Scholz hatte zwischendurch wenigstens mal „menschliche“ Momente. Merz ist der echte Merz-o-mat.
[deleted] on
[deleted]
HillbillyCream on
Paywall
Traumfahrer on
Die Dreisten bleiben einfach sitzen und sitzen es aus, nur die anständigen nehmen ihren Hut…
dramabahamo on
Mach es wie deine liebste Wählergruppe – geh in Rente…
bernheavy on
War von Anfang an dumm zu glauben, ein eiskalter Blackrock-Multimillionär würde sich in irgendeiner Weise dazu eignen, Kanzler zu sein.
Er kann nichts. Er tritt nur nach unten. Er hat keine Ahnung von Nöten und Sorgen der normalen Menschen im Land.
Ich Scheiße auf diese Art Politiker. Ich will endlich Staatsdiener, die sich verfickt nochmal um Bürger, Familien, Arbeiter, sozial schwache kümmern.
Den super-Reichen geht es gut genug und es bringt niemanden was, diesen Leuten mehr Geld in den arsch zu schieben.
Saires on
Alleine „bald kommt der Moment der Wahrheit“…
Schon vor antritt war klar das Merz nicht Wort hält und ungeeignet ist. Mit jedem Monat wurde das klarer und klarer.
Wenn man ihn seine eigenen Aussagen aus der Opposition zu Olaf Scholz vorhält, müsste er zurücktreten.
Umso mehr, weil die CDU unter ihn mit der Schuldenbremse der Grund war das sich die Ampel aufgelöst hat.
M______- on
Schröder 2.0 funktioniert nicht. Schröder hatte eine Vision, für die er glaubhaft stand und ein Programm, welches nicht voll mit Partikularinteressenspflege war. Gleichzeitig hatte er Charisma, einen Hintergrund der auch Einschnitte glaubhaft verkaufbar machte und Mut vorran zu gehen. Diese Qualitäten sah man dann 2005 auch im Wahlergebnis.
Was hat Merz? Offensichtliche Partikularinteressenspflege in einem Programm, welches er noch vor Tag 1 radikal durchbrochen hat, die schlechtesten kommunikativen Fähigkeiten seit wahrscheinlich Wilhelm II, ist „Mittelschichtler“ und hat eine bereits so errodierte Machtbasis, dass jegliche Wendung als Verzweiflungstat gewertet werden würde, wenn nicht sogar ignoriert.
maybeWTF on
„Ich will Merz nicht mehr als Kanzler“
*Finger an Affenpfote krümmt sich & Spahn wird neuer Kanzler*
user38835 on
Welcher Moment der Wahrheit? Im schlimmsten Fall wird er abgesägt und kehrt auf seinen früheren, gut bezahlten und bequemen Posten zurück. Reiche Leute fallen in dieser Welt immer nur nach oben.
Loki-L on
Da hilft nur noch höhere Steuern auf Armut und Jugend, Abbau aller Infrastruktur und das Senken der Steuern auf Managerboni und höhere Subventionierung von Privatjets und die Abschaffung des Gesundheitswesen für unter 60 jährige.
tokensRus on
Experiment gescheitert, wann kommt Wüst?
Morganianum on
Tja, wenn man 80% der Bürger mit jeder Rede klar macht, wie sehr man sie verachtet, macht einen das eventuell ein bisschen unbeliebt.
WombatusMighty on
Text da soft-paywall:
Hat denn mein Stündlein schon geschlagen, mag sich der Kanzler fragen
Alle sind von Friedrich Merz enttäuscht. Grenzen zu, Bürgergeld weg, hat alles nichts gebracht. Also folgt der verzweifelte Versuch, den Schröder 2.0 zu geben. Bald wird Merz sich entscheiden müssen, ob er einer Versuchung nachgibt
Alle sind enttäuscht von Friedrich Merz. Bitter enttäuscht.
Denn Merz kann gar nichts: nicht regieren und nicht kommunizieren, er kann Strategie nicht und auch keine Taktik, er steuert das Land weder mit ruhiger Hand durch die stürmische See, noch bricht er verkrustete Strukturen, Bürokratiewahnsinn und den deutschen Schlendrian auf wie so ein Reformer ohne Furcht und Tadel.
