
Ich finde die aktuelle Werbung, die das Rote Kreuz schaltet, recht fragwürdig.
Das Rote Kreuz wird in der Regel von den Bundesländern für den Rettungsdienst bestellt, bekommt also einen Fixbetrag pro Einwohner, um die notfallmedizinische Versorgung sicherzustellen. Zusätzlich gibts von den Krankenkassen Geld für jeden Transport. Zusätzlich gibts noch Subventionen, Mitgliedsbeiträge, usw.
Ich habe das Gefühl, hier soll Menschen Angst gemacht werden, der Rucksack der Rettungsteams sei nicht optimal gefüllt, würden sie jetzt keine Spende von 25 oder 50€ dalassen. Grundsätzlich ist das Rote Kreuz eine wichtige Organisation, nur mit den Ängsten spielen finde ich geht beim Rettungsdienst gar nicht.
Wie seht ihr das?
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Von justFUZEit
16 Kommentare
Ich zahle fast 1000€ Sozialversicherung und 1000€ Steuer pro Monat also die können sich schon daraus ganz normal finanzieren
Da gehts um nen First Responder Rucksack…dass sind Sanis die das dann in ihrem Kofferraum lagern & ebenfalls eine Info bekommen dass in ihrer Nachbarschaft was passiert ist. Die sind dann meistens Minuten vor den Wagen da und leisten Erste Hilfe.
Das hat nicht wirklich was mit dem Rettungsdienst zu tun – weil der kommt oben drauf. Ist ein Zusatz Service.
Das was die Krankenkasse als notwendig erachtet, muss aber noch lange nicht deckungsgleich mit dem sein was für Rettungskräfte im Alltag wirklich notwendig ist. Und die Krankenkasse zahlt vermutlich nur das, was sie (oder wer auch immer) irgendwann mal als notwendig definiert haben.
Also ganz ehrlich: Gibt schlimmere Institutionen die nach Spenden aufrufen als das rote Kreuz.
100€? Was an dem Rucksack kostet 200€?
Bin ganz bei dir – ich bin selbst seit vielen Jahren als Notfallsanitäter beim RK, und mich ärgert sowas auch. Ich glaube nicht, dass das hier Angstmache sein soll. Aber als bestbekannte und omnipräsente Rettungsorganisation (mit viel Rückhalt in der Politik….) um Spenden zu betteln, um zu garantieren, dass die Einsatzrucksäcke stets befüllt werden können (das impliziert diese Werbung für mich), ist schon ziemlich erbärmlich.
Naja, solche Spenden landen hoffentlich dann auch bei dieser Organisation, ohne das dazwischen hunderte Leute noch mitverdienen bevor ein kleiner Bruchteil ankommt
Eine Firma die diverse Geschäftszweige hat (Krankentransport, Blutspendedienst, HKP usw), von gratis Arbeit (ehrenamt) und Zwangsarbeit lebt und trotzdem permanent jammert und Spenden haben will. Kannst nicht erfinden.
Kann nur aus der Sicht eines RK-Sanis aus Niederösterreich sprechen:
Der Rettungsdienst ist extrem kostenintensiv. Hauptsächlich wird dieser mittlerweile hauptberuflich besetzt, um eine (notwendige) Vebesserung der Behandlungsqualität zu erzielen.
Dazu kommt, dass der niederösterreichische „Rettungsvertrag“ (den das Land mit sämtlichen Rettungsdiensterbringern ausgehandelt hat) eine Pauschale für etwaige Rettungsmittel bezahlt (RTW-C, RTW, KTW, BKTW)
Nun arbeitet der Rettungsdienst grundsätzlich nicht kostendeckend und speziell bei hochfrequentierten Einsatzmittel (Bezirkshauptstädte, etc.) entsteht dem Verein sogar ein Verlust. Umgekehrt bei wenig Ausfahrten (was sehr selten vorkommt) entsteht ein Gewinn (vor allem wenn ehrenamtlich besetzt).
Fakt ist, dass der RD in vielen Fällen finanziell von anderen Bereichen (gesundheits und soziale Dienste, etc.) finanziell gestützt werden muss.
Deshalb auch der Aufruf um zu spenden.
Ich würde dem RK nie was spenden
wie viel geld die haben….
Die Samariter arbeiten auch so, schlimmer sogar weil die unsympathische Keiler durch die Häuser schicken.
Im 16ten kamen mir Mal zwei als Sani angezogene Typen entgegen und ich dachte es ist was passiert also bin ich stehen geblieben (ging Grad aus der Wohnung raus zu nem Termin) sagten die ich solle spenden damit sie sich Rettungswagen leisten können.
Als ich meinte ich hab nix sagte er erstmal wenn ich nicht nur die Glamour lesen würde wüsste ich dass sie heute kommen weil das in der Zeitung stünde.
