„Langfristig werden wir alles, was wir in Europa verkaufen, hier produzieren“, sagte Stella Li, die Chefin für das internationale Geschäft von BYD, am Montag auf der Nutzfahrzeugmesse IAA in Hannover. „Wir arbeiten an den Details, das dauert eine Weile.“ Auf der Messe präsentierte BYD das künftige „Flaggschiffmodell“ seiner Nutzfahrzeuge. Der Lkw ETT 44 soll ab dem zweiten Quartal 2027 ausgeliefert werden.
BYD wolle aber nicht nur die vorerst in China gebauten und von dort importierten Fahrzeuge verkaufen, sondern Flottenkunden ein ganzes Paket zusammen mit Dienstleistungen von der Finanzierung über eigene, mit Solarstrom betriebene Ladestellen bis hin zu einem Werkstattnetz mit mobilen Pannenhelfern anbieten. „Wir wollen den Kunden ein ganzes Geschäftsmodell offerieren“, sagte Li. Der weltweit größte Elektroautohersteller BYD gehört im Pkw-Geschäft zu den schnell wachsenden Konkurrenten aus China in Europa.
Eine lokale Produktion in Europa würde auch Einfuhrzölle auf die Lkw vermeiden. Europäische Hersteller wie die Traton-Tochter MAN fordern, dass die Europäische Union bei Lkw so vorgehen soll wie gegen subventionierte Elektroautos aus China. Zölle und Vorschriften für lokale Produktionsanteile wären Instrumente, um unfaire Wettbewerbsvorteile auszugleichen. „Wir mögen diese Zölle nicht, das nützt niemandem“, sagte Li. „Aber wir müssen damit umgehen.“ BYD bereite sich vor, noch mehr in die Fertigung in Europa zu investieren, so wie schon in die Pkw-Produktion. Dafür wird gerade eine Fabrik in Szeged/Ungarn gebaut. Dort werde im kommenden Jahr die Massenproduktion starten. BYD sei gerade dabei, sich zu einem europäischen Produzenten zu entwickeln, ergänzte Li. „Zölle sind nur ein kurzfristiger Druck. Aber langfristig, sobald alles lokal produziert wird, werden wir ein europäisches Unternehmen.“