Hier in der Freitag-Redaktion sind wir von Merz nicht enttäuscht, weil [wir nie davon ausgegangen waren](https://www.freitag.de/autoren/wolfgang-michal/gefahr-aus-der-konservativen-gartenlaube-wohin-steuert-die-merz-regierung), dass er einen guten Kanzler abgeben würde; wenigstens in diesem Punkt haben wir also Recht behalten. [Wir hatten nie daran geglaubt](https://www.freitag.de/autoren/wolfgang-michal/wie-er-wurde-was-er-ist), dass einige Jahre als Grüßaugust für den US-Vermögensverwalter Blackrock „Erfahrung in der Privatwirtschaft“ bedeuten. Oder dass ein CDU-Mittelstandsunion-Mann, dessen angebliches rhetorisches Talent im Wesentlichen darin besteht, der CDU-Mittelstandsunion das zu erzählen, was sie gerne hören mag, deshalb auch das Zeug hat, ein ganzes Land mit 80 Millionen Leuten zu regieren.
# Was hat große Teile der Medien denn glauben lassen, dass Merz Kanzler kann?
Eigentlich ist es im Nachhinein ziemlich seltsam, wie sehr auch große Teile der Medien sich davon überzeugen ließen, dass Friedrich Merz zum Kanzler tauge, und jetzt dafür umso enttäuschter von ihm sind. Ich meine: Der Mann wurde ohne irgendeine Berufserfahrung ins Kanzleramt gespült. Woher soll er es auch können, dieses Regieren, wenn er es nie vorher ausprobieren durfte?
Aber nachdem das politische System dieses Landes so ist, wie es ist, und das polit-mediale System, müssen wir sagen: Friedrich Merz ist sehr wahrscheinlich in diesen Tagen dabei, sich seinem Moment der Wahrheit zu nähern. Die Rede ist von jenem Moment, der seine Kanzlerschaft, und damit seine politische Laufbahn, definieren wird.
Denn eigentlich hat er, das müssen auch wir zugestehen, in seinem ersten Jahr als Kanzler doch eine ziemlich steile Lernkurve beschritten. Wir erinnern uns: Angetreten war Merz mit dem Versprechen, wenn er nur die Grenzen dichtmachte, und die Zahl der Asylbewerber verringerte, dann würde auch die AfD wieder schrumpfen und die Stimmung im Land sich aufhellen. Man muss ein Jahr später zugeben: Diese Hypothese wurde eindrücklich widerlegt. Es kommen so wenige Flüchtlinge wie lange nicht mehr nach Deutschland, die AfD ist so stark wie noch nie.
Als Nächstes knöpfte sich Friedrich Merz die Arbeitslosen vor: Wenn man sie nur ein wenig drangsalierte, die Schrauben ein bisschen anzöge, und ihnen ein bisschen mehr Angst vor dem sozialen Abstieg einjagte, dann würde auf magische Weise auch die Wirtschaft wieder anspringen und die Zustimmung zu dieser Regierung wachsen, von den milliardenschweren Einsparungen im Haushalt ganz zu schweigen.
Wir müssen zugeben: Die neue Grundsicherung wird zwar erst zum 1. Juli eingeführt, aber es ist nicht davon auszugehen, dass sie auch nur eines dieser Ziele erreicht. Die Zustimmung der Regierung ist so niedrig wie nie, die Haushaltslöcher klaffen weiter, und die Konjunktur lahmt wie ein Bierkutscherpferd mit Hufgeschwür.
# Sucht sich Merz jetzt einen Schuldigen für das eigene Versagen und die eigene Machtlosigkeit? Einen Sündenbock?
Womit wir in dem nächsten und gegenwärtigen Stadium seiner Kanzlerschaft angekommen sind: Nachdem seine ersten beiden Großprojekte verpufft sind, probiert Merz es mit dem hoffnungslos zum Scheitern verurteilten Versuch, sich wie eine Art wiedergekehrter Gerhard Schröder an den eigenen Haaren aus dem Reform-Druck-Sumpf zu ziehen: mit einem großen Wurf! mit den „Reformen“, die dieses Land so dringend braucht!
Daran ist nicht nur die Prämisse mehr als fragwürdig (der allseits herbeigeredete enorme Reformdruck, der im Wesentlichen darin besteht, der Kapitalseite einige Erleichterungen gegenüber dem Faktor Arbeit zu verschaffen), sondern auch die von oben recycelte Annahmen, dass dadurch die Konjunktur auf magische Weise anspringen würde.
Denn darin steckt ja eigentlich das Merzsche Dilemma: Er hat so große Erwartungen geschürt, dass sein Einzug ins Kanzleramt „den Unterschied machen“ würde, wie man das heute formuliert, dass er schlecht heute zugeben kann: Es ist wohl ein bisschen egal. Viel wichtiger ist eine andere Entwicklung, und zwar, dass sich geo-ökonomisch die Aussichten für Deutschland und das ganze hiesige Wirtschaftsmodell arg eingetrübt haben.
