
Ich bekomme immer wieder die Diskussion mit: "vegan ist nur die Person die das aus ethischen Gründen macht", "das sind keine Veganer wenn sie nicht Tierwohl als ersten Grund nennen".
Ich kann diese Sichtweise absolut 0 teilen und mich würde die Meinungen hier Mal interessieren. Mein Standpunkt ist, wer aus ethischen Gründen vegan ist kann sich nicht über Veganer aufregen will der Grund falsch ist. Wenn ich das mache weil ich will das Tiere nicht mehr leiden, muss ich mich doch freuen wenn jemand anderes auf tierische Produkte verzichtet egal warum. Schließlich vermindert der Verzicht von beiden das Tierleid Und das ist doch das was man möchte.
Von conqueringLeon
42 Kommentare
Meine anfänglich Beweggründe waren auch der Umweltschutz letztendlich habe ich aber auch begriffen dass es nicht vertretbar ist ein Tier zu essen bzw. Es für seine Produkte auszunutzen letztendlich ist es mir egal aus welchen Gründen jemand vegan ist denn er/sie ist immerhin vegan
Ich bin da ein wenig zwiegespalten. Ich kenne leider genug Leute die z.B. horrende gesundheitsversprechen mit veganer Ernährung verbinden, die nicht nur Quatsch sondern auch gefährlich sind. Das möchte ich nicht mit meinem ethischen Glauben verknüpft haben. Außerdem verwässern die „nicht ethischen“ veganer das Bild, das andere Menschen von uns haben. Auch hier kenne ich diverse Beispiele von „veganern“ die aber Käse/Fisch/… Trotzdem essen. Wo ist das Problem zu denen einfach Vegetarier oder pescetarier zu sagen?
Veganismus ist eine Philosophie und Lebensweise, die – soweit möglich und praktikabel – alle Formen der Ausbeutung und Grausamkeit gegenüber Tieren für Lebensmittel, Kleidung oder andere Zwecke ausschließt und die Entwicklung und Verwendung von tierfreien Alternativen zum Wohle von Tieren, Menschen und der Umwelt fördert. In Bezug auf die Ernährung bedeutet es den Verzicht auf alle Produkte, die ganz oder teilweise von Tieren stammen.
Du denkst utilitaristisch, die (vermutlich) meisten Veganer/innen denken ideell. Wer aus anderen als Tierrechtsgründen vegan lebt, erzielt zwar denselben Effekt, verfolgt aber nicht dieselbe Idee. Dieser Effekt bricht dann ein, wenn der vorliegende Grund der Kausalkette verändert ist, sodass dort ein ideeller Konflikt entsteht.
Beispiel: es sei möglich, Hunde ökologisch verträglich zu züchten. Der „Umweltveganer“ würde diese nun essen, während der ideelle Veganer den Konsum weiterhin ablehnt. Edit: Im Extrem ist es sogar so, dass der Umweltveganer die intensive Tierhaltung der artgerechten Tierhaltung bevorzugen muss (aus welchem Grund der Tierhaltung auch immer), weil diese eine geringere ökologische Last pro Tier hat – was einem ideellen Veganer ganz offensichtlich enorm zuwider ist.
Naja, je nach Begründung ist es dann ja okay, Tiere zu töten und auszubeuten, wenn es Klimaneutral ist. Da könnten wir, wenn wir gesellschaftlich vieles richtig machen (sehe ich gerade nicht, aber mal so hypothetisch), schon hinkommen.
Wenn wir gesellschaftlich co2 neutral sind, könnten Bio Bauernhöfe dann an diese „veganen“ Fleisch verkaufen und sie würden sich freuen.
Und das widerspricht dann eben doch vielen ethischen Grundsätzen.
Wer es fürs Klima macht, wird es außerdem sicherlich auch mit sich in Einklang bringen können, immer mal wieder zur Ausnahme ein Tier zu essen.
Aus ethisch Veganer Perspektive auch eher schwierig.
Aber Hass ist auch nicht nötig, das ist immer noch besser, als einfach weiter omni zu bleiben, deswegen muss man da auch gar nicht so aggressiv sein.
Hat nur eben gewisse „ich mag Ausländer ja, wenn sie hier für uns arbeiten“ vibes..
Mir persönlich ist es egal warum jemand Tiere in Ruhe lässt. Umfragen und Studien legen aber nahe das ethische Veganer die sind, die auch vegan bleiben.
Ich finde man sollte hier eher den Unterschied zwischen einer pflanzenbasierten Ernährung und der veganen Lebensweise machen.
