Land der Dichter und Denker, aber zu blöd sich ein neues Wort auszudenken um non binäre Personen in den Sprachgebrauch aufzunehmen.
CrimsonAntifascist on
Schwach Deutschland, schwach.
emmmmmmaja on
Die Begründung ergibt rechtlich Sinn.
Gleichzeitig denke ich mir: so schwer kann es nicht sein, jetzt, wo sie darauf aufmerksam gemacht wurden, kurz im System zu ändern, dass Briefe an Personen mit gestrichenem Geschlechtseintrag mit „Guten Tag“ rausgehen.
AngelaMerkelsbutt on
>Die betroffene Person hat einen gestrichenen Geschlechtseintrag.
Komisch, dass man Menschen die Option gibt, ihren Geschlechtseintrag so anzupassen, aber es dann nicht schafft, eine geschlechtsneutrale Anrede anzubieten. Erscheint mir irgendwie nicht zu Ende gedacht.
>Vielmehr sieht das OLG darin lediglich einen „formellen Beginn und Ausdruck einer gängigen Höflichkeit einer schriftlichen Kommunikation“.
Misgendern also als gängige Höflichkeit. Mal wieder deutsche Rechtssprechung von ihrer besten Seite.
DanceCommander00 on
Das ist ohnehin eine so aus der Zeit gefallene und leere formelle Phrase, wäre ein schöner Anlass um diese zu überdenken oder zu versuchen langfristig was neues und inklusives zu etablieren. Aber das wäre (wenn es passiert) ein langfristiger und gesellschaftlicher Prozess. Bin gespannt, ob und wie wir das hinkriegen.
dideldidum on
Der Inbegriff eines First-World-Problems.
keinnamemehrfrei on
Was eine Steuerverschwendung. Ich hoffe, dass dieser Wahnsinn bald ein Ende hat.
round_reindeer on
>Vielmehr sieht das OLG darin lediglich einen „formellen Beginn und Ausdruck einer gängigen Höflichkeit einer schriftlichen Kommunikation“.
Also wenn dann wäre das ja eine „gängige Unhöflichkeit“?
horror-traktor on
Ja kenn ich als nicht binäre Person. Wüsste aber auch nicht wirklich, was es da für Alternativen geben kann immerhin ist Deutsch einfach eine sehr gegenderte Sprache. Letztendlich ist das nicht das Ende der Welt und nicht das wichtigste Problem. Schön wäre es trotzdem, wenn wir uns irgendwann auch mal in eine geschlechterneutrale Welt Weiterbewegen könnten
timeToSeeTheFuture on
„Sehr geehrtes Wesen“.
mwdnr on
Mir passiert es öfters, dass ich die Anrede bei Registrierungen übersehe. Und da in den alphabetisch sortierten Dropdowns **F**rau vor **H**err kommt, bin ich bei ein paar Onlineshops und anderswo Frau Marc …
Ich hatte bislang noch nie den Zwang das auf dem Klageweg korrigieren lassen zu müssen. Mir fällt nichts zwischen den Beinen ab und ich schliddere auch in keine Identitätskrise. Mir ist es nicht einmal die Zeit für eine E-Mail wert, mich dieses Fehlers anzunehmen.
Rathuban on
Ich bin eher verwundert, dass es wegen einer Beleidigung zu einem Berufungstermin am Landgericht kommt.
Wenn sich auch nur das Amtsgericht damit befasst, muss es schon etwas handfestes sein, sofern nicht wieder jemand als Pimmel bezeichnet wurde.
Ich bekomme den Verdacht, dass diese Person einfach mittels Anträgen und Beleidigungen gegen andere randaliert. Anders möchte ich das gar nicht ausdrücken.
ahorsewhithnoname on
Für die meisten Menschen mag es vollkommen irrelevant sein _mal_, _versehentlich_ mit einer nicht-präferierten Anrede angesprochen zu werden. Für Trans*Personen und nicht-binäre Personen passiert das aber nicht nur _mal_ und auch oft nicht _versehentlich_. Die Änderung oder Streichung des Geschlechtseintrags ist außerdem hart erkämpft. Vor dem Selbstbestimmungsgesetz war dies zum Beispiel mit einem psychologischen Gutachten verbunden. Leider wird es – wie hier – systematisch verhindert korrekt angesprochen zu werden.
Und die meisten Kommentare invalidieren hier das Trauma und die Erfahrungen, die Trans* und Nicht-binäre Personen machen mussten. Systematische Benachteiligung wird hier mit „Ich hab mich auch mal bei der Registrierung im Online-Shop vertippt“ gleichgesetzt, als „First-World-Problem“ abgewertet und der Versuch Recht durchzusetzen und auf die eigene Selbstbestimmtheit zu bestehen als „Mimosentum“ abgetan.
