
Ich persönlich verdiene ziemlich gut. Habe 3700 Brutto/Monat womit ich laut AK im 8. Zehntel des Medianeinkommens bin: https://ooe.arbeiterkammer.at/interessenvertretung/verteilungsgerechtigkeit/einkommen/Einkommen_in_Oesterreich.html
Selbst wenn ich davon ausgehe das meine Firma nicht zusammenkracht und ich meine Arbeit nie verliere und auch mein Einkommen weiter wachsen wird, (alles fraglich) kann ich mir davon niemals etwas aufbauen/Eigentum aneignen. Mit 2500 Netto/Monat einen Kredit von sagen wir 1250 Monat abzubezahlen + Versicherungen + Betriebskosten + Abgaben + Essen + Strom + vielleicht Auto + alles andere zu stemmen ist einfach nicht drinnen.
Alle die ich kenne die es geschafft haben sich was aufzubauen, hatten Extrawürstl. Unglaubliches Glück oder massive Hilfe von der Familie:
Vetter 1: Eltern seiner Freundin hatten eine Eigentumswohnung wo sie billig gelebt und sich 10 Jahre was ansparen konnten. Danach haben sie ein altes Haus+Grundstück von den Eltern geschenkt bekommen welches sie nur umbauen mussten. Ohne diese zwei Faktoren hätten sie es nie geschafft.
Vetter 2: Eltern seiner Freundin hatten auch eine Eigentumswohnung. Also auch 10 Jahre billigst gewohnt und sparen können. Danach haben sie ein Grundstück bekommen. Mussten also nur das Haus finanzieren. Ohne diese zwei Faktoren hätten sie es nie geschafft.
Freund 1: Grundstück von seiner Familie bekommen + massive finanzielle Hilfe von zwei Familienseiten.Ohne diese zwei Faktoren hätten sie es nie geschafft.
Freund 2: Hat sich mit finanzieller Hilfe der Eltern Anfang der 2000er eine Wohnung gekauft. Diese ist er dann vor Corona um das 3x fache losgeworden. Damit hat er einen großen Teil seines Hauses finanziert. Ohne Hilfe seiner Eltern hätte er sich die Wohnung und später damit das Haus nicht leisten können.
Wenn man sich selber Haus+Grundstück oder die Eigentumswohnung komplett finanzieren muss und nicht defacto Jahrelang gratis in einer Eigentumswohnung der Eltern leben und sparen kann, sieht es düster aus.
Und dabei verdiene ich weit über dem durchschnittlichen Medianeinkommen. Leute die weniger verdienen haben es dann gleich nochmal viel schwerer.
Habe echt das Gefühl, dass es in diesem Land nur Leute "schaffen" können welche schon bereits wohlhabende Eltern haben welche ihnen alles reinstopfen. Leute die keine solche Hilfe bekommen, selbst Besserverdiener, gehen leer aus.
Ich habe das Gefühl, dass man ohne Extrawürstl in Österreich keine Chance mehr hat sich selber etwas aufzubauen.
byu/Rebelliousdefender inAustria
Von Rebelliousdefender
35 Kommentare
Kommt mir auch so vor. Als Akademiker mit durchschnittlichem Gehalt und ohne großes Erbe oder Geschenke seitens der Familie ist man immer hinter Leuten die von der Familie unterstützt werden konnten.
Ist mir schon im Studium aufgefallen, wievile andere Studenten jammerten sie hätten kein Geld und sie können sich kein Essen leisten – und ich Depp der wirklich von Monat zu Monat gelebt hat hab sie dann zu was eingeladen. Und hinterher ist rauskommen sie haben ein riesiges Sparkonto von den Eltern, sie haben schon die Wohnung von den Großeltern bekommen, etc. Besser oft nicht nachfragen warum die Leute haben was sie haben.
Such Freundin mit Arbeit. Als DINK geht schon was
So is es. Vielleicht zu zweit mit gutem Einkommen und einigen Jahren Verzicht und dann als Belohnung halt eine halbe Million Schulden.
Am Ende is es aber so, Eigentum wurde zum Spekulationsobjekt und dadurch unleistbar.
