„Im Nachhinein erscheint es natürlich absurd, wie ich dazu gekommen bin, alles zu glauben“, sagt eine 40-jährige Frau aus Tallinn, die kürzlich durch eine weit verbreitete Intrige über 20.000 Euro an Betrüger verloren hat. Den finanziellen Schlag hält er mittlerweile für schlimmer als die Schuld, die man nur schwer loswerden kann.

    Leider sind weit verbreitete Bankbetrügereien bereits zur Normalität geworden. Jede Woche meldet die Polizei Dutzende Menschen, die Opfer sehr harter, aber für die Gauner selbst „einfacher“ Machenschaften geworden sind. Die 40-jährige Tallinnerin Piia (Name dem Herausgeber bekannt – IK) erzählte ihre Geschichte mit Delfi Ärilehe, die nie geglaubt hätte, dass auch sie eine weitere Betrügerin werden würde.

    „Die Situation hat mir irgendwie geholfen, mich mitreißen zu lassen“, sagt Piia hinterher. Im Moment des verhängnisvollen Betrugsanrufs war er allein, er hatte Zeit und er wartete derzeit auf Anrufe von unbekannten Nummern, da er im Moment mehrere Termine vereinbaren musste.

    „Kürzlich wurden verdächtige Aktivitäten auf meinem Konto beobachtet und die Bank hat mein Konto geschlossen“, sagt Piia. Deshalb erschien es ihm logisch, dass ihn nun ein „Bankvertreter“ anrief, der behauptete, dass auf seinen Namen ein neues Smart-ID-Konto angelegt worden sei und verdächtige Transaktionen stattgefunden hätten. „Ich glaubte, die Bank würde anrufen und das Chaos schnell beheben“, sagt er.

    Alles schien so glaubwürdig, dass dem Anruf ein Videoanruf der „Polizei“ folgte, der bestätigte, dass es sich um einen behördlichen Vorgang handelte. „Da ich von meinem ersten dummen Fehler, meinen Handy-ID-Code überhaupt preiszugeben, so erschrocken war, war es leicht, mich zu manipulieren“, gibt Piia zu.

    Die Stunde der Wahrheit Er wollte seinen Fehler schnell wiedergutmachen und blieb mehrere Stunden bei WhatsApp hängen. „Einmal war „Raul Vahtra“ mit dem Swedbank-Logo am Telefon, dann noch einmal im Videoanruf „Erik Lepik“ – beide haben mich belehrt und befragt“, schildert Piia den Hergang.

    Während er wartete, begann er jedoch zu googeln und fand Artikel über ähnliche Fälle. „Das machte mich misstrauisch und begann sie zu fragen, woher ich wusste, dass Swedbank überhaupt am Telefon war“, erinnert er sich.

    In diesem Moment griff die „Polizei“ erneut ein und überzeugte Piia, dass alles in Ordnung sei. „Aber irgendwann beschloss ich, selbst bei der Bank anzurufen, und dann bekam ich einen echten Schock.“

    Es stellte sich heraus, dass er Opfer einer Betrugsmasche geworden war und die Konten seiner Firmen bis auf den letzten Cent geleert worden waren. „Totaler Schock und Panik“, sagt sie. „Ich ging sofort zur Bank, erstattete Anzeige bei der Polizei, änderte die Handy-ID-Codes, aber der Schaden war bereits angerichtet.“

    Allerdings hält er nicht den finanziellen, sondern den mentalen Schlag für den schwersten. „Diese Erinnerungen an die Reden, die offensichtlichen Lügen und die Schuld – ich weiß nicht, ob das jemals verschwinden wird“, sagt er leise. „Werde ich jemals das Gefühl überwinden, wie ich nur so dumm sein konnte?“ fragt sich Piia.

    Bilanz des Bankbetrugs Generell bleibt die Zahl der von der Polizei registrierten Bankbetrugsfälle in einem Monat auf dem gleichen Niveau, nämlich rund 50 Fälle. Im September wurde jedoch ein neuer Rekord gebrochen, als insgesamt 119 Fälle registriert wurden, mit einem Gesamtschaden von knapp zwei Millionen Euro.

