
Gehört eigentlich nicht hierher, aber aus gegebenen Anlass lasse ich dieses Interview einfach mal da, weil es zur Aufklärung wichtig ist.
Zum Thema „Einfluss von Freigängerkatzen auf die Fauna“
Habe bei der Diskussion kein Eisen im Feuer und kenne beide Seiten.
An die Mods: bitte löschen falls unpassend
https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/voegel/gefaehrdungen/24661.html
edit:
Beim Durchlesen der Kommentare denke ich nur, ich hätte es nicht posten sollen… Oder wohl eher in einem anderen Sub.
Meine Hoffnung, dass man trotz aller Emotion faktenbasiert diskutieren kann und ordentliche Quellen ranzieht, hat sich nicht bewahrheitet. Stattdessen nur „ICH habe Katzen und bei mir funktioniert es!!!!“ und „MEIN Garten, da darf KEIN Ästling sterben!!!!!“
Und dann dieses „die Zahl ist trotzdem zu hoch!!!!!“ – Leute, lest doch mal den Text richtig statt euch nur die Zahl rauszupicken.
Ciao, ich komme das nächste mal wieder, wenn ich Tipps für die Rosen meiner Mutter brauche.
Danke für das Sperren des Beitrags.
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Auszug aus dem Artikel:
„Hauskatzen fressen Vögel, so viel steht fest. Eine gesicherte Schätzung der Anzahl von Vögeln, die im Laufe eines Jahres Opfer von Hauskatzen werden, existiert derzeit für Deutschland aber nicht. Bei etwa 12,9 Millionen gefütterten Hauskatzen und zusätzlich vielleicht eine bis zwei Millionen gänzlich unabhängigen verwilderten Hauskatzen, hält der NABU eine Zahl von 20 bis 100 Millionen toten Vögeln pro Jahr für realistisch, wobei der obere Bereich dieses Spektrums wahrscheinlicher erscheint.
Das klingt erst einmal viel. Diese Zahl muss aber in Relation zu den insgesamt jedes Jahr sterbenden Vögeln gesehen werden. Dann verursachen Hauskatzen lediglich 4 bis 20 Prozent aller Vogeltodesfälle. Das ist immer noch viel, aber unter anderem die Ergebnisse der NABU-Zählaktion „Stunde der Gartenvögel“ seit 2005 zeigen, dass die generellen Artenbestände im Siedlungsraum, also dort, wo Hauskatzen jagen, stabil sind. Zudem gibt es bei der „Stunde der Gartenvögel“ keinerlei Unterschiede in der Vogelhäufigkeit zwischen Gärten mit oder ohne Katzen. Es nehmen also eher andere Arten in Lebensräumen ab, die von Katzen weniger besucht werden. Das entscheidende Argument gegen die Katze als Hauptverursacher des Vogelsterbens ist jedoch, dass die Ursache ein Faktor sein muss, der aktuell neu hinzugekommen ist oder in deutlich verstärktem Maße wirkt. Die Zahl der Katzen steigt aber seit Jahren nur sehr leicht an und scheidet daher als Ursache des beobachteten deutlichen Bestandsknicks nach 1998 aus. Dies heißt natürlich nicht im Umkehrschluss, dass Katzen keine negativen Auswirkungen auf Vogelbestände haben. Es ist gut denkbar, dass Vogelbestände in unseren Siedlungsräumen ohne den Einfluss von Katzen deutlich höher sein könnten.“
(edit: Absatz)
Von hooseee
10 Kommentare
Möchtest du hier Streit anzetteln?
Ich bekomm jedesmal Ausschlag, wenn im Katzenunter wieder wild irgendwelche Zahlen aus den USA rezitiert werden, wie schlimmböse Freigänger sind.
Was klar sein muss, Katzen sind in mitteleuropa seit je her einheimisch, hauskatzen sollten kastriert sein wenn sie rausgehen. Aber grundsätzlich ist es voll in Ordnung wenn sie rausgehen. Was im übrigen die meisten Vögel und überhaupt alle Tiere tötet ist Landwirtschaft.
Deswegen kann ich Katzen als Haustier nicht befürworten. Draußen töten sie Tiere, sie einzusperren ist aber auch nicht richtig. Für mich gibt es keinen moralisch vertretbaren Weg, eine Katze zu halten. Bzw. ist mein Weg nicht gängig (einfach auch mot denen spazieren gehen, wie mit Hunden)
Diese Zahlen vom NABU sind halt stark ideologisch gefärbt.
Ich lebe im Wald.
Unter anderem mit mehreren Katzen.
Und mein Wald ist voller Vögel.
Im Morgengrauen ist hier ein gigantisches Vogelkonzert.
Vor ein paar Tagen hat eine Katze tatsächlich einen toten Vogel mitgebracht.
Der erste seit Jahren den ich gesehen hab.
Meine Katzen haben keinen Effekt auf die Vogelpopulation hier.
Katzen leben ja auch auf dem Boden.
