
Vorneweg: ich bin ein Fan von Öffentliche Option/der öffentlichen Alternative. Es gibt eine ÖGK, aber wenn du findest eine private Zusatzversicherung bietet dir Vorteile die es wert sind kannst du dafür Geld ausgeben. Du kannst in den Gemeindebau ziehen, aber wenn es dir zu laut ist oder zu ranzig kannst du schauen ob dir das private Markt was besseres bietet. Du kannst mit der Post verschicken oder überlegen ob du es mit DHL machst. Es gibt die Mieterhilfe der Stadt und es gibt private Anbieter wie Mietfuchs. Du kannst die Nachrichten auf der Blauen Seite lesen oder ein dir ein digitales Presseabo kaufen.
Es gibt Bereiche wo ich finde der Staat nichts zu suchen hat (ie Konsumgüter, Luxusgüter), aber es gibt viele Bereiche wo ich es sehr spannend finde wenn Staatliche oder Staatsnahe Angebote und Marktangebote miteinander konkurrieren und einander auf Trab halten.
Und im Augenblick krebst ja die Idee herum ob nicht "Digitale Infrastruktur" auch dazu gehören könnte. Wenn zb gefördert wird der Staat sollte investieren in social media Alternativen oder wenn die Präsidentin der Europäischen Zentralbank drüber nachdenkt ob man nicht in der EU eine paypal Alternative schaffen sollte.
Kritik an der "Marktsituation"
Bei Dating Platformen gibt es ja viel Kritik, und immer wieder den Vorwurf dass es deren Interesse ja gar nicht ist Leute zusammen zu bringen, sondern eher dir mehr zu verkaufen. Also aus deren Hinsicht ist es ja besser wenn Leute lange auf der Platform sind, anstatt einen Partner zu finden und die Platform zu verlassen.
Ist das überhaupt ein Thema für den Staat?
Pärchen für die Geburten?
Hier brennt ja immer wieder mal die Situation hoch was der Staat tun soll damit Leute mehr Kinder kriegen. Ich hab kürzlich ein Video geschaut da wird drüber geredet dass es dieses Geburtenratenfall auch in Ländern gibt du man nicht unbedingt damit Assoziieren würde wie zb Tunesien oder der Türkei (es wird übrigens die These aufgestellt dass sinken der Geburtenrate am besten mit der Einführung und Verbreitung von Smartphone korreliert). Es wird die These aufgestellt dass es gar nicht ist dass es gar nicht ist dass die Leute so wenig Kinder kriegen wenn sie man eine Partnerschaft haben, aber dass die Leute seltener Partner haben. Darum habe ich mir provokant die Frage gestellt, okay, heißt das dass der Staat effektiver Leute zum Kinderkriegen ermutigen würde wenn er Verkuppelungsveranstaltungen macht als wie wenn er das Kindergeld erhöht (also Sachen was früher zb die katholische Jugend gemacht hätte).
Pärchen gegen die gesellschaftliche Spaltung und Radikalisierung?
Es geistern gerade viele Artikel herum dass die politischen Welten von Männern und Frauen auseinander driften (mit Zahlen aus Deutschland und Südkorea als Beispiel). Da wird viel herumsinniert wegen Henne und Ei. Finden Männer und Frauen nicht mehr zusammen weil sie politisch so gespalten sind? Oder werden die Menschen unnachgiebiger und politisch extremer weil ihnen Beziehungen fehlen die sie zu Kompromissen zwingen oder sie mit Menschen zusammenleben lassen die andere Prioritäten haben?
Paare für die Gesundheit?
Man liest es, die Österreichische Gesundheitskasse hat auch Geld Probleme. und es wird ja immer wieder zititert dass eine Ehe/Partnerschaft sehr positiv für die Gesundheit ist. Da wird mir Werten wie "24% gerineres Sterberisiko" oder "bis zu 9 Jahre längeres Leben" um sich geworfen (fun fact: diese positiven Auswirkungen gibts soweit ich das lesen kann vor allem oder sogar ausschließlich für Männer).
Ich finde man kann behaupten zu einem gewissen Grad macht der Staat das sowieso schon wenn sie Pensionistenvereine Fördern und die dann wiederrum Dating Verstanstaltungen und Tanzabende gegen die Alterseinsamkeit organisieren.
Im dystopischen China is ja angeblich zumindest eine Stadt schon auf die Idee gekommen. Leider finde ich nur die ursprüngliche "haha, was für eine befremdliche Sache" Geschichten und nicht wies weitergegangen ist (also obs mittlerweile nicht eh schon wieder eingestampft ist)
Gedankenexperiment
Stellt euch vor irgendeine Gesundheits oder Sozialministerin ruft eine "Politik der Liebe" aus um die Gesundheitskassen zu schonen und die Pensionen zu retten. Realistisch: wenn würde der Staat einen Verein/eine NGO finden die sowas anbietet und denen eine Förderung zahlen. und wie gesagt vollständig abstrus finde ich die Idee einer Platform die halt wirklich verbrieft danach orientiert ist möglichst viele Verkuppelungen zustande zu bringen. Und vielleicht könnte eine staatliche Platform viel mehr "echte Identät" orientiert sein ("anmelden mit ID Austria!") und deswegen schlechten verhalten mehr sanktionieren (hätten auch weniger Motivation Leute die sich schlecht benehmen auf der Platform zu halten).
Aber man kann sich auch so richtig schön eine österreichische Black Mirror Folge vorstellen wo es ein "Dating AMS" gibt wo beziehungswillige Leute sich melden, die Vermittlungen machen die genauso schlecht sind wie die Jobvermittlungen und wo die Leute in unerträglich schlechte und langweilige Nach und Weiterbildungskurse gesteckt werden weil sie beim vermittelt werden so erfolglos sind.
Gedankenexperiment/Österreichischer Science Fiction: Was wäre wenn der Staat eine Datingplatform betreiben würde?
byu/wegwerferie inAustria
Von wegwerferie
4 Kommentare
tolle Idee, wäre ich dafür, der Staat sollte sich auch um die Bekämpfung von ungewollter Einsamkeit und den Aufbau von Freundschaften kümmern, quer durch alle Generationen meiner Meinung nach
https://preview.redd.it/myr0t0jrg9te1.jpeg?width=680&format=pjpg&auto=webp&s=30f26b28f6de5443ffb539090f2268f403102a2d
Ex-Premier Shinzo Abe hatte wegen der niedrigen Geburtenraten in Japan eine ähnliche Idee
nach kaufhaus österreich kommt jetzt –
LAUFHAUS ÖSTERREICH
Erstmal wäre ich persönlich am Ende des Tages immer noch single, aber das wäre ja wohl ein Albtraum.
Zweitens sicher Verfassungswidrig (liberales Grundprinzip lässt grüßen), wenn sich der Staat erdreisten würde so in die Privatleben der Bürger*innen einzugreifen. Wir sollten ja eigentlich zu weniger Staat in unserem Privatleben hinarbeiten nicht mehr.
Aber