
Artikel in einfacher Sprache zusammengefasst:
Artikel In sogar einfacher Sprache: Der katholisch Kirche tut katholisch Kirche Dinge.
Wen unterstützt die katholische Kirche?
Das ist eine schwierige Frage. Es stellen sich eigentlich zwei Fragen: Wem soll die katholische Kirche dienen? Und wem dient sie tatsächlich?
In der Schweiz die katholische Kirche dient vor allem dem Klerus (Priestern und Bischöfen). Auch nach den Versprechen der Bischöfe nach Veröffentlichung der Missbrauchsstudie 2023 gilt weiterhin: Schweigen, vertuschen, lügen, um die Macht nicht zu verlieren.
Ein Beispiel zeigt, wie Bischöfe mit einem kritischen Journalisten umgingen.
Im Jahr 2014 wurde das Katholische Medienzentrum gegründet und die Nachrichtenplattform kath.ch lanciert. Ziel war es, kritischen und unabhängigen Journalismus zu religiösen, gesellschaftlichen und politischen Themen zu betreiben. Geld und Unterstützung kamen von der Schweizerischen Bischofskonferenz (SBK) und der Römisch-Katholischen Zentralkonferenz (RKZ).
Vereinbart war, dass kath.ch in der Berichterstattung frei sein würde. Allerdings hatten die Bischöfe bei wichtigen Personalentscheidungen ein Vetorecht, das sogenannte "Nichts steht im Weg"eine Art Kein-Einspruchs-Erklärung.
2020 Alles änderte sich, als der Journalist Raphael Rauch Chefredakteur wurde. Rauch machte das eher langweilige Nachrichtenportal spannender und konfrontativer. Ein Artikel über den abrupten Abgang eines Priesters und dessen homophobe Tweets erregte bei SBK und RKZ den Zorn, wollte dieser doch weiterhin in der Kirche arbeiten.
2022 Die Spannungen zwischen kath.ch und seinen Kunden erreichten ihren Höhepunkt und Rauch verließ das Portal endgültig Ende März 2023.
Annalena Müller wurde von Rauch angeheuert und setzte dessen kritische Arbeit fort. 2023 legte die Universität Zürich eine Studie über Missbräuche in der katholischen Kirche vor. Müller kritisierte die Kirche scharf und fragte öffentlich nach der Verantwortung der Bischöfe.
Im Jahr 2024 Müller bewarb sich um die Stelle der Chefredakteurin. Trotz ihrer hohen Qualifikation lehnten die Bischöfe sie ab. "Nichts steht im Weg"Stattdessen wurde der reformierte Journalist Christian Maurer engagiert.
Warum lehnten die Bischöfe Müller ab? Internen Quellen und Protokollen zufolge herrschten sexistische Vorurteile und die Bischöfe bevorzugten einen reformierten Mann gegenüber einer gut qualifizierten, aber kritischen Frau.
Folgen: Müller trat zurück und die Zuger Regierungsräte forderten, der Kanton solle die Zahlungen an den Bischof und die Domherren einstellen. Als Gründe wurden die Aufarbeitung von Missbrauchsfällen und das Veto gegen Müller genannt.
Aufgrund dieses Konkordats zahlen alle Steuerzahler im Kanton Zug – und auch in anderen Kantonen, die zum Bistum Basel gehören (BE, LU, SO) – für die Gehälter und Spesen des Bischofs und der Domherren. Dabei spielt es keine Rolle, ob sie der katholischen Kirche angehören oder nicht. Die Motion will, dass der Kanton diese Zahlungspflicht aufhebt.
kath.ch berichtete nicht über den Fall Müller, was zu Kritik führte. Nach dem Veto traten mehrere Vorstandsmitglieder von kath.ch zurück und es kam zu Neuwahlen, bei denen zwar keine Person mit journalistischem Hintergrund gewählt wurde, dafür aber zahlreiche Kirchenvertreter.
https://www.watson.ch/schweiz/investigativ/170215301-schweizer-bischoefe-gehen-mit-sexismus-gegen-unliebsame-journalistin-vor
Von BezugssystemCH1903