
https://ooe.orf.at/stories/3313694/
Von 2020 bis 2023 wurden fast 2.000 landwirtschaftliche Betriebe in Oberösterreich aufgegeben. Der Verein „Land schafft Leben“ nennt Gründe: etwa die mangelnde Rentabilität, der Strukturwandel mit Trend zur Betriebsvergrößerung sowie die Probleme bei der Hofnachfolge.
In Österreich sperren täglich neun Bauernhöfe zu
byu/adcap1 inAustria
Von adcap1
16 Kommentare
Wie kann das denn sein wenn die ÖVP sich doch so für die kleinbäuerlichen Familienbetriebe einsetzt
Ja eh klar, der Staat und die EU wollen lieber einen großen Betrieb als einen Familienbetrieb. Kenne in der Verwandschaft einige die unlängst aufgehört haben und einige die es demnächst noch werden. Zahlt sich finanziell kaum aus und der Staat/Behörde ist leider ein Arsch zu denen.
„Oh sie arbeiten im Büro und in der Früh + Abend füttern sie die Tiere, auch am Wochenende? Tut mir leid, glauben wir ihnen nicht, niemand arbeitet so viele Stunden. Geht ja gar nicht“
„Dann kommen Sie gerne am Hof vorbei, bleiben Sie für 2 Tage“
„Kann ich leider nicht machen, Antrag auf XY abgelehnt“
*hust* LPGen wären doch was *hust*
Maßgeblich daran Beteiligt ist das System der EU, das lieber [die Großen fördert](https://www.agrarheute.com/management/betriebsfuehrung/eu-kleine-bauernhoefe-verlierer-569924).
Ich kann nur empfehlen den Film „[Das System Milch](https://filmfriend.at/de/movies/das-system-milch)“ anzuschauen, der zeigt die Absurdität gewisser Entwicklungen auf. (Filmfriend gibt es über gewisse Bibliotheken kostenlos, u.a. die der Arbeiterkammer.)
Man braucht sich nur die Erntemaschinen ansehen, das sind rollende Fabriken mittlerweile, die kaum mehr auf eine Straße passen.
Dem Preisdruck auf der Absatzseite kann man sich leider nur durch Skalierung widersetzen, oder durch eine extreme Spezialisierung.
Die kleinen Familienbetriebe haben halt keine politische Lobby/Unterstützung (die ÖVP ist für Großbetriebe) und bekommen die volle Breitseite der Kritik die eigentlich an die Großbetriebe gerichtet werden sollte.
Aber keine Angst, das Ackerland ist nicht weg, es ist nure verkauft oder verpachtet an den nächsten Großbetrieb. (wenn es leicht zu bewirtschaften ist)
Ist kein neues Phänomen. Österreichs traditionell kleinteilige Landwirtschaft erlebt seit dem EU-Beitritt einen Niedergang und wird im bestehenden Umfang zum Teil nur noch durch Förderungen aufrecht erhalten (auf die aber auch bei weitem nicht alle Anspruch haben).
Die Frage ist ja eigentlich nicht wie viele Bauernhöfe es gibt sondern wie es mit der Produktion ausschaut. Es ist ja eigentlich egal ob 5 Bauernhöfe je 1000l Milch produzieren oder 1 Bauernhof 5000l Milch produziert. Genauso wichtig ist die Frage warum die Bauernhöfe zusperren. Wenn da einfach jemand in Pension geht und niemand das Geschäft übernimmt haben wir auch kein Problem mit Arbeitslosen.
Ähnlich wie überall sonst kann der kleine Produzent einfach nicht mehr mit den Großen konkurrieren. Der einzige Ausweg daraus ist: du machst irgendwas spezielles. Also zb Bio oder Alpakas oder whatever.
Ich weiß ehrlich gesagt nicht wo das Problem ist und ob wir da dagegen Steuern sollten.
Nach mir ist wahrscheinlich auch Schluss. Hab meinen Kindern schon gesagt, sie sollen grundsätzlich mal studieren und machen was sie interessiert, falls dann einer Bock hat daneben ein bisschen was landwirtschaftliches zu machen gut, wenn nicht, auch gut.
Diesen Trend gibt’s doch unaufhaltsam seit Ewigkeiten oder?
-Die Kosten skalieren schlecht für Kleinbetriebe
-Jüngere Generationen wollen sich selten diese buchstäbliche Drecksarbeit antun, und selbst wenn braucht man noch nen willigen Partner dazu (ewige Single-Bauern enden gefühlt selten gut). Die Leute haben auch weniger Kinder, somit weniger Chance dass wer übernimmt und die extra „gratis“ Arbeitskraft fehlt auch
-Geerbtes Land kann man auch verpachten, ohne sich selbst die Arbeit zu machen, und nach Generationen von Erbstreitereien sind je nach Region die Flächen zu zerfleddert
-Betriebe werden einerseits mit Förderungen künstlich am Leben erhalten (bis es kracht) und andererseits mit Regularien gegängelt, die je nach finanzieller Situation untragbare Investitionen verlangen
-Mit Innovation, internationalem Marketing und gutem Geschäftssinn kann man eventuell auch als kleinerer spezialisierter Betrieb noch gut leben, aber warum sollten Leute mit solchen Skills Bauern werden?
Da spielen einfach zuviele Faktoren dagegen.
Als ich noch jung war haben Landwirte ihre Haustüren nie zugesperrt. Kranke Welt in der wir leben.
Ich würd ja gern eine Landwirtschaft übernehmen, hab aber keine 2 Mille rumliegen und auf Leibrente steigen nur die wenigsten ein.
Der Hof wird dann vererbt und steht oft leer. Schade um die vielen Bauernhöfe die verfallen weil sich keiner drum umschaut.
Ein Teil des Problems liegt auch daran, dass Altbauern oft keine Nachfolger finden (die Kinder haben sich schon lange weniger anstrengenden Berufen zugewendet) und gleichzeitig die Leute, die gerne in die Landwirtschaft einsteigen würden, es nicht können, weil es ihnen an Kapital zum Erwerb und/oder Befähigkeitsnachweis fehlt. Gleichzeitig ist nach allem, was mir Leute erzählt haben, die Landwirtschaftskammer auch nicht daran interessiert, jemanden von außen „hineinzulassen“.
Inzwischen gibt es aber kleinere Initiativen, die daran arbeiten, Altbauern und Interessierte zusammenzubringen, aber das ist ein Tropfen auf den heißen Stein.
Kleinbauernhöfe sind einfach ineffizient und werden mit Subventionen künstlich am Leben erhalten.
Manufakturen wurden auch von großen Fabriken verdrängt. Alleine schon die Stillstandzeiten der ganzen Maschinen sind absurd, da wäre kein Industrieunternehmen überlebensfähig.
This is by design so only mega crops control the food supply. Bill gates is trying to pwn majority of the farm land in the us. Why isn’t the austrian gov doing more to protect the farmers?
Dann gibt’s ja in gefühlt 2 Monaten keine mehr