Zollkrieg, amerikanische KI-Overlords, chinesische E-Autos, NATO-Budget-Erpressung, Aufrüstungsmanie und Ölpreisschock dank Trumps Krieg gegen den Iran, die Liste ist lang und alle Faktoren haben nur eines gemeinsam: Ihnen ist egal, was man im Kanzleramt davon hält. Sie lassen sich auch davon nicht beeindrucken, wenn Deutschland nun den 8-Stunden-Tag schleifen will, der die arbeitende Bevölkerung seit 1918 davor schützt, dass sie offiziell mehr als ein zulässiges Maß schuften muss (von unbezahlten Überstunden, Erpressung mit Mehrarbeit nach dem Ausstempeln und Ähnlichem zu schweigen.)
# Es naht der Moment der Wahrheit
Oben war von dem Moment der Wahrheit die Rede: Gemeint ist, dass Friedrich Merz nun wohl bald an einen Punkt gelangen wird, an dem er sich entscheiden muss: Macht er sich ehrlich, und gibt zu: Ich weiß (und kann) es doch auch nicht. Oder gibt er einer Versuchung nach, die vielen Politikern in einem derartigen Moment als möglicher Strohhalm erscheint, an dem ihre Zustimmungswerte wieder hochklettern könnten: Gemeint ist der populistische Ausweg, sich für das eigene Versagen und die eigene Machtlosigkeit einen Schuldigen zu suchen. Einen Sündenbock.
Es ist Friedrich Merz anzurechnen, dass er genau das in den letzten Monaten und Wochen nicht getan hat: nicht „dem Islam“, den „Globalisten“, „den Ausländern“ oder links-grünen Lastenradfahrern die Schuld an der eigenen Misere gegeben. Merz‘ Moment der Wahrheit wird dann kommen, wenn seine Entscheidung feststeht.
Zottel83 on
Einfach stur so weitermachen, irgendwann kommt das Mistrauensvotum und er darf wieder zurück in die Vorstände. Ihm wird es nicht schlecht gehen. Zurück lässt er ein innovationsloses Land mit ausgehöhltem Sozialsytem.
r1c0DE on
Ich freue mich schon auf den Herbst der Reformen 2027…ab dann wird alles besser /s
UltimateShame on
Ich bin nicht enttäuscht, weil von Anfang an klar war, was für eine widerliche Person er ist. Ich bin eher enttäuscht, dass sowas gewählt wurde und Bundeskanzler sein kann. Ich bin von den (alten) Wählern enttäuscht.
Low_Air_7789 on
Ich finde ja, dass man generell viel zu umsichtig mit unbeliebten und ratlosen Rentnern im „Unruhestand“ (höhöhö) umgeht.
FudgeAllOfYous on
Herbst der Reformen geht dann einher mit dem Deutschlandtakt
solican123 on
Sehe ich anders. Man kann hier viele Worte machen – eine starke konservative Kraft ist aktuell wirtschaftspolitisch die bessere Alternative zu dem, was weiter von rechts droht.
Shezzofreen on
Welche Wahrheit? Hat irgendjemand etwas anderes erwartet als das was Merz liefert?
Radiant-Sherbet-5461 on
Bin kein Deutscher:
Ist Merz wirklich an allen Schuld oder hat Deutschland denselben Problem wie Frankreich, Grossbritanien oder die USA ?
Damit meine ich: die Gesellschaft ist hoffnungslos gespalten und diese gesellschaftliche Spaltung spiegelt sich auch im Bundestag wider, der handlungsunfähig oder schlicht unwillig ist.
GB hatte 4 verschiedene Prime Ministers in 5 Jahren.
Frankreich hatte 6 verschiedene PM in 5 Jahren.
Der Regierungschef zu wechseln hilft gar nix wenn das Parlement nicht beim regieren mitmachen will.
darkslide3000 on
Ich kann Merz auch nicht ausstehen, aber ich weiß auch dass bei der nächsten Wahl die AfD nur noch höher kommt und die Chance von schwarz-blau größer wird.
toshman76 on
Merz ist der schlechteste Kanzler seit keine Ahnung…Kohl in seinen letzten Jahren? Er hat völlig versagt und die AfD ist stark wie nie, wenn es ihm wirklich um das Land gehen würde müsste er Platz machen. Da er genau das niemals tun wird wissen wir um wen es ihm wirklich geht: nur sich selbst.
