> Auf den ersten Blick erinnert das ein wenig an die „Psycho-Tests“ der „Bravo“ („Bin ich verliebt?“, „Bist du in einer toxischen Beziehung?“, „Wie viel Einhorn steckt in dir?“).
„Wie viel Einhorn steckt in dir?“ da würde ich ja jetzt echt gerne mal die Fragen sehen, die das bestimmen wollen ^^
Gekroenter on
Ich habe den Test auch gemacht und glaube nicht, dass er wirklich aussagekräftig ist. Ja, ich war am Ende in der Mitte bis leicht links der Mitte. Ein Bekannter von mir hat den Test ebenfalls gemacht, er landete fast genau dort, wo ich auch gelandet bin. Das Problem: Wir sind uns politisch grundsätzlich nie einig, wir vermeiden das Thema Politik sogar aktiv, weil wir sonst nur diskutieren würden.
Ich habe bei den ökonomischen Themen eher „links“ abgestimmt: Für das Bürgergeld, für strenge Arbeitnehmerstandards, für mehr Umverteilung, Keynesianismus, nur bei den Klimafragen habe ich eher „rechts“ abgestimmt, weil ich Verbrauchssteuern aus meiner ökonomisch linken Weltanschauung heraus eher kritisch sehe. Bei den gesellschaftlichen Themen habe ich tendenziell „rechts“ angestimmt: Für strenge Integrationspflichten, für eine Begrenzung der Migration, gegen mehr Macht für die EU.
Mein Bekannter hat quasi genau gegenteilig abgestimmt. Trotzdem waren wir in dem eindimensionalen politischen Spektrum fast auf der gleichen Stelle. Ich plädiere daher dafür, ökonomische und gesellschaftliche Fragen bei solchen Tests zu trennen.
aquilaPUR on
Personal Politics sind heutzutage hauptsächlich eine Show, die man nach außen trägt. Je nachdem wo man sich selbst politisch verortet, gibt es einfach gewisse Dinge, die man zu glauben und zu verteidigen hat, und wer davon abweicht wird attackiert.
Das gibts überall, ob jetzt bei den Grünen (Özdemir) bei der CDU (Polenz) und sogar bei der AfD (Schramm, Kraft)
Aber das hat nichts mit Filterblasen zu tun oder Hive Mentalität. Die Leute können durchaus für sich selbst denken. Das sieht man halt, wenn man mal mit Leuten ins Gespräch kommt über Politik, auf nem persönlichen Level. Da kommt man sich wesentlich schneller näher und die Position des Gegenübers macht zumindest mehr Sinn (auch wenn man sie nicht für richtig hält)
Ich bin jetzt seit ein paar Jahren in einer Kleinstpartei Mitglied und schon öfter ins Gespräch gekommen. Bei Lokalpolitikern gibts alles vom CSU-Mann, der hartnäckig einen Windpark gegen greise Dorftrottel durchsetzen will weil er halt weiß, dass das sinnvoll ist (auch wenn er das nicht in ne Kamera sagen würde) bis zum Grünen-Politiker der zugibt dass es bescheuert war die AKWs dicht zu machen (auch das würde er sicher nicht offen sagen, weil es für gewisse Dinge nen Partei-Konsens gibt)
Und das führt oft dazu, dass Parteipolitik so verlogen und inkonsistent wirkt. Es kann nicht wahr sein, was nicht wahr sein darf, und dann muss man halt die Logik ab und an ein wenig verbiegen.
Und JEDER der in Deutschland sagt „well ich bin Zentrist und finde alle Seiten haben irgendwo nen Punkt“ dann wird man auch von allen zerrissen. Dabei wäre ein technokratischer Ansatz eigentlich was, was man Bürgern am leichtesten verkaufen könnte. Aber auch wenn es keiner zugibt, jeder hat seine Überzeugungen, die er gegen jede Logik verteidigt, und da ist es sehr hilfreich, wenn man das politische Gegenüber auf anderen Eben als der Faktenbasierten angreifen kann.
Langer Text, kurzer Sinn: Politische Mitte gibt es nicht. Ideologie ist niemals mittig.
Heavy-Sherbet-4765 on
Ich bin eindeutig ein rechtsextremer Verfassungsfeind, weil ich beim Mietrecht für eine Beibehaltung des Status Quo, bei der Schuldenbremse gegen eine weitere Lockerung und gegen ein generelles Tempolimit gestimmt habe. Sonst war ich bei keiner Frage rechter als die AfD, kam aber (minimal) rechts von ihr raus.
Fast noch am nervigsten an diesem ganzen „Test“ fand ich ja, wie man zwischendrin die Methodik geändert hat. Von der Frageart „Sind Sie für A oder B?“ wechselte man wild zu „Wie stark wollen Sie A zu B verändern?“ Wenn man sich die Verteilung der Antworten (insbesondere der Parteien) anschaut, wird der Großteil den Wechsel nicht bemerkt haben.