    Bankbetrug ist eine Art Finanzbetrug, bei dem versucht wird, an die persönlichen Daten und Bank-PIN-Codes des Opfers zu gelangen. Meistens geben sich Kriminelle als Bankangestellte aus und es kommen auch mehrstufige Schemata zum Einsatz, bei denen beispielsweise zunächst der vermeintliche Vertreter des Mobilfunkbetreibers anruft und behauptet, dass der Servicevertrag erneuert werden müsse und das Opfer das Dokument mit seinen eigenen PIN-Codes bestätigen solle.

    Nach der ersten Kontaktaufnahme mit dem Opfer und Erhalt der persönlichen Daten bzw. Eingabe des PIN-Codes ruft die Bank angeblich an und teilt mit, dass auf dem Konto der Person verdächtige Transaktionen stattfinden oder dass sie im Namen der Person einen Kredit aufnehmen möchte und aus Sicherheitsgründen das Geld des Opfers auf ein sicheres Konto überwiesen werden soll. In anderen Fällen werden die Bankkarten oder das Geld auf dem Konto des Opfers in bar an einen Kurier übergeben, der sie an einen sicheren Ort bringt.

    Dominierte früher der „Anruf von der Bank“-Stil, sind dieses Jahr Betrügereien im Namen staatlicher Dienste in den Vordergrund gerückt. Sie geben sich beispielsweise als Vertreter der Krankenkasse, Pensionskasse, PPA oder einer anderen Behörde aus und verweisen auf vermeintliche Probleme, etwa den Austausch eines Stromzählers, ein defektes Dokument oder einen Autounfall.

    Ein ähnlicher Trend ist bei Phishing-Angriffen zu beobachten, bei denen Websites mit Länderlogos genutzt werden, um zu Geldstrafen oder anderen Zahlungen aufzufordern. Während frühere Betrugsmaschen vor allem mit den Marken von Banken und Kurierdiensten in Verbindung gebracht wurden, werden heute zunehmend die Legenden von Benutzerspielen bekannter Geschäfte (wie Ikea, Maxima und Notino) genutzt, um Zugriff auf die Bankkonten von Menschen zu erhalten.

    Bei Investitionsbetrügereien werden immer noch Kleinanzeigen mit berühmten Persönlichkeiten oder sogar Fake News angeboten, bei denen Regierungsbeamte für eine neue Plattform werben.

    https://arileht.delfi.ee/artikkel/120414570/taielik-sokk-ja-suutunne-inimlik-lugu-naitab-et-igauhest-voib-saada-jargmine-pettuse-ohver

    Von railnordica

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    3 Kommentare

    1. CementMixer4000 on

      Kes iganes suudab minult petuga raha kätte saada on selle ära teeninud ka. 20a tagasi sain ruunis sellise koolituse, et edu kõigile, kes üritavad.

    2. Kuidas saaksime selliseid olukordi tõkestada? Ilmselt on siin Redditis enamik inimesi sellised, keda eriti ei õnnestu ära tinistada, aga meil kõigil on vanemad ja vanavanemad, kes ei pruugi olla nii teadlikud ja võivad jääda uskuma.

      Kas pangad saaks teha sellise „linnukese“, mida saab muuta ainult pangakontoris **kohapeal…** Näiteks ülekanded, mis ei lähe sõpradele (nt kellele on varem tehtud mitu ülekannet) ja/või tuntud ettevõtetele (nt tuntud e-poed), jääksid mõneks päevaks „laagerduma“? Võib-olla selle aja jooksul saavad inimesed aru, mida nad on teinud, ja saaksid ülekande tühistada.

      Sest see, mis praegu toimub, on kohutav! Pikalt kogutud raha, nt kus 10 aasta jooksul on võib-olla igast pensionist suudetud kõrvale panna 50 €, saadakse inimestelt kätte maksimaalselt 10 tunniga.

    3. VehicleRacist on

      Jah petturid kasutavad järjest tehnoloogiliselt ägedamaid strateegiaid aga ma nii kaugele ei läheks ütlemaks, et päris „igaühest võib saada järgmine pettuse ohver“.

      Siin loos on ka päris mitmeid detaile mis tunduvad väga kahtlased. Ei ole ju nii, et sa annad oma mobiil-ID koodi välja ja siis äkitselt on kõik kadunud. Mobiil-ID üks turvalisuse alustalasid on, et sa sisestad selle koodi kindlast telefonist mis on sinu isikuga seotud ja mille avamist kontrollib soovitavalt biomeetria. Ta pidi ikka mitu korda enda telefonis täitsa ise koode sisestama, et kontod tühjaks saada.

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