Die Zeit: „Großstadteltern wie wir geben sich weltoffen und tolerant – bis es um die Entscheidung geht, auf welche Schule unsere Kinder gehen. Dann beginnt die Heuchelei.“

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    27 Kommentare

    1. NapsInNaples on

      meine Voraussage: diese Diskussion wird sehr ruhig und vernunftig bleiben.

    2. emperorputin1337 on

      Wieso heißt Toleranz, dass man die Zukunft seiner Kinder opfern sollte. 

    3. Habe ich so schon erlebt und würde es wahrscheinlich genauso machen.

      Damit sich da was ändert, sehe ich vor allem die Politik in der Verantwortung und dort wähle ich Parteien, die es besser machen wollen. Brennpunktschulen müssten so gut ausgestattet sein, dass sie attraktiver als Privatschulen sind. 

    4. Ich fordere Wehrpflicht für alle,

      außer für meine Söhne natürlich, die bringe ich falls nötig im Ausland unter.

    5. Das sind so typische Meinungsartikel, da kann man schön Reactions produzieren. Als Teil des Artikels könnte man einfach das Thema Schule und Kind austauschen gegen Fleisch, Autos, Plastiktüten. Hauptsache immer wieder dem Individuum Versagen vorwerfen, wo das System versagt. Nein, man ist nicht heuchlerisch wenn man sein Kind auf eine gute Schule schicken will. Das Problem ist das System, welches verschiedene gute Schulen hervorbringt. Dafür kann man Parteien wählen, die das ändern wollen. 

    6. Das Glück deiner Kinder deinen moralischen Ambitionen zu opfern ist unmoralisch.

    7. knoetzgroef on

      „Ich lasse mein Kind doch nicht zu den Migranten und Asozialen. Außerdem kommt Sören-Hendryk aufs Gymnasium, auch wenn die Lehrerin was anderes sagt. Dafür habe ich auch schon meine Anwälte angerufen. Die Regeln das.“

      – jede Großstadtmutter, immer.

    8. super-gyakusou on

      Der Artikel erwähnt es: Die eigenen Interessen beißen sich oft mit gesellschaftspolitischen Wertvorstellungen, die man vielleicht hat.

      Man schickt die eigenen Kids lieber auf eine gute Schule mit einer homogenen Schülerschaft statt auf eine mit einem schlechten Ruf. Obwohl man eigentlich Diversität und multikulturelles Zusammenleben gutheißt.

      Man reist mit der Familie, obwohl einem Klimaschutz wichtig ist.

      Und die Erklärung/Entschuldigung ist, dass es nicht Sache des Einzelnen ist, sich einzuschränken – sondern die Politik muss die richtigen Vorgaben machen für die ganze Gesellschaft.

    9. Das Argument fand ich immer ein wenig naiv bis böswillig. Hier scheitern reflektierte Menschen, die in einer besseren Welt leben möchten an den nicht hinnehmbaren Zuständen der Realität. Das perfide ist, das suggeriert wird, die Kinder mit Migrationshintergrund wären das Problem und nicht die total verkorkste Bildungspolitik, die für diese Zustände verantwortlich ist. Das ist so sinnvoll, wie jemanden, der unser aktuelles Wirtschaftssystem kritisiert vorzuwerfen, das er oder sie arbeiten geht und nich im Wald lebt. Ich wünsche mir wieder mehr Dialektik und Anerkennung lebensweltlucher Komplexität.

    10. WhoCares69696969420 on

      >Eines der nützlichsten Dinge an Elternschaft ist, dass sie es ermöglicht, eigene egoistische Wünsche durch die Kinder reinzuwaschen. Sie verwandelt Egoismus in Tugend – einfach, indem sie den Empfänger ändert.

      >Man meidet nicht etwa die Problemschule im Kiez – man maximiert die Chancen auf höhere Bildung.

      Egoismus ist es seine Tochter auf eine schlechte Schule zu schicken nur weil man auf Biegen und Brechen nicht einsehen will, dass man vielleicht politisch ein paar falsche Ansätze hat.

    11. Sollen Kinder nun das jahrzehntelange Versagen der Politik in Bildung und Integration wettmachen?

      Ich könnte es ja noch verstehen, wenn seitens Politik echter Wille gezeigt würde. Aber der ist in Sachen Bildung und Integration einfach nicht da. Der Status Quo wird verwaltet, mehr nicht. 

    12. KoalaCapable8130 on

      Mein Kind wird in der Großstadt in der wir leben sicherlich auch keine öffentliche Schule besuchen. Aber nicht wegen Migrantenkindern sondern weil das öffentliche Schulsystem einfach am Ende ist. Zu viele Kinder in den Klassen, Lehrer sind unterbezahlt, deshalb unmotiviert. Gute Lehrer sollten leistungsorientiert bezahlt werden (z.b. gutes Abschneiden bei PISA Test, dann hoher Bonus) damit die Motivation da ist den Kindern was beizubringen. In privaten Schulen sind die Arbeitsbedingungen einfach besser und die Lehrkräfte sind engagierter.