Beim ersten werden ja dann trotzdem auf irgendeine Art und Weise Tiere ausgebeutet.
Ob eine Person nun aus ökologischen oder ethischen vegan lebt kommt für mich im Endergebnis aufs selbe hinaus, da keine Ausbeutung von Tieren stattfindet.
Dir würde es gut tun die Definition von Veganismus zu lernen. Das würde dir so eine Zurschaustellung von Unwissenheit ersparen. Ich glaube aber auch, daß sich kein Veganer über jemanden ‚aufregt‘ der keine Tiere misshandelt, maximal über Leute die die Definition mal wieder nicht gelesen haben.
Leute die andere Menschen dafür verurteilen warum sie XY betreiben, gehen mir aufn Keks. Das Ergebnis ist relevant nicht der Weg dahin. Alles andere ist reines Gatekeeping (was schon immer ein Thema war).
In den letzten knapp 25 Jahren veganen Lebens habe ich schon alles mitbekommen, von religiösen, kultischen, ethischen, lifestyle, diätischen Gründen, etc. war alles dabei. Ich selbst denke gar nicht mehr darüber nach warum ich es bin, ich bin es einfach, warum ich damals vegan wurde, hat heute keine sehr vordergründige Rolle mehr.
Das witzigste und krasseste Beispiel an Mensch(en) die ihren Veganismus begründeten war tatsächlich reiner Tierhass bzw. Ekel vor Tieren. Die Menschen hatten einfach einen so enormen Ekel vor Tieren, dass sie sich nicht mal annähernd vorstellen konnten deren Produkte zu konsumieren und in/an den eigenen Körper zu klatschen. Krass, aber dennoch vegan.
Ich hätte da mal eine frage: wenn jemand aus ethischen gründen vegan wird und sagt er möchte in zukunft auf tierische erzeugnisse verzichten um tierleid zu verringern, was macht der mit dingen die er bereits besitzt? Zum beispiel Wolldecken, ledergürtel und -stiefel, solche sachen halt. Werden die konsequent entsorgt und tierfrei neu gekauft? Weil das wäre ja auch nicht gerade nachhaltig….
Ich hab angefangen wegen Geld.
Die Gründe verlaufen ineinander, wenn man ne Weile drin steckt und sich mit beschäftigt.
Sobald man sich mit beschäftigt, wird man eigentlich eh vegan, alle anderen denken halt nicht drüber nach.
Vegan/er heißt in erster Linie ja nur KEINE tierischen Produkte jedweder Art, der „Grund“ hat damit nichts zu tun.
Finde selber wenn man Veganer ist das gut, egal warum man das macht.
Also ich hab drei Hauptgründe zu dem Thema, warum ich vegan lebe:
Der Klimaschutz, das Tierwohl und meine Gesundheit
Und tatsächlich auch in der Reihenfolge 👀
Ich denke aber auch dass der Mensch eine Plage auf dem Planeten ist
Veganer heißt, keine Produkte tierischen Ursprungs zu konsumieren. Punkt. Gibt’s nichts weiter zu besprechen.
Jeder Mensch ist anders und so hat auch jeder seinen eigenen Grund dafür, vegan zu leben. Aber egal warum wir es machen, je mehr mitmachen umso besser für alle Beteiligten, Menschen, Tiere und Umwelt.
Finde es ehrlich gesagt lächerlich, sich als Veganer* in über andere Veganer* innen erheben zu wollen, weil sie es „aus dem Falschen Grund“ machen. Kann dir doch egal sein, das Resultat ist das gleiche.
Wenn man zB aus Gesundheitsgründen vegan isst, dann ist es halt nicht selten, dass Leute dann trotzdem Wolle oder Leder verwenden (ganz berühmt: Attila Hildmann mit Ledersitzen im Porsche), teilweise auch Randphänomene wie Honig für gesund halten. (Außerdem ist Gesundheitsveganismus in der Regel wesentlich näher an der Esoterik dran, wie die anderen Hauptgründe)
Außerdem sind Gesundheitsvegane eher bereit, wieder aufzuhören, sobald es irgendetwas gibt, was sie für veganismusbedingte Krankheit halten, da verlässt man sich halt nicht drauf.
Beim Umweltschutz ist es mir persönlich eigentlich bums egal, hauptsache man bleibt dabei, angeblich kommt das mit den Tieren dann früher oder später
Dann ist man halt kein Veganer.
Ich bin ja auch kein Menschenrechtler, weil ich Menschen nicht schlage, damit mir die Hand nicht immer so weh tut.
