
https://youtu.be/rw79J_xy31w?si=deLGzJuAtdDo-Mg8
Ich habe vor kurzem dieses Video von einem estnischen You Tuber entdeckt, welcher in seinem Heimatland Wehrdienst absolviert hat. In Estland gibt es ebenfalls eine Wehrpflicht, durch die genau wie in Österreich alle tauglichen Männer zu Wehr- oder einem Wehrersatzdienst (bei uns der Zivildienst) zwangsverpflichtet werden. Zudem scheint, laut den Beschreibungen dieses Herrn, der Wehrdienst dort um einiges härter zu sein als Grundwehrdienst beim Bundesheer. Dennoch hat in Estland (wie auch in Finnland, welches ebenfalls Wehrpflicht hat) das Militär anscheinend einen deutlich höheren Stellenwert in der Gesellschaft als bei uns. Woran liegt das wohl?
Bundesheer Schlechtes Image
byu/Double_Falcon_1285 inAustria
Von Double_Falcon_1285
31 Kommentare
[removed]
Ah das Baltikum. Wo man of den SS-Totenkopf noch stolz sein darf. /s
Wenn du ein Nachbarn Russlands bist, wirst du wert auf Selbstverteidigung legen.
Iss einfach so. Bei aller Liebe zu Österreich, und als ein NATO Reserveoffizier: Bundesheer in Österreich ist nahezu sinnbefreit. Die Militärrisikos des Landes könnte eine größere Bereitschaftspolizeieinheit behandeln. Sie sind nur dazu da, um im Ernstfall die Kapazitäten zu skalieren, aber daran sind sie meiner Meinung nach etwas schwach.
österreich nennt sich neutral, da kommt schnell der gedanke das wir kein wirkliches herr brauchen.
+ die grundausbildjng ist mies und könnte sinvoller gestaltet sein, würde man sinnvolle sachen beim BH machen hätte es evt. mehr ansehen
Weils dort noch eine geistige Landesverteidigung gibt, die bei uns schon seit Jahrzehnten nicht mehr vorhanden ist.
Zum Teil sicher an der viel direkteren Bedrohungslage.
Ausbildung ernsthafter, besser finanziert (Finnland glaub ich 2%+, Estland noch mehr, wir sind bei ca 1%) konkrete Aufgabenstellung und nicht Beschäftigungstherapie.
https://preview.redd.it/4c612c26p63g1.png?width=493&format=png&auto=webp&s=8b2ae0ac803143e3a66823a6ccca4d9c8327c5a7
Zumindest was das Vertrauen angeht, hat das Bundesheer überhaupt kein schlechtes Image.
War nicht beim Bund, aber man hört, dass dort angeblich vieles eher Beschäftigungstherapie ist.
Schau dir Mal die Nachbarländer von Estland und Finnland an
Müsste ich raten, würde ich auf die geopolitische Lage tippen. Österreich ist ein EU-Mitglied welches von der NATO umgeben ist; militärische Bedrohungen haben wir akut nicht, und großartig expandieren werden wir auch nicht. Wozu also übermäßig ins Heer investieren? Estland und Finnland hingegen haben mit Russland – auch historisch bedingt – einen wesentlich unfreundlicheren Nachbarn, da könnte ich mir gut vorstellen, dass die Regierungen mehr Geld in die Hand nehmen und auch mehr Wert auf die Rekrutierung legen.
Weil uns die heilige Neutralität schützt./s
Wir brauchen unser Land ned verteidigen.
Können wir eh nicht.
Fico und Orban sind auf Putins Seite, die winken Putin durch, wenn die Ukraine fällt.
Bis unser Bundesbeer reagieren kann, wird Wien angegriffen, dann bleibt nur die Kapitulation oder der Ruckzug ins Gebirge.
Die Grenzen zwischen Salzburg und Tirol würden sich recht gut verteidigen lassen, nur halt wie lange…
Blöd auch, dass unser strategischer Heeresbunker in Salzburg ist (pinzgau oder), den kann man glaub ich auch ned gut verteidigen.
Wir sind umgeben von unseren Allianz-verbündeten, während die Esten sich mit ihrem größten Aggressor eine Grenze teilen.
Kurze Antwort: weil Österreich.
Es heißt bei uns übrigens offiziell auch wehrersatzdienst. Du weigerst dich Dienst an der Waffe zu tun, also bist du Wehrdienstverweigerer und musst deshalb eine Wehrersatzdienst leisten.
Zivi is halt kürzer
Estland ist einer anderen geopolitischen Lage.
Da geht ja konstant eine Bedrohung von Russland aus.
Die Bevölkerung dort ist sich der Bedrohung bewusst. Egal ob links, mitte oder rechts. Niemand will unter russischer Herrschaft leben.
Daher ist die Bevölkerung auch mental bereit das Land zu verteidigen.
Diese Mentalität gibt es in Österreich nicht mehr. Man ist umgeben von sicheren Nato Staaten und der neutralen Schweiz. Das Volk hat sich mental von der Landesverteidigung vor Jahrzehnten verabschiedet.
