre eigenen Tochter in der Schule richtig schlecht geht und dass sie nicht versteht, was in Menschen vorgeht, die jahrelang andere Mitschüler drangsalieren und fertig machen. 🥳
Ich war dann ehrlich gesagt, nicht in der Stimmung gewesen, ihr den Kopf abzureißen, hab mich in eine andere Ecke verzogen und bin immer noch fassungslos.
Ich wurde hart gemobbt über Jahre und das hallte Jahrzehnte nach. Die Lehrer haben sich einen dreck gekümmert. Es war unfassbar belastend.
Wir verbringen die ganze Kindheit eines Schützlings damit ihnen beizubringen, dass manche Menschen (wie etwa Kinder) und manche Tiere (wie etwa Insekten) weniger wert sind als andere.
Und sind dann überrascht dass sie versuchen herauszufinden wer in ihrer Umgebung noch weniger wert sein könnte als sie glauben es selbst zu sein.
Die Denkresistenz mancher Menschen ist, gelinde gesagt, beeindruckend.
Ja, ich erinnere mich, Schule war scheiße. Hatte das zweifelhafte Vergnügen auch ein paar wirklich böse mobber auf der Schule gehabt zu haben. Einer hatte mir die Hand gebrochen, weil ein Klassenkamerad wollte das ich neben ihn sitze. Hatte den Typen nicht geschmeckt und weil ich sitzen blieb wurde mir die Hand gebrochen. Ich erinnere mich noch an das Knacken des Knochen und dieser kalte, stechende Schmerz der dann folgte. War scheiße.
War auch nicht schön, dass meine Klassenlehrerin überzeugt war, dass das Problem an mir leigt und weil ich mit den anderen Schülern nur wenig zu tun haben wollte. Die Frau wusste was Sache war und meine Mutter kam einmal erbost vom Elternsprechtag, weil meine Klassenlehrerin ihr wohl sagte ich sei gestört. Da mir regelmäßig Sachen gestohlen und zerstört wurden wusste meine Klassenlehrerin. Dass ich mit den wenigsten etwas zu tun haben wollte, sollte da eigentlich klar sein.
Schlimm war eine Schülerin in der fünften Klasse vor der ich sogar Angst hatte. Hatte mich in der Pause überfallen und meinen Pullover zerstört und angemalt. Meine Eltern hatten die Sache zum Glück ernst genommen, meine Klassenlehrerin hatte aber auch hier kein Verständis weil „Ist ’n Mädchen, komm selbst klar“. Die war im nächsten Schuljahr zum Glück in ein anderes Bundesland gezogen. Die Göre hatte sich aber auch mit allen angelegt.
In der achten, neunten fing ich dann endlich an mich zu wehren. Hatte keinen Ärger bekommen weil die Schüler als, sagen wir, drangsalierer bekannt waren. Oder die Lehrer schlichtweg nicht glauben konnten, dass ich mich gewehrt habe.
Ich habe meine Schulzeit gehasst; die Zeit in der weiterführenden Schule.
Wir waren eher die „normale“ Klasse: zwischen den guten Schülern und den eher nicht so guten und Problemkindern.
Trotzdem wurde einem Klassenkameraden Kaugummi ins Haar geklebt und ich verprügelt und systematisch gemobbt. Und das über Jahre hinweg.
Ich wurde regelmässig von einem Schüler körperlich misshandelt, ein anderes mal von einer 3er Gruppe zusammengeschlagen und ein mal wurde ich in der Pause auf dem Hof regelrecht überfallen und mir vor der gesamten Schule die Hosen runtergerzogen
Das ging soweit das ich körperlich krank geworden bin und in der Schule viele Fehlstunden hatte; es gab Tage da wollte ich dort nicht mehr hin.
Das ganze liegt nun schon ein halbes Leben zurück und ich sollte es schon längst abgehakt haben… aber ich hab’s nie verarbeitet und immer noch Hass auf ein oder zwei Schüler, die mich besonders terrorrisiert haben.
Warum sie das gemacht haben?
Keine Ahnung. Sag doch mal Phillip: warum warst Du so ein Arsch?
Hast Du zu Hause keine Liebe bekommen?
Oder musstet Du die erlebte Gewalt vom Vater an anderen auslassen?
Oder hat man Dich im Karateverein nicht gelehrt, dass Du Deine Kenntnisse nicht gegen schwächere einsetzen sollst?
Ja, warum sind Kinder so gemein?
Das wüsste ich auch gerne.
Weil der Mensch im Grunde brutal und gemein ist. Das zu unterdrücken und zu kontrollieren lernen geistig gesunde Menschen durch Erziehung und erwachsene Vorbilder. Ist die Erziehung schlecht und sind die Vorbilder mangelhaft oder nicht vorhanden, dann hat man ein AK mehr in Kita und Schule.
Ich hab nie wieder solche heftigen aggressiven Verhaltensdynamiken zwischen Menschen beobachtet wie zur Schulzeit. Was da alles abging wäre in der Erwachsenenwelt strafbar.
Von Schlägen, Sachbeschädigung, Beleidigungen, Erniedrigungen, Zufügen von Verletzungen, alles gesehen. Manche Schüler gehen durch die Hölle. Wir hatten so schlimme Fälle, dass sogar nen Kind mit gebrochenem Gesicht ins Krankenhaus musste, inklusive Not-OP. Nem anderen wurden die Bremsen vom Fahrrad entfernt und er ist fast überfahren worden beim ungebremsten Überqueren einer Hauptstraße. Ein Mitschüler wurde so dermaßen ausgegrenzt, dass er nicht mehr richtig am Unterricht teilnehmen konnte. Jede Wortmeldung führte zu kollektivem Abstrafen durch die gesamte Klassengemeinschaft (verdrehte Augen, aufstöhnen, Nackenklatscher, Schläge auf den Hinterkopf, Reinrufen etc.).
Ich kann nachvollziehen, dass es Lehrer gibt, die keine Kapazitäten haben, dieses Minenfeld unentgeltlich zu beackern. Es ist eine Sysiphusaufgabe. Kinder benötigen Jahre, um ihr Verhalten vernünftig zu reflektieren und kämpfen jahrelang gegen jegliche Interventionen an. Es ist wie eine Schattengesellschaft an der Schule, die man nicht mal eben auflöst. Es verschiebt die Aktivitäten nur derart, dass die Täter ihre Opfer immer unauffälliger bearbeiten.