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25 Kommentare
#Ausgemerzt
Scholz hatte zwischendurch wenigstens mal „menschliche“ Momente. Merz ist der echte Merz-o-mat.
[deleted]
Paywall
Die Dreisten bleiben einfach sitzen und sitzen es aus, nur die anständigen nehmen ihren Hut…
Mach es wie deine liebste Wählergruppe – geh in Rente…
War von Anfang an dumm zu glauben, ein eiskalter Blackrock-Multimillionär würde sich in irgendeiner Weise dazu eignen, Kanzler zu sein.
Er kann nichts. Er tritt nur nach unten. Er hat keine Ahnung von Nöten und Sorgen der normalen Menschen im Land.
Ich Scheiße auf diese Art Politiker. Ich will endlich Staatsdiener, die sich verfickt nochmal um Bürger, Familien, Arbeiter, sozial schwache kümmern.
Den super-Reichen geht es gut genug und es bringt niemanden was, diesen Leuten mehr Geld in den arsch zu schieben.
Alleine „bald kommt der Moment der Wahrheit“…
Schon vor antritt war klar das Merz nicht Wort hält und ungeeignet ist. Mit jedem Monat wurde das klarer und klarer.
Wenn man ihn seine eigenen Aussagen aus der Opposition zu Olaf Scholz vorhält, müsste er zurücktreten.
Umso mehr, weil die CDU unter ihn mit der Schuldenbremse der Grund war das sich die Ampel aufgelöst hat.
Schröder 2.0 funktioniert nicht. Schröder hatte eine Vision, für die er glaubhaft stand und ein Programm, welches nicht voll mit Partikularinteressenspflege war. Gleichzeitig hatte er Charisma, einen Hintergrund der auch Einschnitte glaubhaft verkaufbar machte und Mut vorran zu gehen. Diese Qualitäten sah man dann 2005 auch im Wahlergebnis.
Was hat Merz? Offensichtliche Partikularinteressenspflege in einem Programm, welches er noch vor Tag 1 radikal durchbrochen hat, die schlechtesten kommunikativen Fähigkeiten seit wahrscheinlich Wilhelm II, ist „Mittelschichtler“ und hat eine bereits so errodierte Machtbasis, dass jegliche Wendung als Verzweiflungstat gewertet werden würde, wenn nicht sogar ignoriert.
„Ich will Merz nicht mehr als Kanzler“
*Finger an Affenpfote krümmt sich & Spahn wird neuer Kanzler*
Welcher Moment der Wahrheit? Im schlimmsten Fall wird er abgesägt und kehrt auf seinen früheren, gut bezahlten und bequemen Posten zurück. Reiche Leute fallen in dieser Welt immer nur nach oben.
Da hilft nur noch höhere Steuern auf Armut und Jugend, Abbau aller Infrastruktur und das Senken der Steuern auf Managerboni und höhere Subventionierung von Privatjets und die Abschaffung des Gesundheitswesen für unter 60 jährige.
Experiment gescheitert, wann kommt Wüst?
Tja, wenn man 80% der Bürger mit jeder Rede klar macht, wie sehr man sie verachtet, macht einen das eventuell ein bisschen unbeliebt.
Text da soft-paywall:
Hat denn mein Stündlein schon geschlagen, mag sich der Kanzler fragen
Alle sind von Friedrich Merz enttäuscht. Grenzen zu, Bürgergeld weg, hat alles nichts gebracht. Also folgt der verzweifelte Versuch, den Schröder 2.0 zu geben. Bald wird Merz sich entscheiden müssen, ob er einer Versuchung nachgibt
[](https://www.freitag.de/autoren/pep/alle-sind-von-merz-enttaeuscht-wir-nicht-denn-wir-haben-uns-nicht-viel-erwartet#comments)
Alle sind enttäuscht von Friedrich Merz. Bitter enttäuscht.
Denn Merz kann gar nichts: nicht regieren und nicht kommunizieren, er kann Strategie nicht und auch keine Taktik, er steuert das Land weder mit ruhiger Hand durch die stürmische See, noch bricht er verkrustete Strukturen, Bürokratiewahnsinn und den deutschen Schlendrian auf wie so ein Reformer ohne Furcht und Tadel.