Genau das ist auch aktuell das Problem der Politik. Sie muss der Bevölkerung erklären wieso Landesverteidigung doch essentiell ist und man Geld in das Militär investieren muss.
Das Bundesheer war in Österreich immer schon unbeliebt und unterfinanziert. 1955 haben die Besatzungsmächte ja einiges an Material einfach dagelassen und die Politik hat daraufhin einfach die Finanzierung nach unten angepasst – man braucht kein Budget wenn man schon alles hat, ist doch logisch.
Es gibt übrigens angeblich eine Aktenvermerkt einer Ministerratssitzung Ende 50er/Anfang 60er Jahre, wo sich der Verkehrsminister aufregte, dass die Bundesheer-Panzer die schönen neuen Straßen kaputt machen und man nicht Straßen baut und viel Geld ausgibt, damit die Panzer die wieder kaputt machen … und daher das Fahren auf Straßen einzustellen sei.
Aufgrund der schlechten Bezahlung, der allgemeinen guten wirtschaftlichen Situation und politisch stabilen Zeit in den 60er/70er/80er gab es kaum Anreiz für junge Menschen zum Heer zu gehen – daher auch das Vorurteil, dass beim Heer nur Zivilversager als Berufssoldaten bleiben, die sonst keinen (deutlich besser bezahlten) Job im Zivilen bekommen (jeder kennt die Geschichten von den ein oder zwei Unteroffizieren in der Kaserne, die in der Früh bei der Standeskontrolle schon ihren Pegel haben)
Gleichzeitig begann man dann nach dem Kalten Krieg mit weiteren Sparpaketen, die dann so ausgeartet sind, dass das Bundesheer nichtmal mehr Geld hatte, um Sprit zu kaufen, damit Grundwehrdiener zur Truppenübungsplätze verlegt werden konnte – wobei das eh nicht notwendig war, weil ja schließlich auch alle Überstunden und Zulagen für Kaderpersonal gestrichten wurde, also durften die eh nicht länger als 16:15 arbeiten. Es gab ganz ETs, bei denen es keine einzige Nachtübung für GWDs gab. Dafür wurden Millionen in den Assistenzeinsatz an der Ostgrenze, selbst als Ungarn und Slowakei schon bei Schengen waren, gebuttert – dieses Geld hätte man aber dringend für Ausbildung und Modernisierung gebraucht -> eine politische Entscheidung bei der im Nachhinein gesehen nur die Quartiergeber sehr viel Geld verdienten (denn die Quartiere waren ehrlich gesprochen teilweise „unter aller Sau“ aber das Bundesheer musste wegen dem politische gewollten Einsatz viel Geld dafür bezahlen).
Gleichzeitig wurden Milizübungen ebenfalls komplett niedergespart und es gab etliche Milizübungen, bei denen mehr Bier floss als militärisch geübt wurde.
Dadurch bekam das Bundesheer einfach ein komplett schlechtes Image als grüner Spaßverein, bei dem es nur um Beschäftigungstherapie für Kadersoldaten und Saufen für Grundwehrdiener ging. Erst ~2010 erkannte man den dringenden Handlungsbedarf und es bessert sich langsam … mittlerweile gibt es wieder echte militärische Ausbildung für Grundwehrdiener und auch Milizübungen sind ordentlich finanziert und verdienen diesen Namen auch.
Das fangt scho mal damit an, dass Estland im Gegensatz zu uns nicht von NATO Ländern umgeben ist, sondern eine direkte Grenze zu Russland hat. Landesverteidigung wird daher zwangsläufig ernst genommen, weil man sich ned bequem/parasitär zurücklehnen und die Nachbarländer machen lassen, und sich der Illusion hingeben kann, dass wenn man nur laut genug „aber ich bin neutral!“ schreit, nie irgendwas passieren wird.
Hab nur den Titel gelesen und musste an das hier denken: https://youtu.be/kp7HVU-s7aI?si=tjXYafmjSLM6xzfm
Am schnellsten verliert man den Respekt vor dem Österreichischen bundesheer wenn man beim Österreichischen Bundesheer ist
Glaub jeder der beim heer war weiß wieso der ruf ned grad so toll is.
Ja Katastrophenhilfe könnens gut wobei viel eh von der Feuerwehr auch gemacht wird aber das wars eigentlich schon. Es gibt halt ned wirklk was sinnvolles zu tun und in gefahr sind wir auch ned.
Glaub der ruf wär auch schon mal um einiges besser wenn dort ned so viele unterschiedliche leute wärn wo einer die ärgste militäreinstellung hat als wär ma schon im krieg und dann der nächste auf alles scheißt und wieder der nächste is dauerfett und nur noch da weil er sonst nix machen kann. Die nehmen sich ja alle selbst ned ernst und das hat mich damals dann auch aus dem verein vetrieben. War bevor ich eingerückt bin imma ua der fan und wollt soldat werden aber diese realität hab ich ned ausghalten
Glaub jeder der beim heer war weiß wieso der ruf ned grad so toll is.