Anders als andere Raubtiere wie Eichhörnchen und Krähen.
Die quasi ihr Leben auf den Bäumen verbringen.
Und im Frühling Vogelnest um Vogelnest ausnehmen.
Ist doch logisch.
Aber Eichhörnchen werden in dem Bericht erst garnicht erwähnt.
Und der Einfluss von Krähen wird verharmlost.
Ist halt ideologisch gefärbt:
Eichhörnchen und Krähe
= Wildtier
= gut.
Katze
= Haustier
= böse.
Ich hatte mal einen Kater der gelegentlich ein Eichhörnchen gefressen hat.
Vielleicht eins pro Jahr.
Der hat sicherlich Tausenden Jungvögeln das Leben gerettet.
Ich bin überzeugt, in den Wäldern in denen Wildkatzen leben gibt es bestimmt mehr Singvögel als in den Wäldern ohne Wildkatzen.
Einfach weil Wildkatzem die Eichhörnchen in Schach halten.
Vor etwa 25 Jahren gab es hier viel weniger Eichhörnchen als heute,
und das morgendliche Vogelkonzert damals war noch intensiver als heute.
Wer auch Probleme macht sind die Waschbären.
Die haben unter den Lurchen hier ziemlich aufgeräumt.
Selbst die giftigen Salamander und Kröten sind vor den Waschbären nicht sicher.
Insekten haben wir hier so viele dass ein Nachbar kürzlich dachte ein Bienenschwarm sei in der Luft.
Aber das war nur das ganz normale sommerliche Brausen von Tausenden Insekten.
Insektenfressende Vögel haben hier gedeckten Tisch.
Mein Wald ist sehr naturnah,
ich lass alle toten Bäume stehen.
Es gibt Efeu, Wilden Wein, Waldreben und andere Schlinger.
Und eine natürliche Strauchschicht.
Und die Scheisse von meinen zwei Hunden werf ich in den Wald.
Das gibt auch wieder viele Insekten.
Ebenso ist der Misthaufen meiner Ziegen ein Insektenparadies.
Wir haben hier einen schönen Artenreichtum —
https://preview.redd.it/fd7munp4u56h1.jpeg?width=746&format=pjpg&auto=webp&s=a634a3630b40a5942f7caca67a0b6f989195206b
mit mehreren Katzen 😉
Die Menschheit hat seit 1970 etwa 60 Prozent aller Säugetiere, Vögel, Fische und Reptilien ausgerottet. Aber stimmt sind bestimmt die Katzen Schuld
Großartig wie viele Leute – aus beiden Lagern – hier kommentieren anscheinend ohne den Text zur NABU Studie richtig (oder überhaupt?) gelesen zu haben.
Gibt aber auch andere Stimmen dazu: https://detektor.fm/wissen/spektrum-podcast-katzen-bedrohen-artenvielfalt
Was für ein ekelhafter Beitrag
„Nur“ 4 – 20 %? Hä? Selbst wenn es 3% sind, ist es zuviel!? Dazu noch die kackerei in den Garten.
Ich verstehe diesen idiotischen Whataboutism nicht. Katzen killen Kleingetier (übrigens nicht nur Vögel). Ist einfach so.
Dass es auch andere Ursachen für deren Tod gibt, die vielleicht sogar mehr Tiere töten, ist doch bei diesem Argument erst mal nebensächlich.
Wenn ich meinen Garten naturnah pflege, um dann mitzuerleben, wie das Haustier einer anderen Person die bei mir groß gewordenen Ästlinge killt, dann ist das ein absolutes Unding.
Wenn ich bei mir einen Gemüsegarten pflege, möchte ich nicht in Katzenscheiße vom Nachbar fassen.
Das Argument vom Sandkasten ist genau so doof. „Deck ihn doch ab!!1!1!“ Es ist MEIN Sandkasten. Räum die Scheiße deines Tieres gefälligst auf statt mir noch Vorschriften zu machen.
Hört auf eure Haustiere zum Problem anderer Leute zu machen!
Ich empfehle den Katzenhassern hier den Text erstmal zu lesen bevor einfach nur gehatet wird. Zitat:
„Untersuchungen zeigen allerdings, dass der dramatische Verlust der letzten Jahre weniger durch gestiegene Todeszahlen bei ausgewachsenen Vögeln zu erklären ist, als dadurch, dass nicht genug Jungvögel großgezogen werden. Das passiert, wenn Vögel keinen geeigneten Lebensraum und nicht mehr genügend Nahrung finden.“
Kernaussage: Es gibt immer weniger Insekten und damit immer weniger Nahrung für die Aufzucht.
Zudem gibt es noch weitere Gefahren die nochmals mehr Todesopfer fordern, wie Kollisionen mit Glasscheiben.
Ja, Katzen fressen auch Vögel. Aber vielleicht sollte man sich eher mit den Hauptgründen für den Rückgang beschäftigen, statt einen kleinen Nebenkriegsschauplatz zu eröffnen.