
Warum viele Junge nicht gern telefonieren | Anrufen statt schreiben? Für viele Jugendliche ist das keine Option. In der italienischen Schweiz zeigt sich ein verbreitetes Phänomen der sogenannten Telefonphobie – mit möglichen Folgen für Kommunikation und Empathie.
https://www.srf.ch/news/dialog/kommunikation-im-wandel-warum-viele-junge-nicht-gern-telefonieren
41 Kommentare
Mit 42 zählt man noch als Jugendliche?
Ach nee, ich bin ja gar nicht in der italienischen Schweiz.
Aber im Ernst: Ich hasse telefonieren. Habe es schon immer gehasst. Ich bin für jeden Dienst dankbar, den ich inzwischen mit Mail anschreiben oder online buchen kann.
Das eigentliche Phänomen ist, dass das die Privat-Chindi ist. Berufs-Chindi hat überhaupt kein Problem mit dem Telefonieren.
Es ist keine Phobie, ich brauche für eine simple Information schlichtweg kein ganzes Telefonat.
Vorteil vom schriftlichen ist der Nachweis über die Kommunikation.
Ich finde telefonieren super. Anstatt 5 Mails hin und her zu schreiben was sich über Tage ziehen kann ruf ich einfach an und kläre die Fragen innerhalb von 5 Minuten.
Ich finde Menschen die nicht telefonieren können seltsam.
Telefoniephobie gibs schon seit über 25 jahren XD
E-Mail umständlich tippen, tagelang (oder Wochen oder unendlich) auf eine Antwort warten nur um dann entweder falsch verstanden worden zu sein bzw. eine Rückfrage zu bekommen deren Antwort dann wieder tagelang bearbeitet wird oder mal kurz anrufen und binnen Minuten das Problem lösen? Hmm, was wähle ich da nur?
Ich finde telefonieren viel entspannter. Missverständnisse lassen sich easy vermeiden, Angelegenheiten schneller klären und iwie ist da auch einfach bissl menschlicher Kontakt, den man an manchen Tagen braucht, selbst, wenn man nicht smalltalk o.ä. betreibt.
Bei dem Phänomen der Telefonphobie sieht man wie hier auch immer wieder, dass von Hass geredet wird. Es ist aber tatsächlich die Angst (vor was auch immer die Menschen damit verbinden, vllt dass sie nen Sprachfehler machen oder etwas vergessen oder die andere Seite unhöflich ist?) die diesen Hass auslöst. Ich freue mich über die passende Wortwahl.
Ich hasse telefonieren
Nicht anrufen ist nur eine Art und Weise sich um etwas zu drücken. Der Chef sagt „hol mal bitte Info XY ein“? Naja gut ich hab die Mail ja geschrieben, sorry Chef, wir haben noch keine Antwort bekommen.
Ich brauche einen Kostenvoranschlag oder einen Arzttermin? Kontaktformular auf der Website ist ausgefüllt, da kommt schon irgendwann was zurück. Ich hab meinen Teil erledigt.
Oma ist im Krankenhaus? Besser mal schnell gute Besserung bei WhatsApp wünschen. Vielleicht ist ja grad die Pflegekraft da und nimmt Blut.
Es ist eine Taktik wie man sich selbst von der Verantwortung entbinden kann sich um etwas zu kümmern ohne es wirklich getan zu haben. Und es kann manchmal Sinn machen. Manche Websites sagen „Bitte nutz das Kontaktformular“ oder man will außerhalb der Geschäftszeiten was anstoßen. Aber trotzdem. Wir versuchen viel zu oft eine Abstraktionseben zwischen uns und unsere Mitmenschen zu kriegen um ja nicht mit einem Mensch sondern einem Bildschirm interagieren zu müssen.
„Möglichen folgen für Empathie“ kling wie die übliche Panikmache einer älteren Generation über die jüngere
Das Telefon war damals ™ eine super Erfindung. Statt tagelang oder wochenlang auf die schriftliche Antwort auf einen Brief zu warten, war es quasi sofort.
Mittlerweile ist dieser Vorteil aber nicht mehr ganz so groß.
Wenn dein gegenüber Zeit hat, hast die Antwort per Mail innerhalb weniger Minuten.