Lt. der Reddit Bubble bist du übrigens an der Grenze zum Großverdiener und solltest stolz sein, so hoch besteuert zu werden.
Pass mit der statistik auf, dort ist nämlich nicht nur vollzeit berechnet sondern auch Teilzeit! Ich muss die quelle suchen, aber es gibt den wert auch für nur vollzeit, da liegt das durchschnittsgehalt deutlich höher, >3500€
Edit: Laut [Statistik Austria](https://www.statistik.at/statistiken/bevoelkerung-und-soziales/einkommen-und-soziale-lage/jaehrliche-personeneinkommen) austria 2023 Medianeinkommen Vollzeit bei 51500 jährlich brutto, also 3678€ monatlich bei 14 gehältern. Dann bist du sehr durchschnittlich mit deinem gehalt
Double Income No Kids und jeweils Vollzeit mit guten Jobs und es geht auch ohne Unterstützung. Sonst ist es wie du sagst schwierig. Haus ist net mehr drinnen aber eine Wohnung geht bei gutem Job – Urlaub etc. Wird dann halt knapp.
Leistung lohnt sich halt nicht wirklich in Österreich. 5-10% weniger steuerliche Belastung und es wäre wirklich mehr möglich.
3700 brutto/monat für vollzeit ist definitiv kein „ziemlich gutes“ gehalt (nehme mal an, du bist vollzeit)
Dieses Gefühl hast du, weil in Österreich „was aufbauen“ gleichgesetzt wird mit „Immobilie besitzen“. Und Fakt ist dass man sich sehr wohl vieles aufbauen kann, Immobilien auch riesen Nachteile mit sich bringen und man einfach mal den Horizont erweitern muss.
1. Investieren in ETFs statt Immobilien. ETFs haben eine gute Rendite und sind über 15 Jahre Anlagedauer als sicher einzustufen.
2. Immobilien bedeuten Arbeit, man nimmt Schulden auf, und die Vorteile sind bedingt. Die 2 Hauptvorteile sind: man kann den lebensraum großteils so gestalten wie man will und man wird Zwangssparer: die Kreditraten müssen zurückgezahlt werden, Jahrzehntelang. Was einem Zwangssparen gleichkommt.
Das Mieten hat aber – und das ist in Ö oft vergessen – auch immense Vorteile. Du bist wohnlich flexibel, nicht kreditverschuldet, sparst dir Instandhaltungskosten usw. All das hilft dir, dein Geld sinnvoll anzulegen.
**Finanzfluss hat einen Mieten VS Kaufen Rechner.**Mittlerweile sind wir an einem Punkt in dem das Mieten fast ausschließlich zu einem größeren Vermögensaufbau führt.
Gib mal deine Daten ein. Du wirst STAUNEN was du dir bei einer monatlichen Sparrate von sagen wir 500€ über 10 Jahre defacto aufbauen kannst.
Geh bitte, als könnte man Eltern zumuten für ein Kind zu planen. Das so ein Kind mal erwachsen wird und ein Zuhause braucht kommt überraschend.
Man kann sich das ja dann eh selber erarbeiten, wenn man erwachsen ist. Ach was, geht nicht?
Manchmal würde ich echt gerne viele Eltern fragen wie ihr Plan für ihre Kinder nach der Volkschule so aussieht…
Kinder hat man oft bekommen weils sichs so gehört, ned weil man da irgendwas mit den Kindern auch vor hat.
Jetz seids halt auf da Welt, machts was draus. Jo.. danke.
mir gehts ähnlich und das stressst mich eigtl ungemein.. manchmal auch Nachts.
Aber dann sauf ich ma an eine und denk mir „heast eigtl gehts ma eh ned so schlecht“
Ja, stimmt leider. Ich hatte ebenso das privileg, familiäre hilfe zu bekommen. Als ich nicht mal die hälfte des hauses alleine finanzieren konnte ohne vitamin b bei der bank hats mich erst mal am scheisser ghaut.
Ich bin wie du im 8ten Zehntel und dachte immer, dadurch, dass ich deutlich besser verdien als die meisten österreicher (offiziell), sollte ich doch eigentlich ein „traumkunde“ der bank sein. Praktisch hab ich von allen banken, selbst der bank bei der wir jetzt den kredit haben, nur absagen bekommen.