„Echter Veganer is nur wer…“ ist GateKeeping und abgrundtief dumm.
Erstens ist es scheißegal aus welchem Grund jemand vegan ist, Hauptsache das Ergebnis passt. Ihr könnt euch gegenseitig Tipps, Empfehlungen geben, könnt euch über Erfahrungen austauschen und whatever. Genauso wie es nicht ‚den einen Volkswillen‘ gibt, wie rechtes Gesocks es den Leuten weißmachen will, so gibt es auch nicht ‚die eine Art des Veganers‘.
Zweitens steht dieses Gatekeeping dem eigenen Ziel im Weg. Wenn es das oberste Ziel ist Tierleid zu vermeiden, dann sollte man anerkennen, wenn jemand dafür sorgt dass es weniger Tierleid gibt. Je mehr Hürden man aufbaut, um dazuzugehören, desto weniger Bock haben Leute sich darum zu bemühen. Lieber hab ich niedrige Hürden und bekomme 10.000 Menschen dazu ‚weniger Fleisch zu essen‘ oder 1.000 Menschen dazu kein Fleisch mehr zu essen, oder 100 Menschen dazu kein Fleisch und immer öfters tierische durch pflanzliche Produkte zu ersetzen, als dass ich einen Karnivoren vom idealen Veganismus überzeuge.
Der Unterschied ist halt, als stiller Veganer gehst du nur an eine Kuh vorbei die getreten wird anstelle mitzumachen. Als Veganer Aktivist / jemand der es öffentlich sagt und auch drauf besteht, schreitest du ein und sagst „Hör auf die Kuh zu treten“.
Klar ist es super wenn jemand vegan ist. Mich regt es eher auf, dass viele „vegan fürs Klima“ sagen (Übersetzung: „Ich trete keine Tiere fürs Klima“)
Solange nicht die Mehrheit vegan ist auf der Erde, gibt es eben wichtige Unterschiede. Falls das irgendwann mal schwanken sollte in all unserer Lebenszeit, wird es mehr und mehr egal warum man es ist. Aber solange wir nicht die Mehrheit sind, haben wir eine ethische Verpflichtung den Tieren gegenüber laut zu werden. Sie können nicht laut werden, also müssen wir ihnen unsere Stimmen geben.
Jeder der vegan lebt, verhindert unnötig Tierleid. Das finde ich toll.
Trotzdem ist es weird, wenn das jemand rein aus gesundheitlichen Gründen tut.
Wenn ich dir jetzt sage „Ich esse übrigens keine Kinder, weil die nicht gut für meine Gesundheit sind.“ Würde sich ja auch jeder Mensch denken „Wtf, man sollte keine Kinder essen, weil das einfach absurd wäre.“
Aber trotzdem wären die Leute happy, dass ich keine Kinder esse
Ich freue mich über jeden, der die Tiere in Ruhe lässt und ein umweltverträglicheres Leben führt aus egal welchen Gründen (außer vielleicht bei esoterischen Nazis… verreckt einfach, egal ob ‚vegan‘ oder nicht).
Ich freue mich nicht, wenn Hinz und Kunz den Begriff Veganismus verwässern, der nun mal von der Vegetarian Union erfunden und definiert wurde, um genau die ethische Dimension zu beschreiben. Persönlich nervt es mich schon, wenn auf Produkten „vegan“ steht und nicht „für eine vegane Lebensweise geeignet“.
Denkt euch doch einen eigenen Begriff aus, oder nutzt „pflanzenbasiert für Klima/Gesundheit/XYZ)“, wenn ihr nichts mit Tierethik anfangen könnt.
Es macht Aktivismus/Aufklärung unnötig schwerer, wenn jede*r relevante Begriffe verwendet, wie er*sie möchte.
Patrick Baboumian ist übrigens selbst auch ethischer Veganer und würde das vermutlich auch ähnlich sehen:
„Was war deine Motivation, auf vegan umzusteigen?
PB: Als ich gemerkt habe, dass ich mit meinem eigenen Verhalten Einfluss auf andere nehmen kann, folgte ich meinem Gewissen, indem ich endlich umsetzte, was mir während meiner gesamten vegetarischen Zeit klar war, nämlich dass der Veganismus die Konsequenz sein muss, wenn man seine Ernährung aus ethischen Gründen umstellt.“
https://www.vegan.at/inhalt/interview-mit-patrik-baboumian
Umweltschutz als primäre Motivation fine ich fine.