Ja Katastrophenhilfe könnens gut wobei viel eh von der Feuerwehr auch gemacht wird aber das wars eigentlich schon. Es gibt halt ned wirklk was sinnvolles zu tun und in gefahr sind wir auch ned.
Glaub der ruf wär auch schon mal um einiges besser wenn dort ned so viele unterschiedliche leute wärn wo einer die ärgste militäreinstellung hat als wär ma schon im krieg und dann der nächste auf alles scheißt und wieder der nächste is dauerfett und nur noch da weil er sonst nix machen kann. Die nehmen sich ja alle selbst ned ernst und das hat mich damals dann auch aus dem verein vetrieben. War bevor ich eingerückt bin imma ua der fan und wollt soldat werden aber diese realität hab ich ned ausghalten
Wenn man einen rabiaten Nachbarn direkt hat, ist es den Einwohnern näher, als wenn da noch einer dazwischen ist.
Weil jeder jemanden kennt, der beim Bundesheer Grundwehrdienst geleistet hat und dort absolut sinnlose Tätigkeiten verrichten hat müssen, in den Alkoholismus abgerutscht ist, oder sich mit Oaschlecha oder übermotivierten Schleifer-UOs herumschlagen hat müssen.
Ich hab Glück gehabt, weil ich eine geistig anspruchsvolle Tätigkeit mit guten Vorgesetzten gekriegt hab, aber ich hab’s von benachbarten Kompanien mitgekriegt, wie die teilweise wegen Kleinigkeiten hergeschunden wurden. Wer will sich sowas tatsächlich freiwillig antun? Nur die, die sich freiwillig melden.
An den netten Nachbarn
bei uns verteidigt das heer österreich höchstens gegen muren und hochwasser, in estland verteidigens sich gegen den russ.
Das war schon früher so:
https://www.youtube.com/watch?v=KguanLoH7uE
Gute Zusammenfassungen gibt es genug hier im Thread.
Glaub ein Aspekt der oft vernachlässigt wurde ist der absolute Fatalismus der 1. Kadergeneration.
Man muss bedenken, dass ein nicht unwesentlicher Teil des ursprünglichen Kaders ehemalige Wehrmachtssoldaten waren und auf Ebene der Offiziere respektive Generäle nicht wenige auch noch Erfahrungen aus dem 1. Weltkrieg hatten. Im 1. Weltkrieg hat uns das zaristische Reich hergewatscht bis uns die Deutschen zu Hilfe gesprungen sind um sie dann doch noch zu bezwingen und im 2. Weltkrieg haben wir bekanntlich ordentlich aufs Maul bekommen.
Das Bundesheer wurde folglich von Männern aufgebaut die am eigenen Leib erfahren haben wie aussichtslos ein Krieg gegen die beiden potentiellen Gegner im kalten Krieg – nämlich die NATO (wenn das auch nur ein Fiebertraum sein hätte können) oder den Warschauer Pakt – eigentlich ist. Wir haben als Großmächte verloren, was können wir da als Österreich schon entgegensetzen?
Im Gegensatz zu den Schweden, Finnen oder Schweizern haben wir dadurch nie wirklich eine aktive Schutzrolle der Neutralität erfahren können (gerade die Schweiz hat ja ihre Neutralität durch Stärke errungen und gehalten) sondern eigentlich als Verlierer eine Neutralität der Schwäche aufoktroyiert bekommen. So wurde sie auch empfunden und so wurde sie auch gelebt.
Muhumees wird auch hoffentlich davon berichten.
Bei uns ist der Wehrdienst inzwischen dazu da billige Arbeitskräfte zu erzeugen, damit die anderen 2/3 der Bevölkerung davon profitieren und nicht dafür zahlen müssen. Wenn das System schon darauf ausgelegt ist die Leute auszunützen wieso sollte es dann dafür Ansehen geben?
Nationalstolz und besser aufgestellt ich finds bei uns chaotisch und unpatriotisch.
Der österreichische YTer Muhu Mees (macht übelst geile vids) ist/war auch dort im Militär, vllt wird er ja drüber erzählen wenn er zurück kommt
Jedenfalls, ganz einfach: Estland’s Geschichte ist geprägt von russischen Weirdos, die das kleine Land sehr gerne für sich beansprucht haben, ähnlich wie in Finnland’s Geschichte
Österreich hingegen ist n e u t r a l, hat zwei Kriege verursacht, beide verkackt, und außerdem ist es viel schlauer eine Schweizroute zu gehen bzw. Schwedenroute (während dem 2. Weltkrieg), so schützt man seine eigenen Leute, hat keine so großen Verluste wie andere und wird von jedem Bösi in Ruhe gelassen
Wie andere bereits geschrieben haben, Estland grenzt an Russland… nuff said…
Zudem nimmt Estland die Verteidung auch ernst, während unser Heer totgespart und unfähig ist. Das liegt halt nicht an den Soldaten, die können schon was, aber halt an der Politik die nicht die Ausrüstung beschafft die notwendig wäre… Und bei sowas kanns einfach kein positives Image geben.