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4 Kommentare
> Auf den ersten Blick erinnert das ein wenig an die „Psycho-Tests“ der „Bravo“ („Bin ich verliebt?“, „Bist du in einer toxischen Beziehung?“, „Wie viel Einhorn steckt in dir?“).
„Wie viel Einhorn steckt in dir?“ da würde ich ja jetzt echt gerne mal die Fragen sehen, die das bestimmen wollen ^^
Ich habe den Test auch gemacht und glaube nicht, dass er wirklich aussagekräftig ist. Ja, ich war am Ende in der Mitte bis leicht links der Mitte. Ein Bekannter von mir hat den Test ebenfalls gemacht, er landete fast genau dort, wo ich auch gelandet bin. Das Problem: Wir sind uns politisch grundsätzlich nie einig, wir vermeiden das Thema Politik sogar aktiv, weil wir sonst nur diskutieren würden.
Ich habe bei den ökonomischen Themen eher „links“ abgestimmt: Für das Bürgergeld, für strenge Arbeitnehmerstandards, für mehr Umverteilung, Keynesianismus, nur bei den Klimafragen habe ich eher „rechts“ abgestimmt, weil ich Verbrauchssteuern aus meiner ökonomisch linken Weltanschauung heraus eher kritisch sehe. Bei den gesellschaftlichen Themen habe ich tendenziell „rechts“ angestimmt: Für strenge Integrationspflichten, für eine Begrenzung der Migration, gegen mehr Macht für die EU.
Mein Bekannter hat quasi genau gegenteilig abgestimmt. Trotzdem waren wir in dem eindimensionalen politischen Spektrum fast auf der gleichen Stelle. Ich plädiere daher dafür, ökonomische und gesellschaftliche Fragen bei solchen Tests zu trennen.
Personal Politics sind heutzutage hauptsächlich eine Show, die man nach außen trägt. Je nachdem wo man sich selbst politisch verortet, gibt es einfach gewisse Dinge, die man zu glauben und zu verteidigen hat, und wer davon abweicht wird attackiert.
Das gibts überall, ob jetzt bei den Grünen (Özdemir) bei der CDU (Polenz) und sogar bei der AfD (Schramm, Kraft)
Aber das hat nichts mit Filterblasen zu tun oder Hive Mentalität. Die Leute können durchaus für sich selbst denken. Das sieht man halt, wenn man mal mit Leuten ins Gespräch kommt über Politik, auf nem persönlichen Level. Da kommt man sich wesentlich schneller näher und die Position des Gegenübers macht zumindest mehr Sinn (auch wenn man sie nicht für richtig hält)
Ich bin jetzt seit ein paar Jahren in einer Kleinstpartei Mitglied und schon öfter ins Gespräch gekommen. Bei Lokalpolitikern gibts alles vom CSU-Mann, der hartnäckig einen Windpark gegen greise Dorftrottel durchsetzen will weil er halt weiß, dass das sinnvoll ist (auch wenn er das nicht in ne Kamera sagen würde) bis zum Grünen-Politiker der zugibt dass es bescheuert war die AKWs dicht zu machen (auch das würde er sicher nicht offen sagen, weil es für gewisse Dinge nen Partei-Konsens gibt)
Und das führt oft dazu, dass Parteipolitik so verlogen und inkonsistent wirkt. Es kann nicht wahr sein, was nicht wahr sein darf, und dann muss man halt die Logik ab und an ein wenig verbiegen.
Und JEDER der in Deutschland sagt „well ich bin Zentrist und finde alle Seiten haben irgendwo nen Punkt“ dann wird man auch von allen zerrissen. Dabei wäre ein technokratischer Ansatz eigentlich was, was man Bürgern am leichtesten verkaufen könnte. Aber auch wenn es keiner zugibt, jeder hat seine Überzeugungen, die er gegen jede Logik verteidigt, und da ist es sehr hilfreich, wenn man das politische Gegenüber auf anderen Eben als der Faktenbasierten angreifen kann.
Langer Text, kurzer Sinn: Politische Mitte gibt es nicht. Ideologie ist niemals mittig.
Ich bin eindeutig ein rechtsextremer Verfassungsfeind, weil ich beim Mietrecht für eine Beibehaltung des Status Quo, bei der Schuldenbremse gegen eine weitere Lockerung und gegen ein generelles Tempolimit gestimmt habe. Sonst war ich bei keiner Frage rechter als die AfD, kam aber (minimal) rechts von ihr raus.
Fast noch am nervigsten an diesem ganzen „Test“ fand ich ja, wie man zwischendrin die Methodik geändert hat. Von der Frageart „Sind Sie für A oder B?“ wechselte man wild zu „Wie stark wollen Sie A zu B verändern?“ Wenn man sich die Verteilung der Antworten (insbesondere der Parteien) anschaut, wird der Großteil den Wechsel nicht bemerkt haben.