Aber wenn Leute es für die Gesundheit oder als Fad Diät machen ist es aber tatsächlich bisschen komisch weil sie dann aus falschen Gründen das Richtige tun.
Wenn jemand seine Kinder nur deshalb nicht schlägt weil er denkt das wäre schlecht für seinen Blutdruck ist es zwar auch erstmal super dass er seine Kinder nicht schlägt aber ich würde da schon weiter Überzeugungsarbeit leisten wollen dass er auch vernünftige Gründe dafür erkennt das zu lassen.
Das wichtigste ist natürlich, dass man die Tiere überhaupt in Ruhe lässt, aber Ethik ist der einzige logische Grund vegan zu leben. Der Umwelt und deiner Gesundheit ist das ziemlich egal, ob du einmal im Jahr ein Stück Fleisch isst. Dem Tier nicht.
Sehe ich im Prinzip auch so.
Nur ist es einfach argumentativ schwach Veganismus mit was anderem als der Vermeidung von Tierleid zu begründen. Klar kann die Vermeidung von Tierleid auch andere positive Nebeneffekte haben. Aber die kann man auch mit Tierleid haben.
Es gibt keinen „falschen Grund“ aber falsche oder schwache Argumente gibt es eben schon.
Ob jemand aus Eigennutz auf tierische Produkte verzichtet oder aus rein moralischen Gründen oder aus Gründen der ökologischen Nachhaltigkeit, ist jeweils eine Seite der gleichen Medaille. Hängt aus meiner Sicht alles miteinander zusammen. Es ist akzeptabel und gut, wenn Menschen unterschiedliche Aspekte stärker in ihrem Fokus haben aufgrund ihrer Prägungen. Dass einige Menschen vegan und andere carnivore sind, hat auch seine Gründe und man muss sich damit abfinden. Man kann nur leben und leben lassen…das Leben von anderen abzulehnen erzeugt nur negative Vibes und unnötigen Stress. Niemand kann was für die eigenen Prägungen✌️
Wenn se auch Vegan bleiben sehe ich keine Problem
Ich lebe seit 4 Jahren vegan aber Primär aus Umweltschutz Gründen. Hört doch mit dem gatekeeping Quatsch auf das hält nur Leute davon ab veganissmus für sich zu entdecken. Ihr rafft einfach nicht das dieses elitäre Verhalten der Sache schadet und somit Reduzierung von Tierleid verhindert und damit seit ihr dann auch nicht mehr vegan.
Das Problem ist in meinen Augen relativ klar: Konsequenter Veganismus kann nur ethisch begründet werden. Um mal ein paar Beispiele zu nennen: Was hindert den „Gesundheitsveganer“ daran, den kleinen Käfer im Haus einfach zu töten anstatt ihn wieder raus zu bringen? Was hindert den „Gesundheitsveganer“ daran, nicht-vegane Kosmetika zu nutzen, beim Vitamin D-Supplement das aus Schafswolle zu nehmen oder Lederschuhe zu tragen und warum sollte der auf Produkte mit tierischen Hilfsstoffen, die es nicht ins Endprodukt schaffen, verzichten? Wie begründet der „Umweltveganer“ den Verzicht auf echtes Karmin? Und ganz allgemein: Was hindert denjenigen, der nicht aus ethischer Überzeugung vegan ist, daran, nicht einfach mal eine Ausnahme zu machen, wenn die sowieso keinerlei messbaren Effekt auf Umwelt, Gesundheit, etc. hat?
Mir ist das egal, warum jemand vegan lebt. Der Grund, warum darüber öfters mal diskutiert wird, ist meiner Ansicht nach eher, dass man eigentlich nur aus ethischen Gründen wirklich vegan leben kann. In dem Sinne, dass das ethische schon in der Definition drin steckt (Tierleid so weit wie möglich vermeiden). Vegan zu sein ist keine Ernährungsweise sondern eine moralische Einstellung. Es ergibt deshalb nicht viel Sinn, wenn man sagt, dass man NUR aus Umwelt-Gründen Tierleid vermeidet, weil das ja zwei separate Dinge sind.
Wenn man nur wegen der Umwelt „vegan“ lebt, dann könnte man ja eigentlich trotzdem manche tierische Produkte kaufen, denn tierisch ist nicht immer gleich umweltunfreundlich. Insektenprotein ist z.B. wohl ziemlich umweltfreundlich, würde ein Veganer aber nicht essen.
Deshalb stört es manche Veganer, wenn der Begriff nicht richtig verwendet wird.
