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    33 Kommentare

    1. >Vergangene Woche erschien in der „New York Times“ [ein Artikel](https://www.nytimes.com/2026/07/22/us/laura-doyle-surrendered-wife.html), der nichts Geringeres als ein mögliches Rezept für eine glückliche Ehe versprach. Der Text handelte von einer Frau namens Laura Doyle, die nach einer Beziehungskrise zum Glück gefunden und daraufhin den 1999 erschienenen Bestseller „The Surrendered Wife“ (als „Einfach schlau sein, einfach Frau sein“ bei Goldmann erschienen) geschrieben hatte. Darin rät sie Frauen, die unzufrieden mit ihrer Partnerschaft sind, sich ihrem Mann unterzuordnen: „bossy“ Kommentare runterzuschlucken, Kontrolle (auch über die eigenen Finanzen) abzugeben, jederzeit bereit für Sex zu sein. Danach, so das Versprechen, sei der Ehemann ein anderer. Das funktioniere oft auch dann, erklärt Doyle in dem Artikel, wenn die Männer gewalttätig seien oder ein Suchtproblem hätten.

      >Doyles Ansatz war schon 1999 nicht neu. In den Siebzigerjahren war als eine Art Antwort auf die Frauenbewegung ein Bestseller mit vergleichbarer Entstehungsgeschichte erschienen. In „Die totale Frau: Das Handbuch zum Frau-Sein“ rät die vorher ebenfalls unglückliche Autorin Marabel Morgan ihren Leserinnen: „Eine totale Frau kommt allen Spezialwünschen ihres Mannes nach, ob es sich nun um Salat handelt, um Sex oder Sport.“

      >Wer Tipps dieser Art sucht, findet sie also. Die Frage ist nur: Warum widmet die „New York Times“ sich plötzlich einem über zwanzig Jahre alten Buch? Weil, so schreibt die Autorin Vivian Yee, Doyles Ratgeber zum Kanon jenes Teils der amerikanischen Rechten gehöre, der glaube, „dass mit dem Feminismus das ganze Unheil angefangen hat“.

      […]

      >Man kann den Text als Symptom für eine Verschiebung des öffentlichen Diskurses lesen. Das, womit die politische Rechte und extreme Strömungen in den sozialen Medien, etwa die Manosphere, begonnen haben, wird nun in der „New York Times“ für die liberale bürgerliche Mitte ausgetragen: die Frage, ob der Feminismus in seiner derzeitigen Form nicht zu weit gegangen ist, ob wir ohne ihn nicht vielleicht mehr Frieden in Beziehungen und Gesellschaft hätten.

      >Eine andere Frau, die diese Haltung vertritt, ist die britische Journalistin Louise Perry. Perry, die vor einem Monat im „New York Times“-Podcast [„Interesting Times“](https://www.nytimes.com/2026/06/25/opinion/gender-sexual-revolution-men-women.html) zu Gast war und vor einigen Jahren mit ihrem Buch „The Case against the Sexual Revolution“ im englischsprachigen Raum bekannt wurde, wird oft als „reaktionäre Feministin“ bezeichnet und spricht sich für eine neue Enthaltsamkeit aus.

      >Die sexuelle Revolution, so ihre These, habe Frauen zahlreiche Nachteile gebracht. Wie Doyle glaubt auch sie an fundamentale Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Männer, die laut Perry qua Natur und Hormonspiegel eher zu ungebundenem Sex, auch zum Übergriff neigen, müssten sorgfältig geprüft werden. Um sich vor Vergewaltigung zu schützen, rät sie Frauen deshalb, so zu tun, als gebe es Verhütung nur in der Ehe, sich also mit Männern, mit denen man keine Kinder haben möchte, gar nicht erst einzulassen. Eine absurde Idee, die einerseits so tut, als würden Frauen, die ungebundenen Sex haben, ihre Vergewaltigung wissentlich riskieren, und ausblendet, dass Vergewaltigung natürlich auch in der Ehe stattfindet.

    2. Johnny-Caliente on

      Sollen die Frauen denn auch den Führerschein sofort mit abgeben? Und Wahlrecht ist zu kompliziert für die…

    3. Da bin ich ja mal gespannt, wie lange es dauert bis NYT HQ brennt. Afair haben die Amerikannerinnen auf sowas eher weniger Bock.

    4. SimonPelikan on

      Hat hier niemand Handmaid‘s Tale gesehen?

      Mir schrillen alle Alarmglocken

    5. Dachte bei der Überschrift erst an den NY Times Pitchbot. Der ist ein eigentlich satirischer Bluesky-Account, der manchmal leicht überzogen das false balancing der NYT parodiert, aber leider inzwischen wohl kaum noch von der Original-Zeitung zu unterscheiden ist..

      [https://bsky.app/profile/nytpitchbot.bsky.social](https://bsky.app/profile/nytpitchbot.bsky.social)

      >NY Times Pitchbot

      Safety experts say the glass in some Pillsbury bread rolls is dangerous. A guy who snorts cocaine off toilet seats and brings raccoon penises home for „further study“ says it will strengthen your immune system and stop you from getting autism. For busy shoppers, it can be hard to know who to trust.

    6. fabi_and_a_cat on

      Wir gehn einfach kollektiv alle „progressiven“ Schritte zurück.