Der größte witz ist ja, dass meine rate zwar hart am gesetzlichen limit liegt, ich aber trotzdem 500€ weniger als vorher miete zahle…
Einerseits hast du Recht, andererseits ist aber alleine ein Haus + Grundstück finanzieren ein echter Luxus, und man kann diskutieren, ob es wünschenswert ist, dass eine Einzelperson in dieser Form Ressourcen besetzen/verschwenden sollte.
Versteh mich nicht falsch, ich würd ma auch am liebsten ein Grundstück + Haus, am allerliebsten sogar selbst gebaut, finanzieren, ohne, dass Partnerin oder Frau was zuschießen muss. Das ist aber leider für uns, die wir ohne Glück in Generation, außerordentlich wohlhabende Familie oder ein großes Erbe unser Leben bestreiten, absolut utopisch. Ich würd gern sehen, dass es anders ist, und, dass ich mir wie die Generationen vor mir aus eigener Kraft etwas Großes aufbauen kann.
Ich versteh aber irgendwo auch die Stimmen, die sagen, wirklich wünschenswert/effektiv ist es nicht, wenn sich reihenweise Einzelpersonen Grundstücke mit 700m² und darauf Häuser mit 200m² Wohnfläche zulegen. Muss aber auch sagen, dass diese Aussagen oft von denen kommen, die unsere Probleme nicht teilen.
Eine Eigentumswohnung is in vielen Gebieten für eine Einzelperson mit derart gutem Gehalt aber immerhin noch bezahlbar – wennst in Wien, Salzburg oder Innsbruck suchst, wirds halt eher eng werden. Da ist man dann normalerweise gezwungen, das als ( was finanziell ehrlicherweise eh meist viel gscheiter is) Mietverhältnis zu machen.
Das Gefühl hab ich auch. Allerdings gibt einen guten Spruch der mir da immer hilft wenn ich Sorgen habe.
„Comparison is the thief of joy“
Was juckts dich was die anderen haben? Maximal der Neid. Wenn du mit dem was du hast leben kannst, dann ist das doch genug. Immer wenn man sich mit jemandem vergleicht stellt man doch fest, dass das Gras auf der anderen Seite vom Zaun grüner ist.
Also: Bau dir das auf was du kannst und träume nicht von Dingen die andere haben. Das macht tatsächlich nur unglücklich.
Ich kann das bestätigen, ohne Vermögen was man erben kann oder massive Hilfe der Familie keine Chance mehr außer man gehört zu den Topverdiener.
Mich wundert es nicht das immer weniger Vollzeit arbeitet wollen.
Bzgl. 8. Zehntel: ich bin ziemlich sicher, dass diese Statistik der AK Teilzeit- und geringfügige Arbeit miteinbezieht. Mit 3.700€ p. M. ist man unter Vollzeitbeschäftigten bestimmt nicht im 8. Zehntel (würde mich zumindest sehr überraschen).
Ansonsten: vollste Zustimmung!
2,5k netto würde ich nicht als ziemlich gut bezeichnen. besonders wenn es um immos geht, ist das ein läecherlschas.
aber ja mein freund, kenn das. kenne genug leute, die nicht so klug bei der berufswahl waren wie ich, aber in die bessere familie hineingeboren sind.
Jo, und?
Wo steht geschrieben dass man als Alleinverdiener ein Haus bauen können „soll“ ? war noch nie so und ist halt auch jetzt nicht so.
Mit Mitte 30 gehöre ich zwar nicht der „die Jugend heute ist ja nur Faul“ Fraktion an, aber auch das ewige „früher war alles besser“ stimmt nicht ganz.
Man muss halt so ehrlich sein und erkennen dass es mit 1 Einkommen nicht möglich ist, und auch früher nicht so einfach war. Such dir eine/n Partner/in und mit 2 Gehältern zusammen schaut’s schon weit, weit besser aus.