    13. Unique-Midnight-5667 on

      Der Artikel ist grandios, weil er den Finger in die Wunde legt. 

      – Man wählt Parteien, die für mehr soziale Gerechtigkeit sorgen (auch wenn man dadurch selbst finanzielle Nachteile hat; höhere Einkommensteuer oder Erbschaftssteuer)

      – man setzt sich für Integration ein

      – man sieht Multikulti eher als Gewinn 

      Sein eigenes Kind dann aber in ein dysfunktionales System werfen, nachdem man jahrelang jeden Abend vorgelesen hat, Klavierunterricht organisiert hat, Gewaltfreiheit gepredigt hat, Konfliktlösung trainiert hat… Nein, das würde ich dann auch nicht wollen. 
      Irgendwo Doppelmoral, aber wieso soll mein Kind am Ende darunter leiden, dass es politisch seit Jahrzehnten versäumt wurde, beginnend bei der Kita (!) und bei der Stadtplanung für gerechte Startchancen für alle zu sorgen? 

      Wer sich mit dem ziemlich komplexen Thema einer gerechteren Bildung auseinandersetzen will, sollte das Buch „Mythos Bildung“ von Aladin El Mafaalani lesen. 

    14. Fabulous_Pressure_96 on

      Finde ich durchaus problematisch. Selbst bei Toleranten sehe ich, dass sie ihre Kinder dann doch auf die gebührenpflichtige Privatschule schicken. Das wird dann damit beschönigt, dass ja trotzdem ein paar Kinder über Stipendien auch ohne Gebühren auf die Schule gehen können. Ein paar, ja, aber die meisten, die es sich nicht leisten können und auch nicht die schulischen Leistungen zeigen konnten, eben nicht. Es sind nicht immer nur faule oder dumme Schüler. Hagen Rether hat auch das mal perfekt zusammengefasst. Gerade ausländische Kinder landen in der Oberschule, der Resterampe, weil die doof sind. Das wissen wir doch alle. Die könnten doch, wenn sie wollten. Richtig ist, dass ihnen die Möglichkeiten fehlen. Das ist einfach empirisch belegt. Es gibt diese gläserne Barriere, die einen sozialen Aufstieg verhindert. Durch diese Entscheidung wird die Spaltung und Aufteilung der Gesellschaft gerade erst verfestigt. Meiner Meinung nach entkommen dem aber selbst die Kinder der Eltern nicht, die es gut mit ihnen meinen und sie auf die oben erwähnte Privatschule schicken, denn dazu gehört noch mehr. Es gibt da eine ganz andere elitäre Gruppe.

    15. ddombrowski12 on

      Für mich ist es ein Paradox: Menschen, die nicht wissen wie Bildung funktioniert (Mensch + Ressourcen = ökonomischer Erfolg?) sorgen dafür, dass Bildung nicht funktioniert (Vielfalt der Klassen und Kulturen = mehr Bildung und Social Skills für alle).
      Aber das darf mensch niemandem vorwerfen, wer schickt sein Kind schon gerne in verfallene Gebäude und in „Problemviertel“? Sie reproduzieren unbewusst die Probleme, denen sie entfliehen wollen. Weil sie halt auch nur sozialen Aufstieg an den Noten und Bildungszertifikaten messen, aber wenn du dein Kind von sozialen Realitäten isolieren willst, wird es das nicht besser auf die Realität vorbereiten.

    16. SuccessfulOutside722 on

      Interessant wie viele hier voller Lob eine 2 Klassen Gesellschaft befürworten, sich aber wahrscheinlich als links ansehen und entsprechende Parteien wählen. Es ist Heuchelei, wenn man pro Flüchtlinge ist und pro Inklusion, während man selbst exklusiv lebt

    17. Civil_Ingenuity_5165 on

      Erinnert mich an :“Ich fordere den Ausbau erneuerbarer Energien, aber nicht in meiner Gemeinde“

    18. Richtig geil, man lässt über Generationen die Schulen verotten und kümmert sich einen Scheiss um das Schulwesen und die Herausforderungen der modernen Gesellschaft, aber als Eltern ist man dann der Buchmann, wenn man darauf für seine Kinder keinen Bock hat.

      Ich liebe diese Timeline.

    19. Warum sollten die Eltern dafür kritisiert werden, dass sie die beste Bildung für ihre Kinder wollen? Es sollten dohc die Kommunen dafür sorgen, dass alle Schulen ein ähnliches Niveau bieten!

    20. Ken_Erdredy on

      Ich gebe zu dass wir es genauso gemacht haben. Sind extra zur Einschulung in die Vorort-Reihenhaussiedlung gezogen, damit meine Kknder nicht schon in der ersten Klasse das Wort „H*rensohn“ lernen.

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