Es ist halt wahnsinnig egoistisch davon auszugehen, dass sich jemand sofort für dich zeit nimmt, nur weil du gerne telefonierst. Manchmal muss man sich vorbereiten, Infos raussuchen, Sachen nachschauen, etc. Das mach ich lieber in Ruhe und nicht während ich telefoniere
Warum 1 min telefonieren wenn man es über ne halbe Stunde schriftlich machen kann.
Ich bin Ü40 und suche mir meinen Friseur etc. danach aus, ob sie ein Online Buchungssystem haben…
Texten ist daher einfacher für mich, dass *ich* entscheiden kann, ob ich gerade Zeit dafür habe. Ich sehe das bei meinen älteren Kolleginnen ständig, dass sie während der Arbeit (!) angerufen werden und dann sagen müssen „ich bin auf der Arbeit, ich habe keine Zeit“, weil das Handy sonst alle paar Minuten vibriert. Das sind nie Notfälle, das sagen sie selbst.
ETA: Das Schlimmste ist eigentlich, dass es, was die Arbeit angeht, genauso ist. Ich arbeite noch viel mit Papier und schicke bei Fehlern eine E-Mail mit Anleitung, wie sie es verbessern sollen. Anstatt dass ich mich direkt dem nächsten Dokument widmen kann, rufen die Leute plötzlich an und brauchen eine mündliche Schritt für Schritt Erklärung. Das reißt mich aus meiner eigentlich Arbeit raus und verbrennt so viel Zeit, vor allem, wenn sie dann noch unbedingt diskutieren müssen, wieso das eigentlich kein Fehler ist (doch, wir haben Verträge, *das steht so in der Mail*)
Ich arbeite beruflich jeden Tag mit Leuten zusammen, die gerade ihr Abi hinter sich haben. Es gibt häufig Kleinigkeiten zu Terminen und / oder Einsätzen zu besprechen. Rückfragen, Klärungen, Probleme. Es ist _so hart_ das über WA zu machen, wenn die geneigte Jugend nicht mehr telefonieren möchte, sich aber mit Problemen an mich wendet. Es kostet 2-5 Nachrichten, um 50% von dem zu klären, was 90 Sekunden am Telefon zweifelsfrei und zur Zufriedenheit des Anrufenden geklärt hätten. Mein Gefühl dazu: Leute, die schnell an einer Lösung interessiert sind und proaktiv / engagiert ran gehen, rufen an. Andere verstecken sich hinter den Nachrichten. Man kann ja antworten, wann man will, oder auch gar nicht. Krass nervig in zeitkritischen Situationen. Aber jeder reklamiert für sich das Anrecht, „getriggert“ zu sein oder alternativ „den anderen zu fühlen“. Machste nix.
Bin mittlerweile über 30 und hab noch nie gern telefoniert, damals sogar lieber die 19ct pro sms bezahlt statt anzurufen. Wer telefoniert denn gerne?
Ich würde das auch differenzieren. Mich nerven einfach Menschen, die wegen jeder Kleinigkeit anrufen, statt einfach kurz eine Nachricht zu schreiben. Durch den Anruf stören sie mich ggf. und dann gehe ich entsprechend nicht ran. Bei unbeantwortete Anrufen hingegen, entstehen dann bei mir Fragezeichen, ob es dringend war. Das nervt mich dann noch mehr. Wegen Telefonspam gehe ich bei unbekannten Nummern grundsätzlich nicht mehr dran.
Aber ich nehme mir gern Zeit, um mit Menschen zu telefonieren, dann aber eher verabredet. Und wenn ich selbst anrufe und meinen Gegenüber nicht erreiche, schreibe ich eine Nachricht mit der Bitte um einen Rückruf oder eben, dass es nicht so wichtig war.
Ich bevorzuge asynchrone Kommunikation.
Ältere Milennial hier, ich habe es schon immer gehasst, zu telefonieren. Ich kann es, wenn ich unbedingt muss, aber ich vermeide es.
Habe die letzten Jahre auf meiner Arbeit meine Kontaktpersonen sanft durch stete Wiederholung dahingehend erzogen, dass sie mir verdammtnochmal einfach E-Mails schreiben sollen und dass sie so viel schneller an die Infos kommen, die sie wollen. Ich sitze viel in Meetings und Sitzungen und muss sie wegdrücken, tickere sie dann aber umgehend per Mail/Teams an und frage, was sie wollen. Irgendwann stellt sich dann der „merkste selber, ne?“ Effekt ein.