Schämt euch alle mal!
SignificanceLow7986 on
Jo okay ich werde auch manchmal mit Frau statt mit Mann angesprochen weil irgendwo das Geschlechtsmerkmal vergessen wurde. Aber wen juckts ? Interessiert doch nicht
Hellsingell on
Also wenn das Gericht von dem Willen der empfangenen Person weiß und trotzdem bei der Anrede bleibt, dann kann ich da ehrlich gesagt keinen „Ausdruck gängiger Höflichkeit“ erkennen.
CuteLewdFox on
Was zum Fick?! Jede Behörde hat es bisher hinbekommen mich neutral anzureden (selbst das Finanzamt mit „Sehr geehrte Person“), und jetzt soll das plötzlich nicht relevant sein?
Wir haben Jahrzehnte gekämpft um den Scheiß ändern zu können, es gibt in Deutschland vier (4!) amtliche Geschlechter, und die bekommen’s jetzt ernsthaft nicht hin?
Bis vor dem SBGG musste man so viel ertragen um das Geschlecht ändern zu können, in meinem Falle um explizit nicht mehr als Herr angesprochen zu werden (und es tut jedes Mal wieder weh, wenn es doch passiert), und das ist die Antwort des Gerichts darauf? Alter.
Einfach nur traurig. Mit tut die Person leid, das muss echt nicht sein :/
r_search12013 on
dann sollte jetzt einfach mal die andere in allen briefen des landgerichts auf „sehr geehrte frau..“ umgestellt werden.. mal schauen wie schnell die herren nervoese zuckungen bekommen
Tigrisrock on
Mist. Meine Frau kriegt so oft Briefe mit „Sehr geehrter Herr“ – auch von Ämtern, ich hatte schon gehofft wir könnten nun alle wegen Beleidigung verklagen.
Throwawayaccount1170 on
Ichbwerd wegen meines Vornamens oft falsch gegendert und mich juckts halt auch 0
Blubbpaule on
Die Kommentare sind so voll mit indirekter Transphobie und Relativierung, einfach mies.
„Es betrifft mich nicht also kann das der Person doch auch egal sein“ findet man hier echt viel zu häufig.
Personen die anmerken, dass das System von „Herr oder Frau“ in Anschreiben auch zu „Guten Tag NAME“ gewechselt werden könne, werden sofort downgevoted.
Wieso so viel Hass?
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21 Kommentare
[deleted]
Land der Dichter und Denker, aber zu blöd sich ein neues Wort auszudenken um non binäre Personen in den Sprachgebrauch aufzunehmen.
Schwach Deutschland, schwach.
Die Begründung ergibt rechtlich Sinn.
Gleichzeitig denke ich mir: so schwer kann es nicht sein, jetzt, wo sie darauf aufmerksam gemacht wurden, kurz im System zu ändern, dass Briefe an Personen mit gestrichenem Geschlechtseintrag mit „Guten Tag“ rausgehen.
>Die betroffene Person hat einen gestrichenen Geschlechtseintrag.
Komisch, dass man Menschen die Option gibt, ihren Geschlechtseintrag so anzupassen, aber es dann nicht schafft, eine geschlechtsneutrale Anrede anzubieten. Erscheint mir irgendwie nicht zu Ende gedacht.
>Vielmehr sieht das OLG darin lediglich einen „formellen Beginn und Ausdruck einer gängigen Höflichkeit einer schriftlichen Kommunikation“.
Misgendern also als gängige Höflichkeit. Mal wieder deutsche Rechtssprechung von ihrer besten Seite.
Das ist ohnehin eine so aus der Zeit gefallene und leere formelle Phrase, wäre ein schöner Anlass um diese zu überdenken oder zu versuchen langfristig was neues und inklusives zu etablieren. Aber das wäre (wenn es passiert) ein langfristiger und gesellschaftlicher Prozess. Bin gespannt, ob und wie wir das hinkriegen.
Der Inbegriff eines First-World-Problems.
Was eine Steuerverschwendung. Ich hoffe, dass dieser Wahnsinn bald ein Ende hat.
>Vielmehr sieht das OLG darin lediglich einen „formellen Beginn und Ausdruck einer gängigen Höflichkeit einer schriftlichen Kommunikation“.
Also wenn dann wäre das ja eine „gängige Unhöflichkeit“?