Hier in der Freitag-Redaktion sind wir von Merz nicht enttäuscht, weil [wir nie davon ausgegangen waren](https://www.freitag.de/autoren/wolfgang-michal/gefahr-aus-der-konservativen-gartenlaube-wohin-steuert-die-merz-regierung), dass er einen guten Kanzler abgeben würde; wenigstens in diesem Punkt haben wir also Recht behalten. [Wir hatten nie daran geglaubt](https://www.freitag.de/autoren/wolfgang-michal/wie-er-wurde-was-er-ist), dass einige Jahre als Grüßaugust für den US-Vermögensverwalter Blackrock „Erfahrung in der Privatwirtschaft“ bedeuten. Oder dass ein CDU-Mittelstandsunion-Mann, dessen angebliches rhetorisches Talent im Wesentlichen darin besteht, der CDU-Mittelstandsunion das zu erzählen, was sie gerne hören mag, deshalb auch das Zeug hat, ein ganzes Land mit 80 Millionen Leuten zu regieren.
# Was hat große Teile der Medien denn glauben lassen, dass Merz Kanzler kann?
Eigentlich ist es im Nachhinein ziemlich seltsam, wie sehr auch große Teile der Medien sich davon überzeugen ließen, dass Friedrich Merz zum Kanzler tauge, und jetzt dafür umso enttäuschter von ihm sind. Ich meine: Der Mann wurde ohne irgendeine Berufserfahrung ins Kanzleramt gespült. Woher soll er es auch können, dieses Regieren, wenn er es nie vorher ausprobieren durfte?
Aber nachdem das politische System dieses Landes so ist, wie es ist, und das polit-mediale System, müssen wir sagen: Friedrich Merz ist sehr wahrscheinlich in diesen Tagen dabei, sich seinem Moment der Wahrheit zu nähern. Die Rede ist von jenem Moment, der seine Kanzlerschaft, und damit seine politische Laufbahn, definieren wird.
Denn eigentlich hat er, das müssen auch wir zugestehen, in seinem ersten Jahr als Kanzler doch eine ziemlich steile Lernkurve beschritten. Wir erinnern uns: Angetreten war Merz mit dem Versprechen, wenn er nur die Grenzen dichtmachte, und die Zahl der Asylbewerber verringerte, dann würde auch die AfD wieder schrumpfen und die Stimmung im Land sich aufhellen. Man muss ein Jahr später zugeben: Diese Hypothese wurde eindrücklich widerlegt. Es kommen so wenige Flüchtlinge wie lange nicht mehr nach Deutschland, die AfD ist so stark wie noch nie.
Als Nächstes knöpfte sich Friedrich Merz die Arbeitslosen vor: Wenn man sie nur ein wenig drangsalierte, die Schrauben ein bisschen anzöge, und ihnen ein bisschen mehr Angst vor dem sozialen Abstieg einjagte, dann würde auf magische Weise auch die Wirtschaft wieder anspringen und die Zustimmung zu dieser Regierung wachsen, von den milliardenschweren Einsparungen im Haushalt ganz zu schweigen.
Wir müssen zugeben: Die neue Grundsicherung wird zwar erst zum 1. Juli eingeführt, aber es ist nicht davon auszugehen, dass sie auch nur eines dieser Ziele erreicht. Die Zustimmung der Regierung ist so niedrig wie nie, die Haushaltslöcher klaffen weiter, und die Konjunktur lahmt wie ein Bierkutscherpferd mit Hufgeschwür.
# Sucht sich Merz jetzt einen Schuldigen für das eigene Versagen und die eigene Machtlosigkeit? Einen Sündenbock?
Womit wir in dem nächsten und gegenwärtigen Stadium seiner Kanzlerschaft angekommen sind: Nachdem seine ersten beiden Großprojekte verpufft sind, probiert Merz es mit dem hoffnungslos zum Scheitern verurteilten Versuch, sich wie eine Art wiedergekehrter Gerhard Schröder an den eigenen Haaren aus dem Reform-Druck-Sumpf zu ziehen: mit einem großen Wurf! mit den „Reformen“, die dieses Land so dringend braucht!
Daran ist nicht nur die Prämisse mehr als fragwürdig (der allseits herbeigeredete enorme Reformdruck, der im Wesentlichen darin besteht, der Kapitalseite einige Erleichterungen gegenüber dem Faktor Arbeit zu verschaffen), sondern auch die von oben recycelte Annahmen, dass dadurch die Konjunktur auf magische Weise anspringen würde.