Schriftlich ist einfach so viel besser insbes. für langfristige Planungen und Absprachen. Lege ich mir ab, weiß dann auch noch 3 Monate später, wo wir bei Sache XY waren.
Und dann gibt‘s die paar Vögel, von denen ich genau weiß, dass sie gerade auf ner langen Außendienst-Autofahrt sind und mich aus purer Langeweile anrufen, um mich Ewigkeiten mit absoluten Belanglosigkeiten vollzusabbeln. Oder mir, wenn ich dann eine notwendige Rückfrage stelle, sagen „muss ich später am Computer gucken, ich fahre Auto“. ACH NEE, ECHT, JÖRG?
Die kriegen ne „Bin gerade in Sitzung, kann ich kurzfristig per Mail helfen?“ Nachricht, selbst wenn dem gar nicht so ist. 😇
Per Mail hat man’s immerhin schwarz auf weiß. Erzählen kann man viel wenn der Tag lang ist. Von daher:
Pro Mail
Ich werde demnächst 46, und auch ich gehöre zu denen, die sich zum Telefonieren nicht überwinden können. Zu dem Kommentar, viele junge Leute hätten das „direkte Gespräch“ verlernt, kann ich nur sagen, dass ich ein Telefongespräch beim besten Willen nicht als „direkt“ empfinden kann. Aber ich bin ja auch nicht jung. 😛
Mein Klingelton ist permanent aus. Angerufen zu werden, fühlt sich immer an, wie die Pistole auf die Brust gesetzt zu bekommen. Anrufen fühlt sich immer an, als dränge ich mich jemandem auf oder störe.
Das Telefongespräch reicht nicht an ein persönliches Gespräch heran, weil das komplette Feedback fehlt. Das Telefongespräch reicht nicht an die Textkommunikation heran (ob ganz klassisch per E-Mail oder Messenger), weil man laufend unter Echtzeitdruck steht und das zu sagende nicht reflektieren kann.
Für mich persönlich ist Telefonieren von allen Kommunikationswegen und -formen die allerschlimmste.
Vielleicht hab ich auch kein Bock 30 Minuten in einer Warteschleife zu hängen, um dann jemand inkompetenten am Telefon zu haben, der mir nicht weiterhelfen kann…
Beruflich finde ich es am besten, wenn man einfach kurz ankündigt, wenn man sprechen möchte und ob man Zeit hat. Dann kommt der Anruf nicht so aus dem Nichts. Wo ich garantiert nicht mehr hingehe sind anonyme Nummern. Und wenn ich die Nummer nicht kenne, gehe ich auch erst einmal nicht dran und google die Nummer erst einmal.
Bin ehrlich gesagt erleichtert, dass ich nicht alleine in meiner „Telefonierangst“ bin. Bin Ende 30 und hasse besonders mutmaßlich unangenehme Gespräche. Und bei unbekannten Nummern, die mich anrufen gehe ich sowieso grundsätzlich nicht ran. 😅 Es ist inzwischen etwas besser als früher, aber eine Mail ist für mich trotzdem unschlagbar.
Ich bin so froh, dass man inzwischen bei vielen Restaurant online reservieren kann und online bestellen. Das ist so viel besser als irgendwo anzurufen.
Für mich halt echt Situationsabhängig, Treffen unter Freunden vereinbaren definitiv lieber über WhatsApp.
Alles was zeitsensitiv ist oder Folgefragen beinhaltet telefonisch
Kommunikation verändert sich. Halte das für weder schlimm noch schädlich so wie es alte Opas darstellen.
Bin auch so eine Person die ungerne telefoniert.
Warum sollte ich irgendwo anrufen, nur um dann in einer Warteschleife zu hängen oder gar nicht erst durch zu kommen?
Da schreibe ich doch viel lieber einfach eine Nachricht und bekomme eine Antwort wenn die Person Zeit hat.
Ja wer liebt es denn nicht in Warteschleifen mit lobotomierenden melodien festzustecken oder mit nutzlosen Sprachauswahl „KI’s“ zu sprechen oder wegen mangelndem Empfangs den Gegenüber drei Mal bitten zu müssen, sich zu wiederholen oder an den Anrufbeantworter weitergeleitet zu werden (der sowieso nie abgehört wird), nur um letztendlich doch eine Nachricht einzutippen?
