
Muss mal kurz ranten über die neuesten Aussagen unsere "liebe" Industriellenvereinigung.
"Wenig überraschend sollen die von der IV vorgeschlagenen Reformpunkte die Industrieunternehmen in der Kammer begünstigen. Etwa im Wahlrecht. "Ein Prozent der Mitglieder zahlen rund 28 Prozent sämtlicher Beiträge"sagt Knill und spricht von einer prekären Situation. "Ich glaube, da ist es fair, davon zu sprechen, dass wir diese großen Beitragszahler entsprechend mehr Gehör finden lassen." Wer mehr zahlt, sollte künftig also mehr anschaffen können."
Eigentlich eine großartige Idee, oder? I mean, warum sollten wir Klein- und Mittelunternehmen auch in irgendeiner Weise fördern oder vertreten? Wenn wir doch stattdessen den Großunternehmen noch mehr Macht und Einfluss zukommen lassen können als sie eh schon haben. Dass wir damit Unternehmertum langfristig unattraktiver machen? Egal, dafür haben die großen dann ja auch weniger Konkurenz. Dass es sich bei der WKO aber um eine verpflichtende ALLGEMEINE Interessensvertretung ALLER Wirtschaftstreibenden handelt scheint der Industriellenvereinigung reichlich egal zu sein.
Versteht’s mich nicht falsch: Ist zwar wenig überraschend, dass die Industriellenvereinigung eher dran interessiert ist, den Einfluss ihrer größten und dementsprechend auch bestzahlenden Mitglieder auszuweiten, aber dabei so OFFENSICHTLICH undemokratische Aussagen zu machen ist dann doch ein wenig krass. Oder sehe das nur ich so? Falls ja, bitte klärts mich auf, wo mein Missverständnis liegt.
Schluss mit der Schimpftirade.
Industriellenvereinigung fordert, dass WKO reformiert wird, Wahlrecht für Interessensvertretung von Klein- und Mittelunternehmen soll dabei jedoch anscheinend beschnitten werden? Geht's noch? Oder versteh ich da was falsch?
byu/Muesli64 inAustria
Von Muesli64
9 Kommentare
Die Industriellenvereinigung macht mal wieder Industriellenvereinigung-Sachen. Die WKO gehört meiner Meinung nach aufgespalten. Unternehmen sind so vielfältig, dass es da automatisch Interessenkonflikte gibt. Ein EPU oder Kleinunternehmen hat völlig andere Interessen als ein großer Industriebetrieb. Das kann nicht zusammengehen.
Die Pflichtmitgliedschaft bei der WKO gehört hinterfragt. Falls man sie aus Tradition behalten will, dann sollten zumindest die Mitgliedsbeiträge gesenkt werden, damit die WKO sich nicht mehr so einen aufgeblähten Apparat mit vielen gut bezahlten Funktionären leisten kann.
Die haben doch alle ein Verhältnis mim Rewe-Chef, oder?
Naja das aktuelle chaos und auch die zunehmende Kritik an der/den ÖVP(lern) in dem einflussbereich führt grad zu internen Machtkämpfen…
Die Industrie wär natürlich froh, ihren Einfluss in der WKO zu vergrößern oder zumindest in unsicheren Zeiten wie aktuell, abzusichern.
Denn die WKO is der größte Einflusszugang der Industrie zum Staatsapparat.
Die IV is letztendlich nix andres als a Lobbyismuskonstrukt der größeren, reicheren firmen im Land und dient ah nur deren Interessen.
Die WKO sollte aber allen Unternehmen (vom kleinsten bis zum größten) ausgewogen dienen (schon allein wegen der Pflichtmitgliedschaft)!
Mal schaun wer sich wie weit durchsetzt bei den aktuellen reformrufen…
Wer schafft die Arbeit? Die Wirtschaft – ah – äh – die – ähm Großindustrie schafft die Arbeit!!11!1
IV macht typische IV-Dinge. Die Klein- und Mittelständler waren denen immer schon im besten Fall komplett Powidl, bzw. im schlimmsten Fall werden sie als Opfer betrachtet die du ausnehmen kannst.
Die IV in Österreich vertritt prinzipiell nur (für österreichische Verhältnisse) große Firmen wie die Voest sowie einige politisch vernetzte Wohlgeborene mit Erbschaftshintergrund die ohne diesem vermutlich nie in die Position gekommen wären in der sie sind.
Das ist (leider) keine neue Entwicklung.
Die zahlen doch nur mehr, weil jeder Arbeitnehmer als Lohnnebenkosten an die WKO abtreten muss.
Kann man einfach abschaffen und dafür müssen die Unternehmen mehr von ihrem Gewinn abdrücken. Das würde auch die Lohnnebenkosten senken, das wär doch super!
Das muss man verstehen; die Industrielle Vereinigung hat aufgrund der gehobenen Gesellschaftsschicht der Sie angehört natürlich noch nichts vom Grundsatz der Gleichberechtigung gehört. /s
Mehr Geld für die Reichen gö.