Denn darin steckt ja eigentlich das Merzsche Dilemma: Er hat so große Erwartungen geschürt, dass sein Einzug ins Kanzleramt „den Unterschied machen“ würde, wie man das heute formuliert, dass er schlecht heute zugeben kann: Es ist wohl ein bisschen egal. Viel wichtiger ist eine andere Entwicklung, und zwar, dass sich geo-ökonomisch die Aussichten für Deutschland und das ganze hiesige Wirtschaftsmodell arg eingetrübt haben.
Zollkrieg, amerikanische KI-Overlords, chinesische E-Autos, NATO-Budget-Erpressung, Aufrüstungsmanie und Ölpreisschock dank Trumps Krieg gegen den Iran, die Liste ist lang und alle Faktoren haben nur eines gemeinsam: Ihnen ist egal, was man im Kanzleramt davon hält. Sie lassen sich auch davon nicht beeindrucken, wenn Deutschland nun den 8-Stunden-Tag schleifen will, der die arbeitende Bevölkerung seit 1918 davor schützt, dass sie offiziell mehr als ein zulässiges Maß schuften muss (von unbezahlten Überstunden, Erpressung mit Mehrarbeit nach dem Ausstempeln und Ähnlichem zu schweigen.)
# Es naht der Moment der Wahrheit
Oben war von dem Moment der Wahrheit die Rede: Gemeint ist, dass Friedrich Merz nun wohl bald an einen Punkt gelangen wird, an dem er sich entscheiden muss: Macht er sich ehrlich, und gibt zu: Ich weiß (und kann) es doch auch nicht. Oder gibt er einer Versuchung nach, die vielen Politikern in einem derartigen Moment als möglicher Strohhalm erscheint, an dem ihre Zustimmungswerte wieder hochklettern könnten: Gemeint ist der populistische Ausweg, sich für das eigene Versagen und die eigene Machtlosigkeit einen Schuldigen zu suchen. Einen Sündenbock.
Es ist Friedrich Merz anzurechnen, dass er genau das in den letzten Monaten und Wochen nicht getan hat: nicht „dem Islam“, den „Globalisten“, „den Ausländern“ oder links-grünen Lastenradfahrern die Schuld an der eigenen Misere gegeben. Merz‘ Moment der Wahrheit wird dann kommen, wenn seine Entscheidung feststeht.
Einfach stur so weitermachen, irgendwann kommt das Mistrauensvotum und er darf wieder zurück in die Vorstände. Ihm wird es nicht schlecht gehen. Zurück lässt er ein innovationsloses Land mit ausgehöhltem Sozialsytem.
Ich freue mich schon auf den Herbst der Reformen 2027…ab dann wird alles besser /s
Ich bin nicht enttäuscht, weil von Anfang an klar war, was für eine widerliche Person er ist. Ich bin eher enttäuscht, dass sowas gewählt wurde und Bundeskanzler sein kann. Ich bin von den (alten) Wählern enttäuscht.
Ich finde ja, dass man generell viel zu umsichtig mit unbeliebten und ratlosen Rentnern im „Unruhestand“ (höhöhö) umgeht.
Herbst der Reformen geht dann einher mit dem Deutschlandtakt
Sehe ich anders. Man kann hier viele Worte machen – eine starke konservative Kraft ist aktuell wirtschaftspolitisch die bessere Alternative zu dem, was weiter von rechts droht.
Welche Wahrheit? Hat irgendjemand etwas anderes erwartet als das was Merz liefert?
Bin kein Deutscher:
Ist Merz wirklich an allen Schuld oder hat Deutschland denselben Problem wie Frankreich, Grossbritanien oder die USA ?
Damit meine ich: die Gesellschaft ist hoffnungslos gespalten und diese gesellschaftliche Spaltung spiegelt sich auch im Bundestag wider, der handlungsunfähig oder schlicht unwillig ist.
GB hatte 4 verschiedene Prime Ministers in 5 Jahren.
Frankreich hatte 6 verschiedene PM in 5 Jahren.
Der Regierungschef zu wechseln hilft gar nix wenn das Parlement nicht beim regieren mitmachen will.
Ich kann Merz auch nicht ausstehen, aber ich weiß auch dass bei der nächsten Wahl die AfD nur noch höher kommt und die Chance von schwarz-blau größer wird.
Merz ist der schlechteste Kanzler seit keine Ahnung…Kohl in seinen letzten Jahren? Er hat völlig versagt und die AfD ist stark wie nie, wenn es ihm wirklich um das Land gehen würde müsste er Platz machen. Da er genau das niemals tun wird wissen wir um wen es ihm wirklich geht: nur sich selbst.