
In einigen Bereichen wie dem Umweltschutz hat sich durchaus was getan, aber für den normalen 08/15 Bürger wird die letzten Jahrzehnte einfach nur alles schlechter.
Brutto verdienen wird so viel wie nie aber Netto/Reallohntechnisch verdienen viele weniger als vor 20/25 Jahren. Zwischen 1997 und 2017 hat sich der Reallohn der Ärmeren um 16% vermindert, derjenige der Mittelschicht verzeichnete ein Minus von 0,4%.
2022 gab es einen Reallohnverlust von 4,2%
https://kontrast.at/EINKEMENSENTENSENTWICKLUNG-OESTERREICH/
https://kontrast.at/loehne-oesterreich-2022/
Seit 2023 ist Österreich in der Rezession. Die offiziellen Inflationszahlen sind wahrscheinlich genau so geschönt wie das Budgetdefizit, einen angeblichen Reallohnzuwachs 2023/24 konnte ich nirgendwo beobachten, trotz vieler Meldungen.
Der Arbeitsdruck und Arbeitsstress ist ungefähr 2x-3x so hoch wie noch vor 40 Jahren. Das kann so ziemlich jeder bestätigen. Hunderte Emails/Teams Nachrichten/24 Stunden erreichbarkeit/Personaleinsparungen etc.
Wo im Handwerk früher 2-3 Leute da waren, dass soll heute nur einer machen. In der halben Zeit.
Die Pensionen werden kräftig nach unten gedrückt. Bis 2005 wurden die besten 15 Einzahlungsjahre als Grundlage genommen. Bald sind wir bei den vollen 40 Jahren. Ist natürlich toll für alle, da man in den ersten 25 Jahren des Berufslebens eher weniger verdient als in den letzten 15.
Jobhunting ist heute abnormal. In vielen Jobs wurde man früher mit minimaler Arbeitserfahrung eingestellt und angelernt, heute braucht man x Jahre Berufserfahrung, Qualifikationen, Studium, Spezialisierungen, sonst hat man keine Chance.
Und Ich kann es nicht mehr hören wie viel schwerer es angeblich früher war, da man ja 50/h Woche gearbeitet hat und dann am Wochenende am Bau das eigene Haus gebaut hat und das 10 Jahre ohne einen Urlaub.
Grund damals war erschwinglich oder sogar billig. Arbeitsstress war 1/2 oder 1/3 also hatte man noch Energie Sa+So am Bau zu sein. Versuch das mal heute.
Ein Lohn oder ein Voll+Teilzeitlohn hat früher oft gereicht sich Eigentum und eine Familie zu finanzieren. Heute geht sich das für viele nicht mal mehr mit zwei Vollzeitlöhnen aus.
Und das mit dem Urlaub. Eine Woche mit Flug und Hotel kostet sagen wir 1300 Euro. Macht man das jedes Jahr kommt man auf 13 000 Euro in 10 Jahren. Wenn selbst eine etwas bessere/größere Wohnung 300 000+ kostet, ein Grund/Haus 400 000+sind das vernachlässigbare kosten.
Für den Durchschnittsbürger wird alles nur schlechter. Ich kann langsam nicht mehr.
byu/Rebelliousdefender inAustria
Von Rebelliousdefender
5 Kommentare
>Die Pensionen werden kräftig nach unten gedrückt. Bis 2005 wurden die besten 15 Einzahlungsjahre als Grundlage genommen. Bald sind wir bei den vollen 40 Jahren.
Es wird schon seit dem APG (erlassen 2005) das gesamte Erwerbsleben zur Berechnung herangezogen. Die ganzen Altfälle sind längst in Pension. Der Vorteil von der „neuen“ Berechnung ist, dass jedes Einkommen, für das du Pensionsversicherungsbeiträge zahlst, die Pension erhöht.
Mir gehts gut. Lohnabschlüsse waren die letzten Jahre auch sehr gut. Du musst halt schauen dass du nicht zum durchschnitt gehörst, sondern darüber bist 😉
Der absolute Durchschnittsbürger, oder besser gesagt Median, ist wenig gebildet und verdient dementsprechend auch.
Ich füge noch hinzu, dass die mentale Produktivität der Menschen heute von diversen „Brainrot“-Schas-Apps verschwendet wird, und viele heute von ihren Smartphones in einem Ausmaß abhängig sind, dass ich mir denke, so muss es in den 50er-Jahren mit den Tschick gewesen sein, wo alle immer überall geraucht haben.
Die verschwendete Produktivität gibt den Menschen das Gefühl, nichts erreicht zu haben.
