
Die Grenzkontrollen zu Tschechien und der Slowakei sind wieder mal um sechs Monate verlängert worden. Als, wie die Meldung so schön sagt, "Abschreckung gegen die Schlepper-Mafia".
So weit, so auf den ersten Blick plausibel. Bis auf das kleine Detail dass die klassischen Schlepper-Routen eher nicht von CZ aus kommen… aber gut, lassen wir das mal außen vor.
Ich fahre als Wochenpendler fast jede Woche zwischen Prag und Wien hin und her: oft mit dem Zug (das ist die bessere Variante, da kann ich arbeiten), aber leider oft genug auch mit dem Auto (wenn ich zu komischen Zeiten fahren muss, oder was transportieren muss). Ich kenne die Grenzkontrollen also gut. Und vor allem seitdem es sie gibt.
Das Ding ist… in den Zügen gibt es keine Grenzkontrollen. Null. Nada. Nichts. Noch nie gegeben, seitdem das eingeführt wurde. Kontrolliert wird ausschließlich auf der Straße.
Die Kontrollen auf der Straße müssen Unsummen an Dienststunden kosten, weil das pro Kontrollposten mindestens ein halbes Dutzend Beamte bindet. Zu Spitzenzeiten wohl auch mehr. 24/7. 365 Tage im Jahr. Und sie erzeugen regelmäßig lange Wartezeiten an der Grenze.
Und das alles, obwohl man seine zu schleppenden Personen in Prag oder Brünn einfach nur in den Zug setzen müsste? Was ist das alles – reine Beschäftigungstherapie für eine ohnehin schon überarbeitete Exekutive? Aktionismus ohne Hirn?
Grenzkontrollen CZ/SK – spürt sich da noch jemand?
byu/graphical_molerat inAustria
Von graphical_molerat
8 Kommentare
Ich kann nicht herauslesen, ob du gern mehr oder weniger Kontrollen hättest.
So wie auf der Straße in erster Linie Transporter und Kleinbusse kontrolliert werden, finden auch in den Zügen ‚zielgerichtete‘ Kontrollen statt. Du passt einfach nicht ins Kontrollschema 😉
Die gehören einfach weg… wozu sind wir in Schengenabkommen
Teile der Antwort könnten die Bevölkerung verunsichern!
Wenn die Schleppermafia die Leute in Brno in den Zug setzt, wird sie wohl kaum selbst noch mitfahren. Daher bringt’s in der Hinsicht nicht viel, die Leute im Zug zu kontrollieren – die tauchen dann ohnehin bei einer Polizeistation auf, wenn sie Asyl beantragen möchten. Bei den Kontrollen an den Grenzübergängen besteht noch die Möglichkeit, die Fahrer wegen Schlepperei festzunehmen.
Zwischen der Slowakei und Österreich wär’s allerdings sinnvoll, auch in den Zügen wegen MKS zu kontrollieren.
In Zügen wird sicher auch kontrolliert. Bekommst du nur nicht mit da du vermutlich die „richtige“ Hautfarbe hast.
Ist aber sowieso Bullshit die kontrolliererei. Da isn Posten und 500m weiter rennens durchn Wald…
Bin mal mitm Twin City Liner von Bratislava nach Wien gefahren. Beim Ausstieg warteten schon 2 Polizisten und wollten Ausweise sehen. So genau haben sie aber nicht geschaut, als sie gesehen hatten dass mein Reisepass österreichisch ist, wollten sie gar nicht erst reinschauen.
Also ich bin dienstlich seit 6 Monaten in die Slowakei mit dem Auto unterwegs und spüre davon nichts.