



Guten Tag.
Vorweg einmal.
Wahrscheinlich haben das schon einige hier gesagt bei irgendwelchen Anfragen, aber ich muss zu mir sagen, dass ich leider nicht viel Ahnung über Gartenpflege, Blumen usw habe.
Wir haben ein ziemlich großes Grundstück, mit sehr viel Rasenfläche. Das überfordert mich aber ziemlich.
Wir haben nicht das Bedürfnis, daraus für uns selber ein Garten Paradies zu erstellen. Am liebsten würden wir es so Natur belassen wie möglich lassen, für so viele Wildtiere ind Insekten wie möglich.
Aber überall nur Rasen ist da natürlich nicht dienlich.
Daher die Frage, wie kann man am besten helfen.
Kann man überall einfach Wildblumen Saaten ausstreuen? Muss man erst alles umgraben?
Wir leben in einem Bergbau Gebiet. Mit Schaufel kommt man nicht wirklich tief. Die Grube für das Klettergerüst, ging auch nur mit einem Bagger.
So wie auf den Bildern, sieht es komplett einmal um das Haus aus. U Förmig. Viel Rasen, wenig andere Pflanzen.
Danke schon einmal im voraus.
Mfg
Von Intelligent-Goal1226

6 Kommentare
Ganz stumpf: So viel Natur wie möglich, wenn wortwörtlich genommen, dann mach gar nichts und lass es einfach wachsen. Ernste Antwort. Die Natur macht das schon selber. Damit hast Du am wenigsten Aufwand, und das maximum an Natur. Sieht nicht immer so wirklich aus, wie man sich einen Garten vorstellt, aber Natur pur und fast gar keine Arbeit. Nur die Grenzzonen zwischen deinem Rasenanteil und der Naturzone müssten bearbeitet werden, sonst übernimmt die Natur nach und nach auch den Spielplatz.
Wenn Du eine naturnahe Blumenwiese haben möchtest, dann schau dich nach Blumenmischungen um, die ausschließlich heimische Sorten haben.
Wenn Du allerdings einen naturnahen Garten haben möchtest, dann ist schon einiges an Arbeit und Zeit nötig. Nicht nur beim erstellen, sondern auch bei der Pflege. Bei einem naturnahen Garten lässt Du nicht die Natur entscheiden, was wachsen soll, sondern bist selbst der Herr darüber was wo wächst, und was wo wachsen darf und was nicht. Ist weniger wortwörtliche Natur, aber kann echt wunderschön sein.
Was davon wäre dein Ansinnen?
so.. kenn mich jetzt leider auch net so gut aus, wie man von einem Rasen auf eine Blumenwiese kommt, aber ich persönlich würde es so machen (habe daheim eine Blumenwiese):
Ich würd mir den Boden anschaun ob der eine gscheite Grundlage für die Blumensamen ist. Auf den Fotos wirkt es so als wäre es sehr sandig bei dir oder täuscht das? Dann würd ich den Boden ein bisschen belüften (da gibts so Aufsätze für die Schuhe zb und damit geht man den Garten ab bis alles „belüftet“ ist. Dann würd ich eine dünne schicht gute Erde drüber haun und dann darauf die Blumenwiesensamen. Dann natürlich schaun, dass alles schön feucht bleibt so gut es geht für die ersten Tage bzw. Woche.
Grundsätzlich mähe ich meine Blumenwiese erst, wenn dier Löwenzahn geblüht hat (einen kleinen Teil mäh ich vorher schon, damit man Platz zum Verweilen hat) Ist aber dann beim Mähen schon recht eine Herausforderung. Aber damit kannst du halt Insekten etc. sehr unterstützen und die Blumen hatten Zeit ihre Samen zu verteilen, damit sie nächstes Jahr wieder kommen.
Wichtig wäre auch, dass du den richtigen Zeitpunkt im Jahr dafür aussuchst. Jetzt ist es glaub ich schon zu spät.
PIRATEN!