Danach als ich einfach ging hat er gesagt ich werde mich wundern wenn meine Mutter stirbt weil kein Rettungswagen sie abholen kann.
Viele Bereiche des RK wie etwa Rettung- und Krankentransport oder Kstastrophenhilfsdienst sind ein Minusgeschäft. Für den Betrag, den das RK für einen Rettungseinsatz von der Krankenkasse bekommt, machens in Deutschland nicht mal das Garagentor auf.
Aber hau nur munter auf eine Hilfsorganisation drauf, wenns dir dadurch besser geht.
Es ist seit eh und je bekannt dass das RK respektive der jeweilige Rettungsdienst extrem stark von den Ländern subventioniert werden muss und dennoch mit hohen Geldproblemen zu kämpfen hat!
Weshalb ich deinen Post eher als fragwürdig bezeichnen würde als diesen Spendenaufruf, hättest du dich ein bisschen mit dem Thema auseinandergesetzt, wüsstest du das.
Ich bin Mitglied beim RK und spende Jährlich 50€ aus diesem Grund, das ist wenig Geld und wenn man die Herrschaften braucht, sind sie Tag und Nacht teils ehrenamtlich zur Stelle. Das ist wohl das mindeste.
Es ist korrekt, dass das RK meistens von den jeweiligen Gemeinden/Bezirken mit der Durchführung eines Rettungsdienstes beauftragt wird und dafür natürlich auch finanzielle Unterstützung bekommt. Es stimmt auch, dass es den sogenannten „Rettungseuro“ gibt, eine Pauschale, die Pro Einsatz an die Organisationen gezahlt wird. Und es stimmt auch, dass es von den Versicherungen Geld für Einsätze gibt. Einige Probleme nur:
Der Rettungseuro wird nur an die hauptbeauftragte Rettungsorganisation ausbezahlt und ist auch dann mehr eine Geste als kostendeckend. In einer kleinen Gemeinde mit einem Rettungsdienst ist das soweit machbar, wenn aber mehrere RDs das gleiche Gebiet bedienen (wie zb in Wien mit 6 verschiedenen RDs) bekommt weiterhin nur die hauptbeauftragte Organisation das Geld. Im Fall von den Wiener HiOrgs heißt das also, dass sie Einsätze für die Berufsrettung fahren, der Rettungseuro geht aber an die Berufsrettung und nicht an die jeweilige Organisation, die den Einsatz durchgeführt hat. Oft wird der RD also defizitär geführt, was im Fall von Non-Profit Organisationen aber ja auch ok ist.
Zum Thema Versicherungen:
Die Zahlen zwar Geld pro Einsatz an die Organisationen, allerdings bei weitem nicht das, was ein Einsatz an Kosten aufbringt. Die Präklinik ist bei den österreichischen Versicherungen noch nicht ganz am Schirm und deswegen wird auch hier nur eine Pauschale entrichtet, die sich meist nur im zweistelligen Bereich bewegt. Allein die Personalkosten für einen Einsatz (vor allem mit hauptberuflichen Personal) belaufen sich auf weit höhere Summen.
Ich finde es also nicht verwerflich, dass auch Rettungsdienste nach Spenden Fragen. Anhand von z.B. SMD oder ASB gibt’s auch RDs, die sich zum größten Teil aus Spenden finanzieren. Die Werbung hätte sicher deutlicher gestaltet werden können, verwerflich finde ich daran aber um ehrlich zu sein nichts.
Ich war zivildiener in wien. Den fakt, dass die dichte der rettungs und krankenfahrzeuge allein aufgrund der zivildiener und freiwilligen aufrecht zu erhalten ist ist darmals für mich eingeschlagen wie eine bombe.
Beispiel 2: in graz (der zweit größten stadt) österreichs sind am tag nur um die 25 einsatzwägen unterwegs, da die finanziellen mittel für fahrzeuge, ausrüstung und personal fehlen!
Und, ist da auch ein ähnlicher Schmäh dabei wie bei den Schlöchern, die in Uniform anläuten und einen auf ÖRK machen, real aber wie die Greenpeace-Psser auf der Strasse erstmal das erste Jahr die Spenden als Gehalt kassieren, und falls danach noch nicht gekündigt wurde (also bei max 2% der Spendenabos) fliessts dann überhaupt erst der 1. Cwnt zum ÖRK?
Wohnst Du in Wien, Graz, Linz, Salzburg, Klagenfurt oder Innsbruckr? Wenn nein, frag doch mal den Kommandanten deiner freiwilligen Feuerwehr wie das so mit der Finanzierung klappt und funktioniert.
Das RK ist eine freiwillige Organisation, die – zwar öffentliche Gelder für Dienstleistungen erhält, aber diese nicht zu 100% kostendeckend sind.
Daher auf Spenden angewiesen sind. Und hier soll keine Angst gemacht, sondern auf diese „Mißstände“ aufmerksam gemacht werden