      Kommt auch hier bald in DE, bzw was sag ich, ist auch schon längst da.

    7. Wir könnten die Probleme der Welt lösen, Klimawandel, Armut, Krieg und Krankheit…oder wir diskutieren 2026 doch wieder darüber, ob das Patriarchat nicht vielleicht doch voll in Ordnung ist. Wir haben unser Aussterben echt verdient.

    8. FoxExpensive9319 on

      Ist der der Herausgeber ein Maga Supporter ? Dacht die wären noch unabhängig

    9. Fine_Talk_8406 on

      Entweder sind das schlecht versteckte bdsm Phantasien eines Autors, der viel zu wenig Zeit mit masturbation verbracht hatte, oder der soll mir den Lack geben, der zu solchen Gedanken führt, ich will auch etwas davon.

    10. i_grow_trees on

      Die NYT ist seit Jahren auf dem absteigenden Ast, jetzt wohl auf Cicero-Niveau. Ja Moin.

    11. bored_german on

      Ich bin zu bisexuell für diesen Scheiß. Geschlechterrollen sind Schwachsinn und für beide Seiten eigentlich langfristig nur eine Gefahr. Ich hab ja nur 11 Jahre Erfahrung, aber in meiner Beziehung ordne ich mich nicht unter und wir kichern heute noch miteinander wie in der honeymoon phase

    12. Ist das die Islamisierung des Abendlandes von dem ich so viel höre? Jeder Vorwurf ein Geständnis…

    13. Approaching_Dick on

      Tbh ich habe das auch schon in anderen Feldern erlebt außer Mann-Frau Beziehungen. Militär natürlich oder Pilotenausbildung aber sicher auch im Handwerk und anderswo. Man mag keine Leute die regelmäßig Widerworte geben selbst wenn es berechtigte Einwände sind. Man kommt als Yessir-Sager einfach leichter durchs Leben. Ob man das aber auch privat haben will muss jeder für sich wissen

    14. AliceInTheMirror on

      Ich bin als langjährige NY Times Abonnentin echt kurz davor das Abo zu kündigen. In den Comments dort gab es aber zum Glück immens viel Gegenwind. Wie kann man so lost sein…

    15. thethirdtree on

      Die Lösung moderner Probleme ist dann doch überraschend einfach: Frauen vor den Herd, Klimakrise als beendet erklären und jede Forschung dazu kriminalisieren, Ausländer nicht mehr als Menschen sehen, Demokratie abschaffen und Milliadären die Stiefel lecken. Neufeudalismus, yay! /s

    16. Interesting-Lynx7176 on

      Wieso werden Frauen global eigentlich so gehasst? Alle schießen sich die ganze Zeit auf rassismus ein, aber durch die Zeit und alle Orte weg, werden systematisch 50% der Bevölkerung immer wieder in die Rolle des minderwertigen Menschen gedrängt

    17. Brandigandor on

      Rückwärts immer, vorwärts nimmer!

      Wir brauchen ein neues Weltmotto. „Ordo et regresso“ oder so

    18. Es ist jetzt schon so, dass viele Beziehungen noch existieren, weil Frauen viel ertragen und ihre Klappe halten, bffr.

    19. Wenn ich sowas lese, kann ich die Menopause gar nicht mehr abwarten. Ich mache mir wirklich Sorgen um Frauen, die aktuell Anfang 20 sind und keine Kinder haben und keine Trad Wife sein wollen.

    20. Far-Hold7417 on

      Leider haben die allermeisten Menschen in Deutschland den Fall der NY Times über das letzte Jahrzent nicht mitbekommen.

      Ich sage das jetzt in aller Deutlichkeit: Die New York Times ist zu einem rückgratlosen neoliberalen Schmierenblat geworden, welches sich mit der Ausrede „Fair and Balanced“ auf die Seite der Rechten geschlagen hat. Nicht der Konservativen – der Rechten.

      Das ging los mit Kommentaren von Anti-Trans Aktivisten. Aber was sind schon wiederholte, reißerische Kommentare? Im übrigen bin ich der Meinung, das Karthago zerstört werden muss.
      https://www.npr.org/2023/02/15/1157181127/nyt-letter-trans

      Dann die Berichterstattung im Wahlkampf Trump vs. Biden: https://edition.cnn.com/2024/03/05/media/new-york-times-trump-coverage-backlash

      Dann die Berichterstattung über den Krieg in Gaza. https://www.newsweek.com/new-york-times-destroys-more-just-its-credibility-opinion-1836304

      Und dann über die Jahre auch immer wieder mal komische Kommentare über Frauen und Junge Menschen. Nicht zu vergessen, immer wieder Rage Bait: https://www.fastcompany.com/91450316/nyt-headlines-ragebait

      Das hier überrascht mich überhaupt nicht.

      Ich hoffe nur das der Backklash auch wirtschaftlich zu spüren ist und eventuell dann endlich Köpfe rollen.

    21. Das ist ganz sicher die wahre Liebe, von der wir alle geträumt haben. Von einer, die sich selbst verrät, aufgibt, ständig eine Maske trägt, manipuliert und lügt und einem, der sich nicht für den echten Menschen mit seinen Meinungen und Werten, Stärken und Schwächen interessiert und die Show glaubt, die seinen kleinen Ego vorgegaukelt wird. Was für ein ekelhafter Lebensplan.

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