Warum Forderungen nach einer «Reichensteuer» laut und populär, aber selten erfolgreich sind

    https://www.swissinfo.ch/ger/demokratie/warum-forderungen-nach-einer-reichensteuer-laut-und-popul%c3%a4r-aber-selten-erfolgreich-sind/90558053

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    13 Kommentare

    1. Grob zusammengefasst geht es weniger um „Ich könnte ja auch mal reich sein!“ als viel mehr um ein Stockholm-Syndrom, das die 99% mit den 1% haben. Es wurde häufig genug eingeredet, dass die Unternehmen und Unternehmer abwandern, wenn man sie im angemessenen Maße an den Steuern beteiligt.

      Am Ende will ja auch kein Land das sein, das mal austestet, ob die Multi-Millionäre und Milliardäre wirklich fliehen. Also nimmt man was man bekommt und wird nicht gierig. Irgendwo verständlich aber auch irgendwo frustrierend.

    2. Ich glaube, damit die Reichensteuer kommt und klappt braucht es Mut und einen Willen gegen Korruption vorzugehen. Beides nicht gerade unsere stärken.
      Edit:typo

    3. aAdramahlihk on

      Solange wir Politiker wie Fritz van Fotz haben, der sogar im ÖR Sommerinterview lügt und Unwahrheiten erzählt, wird das alles eh nichts…solange dieser korrupte Schmutz in den Parteien ungehindert weiter machen darf was er will, ändert sich nichts.

    4. Spekulatiu5 on

      Ein weiterer Aspekt, der im Artikel leider kaum zur Sprache kommt, ist die wahrgenommene oder vorgeworfene Machtlosigkeit des Staats gegenüber ultrareichen Personen.

      Bei jedem Vorschlag zur Besteuerung oder Limitierung extremer Vermögen (oder Einkommen) kommen zuverlässig Kommentare à la „Am Ende trifft es doch wieder nur die Mittelschicht (also mich)“. Das ist nicht ganz von der Hand zu weisen. Wer arm ist, dem kann man nichts mehr aus der Tasche ziehen. Wer extrem reich ist, der kann sich komplexe Strukturen, sehr gute Anwälte, persönliche Kontakte und mediale Einflussnahme kaufen, um rechtliche Folgen maximal zu reduzieren.

      In dieser Ohnmacht kommen dann regelmäßig libertäre Ansichten auf, nach dem Motto, wenn die da oben schon nicht belangt werden, dann soll der Staat mich ebenso in Ruhe lassen. Auch die Solidarität und das Vertrauen zwischen den Menschen sinkt. Warum soll ich „denen da“ helfen, wenn die da oben schon nichts tun?

      Das bestärkt die Tendenz, nach unten zu treten, und vergrößert durch Untätigkeit auf Dauer die Vermögensschere zwischen „extrem reich“ und „normal“.

    5. FirefighterTrick6476 on

      Na wenn das die Lobby der Nachrichtenagentur befiehlt, dann werde ich das wohl lieber nicht infrage stellen. /s

    6. Ganz ehrlich. Mir sind Superreiche und Milliardäre eigentlich scheißegal. Besteuer die von mir aus, ist mir egal, solange und das nachweislich keine Arbeitsplätze kostet, go for it.

      Warum ich trotzdem dagegen bin, hier ein zeitlicher Ablauf:

      1. Sei eine soziale/linke Partei
      2. Skandiere im Wahlkampf damit, dass Superreiche zu viel Vermögen haben und der Staat mehr Geld für was auch immer brauch.
      3. Mache Wahlversprechen wie kostenfreie Kitas, höhere Renten, höheres Kindergeld whatever.
      4. Werde in den Bundestag gewählt.
      5. Stelle fest, dass es sehr aufwendig ist, Superreiche zu besteuern, da es Steuerparadiese sowie sehr gute Steuerberater und Anwälte gibt, und die Gesetzesgebung im deutschen Steuerrecht sehr kompliziert und langwierig ist.
      6. Habe Druck, da du deinen Wählern Wahlgeschenke versprochen hast.
      7. Wähle den einfachen Ausweg und erhöhe die Steuern und Sozialabgaben für Leute mit 70k brutto und den Mittelstand.

      Ich bin nicht grundsätzlich dagegen, Superreiche höher zu besteuern, sondern dagegen, weil ich weiß, wie inkompetent und faul die Politiker sind, die es umsetzen wollen.

      Abgesehen davon, habe ich noch keinen einzigen sinnvollen Plan gehört, wie man Betriebsvermögen adäquat besteuern möchte.

    7. Sure-Current-3267 on

      Laut ≠ Mehrzahl. 

      Wenn es dann zur Entscheidung kommt, sind die Leute schon so vernünftig, das abzulehnen. 

    8. ManagerOutside1354 on

      Weil alle Leute denken sie werden irgendwann auch reich und das es ja dann doof wäre mehr abgeben zu müssen.

    9. NerdMcNerdNerd on

      Aber … aber ich könnte doch selbst mal irgendwann in ferner Zukunft richtig reich sein, und dann möchte ich nichts abgeben müssen. Also wähle ich jetzt gegen meine eigenen Interessen und verhindere sogar noch meinen eigenen sozialen Aufstieg..

    10. EvielKneevel on

      Ist jetzt ne ganz crazy Geschichte, aber es gab mal 2 Länder die eine ganz passable „Reichensteuer“ hatten. Die USA, vorallem in den 50er/60er Jahren und wir selber bis in die späten 90er. Interessant ist übrigens auch die Aussage von Böckenförde vom damaligen Bundesverfassungsgericht. Es ging ja nie darum die Vermögenssteuer abzusetzen, aber de facto hat die Union genau das gemacht.

    11. fatface4711 on

      Es gibt halt auch schon progressive Besteuerung, was ja eine Form der Reichensteuer ist. Und es gibt zumindest in der Schweiz eine Vermögenssteuer, die man als armer Mensch nicht bezahlt, als Reicher aber schon…

    12. Tasty-Dust9501 on

      Denn die Reichen besitzen die gesamte Macht, alles wirksam zu verhindern, was ihren Reichtum und ihre Macht auch nur im Geringsten schmälern könnte.

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