Ich verstehe diese ständigen Diskussionen darüber gar nicht. Wer auf tierische Produkte verzichtet, ist Veganer. Dabei sind mir die Gründe völlig egal.
Allerdings gibt es keine gesundheitlichen oder umweltschutz-Gründe auf Lederjacken, an Tieren geteste Produkte oder Zoos zu vermeiden.
Wer sowas vermeidet, tut das aus ethischen Gründen. Wer sowas nicht vermeidet, ist einfach nicht vegan.
Jain – Veganismus ist eine Gerechtigkeitsbewegung gegen Tierausbeutung. Ich finde es voll okay, wenn man aus anderen grünen (wie Umweltschutz o.Ä) Vegan lebt, der Sinn ist dann aber irgendwo schon verfehlt. Eine vegane Ernährung ist ja schließlich nur eine logische Konsequenz die aus der Ethik und dem persönlichen moralischen Verständnis resultiert
Veganismus Ist halt nur eine ethisch Begründete Lebensweise. Ansonsten lebst du halt plant based. Du wirst auch kein Moslem weil du keine Schweine isst.
Ich will Tierrechte. Jemand der aus diätischen Gründen keine Tiere isst will irgendein körperliches Ziel erreichen.
Das sind zwei komplett andere Dinge mit anderen Implikationen für die Tiere.
Wenn jemand allerdings keine Tierprodukte konsumiert, dann ist das zunächst mal unproblematisch. Aber wir müssen auch Begriffe haben um Dinge zu differenzieren.
Gibt es denn einen falschen Grund?
Außer vielleicht das man Pflanzen hasst, aber dann wäre die Vegane Ernährung ja auch nichts für einen.
Es ist doch eigentlich kack egal, welche der ganzen guten Gründe fürs Vegan sein, jetzt für die einzelne Person am wichtigsten ist. Die aller meisten Menschen erkennen ja auch an, das alle Gründe auch eine Relevanz haben. Ob man ja, Vegan lebt, wegen des Tierleides, heißt das ja nicht das einem die Umwelt egal wäre und vise versa.
Und selbst wenn sich jetzt nur wer vor Tierischen Produkten ekelt, stellt sich ja keiner hin und sagt „Ja das Tiere für Fleisch und Milch gefoltert werden und der Regenwald abgeholzt wird, finde ich ja eigentlich super, und weg mit den Fischen, die nerven ja eh nur“
Mir persönlich ist das vollkommen schnuppe, weil ich mich in erster Linie für das Tier freue, dass der Mensch das Tier in Ruhe lässt.
In zweiter Linie freue ich mich über jeden Menschen, der sich darüber hinaus, der sich für Tierrechte einsetzt.
Ich kenne aber keinen vegan lebenden Menschen, der nicht aus tierethischen Gründen vegan ist.
Wir sprechen doch von Veganismus und nicht von „es esse pflanzlich“ oder?
Denn ein Mensch, der Tierquälerei mit dem Kauf von Lederschuhen, Zooticket, Elefantenreiten im Asienurlaub oder weiß ich was unterstützt, ist nicht vegan, nur weil er sich danach das Rügenwaldermühle-Schnitzel auf den Teller schmeißt.
Ist eben die Frage, wieso ein beispielsweise „Gesundheitsveganer“ alle nicht veganen non-food-Dinge meiden sollte, wenn nicht aus Gründen der Tierethik. „Vergnügen im Zoo oder auf einem Elefanten in Lederstiefeln“ ist ja nicht ungesünder.
Vielleicht gibt es sie, ich wüsste aber nicht, wie es sich ergeben soll, dass ein Mensch entscheidet vegan zu leben, ohne einem tierethischen Kompass zu folgen.
Für mich hat mein Veganismus ausschließlich was mit den Tieren (keine Ausbeutung, kein Leid) zu tun.
Ich sah mir vor ein paar Jahren ein, ich glaube, 17 Minuten langes Video aus einem „lokalen“ kleinen Schlachtbetrieb an, quasi aus der Stadt nebenan, irgendwer hatte dort Kameras installiert und das Material an einen Tierschutzaktivisten weitergegeben, der das Material veröffentlichte. Danach war das Thema Fleischkonsum für mich – die bis dato wirklich viel davon verzehrt hat ;_; – erledigt, von jetzt auf gleich.
Das war nun wirklich keiner der immer gern mal erwähnten Großbetriebe mit Massenabfertigung – aber egal ob Schweine, Pferde, Rinder oder Geflügel, es war einfach nur schlimm anzusehen.
