Das Europäische Parlament und der Rat haben eine vorläufige Einigung über das Europäische Verteidigungsindustrieprogramm (EDIP) erzielt, das zur Modernisierung der Verteidigungsindustrie der EU und zur Verbesserung der Verteidigungsbereitschaft im Zeitraum 2025–2027 beitragen soll. Der Vereinbarung zufolge sind im Haushalt 1,5 Milliarden Euro an Zuschüssen vorgesehen. Darüber hinaus soll dieses Programm die Abhängigkeit Europas von amerikanischen oder asiatischen Lieferanten verringern, was im aktuellen geopolitischen Chaos ein durchaus sympathisches Ziel ist. Und für die Mitgliedsstaaten ist es auch ein Signal, dass die EU nach Jahren nicht nur beim Kaffee, sondern auch mit echten Werkzeugen über Verteidigung reden wird.

    EDIP wird die gemeinsame Beschaffung von Verteidigungsgütern zwischen den Mitgliedstaaten unterstützen, was Kosten senken und Lieferungen beschleunigen könnte. Gleichzeitig werden die Produktionskapazitäten der europäischen Verteidigungsindustrie gestärkt, insbesondere dort, wo die Kapazität heute schwächer ist. Eine weitere Säule ist der „Versorgungssicherheitsmechanismus“, mit dem die EU sicherstellen will, dass kritische Komponenten für Waffen und andere Verteidigungssysteme auch in Krisensituationen verfügbar sind.

    Zusammenarbeit mit der Ukraine. EDIP wird die Zusammenarbeit mit ukrainischen Verteidigungsunternehmen durch ein spezielles Instrument („Ukraine Support Instrument“) unterstützen, das dazu beitragen soll, die ukrainische Industrie in die europäische Verteidigungstechnologiebasis zu integrieren. Dies könnte dazu beitragen, dass die Ukraine ihre Widerstandsfähigkeit stärkt und gleichzeitig die EU zu strategischen Partnern im Bereich der Produktion von Verteidigungsgütern zusammenbringt. Ein weiterer Teil ist der rechtliche Rahmen für eine langfristige Zusammenarbeit zwischen Staaten: die sogenannte „Struktur für das Europäische Rüstungsprogramm“, die gemeinsame Projekte und eine Risikoteilung bei der Produktion ermöglichen soll.

    Einige Kritiker warnen davor, dass die Regel, dass mindestens 65 % der Komponenten aus der EU oder assoziierten Ländern stammen müssen, zu Protektionismus führen und die Zusammenarbeit mit anderen strategischen Partnern einschränken könnte. Andere weisen darauf hin, dass 1,5 Milliarden Euro zwar ein Startpaket seien, es aber möglicherweise nicht ausreiche, um die Kapazitäten der Verteidigungsindustrie radikal zu steigern, und fordern eine klarere Kontrolle über die Verwendung des Geldes. Es stellt sich auch die Frage, ob die EU große Verteidigungsprojekte durch Zuschüsse effektiv verwalten kann und ob die Mitgliedstaaten ihre eigenen nationalen Wege statt gemeinsamer Projekte wählen werden.

    Dieses Programm könnte die Art und Weise, wie die EU Waffen und Verteidigungssysteme herstellt, grundlegend verändern, nicht nur den Umgang mit Technologien, sondern auch die Art und Weise, wie die Zusammenarbeit zwischen Ländern funktioniert. Bei erfolgreicher Umsetzung kann das EDIP dazu beitragen, dass die EU ihre Abhängigkeit von Importen kritischer Komponenten verringert und ihre strategische Souveränität stärkt. Für Bürger und Wähler bedeutet dies, dass Investitionen in die Verteidigung nicht mehr nur eine nationale, sondern zunehmend eine europäische Angelegenheit sind, mit dem Potenzial für gegenseitigen Nutzen, aber auch Risiken, die sich aus großen Rüstungsprojekten und politischem Druck ergeben.

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    Von Narrow_Pop3000

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    6 Kommentare

    1. Consistent-Duck8062 on

      Zavedie tento EDIP tanky z obnovitelnych materialov ako biomasa? Alebo aspon zo zelenej ocele pozbieranej na alpskych lukach? Budu jazdit na baterie?

      Lebo v opacnom pripade je to hnus a u/martinhojsik sa spreneveril svojim zasadam

    2. Ozymandias_IV on

      Európsky obranný program je super, lebo doteraz takmer všetky spojené iniciatívy dopadli rozhádaním o tom kde sa bude čo vyrábať a kto bude dizajnovať (napr. Francúzi chcú aby stíhačky mohli operovať z lietadlových lodí a aby bojové vozidlá boli spoľahlivé aj na Sahare, Nemcom je to jedno a radšej by ťažšie vozidlá proti rusku). Neviem či to tento program vyrieši, snáď áno.

      A 1.5mld je taký „proof of concept“ rozpočet: zďaleka nie dosť na vyzbrojenie celej EÚ, ale dosť na to aby sa niečo reálne rozhýbalo.

    3. Hrdina_Imperia on

      Dotácie, dotácie… úplne by stačilo, keby EÚ desaťročie nehádzala zbrojárenskému priemyslu polená pod nohy. 

      Ale dobre, je to nejaký začiatok. Čo to všetko ostatné, byrokracia apod.? Bude musieť aj obranný priemysel prejsť na zelené technológie? Ako to bude s meraním oxidu uhličitého? 

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