Ich möchte euch kurz von Andrew, der Fliege erzählen und was ich aus dieser Begegnung für mich mitgenommen habe. Andrew (eine befreundete Person, die zu dem Zeitpunkt bei mir war und das auch mitbekommen hat, hat die Fliege so getauft) war eine Fliege in meiner Wohnung, die sich an einem nicht mehr benutzten Spinnenfaden an der Decke verheddert hatte. Und Andrew wollte da unbedingt raus und hat versucht sich raus zu kämpfen, mit aller Kraft, aber es klappte nicht. Und ich habe das beobachtet und dachte … ich kann die Fliege da jetzt nicht einfach so am Spinnenfaden verrecken lassen. Also hab ich Andrew mit einem Glas davon befreit. Während er noch im Glas war, habe ich ein paar restliche Spinnenfäden von seinen Flügeln entfernt und versucht ihn durchs offene Fenster zum nach draussen fliegen zu motivieren.

    Doch dann ist Andrew plötzlich aus dem Glas auf meine Hand geklettert und … da einfach geblieben xD Irgendwann habe ich mir dann vorsichtig einen Tee gemacht und Andrew ist dann von meiner Hand weiter hoch auf meinen Ärmel geklettert. War ihm wohl zu viel Bewegung 😀 Nach so ca. 30 Minuten hab ich ihn dann irgendwann so n bisschen angestupst und war so "du kannst auch wegfliegen, wenn du willst :3" und dann isser irgendwann weg geflogen.

    Und während diesen 30 Minuten auf meiner Hand und meinem Ärmel hat Andrew einfach … gechillt lol Sich immer mal wieder geputzt. Und sonst war er einfach … da 😀 Ich hab einfach weiter alles gemacht, was ich sonst so gemacht habe: Nach einem Glas greifen, um was zu trinken. Die Maus bewegen, um ein YouTube Video anzumachen (Aber auch alles vorsichtiger als sonst, damit Andrew nicht erschreckt wird). Und Andrew war einfach die ganze Zeit am Start 😀

    Warum auch immer Andrew beschlossen hat über 30 Minuten auf mir zu sitzen und das, obwohl ich mich (wenn auch vorsichtiger als sonst) normal bewegt habe: Eines hat mir diese Erfahrung mal wieder gezeigt: Jedes Lebewesen ist es wert gerettet zu werden: Ob es eine Fliege in der Wohnung ist oder ein Wurm an einem heißen Tag auf dem Asphalt: Jedes Lebewesen hat einen respektvollen Umgang verdient.

    (Aus Transparenz-Gründen muss ich hier aber auch sagen, dass ich auch schon Zecken und Mücken absichtlich getötet habe, weil ich keine Lust habe Krank zu werden. Und ja, ich fühl mich wirklich jedes Mal scheiße dabei. Aber die Angst ist zu groß 🙁 Dafür habe ich diesen Sommer sehr sehr viele Regenwürmer gerettet <3)

    Von Peppinoia

    Share.

    6 Kommentare

    1. Strange-Bit-6020 on

      Danke, dass Du Andrew etwas Liebe und Aufmerksamkeit gegeben hast. ❤️🪰

    2. Wenn die Fliegen hier sich auch so ruhig verhalten würden, einfach nur dazusitzen und zu chillen, dann wäre ich auch fein mit ihnen.
      Aber dieses ständige rastlose Umhergesurre macht mich kirre.
      Daher habe ich immer ein großes Olivenglas bereit mit dem ich sie einfange und nach draußen bugsiere.

    3. Thin-Ad-8218 on

      Süss!! Und es stimmt wirklich … ich glaube, dass sie sowas wie Dankbarkeit empfinden können. Aber auch davon ab, ist es das wert, jedem Lebewesen Liebe und Respekt zu erweisen.

      Muss aber sagen, dass mich letzte Nacht eine Fliege die ganze Zeit terrorisiert hat, sie hat mich im 10 Minuten Takt geweckt und ist dauernd an mein Ohr geflogen 😂 ich war ziemlich am Ende 😂👍🏼 aber sie will auch einfach nur leben…

    4. hydrahahaha on

      Also bei Tieren die Schmerz oder Leid empfinden können kann ich das alles verstehen. Aber sich schlecht zu fühlen, weil man ne Mücke getötet hat, ist für mich seltsam. Dennoch ist es interessant, so eine Perspektive zu sehen.

    5. Guido-Veganeu on

      Ich finde deine Schilderung sehr schön. Bei mir lebte einmal monatelang eine Hummel im Winter im Zimmer und ließ sich gerne füttern. Immer mehr zeigen auch Studien, dass es offenbar weitaus komplexere Prozesse bei Insekten gibt bis hin zu emotionalen Prozessen, als früher gedacht. Wir sollten immer die Möglichkeit beachten, dass innerhalb jedes Insekts auch eine Form von Bewusstsein und Empfinden steht. Ich töte daher auch keine Mücken, obgleich ich in Kambodscha lebe. Ich habe allerdings Mückengitter angebracht vor den Fenstern, trage keine kurzen Hosen oder T-Shirts und verwende, wenn es notwendig ist, Mittel zur Mückenabwehr. Ich werde im Ergebnis wesentlich seltener gestochen als die meisten, die permanent Mücken totschlagen, aber nicht das tun, was wir auch in mückenreichen Ländern wie Kambodscha tun können, um uns vor Stichen zu schützen.

    Leave A Reply