Ja, früher hat nur „der Mann verdient“ und „die Frau war zuhause“, aber da wurde auch noch auf günstigen Grundstücken selber(!!) gebaut, nicht schlüsselfertig im Speckgürtel gekauft und über Kredit gejammert.
Such ein billiges Grundstück am Land, kauf das Material, steh jeden Abend nach der Arbeit auf deiner Baustelle und hackl bis zum Schlafengehen, am Wochenende und Urlaub noch mit Freunden dazu (idealerweise Handwerksberufe) und dann gehts such mit deinem Gehalt. Erfordert halt ein paar Jahre und viel Schweiß. Aber so wurde früher gebaut wenn nicht geerbt wurde.
Nur zum Klarstellen, mit 3700 bruttl bist du, falls du Vollzeit arbeitest , weit weg vom 8. Zehntel.
3700 brutto ist 51800 im Jahr.
Mediangehalt 2023(!) Vollzeit(!) war 50.600:
https://www.finanz.at/news/gehalt-vergleich-2023-10201/
Und seitdem gabs nochmal 7+% KV Anpassungen in 2024, also wird der Median 2024 bei 53k+ liegen.
Wenn man alle Einkommen heranzieht, belügt man sich ja selbst. Eh klar, dass man besser wie geringfügig angestellte Studenten verdient etc…
Wenn du Vollzeit arbeitest, dann bitte vergleich dich mit Vollzeit Median, und da liegst du genau drauf oder ggf. sogar knapp darunter.
Ja. Ich verdiene ähnlich wie du, habe 3 Jahre „gratis“ gewohnt und ein kleines Erbe bekommen. Fahre eine alte Kiste und habe keinen ausschweifenden Lebensstil. Selbst damit ist ein Haus nicht ohne Kredit zu finanzieren. Es ist leider ziemlich bitter. Das einzige was mich tröstet ist, dass es nicht nur in Österreich so ist. Das ist ein Problem der „westlichen“ Welt…
Es haben sich auch genug Leute ohne Hilfe anderer anfangs der 2000er eine Wohnung gekauft und dann mit viel Gewinn verkauft. Irgendwie sind diese Beispiele alle Rosinenpickerei. Es wird auch nie definiert, was „sich etwas aufbauen“ bedeutet. Das 200qm EFH im Speckgürtel Wiens? Schwierig. Die 80qm ETW irgendwie in OÖ. Bestimmt möglich.
> Ich persönlich verdiene ziemlich gut. Habe 3700 Brutto/Monat womit ich laut AK im 8. Zehntel des Medianeinkommens bin: https://ooe.arbeiterkammer.at/interessenvertretung/verteilungsgerechtigkeit/einkommen/Einkommen_in_Oesterreich.html
Da werden auch Teilzeit-Einkommen miteingerechnet. Da wir eine hohe Teilzeitquote haben, sind da Vollzeit Gehälter schnell in den oberen Dezilen.
Schau dir eher die Statistik der Vollzeitbeschäftigten an:
https://www.statistik.at/fileadmin/pages/333/2_brutto-_und_nettojahreseinkommen_der_ganzjaehrig_vollzeitbeschaeftigten_2004_2023_020055.ods
Du bist ziemlich im Median.
Ja, es ist heute nicht einfach, Immobilien für den Eigenbedarf zu kaufen, aber Singles mit einem Medianeinkommen war es das noch nie.
Erforderte immer extreme Sparsamkeit, viel Eigenleistung oder eben Unterstützung der Eltern.
Erstens rechnet man sowas mit zwei Gehältern, man baut schließlich eher selten Haus für sich alleine.
Und zweitens ging das auch zB in den 90igern nur so einfach weil die Leute noch fähig waren auf Dinge zu verzichten für ein späteres Ziel. Meine Eltern etwa haben mit uns 12 Jahre in einer kleinen Gemeindewohnung gelebt, Urlaub war bei der Oma und jeder Schilling wurde 10 Jahre gespart.
Such dir a billige 1 Zimmer Wohnung / WG um max 500, billiges Auto, kein Urlaub und du kannst dir von den 1200 Kredit die du rechnest im Monat ja locker 800 ansparen, +Urlaub/Weihnachtsgeld 5k, sind im Jahr ohne Zinsen fast 15k, 10 Jahre veranlagen bei risikofreien Zinsen und du hast schonmal fast 200k zusammen.