Daneben verschwenden viele Menschen noch Stunden damit, sich in asozialen Medien in ihren Blasen zu bewegen und sich diversen Hass und Radikalisierung einflößen zu lassen.
An der Stelle auch: Wie **lächerlich** ist es eigentlich, dass Reddit die Nutzung der Plattform gamifiziert? Ich krieg Notifications für Zeit die ich hier verbringe, mit anspornenden Nachrichten so als würde ich Fitness machen.
Ich kann solche Suderein nicht leiden, weil sie einfach nicht stimmen. Nein, es ist nicht alles schlechter geworden.
Ein paar Beispiele:
* Lebenserwartung massiv gestiegen
* Gleichberechtigung ausgebaut
* Digitalisierung in allen Lebensbereichen mit enormen Vorteilen für die Leute (Digitales Amt, Onlinebanking, schnellere Kommunikation uvm.)
Daneben ist die Raunzerei, dass es überall Personaleinsparungen gibt und alles teurer etwas, was es immer gibt. Genauso wie die „Überfremdung“ und alles andere auch. Wird schon seit Jahrzehnten behauptet, „in ein paar Jahren sind wir die Ausländer“ und andere dumme Stammtischparolen.
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Die Pensionen werden kräftig nach unten gedrückt. Bis 2005 wurden die besten 15 Einzahlungsjahre als Grundlage genommen. Bald sind wir bei den vollen 40 Jahren. Ist natürlich toll für alle, da man in den ersten 25 Jahren des Berufslebens eher weniger verdient als in den letzten 15.
Die Pensionen wurden die letzten Jahre ständig über der Inflationsrate angepasst. Das ist eine der Hauptgründe für die Budgetlücke. Obwohl es eigentlich aus der Sozialversicherung finanziert werden sollte, ist inzwischen die Zuzahlung aus dem Bundesbudget der größte Budgetposten. Die Zuzahlung kostet mehr als Schulen, Polizei, Universitäten oder Krankenversorgung.
Das sind tatsächliche Probleme, aber wir glauben immer noch, dass die Leute die am meisten Raunzen (Gastronomie und PensionistInnen) auch wirklich am Ärmsten sind.
Und auch vom Rest dieser Raunzerei halte ich nicht viel. Hat man sich früher das Haus erarbeitet, stimmt. Die Leute waren dafür aber auch nie im Urlaub, haben viel Eigenleistung erbracht etc. Die Umstände sind einfach andere. Und gleichzeitig jammern die Leute jetzt, dass die Renovierungsarbeiten nicht finanzierbar sind. Ein Haus ist einfach teuer, war es immer und wird es immer mehr. Ist logisch wenn die Bevölkerung wächst, die Landfläche aber nicht.
Einfache Antwort: Die Menschen sind halt leider zu dumm, die richtigen Parteien zu wählen. Extrembesipiel USA, wo Milliardäre es schaffen, den kleinen Mann zu überreden, dass er rechts/konservative wählt. Und diese Konservativen senken dann die Steuern für die Reichen und heben zB den Mindestlohn nicht an. Ist bei uns mittlerweile nicht anders, wo die FPÖ die Arbeiterpartei geworden ist.
Ein bisschen ist es auch die Globalisierung, weil die Konkurrenz für einfache Arbeiten extrem hoch geworden ist, und wir jetzt mit Niedrigstlohnländern mithalten müssen. Leider ist es uns aber auch wichtiger, (deutsche) Autos nach China zu verkaufen, als unserern Markt vor der Billigkonkurrenz zu schützen. Und das billige Klumpert aus China freut uns eh auch ain bisschen.
Insgesamt ist es aber schon ein wenig komplexer: Wer ist jetzt der „Durchschnittsbürger“, und bist dir sicher, dass es dem schlechter geht, als vor 40 Jahren? Wenn ich mir anschaue, was die Leute heute mehr konsumieren als damals: Handys, Laptops, Tablets, Digitalkameras, Großbild-TVs, Klimaanlagen, größere/bessere Autos, Internet, viel mehr TV-Sender, mehr Urlaube (Thailand, DomRep, Bali), Beauty-Treatments, Schönheits- und Zahn-OPs, und , und, und.
Außerdem ist die Lebenserwartung gestiegen, mehr Krankheiten können geheilt werden, EU vergrößert unsere Möglichkeiten. Frauenrechte, LGBT-Rechte, Kinderrechte. etc.
Der Umweltschutz ist mMn schlechter geworden. Wir stoßen mehr CO2 als als je zuvor und produzieren (in AT und weltweit) *viel* mehr Müll als früher – sowohl Plastik als auch Elektronikschrott. Abholzung steigt durch fast furniture (IKEA), Ressourcenverbrauch durch fast fashion, usw.