
Die Wissenschaft überrascht oft mit Entdeckungen, die unser Verständnis von Krankheiten verändern. Ein Team der University of Florida unter der Leitung des Kinderonkologen Elias Sayour hat gezeigt, dass mRNA-Impfstoffe gegen COVID-19 das Immunsystem zur Krebsbekämpfung wecken können. Diese Entdeckung ist ein Durchbruch, da diese Impfstoffe zum Schutz vor dem Virus und nicht zum Schutz vor Tumoren entwickelt wurden. Dennoch können sie eine Reaktion auslösen, die die Immunität stärkt, selbst wenn Krebs sie normalerweise zum Schweigen bringen würde.
Bereits 2016 testete Sayours Team mRNA-Impfstoffe an Patienten mit Hirntumoren. Dabei stellten sie fest, dass mRNA dem Immunsystem beibringen kann, Krebszellen zu erkennen und zu zerstören, selbst wenn der Impfstoff nicht auf eine bestimmte Tumorart abzielt. Dies führte sie zu einer mutigen Idee: Könnte ein Impfstoff gegen das SARS-CoV-2-Virus bei Krebspatienten die gleiche Wirkung haben?
Das berichten die Website „The Conversation“ und eine auf dem Portal „Nature“ veröffentlichte Studie.
Der Impfstoff verbesserte das Überleben der Patienten
Das Team untersuchte mehr als 1.000 Patienten mit fortgeschrittenem Melanom und Lungenkrebs. Alle erhielten eine Immuntherapie – eine Behandlung, die dem Immunsystem beibringt, Krebszellen erneut anzugreifen. Tumore werden oft „maskiert“ und schalten die Abwehrreaktionen des Körpers aus. Immun-Checkpoint-Inhibitoren blockieren diesen Mechanismus und Immunzellen können weiterhin angreifen.
Die Ergebnisse überraschten sogar die Wissenschaftler selbst. Bei Patienten, die den Pfizer- oder Moderna-Impfstoff innerhalb von 100 Tagen nach Beginn der Behandlung erhielten, war die Wahrscheinlichkeit, drei Jahre zu überleben, mehr als doppelt so hoch wie bei Patienten, die dies nicht erhielten. Bei Menschen, deren Tumore normalerweise nicht auf eine Immuntherapie ansprechen, verbesserte sich die Drei-Jahres-Überlebensrate fast um das Fünffache. Dieser Trend hielt auch unter Berücksichtigung von Alter, Schwere der Erkrankung oder Begleitdiagnosen an. Somit können Impfstoffe die Wirkung einer Immuntherapie verstärken und Patienten, die bisher schlecht angesprochen haben, Hoffnung geben. Wie mRNA die Immunität „weckt“.
Um zu verstehen, was im Körper passiert, testete das Team den Mechanismus auch an Tiermodellen. mRNA-Impfstoffe wirken nachweislich als Warnsignal. Sie wecken das Immunsystem und bringen es dazu, Tumorzellen als Bedrohung zu erkennen. Die Immunzellen können sich dann wehren und erneut angreifen. Wenn der Impfstoff mit einer Immuntherapie kombiniert wird, kann der Körper einen umfassenden Angriff auf den Krebs starten.
Elias Sayour erklärt es einfach: „mRNA-Impfstoffe, die nichts mit Krebs zu tun haben, können einen schlafenden Riesen wecken – das Immunsystem.“ In der Praxis bedeutet dies, dass selbst sogenannte „kalte“ Tumoren, die das Immunsystem umgeht, „heiß“ werden und empfindlich auf die Behandlung reagieren können. Diese Reaktion eröffnet den Weg zu neuen Optionen für Patienten, bei denen die konventionelle Immuntherapie versagt. Neue Hoffnung für Patienten
Wissenschaftler bereiten derzeit eine große klinische Studie für Patienten mit Lungenkrebs vor. Sie werden sie in zwei Gruppen einteilen – die eine erhält den Impfstoff gegen COVID-19 während der Immuntherapie, die andere nicht. Auf diese Weise wollen sie überprüfen, ob Impfstoffe die Wirksamkeit der Behandlung stetig verbessern können.
Wenn sich ihre Hypothese bestätigt, könnten mRNA-Impfstoffe Teil der Standardbehandlung gegen Krebs werden. Es handelt sich um eine kostengünstige und zugängliche Methode, die auf der ganzen Welt bekannt ist. Es hat während der Pandemie Millionen Leben gerettet – und kann nun in einem ganz anderen Bereich der Medizin helfen. Eine Kombination aus Immuntherapie und einem Impfstoff könnte die Behandlung auf Patienten ausweiten, die derzeit keine wirksamen Optionen haben. Letztlich würde dies bedeuten, dass mehr Leben gerettet werden und eine neue Ära der personalisierten Onkologie eingeläutet wird.
Die Entdeckung des Florida-Teams zeigt, wie schnell die Medizin Fortschritte machen kann, wenn das, was wir bereits wissen, genutzt wird. Als Reaktion auf die Pandemie entwickelte Impfstoffe ebnen nun den Weg für eine neue Generation von Krebsbehandlungen. Sollte sich ihre Wirkung in klinischen Studien bestätigen, könnte die mRNA-Technologie die Onkologie ebenso grundlegend verändern wie den Kampf gegen COVID-19. Ein einfacher Eingriff in das Immunsystem kann für Tausende von Menschen eine neue Chance bedeuten.
Dve vakcíny proti Covid-19 dokážu zatočiť s rakovinou. Šanca na prežitie stúpla až 5-násobne
Von DreamerEight
2 Kommentare
Logicky, kukurica nema rakovinu