Die Statistik bezieht sich nicht auf Vollzeitbeschäftigte, sondern inkludiert alle Teilzeitarbeitende. Wenn du Vollzeit arbeitest arbeitest und einen Single Haushalt führst, ist es wohl nicht sinnvoll, dich damit zu vergleichen.
Kann ich nicht wirklich bestätigen. Ich komm aus einem Arbeiterhaushalt, hab von meinen Eltern nix bekommen und habs trotzdem geschafft, dass ich mittlerweile ca. 3k € Monat Sparplan habe und trotzdem 2x im Jahr größere Urlaube mache. Dank Bitcoin, leveraged ETFs und ein paar guten Aktien hab ich mir mittlerweile genug Geld angespart, dass ich mir locker eine Wohnung in Wien leisten könnte. Würd ich das Gehalt von meiner Freundin noch dazuzählen, würds uns noch deutlich besser gehen. Keine Ahnung wieso immer alle Eigentum wollen. Miete + ETFs hat deutlich bessere Rendite und man kann dadurch auch sei. Gehalt über die Jahre leichter maximieren, weil man eben einfach mal für einen neuen Job umziehen kann. Wieso sind alle so geil auf Immobilien? Mit wenigen Ausnahmen hat der S&P500 die letzten Jahre mehr Geld eingebracht, die leveraged Variante sowieso.
Ich hab auch im Freundeskreis noch 2 andere, die es ähnlich geschafft haben ohne Hilfe von den Eltern. Es ist sicherlich möglich, aber es ist eben recht viel Aufwand. Ich hab mir das Studium selber finanziert durch Arbeiten nebenbei und hab dann durchgehend soviel wie möglich immer investiert. Klar war das mit BTC extrem viel Glück, aber allein die ETFs und Aktien der letzten Jahre sind extrem abgegangen.
und in afrika hausen sie in wellblechhütten und verhungern.
schau nicht immer neidvoll zu den anderen. es ist, wie es ist.
mach für dich selbst das beste. optimiere dein einkommen, investiere dazu vl in ausbildung.
richte dein leben nach deinen möglichkeiten, nicht nach denen irgendwelcher anderer.
ps: du hast zwar dein alter nicht angegeben, aber 3.800€/brutto sollte wohl ausbaufähig sein.
Wir sind auch echt privilegiert, da wir ein Grundstück bekommen haben UND noch Kapital von der Familie und es wird trotzdem sehr knapp werden, zumindest ein paar Jahre und nur unter der Voraussetzung, dass nix gröberes passiert und das Auto noch ein paar Jahre hält etc.
Klar liegt das auch daran, dass wir noch zumindest ein weiteres Kind planen, aber wir sind beide Akademiker und früher wäre das mit weniger/keiner Starthilfe mit unserer Ausbildung so viel lockerer gegangen und dann hätte ein Elternteil wahrscheinlich auch noch gemütlich Teilzeit bzw. gar nicht arbeiten müssen bis alle Kinder in der Schule sind.
Bin zwar in Bayern, aber kann so immerhin bestätigen, dass es sich nicht nur auf Österreich beschränkt.
Ich kenne ein paar Leute in meinem Alter (um die 30), die Eigentum haben. Davon hatten alle irgendwo Unterstützung gehabt. Entweder hat man jahrelang im Eigentum der Eltern günstig oder gratis gelebt und so viel sparen können oder man hatte massive finanzielle Unterstützung durch die Eltern. Einer hat sogar sein komplettes Haus von den Eltern gezahlt bekommen – das Geld war einfach auf dem Bankkonto da.
Ich bin Akademiker und verdiene weit überm Durchschnitt, aber ein Eigenheim in Bayern, wenns nicht gerade irgendwo in der Oberpfalz im Nirgendwo sein soll, ist für mich ohne Erbe komplett unrealistisch.
That’s just the way it is [https://www.youtube.com/watch?v=GlRQjzltaMQ](https://www.youtube.com/watch?v=GlRQjzltaMQ)
Naja.. du könntest wahrscheinlich eine sehr kleine EW nehmen. Da dann ein paar Jahre (>10) wohnen und dann evtl in eine größere.
