Die isländischen Behörden haben die EU-Kommission aufgefordert, sich nicht in das bevorstehende Referendum über die Fortsetzung der EU-Beitrittsverhandlungen einzumischen. Dies berichtet Euractiv unter Berufung auf zwei EU-Beamte.
    Die Isländer stimmen am 29. August darüber ab, ob das Land seine seit Langem stockenden Beitrittsverhandlungen fortsetzen soll. Die Regierung von Premierministerin Kristrún Frostadóttir unterstützt ein «Ja», betont aber, dass die Entscheidung allein bei den Isländern liege. Frostadóttir hatte zudem erklärt, eine Einmischung aus dem Ausland werde nicht toleriert.
    NECATI SAVAS / KEYSTONE

    epa13096998 Prime Minister of Iceland Kristrun Frostadottir speaks to the media upon his arrival at the 2026 NATO Summit in Ankara, Turkey, 08 July 2026

    NECATI SAVAS / KEYSTONE

    Ein Kommissionssprecher sagte Euractiv: «Die Kommission greift in keiner Weise in nationale Wahlen oder Volksabstimmungen ein». Allein 2026 besuchten mindestens sieben hochrangige europäische Politiker Island. Die meisten warben offen für eine Fortsetzung des EU-Kurses. Frankreichs Aussenminister Jean-Noël Barrot erklärte im Juli, Island habe durch ein «Ja» «nichts zu verlieren».
    EU-Fischereikommissar Costas Kadis stellte zudem mögliche Zugeständnisse in der Fischereipolitik in Aussicht. Jüngste Umfragen zeigen ein knappes Rennen. Bei einem «Ja» wäre nach Abschluss der Verhandlungen voraussichtlich ein weiteres Referendum über den eigentlichen EU-Beitritt nötig.

    Share.
    Leave A Reply