Es dauerte noch einige Monate, bis ich Dominion entdeckte, mir ansah und nach wenigen Sekunden war mir schon klar dass ich überhaupt nichts tierisches mehr werde zu mir nehmen können/wollen.
So unmittelbar nach meiner eigenen Erfahrung mit Dominion und was eben wirklich noch alles an unfassbarer Ausbeutung und Quälerei passiert hatte ich das Gefühl und Bedürfnis jeden überzeugen zu müssen dass man die Tiere in Ruhe lassen muss. Dass es doch einleuchten muss dass das einfach alles eine riesengroße Sch… ist die da passiert. Aber dann fiel mir ein wie lange es bei mir gedauert hat. Wäre ich nicht über diese Aufnahmen dieses Aktivisten gestolpert, wer weiß… also mache ich mein Ding, erkläre meine Sichtweise und Beweggründe wenn mich wer fragt oder es sich anbietet, aber am Ende bin ich jedem dankbar der auf tierische Produkte verzichtet, sei es aus ethischen Gründen oder eben aus Umweltschutzaspekten. Tatsächlich kann ich mir aber auch vorstellen dass es „einfacher“ ist, vegan zu bleiben, wenn die Vermeidung von Tierleid zum moralischen Kompass gehört. Ich persönlich würde aber nie sagen „dann bist du ja gar nicht richtig vegan“ – davon hat doch niemand was, meiner Meinung nach, auch wenns per Definition dann „korrekt“ wäre darauf hinzuweisen… :-/
Also ich verstehe Veganismus als tierethische Bewegung. Ich persönlich würde nie jemanden sagen „…ja aber du bist ja nicht richtig vegan…“ nur weil eine Person sich als „Vegan wegen Umwelt“ etc. vorstellt. Auch Vegetarier würde ich ihren Vegetarismus nie schlecht reden.
Allerdings lebe ich seit 8 Jahren vegan (davor viele Jahre vegetarisch) und habe in der Zeit auch viele Vegetarier, Veganer und Menschen die sich aus unterschiedlichen Gründen pflanzenbasiert ernähren kennen gelernt. Alle die es aus anderen Gründen als (in erster Linie) Tierethik gemacht haben, sind auf Dauer nicht dabei geblieben und haben es nur als kurze Phase des Lifestyles höchstens 2-3 Jahre gemacht und danach wieder Fleisch gefuttert als gäbe es kein Morgen. (Ist natürlich am Ende nur meine subjektive Erfahrung)
Wie gesagt,ich würde die einzelnen Personen selbst trotzdem nie schlecht reden, aber besonders viel erwarten würde ich mir halt nicht.
Man sollte einfach generell aufhören alles schwarz/weiß zusehen.
Leute anzugreifen, weil sie aus anderen Gründen Vegan sind um sich auf eine scheinbar höheren moralischen Ebene zu stellen ist dumm und hilft dem Aktivismus gegen Tierleid nicht weiter. Im Gegenteil, es löst Trotzreaktionen aus und dadurch leiden mehr Tiere als ohne so einen sinnlosen Post.
Trotzreaktion siehe als Beispiel die Militante Veganerin die nen Youtuber kritisiert hatte weil er „nur“ einen Veganen Tag hat, aus trotz sagte er „dann mach ich halt keinen mehr“. Und genau das erreicht man mit so einem Müll.
Das ist meine Meinung dazu.
Ich bin tatsächlich zuallererst aus verwertungsethischen Gründen vegan geworden. Ich mag Tiere nicht besonders… bin aber absolut dagegen, dass irgendein Lebewesen unter den Bedingungen leben muss, die in der kapitalistischen Verwertungslogik vorherrschen und da schließe ich die Tiere mit ihr ein. Bin ich schlechter Mensch? Oh jaaaaa….
Wer sich darüber ärgert was andere Menschen essen hat eh die Kontrolle über sein Leben verloren.
Kannst doch sowieso nicht beeinflussen ob Bauer Hermann sein Schnitzel isst.
Es kommt halt auf die Art von Militanz an. Man muss sich an der Stelle halt über das eigentliche Ziel der eigenen Kommunikation im Klaren sein.
Und das Ziel einer jeden Person ist unterschiedlich. Manche:r möchte sich streiten, diskutieren und auch anecken, manche Menschen wollen beeinflussen und für die Sache werben und Mainstreaming betreiben. Beides ist okay. Auch seiner Wut Ausdruck zu verleihen gehört zum Aktivismus mit dazu.