Ja kenn ich als nicht binäre Person. Wüsste aber auch nicht wirklich, was es da für Alternativen geben kann immerhin ist Deutsch einfach eine sehr gegenderte Sprache. Letztendlich ist das nicht das Ende der Welt und nicht das wichtigste Problem. Schön wäre es trotzdem, wenn wir uns irgendwann auch mal in eine geschlechterneutrale Welt Weiterbewegen könnten
„Sehr geehrtes Wesen“.
Mir passiert es öfters, dass ich die Anrede bei Registrierungen übersehe. Und da in den alphabetisch sortierten Dropdowns **F**rau vor **H**err kommt, bin ich bei ein paar Onlineshops und anderswo Frau Marc …
Ich hatte bislang noch nie den Zwang das auf dem Klageweg korrigieren lassen zu müssen. Mir fällt nichts zwischen den Beinen ab und ich schliddere auch in keine Identitätskrise. Mir ist es nicht einmal die Zeit für eine E-Mail wert, mich dieses Fehlers anzunehmen.
Ich bin eher verwundert, dass es wegen einer Beleidigung zu einem Berufungstermin am Landgericht kommt.
Wenn sich auch nur das Amtsgericht damit befasst, muss es schon etwas handfestes sein, sofern nicht wieder jemand als Pimmel bezeichnet wurde.
Ich bekomme den Verdacht, dass diese Person einfach mittels Anträgen und Beleidigungen gegen andere randaliert. Anders möchte ich das gar nicht ausdrücken.
Für die meisten Menschen mag es vollkommen irrelevant sein _mal_, _versehentlich_ mit einer nicht-präferierten Anrede angesprochen zu werden. Für Trans*Personen und nicht-binäre Personen passiert das aber nicht nur _mal_ und auch oft nicht _versehentlich_. Die Änderung oder Streichung des Geschlechtseintrags ist außerdem hart erkämpft. Vor dem Selbstbestimmungsgesetz war dies zum Beispiel mit einem psychologischen Gutachten verbunden. Leider wird es – wie hier – systematisch verhindert korrekt angesprochen zu werden.
Und die meisten Kommentare invalidieren hier das Trauma und die Erfahrungen, die Trans* und Nicht-binäre Personen machen mussten. Systematische Benachteiligung wird hier mit „Ich hab mich auch mal bei der Registrierung im Online-Shop vertippt“ gleichgesetzt, als „First-World-Problem“ abgewertet und der Versuch Recht durchzusetzen und auf die eigene Selbstbestimmtheit zu bestehen als „Mimosentum“ abgetan.
Schämt euch alle mal!
Jo okay ich werde auch manchmal mit Frau statt mit Mann angesprochen weil irgendwo das Geschlechtsmerkmal vergessen wurde. Aber wen juckts ? Interessiert doch nicht
Also wenn das Gericht von dem Willen der empfangenen Person weiß und trotzdem bei der Anrede bleibt, dann kann ich da ehrlich gesagt keinen „Ausdruck gängiger Höflichkeit“ erkennen.
Was zum Fick?! Jede Behörde hat es bisher hinbekommen mich neutral anzureden (selbst das Finanzamt mit „Sehr geehrte Person“), und jetzt soll das plötzlich nicht relevant sein?
Wir haben Jahrzehnte gekämpft um den Scheiß ändern zu können, es gibt in Deutschland vier (4!) amtliche Geschlechter, und die bekommen’s jetzt ernsthaft nicht hin?
Bis vor dem SBGG musste man so viel ertragen um das Geschlecht ändern zu können, in meinem Falle um explizit nicht mehr als Herr angesprochen zu werden (und es tut jedes Mal wieder weh, wenn es doch passiert), und das ist die Antwort des Gerichts darauf? Alter.
Einfach nur traurig. Mit tut die Person leid, das muss echt nicht sein :/
dann sollte jetzt einfach mal die andere in allen briefen des landgerichts auf „sehr geehrte frau..“ umgestellt werden.. mal schauen wie schnell die herren nervoese zuckungen bekommen
Mist. Meine Frau kriegt so oft Briefe mit „Sehr geehrter Herr“ – auch von Ämtern, ich hatte schon gehofft wir könnten nun alle wegen Beleidigung verklagen.
Ichbwerd wegen meines Vornamens oft falsch gegendert und mich juckts halt auch 0
Die Kommentare sind so voll mit indirekter Transphobie und Relativierung, einfach mies.
„Es betrifft mich nicht also kann das der Person doch auch egal sein“ findet man hier echt viel zu häufig.
Personen die anmerken, dass das System von „Herr oder Frau“ in Anschreiben auch zu „Guten Tag NAME“ gewechselt werden könne, werden sofort downgevoted.
Wieso so viel Hass?