Is halt bei uns auch das problem dass man in jungen jahren oft nicht die finanzielle Bildung hat vernünftig zu agieren. Wenn man sobald man in die Lage kommt ein bisl zu sparen das vernünftig anlegt kann es schon einen unterschied machen… aber ja ohne Erbe wird es bei einer eher kleinen wohnung bleiben
Leider sind die Immobilienpreise heutzutage so hoch, dass wir uns eher im Bereich von 2k+ Monatsrate befinden und das mit einer Laufzeit von 30 Jahren. Wenn man die anderen laufenden Kosten für die Immobilie dazuzählt ist man schnell auf über 2.5k, was bedeutet dass man eigentlich ein Haushaltseinkommem von 7k bräuchte, um es ohne große Sorge stemmen zu können.
2 Personen die je 3500 Netto verdienen, um eine 80qm Wohnung in Wien zu kaufen oder 150qm Haus in Hinterm-Mond-Hausen zu bauen, ist ein absoluter Witz.
Partner suchen, 2,5k Netto * 2, Hälfte sparen, in zehn Jahren sind es 350k.
Ja, es ist schwieriger als vor 30 Jahren, aber auch damals wurden einem die Häuser nicht nachgeschmissen. Da haben auch genug Leute in kleinen Mietwohnungen gewohnt. Man hat in Österreich definitiv Chancen, sich selbst etwas aufzubauen, und ist nicht unbedingt auf große Erbschaften angewiesen. Diejenigen, die das „Glück“ haben, tun sich natürlich einfacher. Aber gibt genug junge Leute, die sich selbst etwas aufbauen.
ist halt fraglich ob 3700 Euro Brutto „ziemlich gut“ ist. HTL Absolventen steigen bei uns frisch mit 3300 und sind nach 2 Jahren bei 3600. Als Master Absolvent steigst mit 4450 ein. Ganz ehrlich da ist viel Luft nach oben.
Jetzt nimm noch an, dass du eine Partnerin hast die auch gut verdient, beide sind Akademiker mit 5 Jahren Berufserfahrung und ihr habt ein Haushaltsbrutto von ca. 130-150k. Klar kannst dir damit kein Penthouse in Wien leisten aber 100k ansparen um damit eine „normale“ Immobilie anzuzahlen ist damit machbar.
Einfach nicht in der Stadt wohnen wo’s teuer ist. Wenn man das Missverhältnis zwischen Immobilienkosten und Einkommen anschaut und deren Entwicklung ist es klar, das der „gut bezahlte“ Job in der Stadt doch nicht so geil ist wenn die Wohnung 600k kostet.
Da geht’s teilweise am Land besser – und falls Home oder Remote-Office hat man sowieso den Jackpot gezogen.
So ist das in Österreich… das haben uns ÖVP und FPÖ gebracht…
Zu zweit geht das schon. Kenne auch ein paar die das so machen.
Nur ist das halt wirklich bis ans Ende des Arbeitslebens kalkuliert und bei Jobverlust, Trennung, Krankheit die zur Arbeitsunfähigkeit führt sind sie komplett am Arsch. Großartiger Lebensstil ist natürlich auch keiner mehr drin.
Aber auch damals in der guten alten Zeit hatten viele massiv Hilfe von der Familie. Meine beiden Cousinen haben zum 18. Geburtstag auch Bauparzellen (ja, Mehrzahl, eine zum bauen die anderen zum später verkaufen) geschenkt bekommen die der Uropa irgendwann 1945 für 3 Äpfel und 2 Kartoffeln gekauft hat.
Damals wurde auch noch viel mehr schwarz gemacht, der Mann meiner Tante war aus einer Familie die im Gemeinderat vom Dorf saß und dementsprechend wäre jede Anzeige diesbezüglich ins Leere gelaufen, zumal sich die Kieberer ja selber alles schwarz machen lassen haben. Geht heute nicht mehr, da hast du bei einem Nachbarn der dich nicht mag die Finanz auf der Baustelle.