Blumenwiese anlegen. Vielleicht reicht es schon, wenn du die Mössinger Samenmischung kaufst und auf den Rasen stresst. Ist er sehr dicht oder hat er Löcher? Mit Löchern könnte es klappen.
Dann musst du in Zukunft nur Wege reinmähen.
Vielleicht noch drüber nachdenken, ob ihr eine Wildschutzhecke pflanzen wollt. Die müsst ihr nur im ersten Jahr gießen. Zb Schlehe, Heckenrosen, Hasel, Salweide, Weißdorn.
Ich vermute hinter dem Spielplatz ist die Grundstücksgrenze? Da würde ich eine pflegeleichte, heimische Hecke anlegen. Sieht eher sonnig aus, da kann man schön Naschgehölze anlegen an die auch die Kinder gehen können (und die Vögel), zB mit Kornelkirsche und Felsenbirne aber auch Johannisbeeren oder vielleicht ne Pflaume und ne Hasel. Brombeeren oder Himbeeren kannst du auch überlegen, da mach dir ggf Gedanken über eine Rizomensperre. Das liefert ein bisschen Sichtschutz und ist auch für Vögel und Insekten super und gerade für Kinder ist das total schön wenn die sich einfach bedienen können.
Falls dir Dornen nichts ausmachen kannst du auch Schlehe, Sanddorn, Stachelbeere überlegen. Schlehe und Sanddorn sind roh eher nicht lecker, aber nicht giftig. 😉
Auf der Streuobst (?) wiese kannst du tatsächlich versuchen heimische Blumen anzusiedeln. Das ist bei einer bereits existierenden dichten Grasnarbe nicht trivial. Du kannst entweder die Grasnarbe (teilweise) entfernen und neu aussähen, oder versuchen vorzuziehen und dann die Blumen rein zu setzen. Da müsstest du dann aber auch Teile ausstechen, damit die neuen Pflänzchen überhaupt eine Chance haben. Und immer dran denken: Aussahmen lassen. Wiesen-Margeriten, Schafgarbe, Wicken, Bocksbart, Labkraut, Flocken und Wittwenblumen kommen mir in den Kopf.
Hängt aber natürlich alles auch immer ein bisschen davon ab, wie der Boden beschaffen ist. Die oben genannten kommen mit eher magerem Boden gut klar, zu nährstoffreich sollte es nicht sein (außer vielleicht für die Wittwenblumen). Sandig bis lehmig sollte für die meisten alles klappen, nur die Margeriten mögen es eher durchlässig und könnten vielleicht ein bisschen zickig sein je nach dem wie es bei dir ist.
Speziell zum Thema Blumenmischungen: ich halte davon nichts. Selbst wenn du heimisches Saatgut bestellst, muss das nicht heißen dass die Blumen zu deiner Region passen. Und selbst wenn sie das tun, passen sie vielleicht nicht zu deinem Boden, deinem Mikroklima oder deiner Höhenlage.
Am besten einfach die Natur machen lassen. Nicht mehr gießen oder düngen, dann wird der Rasen deutlich geschwächt und die Blühpflanzen haben eine Chance. Die kommen dann von ganz alleine.
Wir machen es bei uns genau so. Haben vor 1,5 Jahren einen Garten mit perfektem Rasen übernommen. Es wird jetzt weder gedüngt, noch gewässert und gemäht wird erst ab Juni, dann aber regelmäßig weil wir den Rasen abmagern wollen. Im Moment haben wir noch viele Starkzehrer und Stickstoffzeiger, die in vielen Fertigmischungen gar nicht enthalten sind. Für uns sind sie aber sehr wichtig weil sie die Überdüngung des Bodens aufzeigen und gleichzeitig schon dagegen helfen.
Und Blüten haben wir schon mehr als genug. Alles nichts seltenes, aber dafür muss sich der Boden auch erst mal wieder verändern. Löwenzahn, Gänseblümchen, Schafgarbe, Wiesensalbei, Rotklee, Graukresse, Purpurrote Taubnessel… daran kann man sich auch schon erfreuen.