Geht ja noch schlimmer. Sich Sprachnachrichten per Messenger zu schicken z. B. Ist ein Unding das mir gerade immer häufiger auffällt, gerade, aber nicht nur, bei jüngeren.
Und ich meine damit nicht, in einer geschiebenen Unterhaltung mal eine Sprachnachricht zu schicken. Ich meine damit die ganze Unterhaltung über Sprachnachrichten zu führen…
Als SMS kam war bei mir schon vorbei.
Neulich wollte ein Kumpel einen gemeinsamen Tag vereinbaren.
Ich bin Professor und tagsüber sehr oft in Vorlesungen / Übungen / Meetings oder auf Dienstreise am Lenkrad. Vor 09:00 und nach 17:00h sowie am Wochenende ist mein Telefon stumm, weil ich sonst völlig durchdrehe.
Der Kumpel wollte partout und einzig telefonieren. Es hat satte fünf Monate gedauert, bis wir einander gegenseitig telefonisch erreicht hatten.
Völlig hirnrissig, aber irgendwann fand ich das im Grunde nur noch witzig. Statt eine Nachricht / Mail mit fünf Tagen rüberzuwerfen, nein: Ah, er ruft schon wieder während einer Vorlesung an… *Ignore*
Das gabs schon immer, auch Introvertierte Personen hassen Telefonieren.
Warum viele Alte nicht gern E-Mails beantworten?
Ich telefoniere gerne: Mit *meinen* Leuten. Kundenservice-Telefonate kannst du mich mit jagen weil das Zeitverschwendung hoch 10 ist.
Das ganze „Sozialverhalten wird verlernt“ wirkt auf mich aber relativ seltsam als Aussage.
Ich hab‘ inzgesamt 15+ Jahre mit Online-Raids verbracht, welche primär in Voice-Gruppenchats stattfanden.
Über die Zeit habe ich ein Feingefühl für die Stimmung anderer entwickelt, anhand dessen, was und wie sie etwas sagen, oder was sie eben nicht sagen. Ich wurde mega für die Nuancen der Sprache sensibilisiert.
Viele Menschen erwarten Gedankenleser, weshalb sie nie mit ihren Problemen herausrücken.
Wenn jetzt noch ein Gesicht dazukommt, dann fällt es mir superleicht, zu erkennen, wer die Wahrheit sagt und wer nicht. Wer unzufrieden ist und wer nicht. Einfach nur, weil das Gesagte nicht mit der Körperhaltung/dem Gesichtsausdruck übereinstimmt.
Mein persönliches Highlight war, als eine Kollegin meinte, dass ich Dinge erkenne, die sonst keiner erkennt, und sie nicht damit weiß umzugehen. Ihre Stimme wurde eiskalt, nachdem sie erfahren hatte, dass eine Kollegin abends nochmal an den Arbeitslaptop musste, weil ein anderer Mist gebaut hatte. Hat Sie als Chefin übelst gestört.
Ein perfektes Beispiel wie Medien über Junge berichten; als wären wir irgendeine merkwürdige Tierart in einer Naturdoku.
Die beiden Experten sind 50+. Die Jungen bekommen zwei Sätze in welchen sie aber nur die Gefühlslage erklären können, nicht aber was sie davon halten. Und dann werden noch die Meinung von zwei komplett random Rentnern reingeworfen. Natürlich sind das dann auch Meinungen ohne tiefe und Mehrwert, sondern bloss Bildschirm schlecht, Jugendliche dumm. Aber so kann natürlich die verachtende Denkweise gegenüber Jugendlichen normalisiert werden, kann ja nicht sein, dass in den Medien nur differenzierte Meinungen stehen. Und dadurch den Leser auffordern selbst eine differenzierte Meinung zu bilden. Es ist viel einfacher wenn man die Jungen gar nicht zu Wort kommen lässt.
Könnte ja noch sein, dass die es gar nicht so schlecht finden. Z.B. respektieren Nachrichten die Privatsphäre viel mehr als sofort Aufmerksamkeits erfordernde Anrufe. Oder wir sehen bloss den technologischen Wandel. Aber das zwanghafte pathologisieren der Jungen funktioniert viel besser ohne Gegenwehr.
Wenn man etwas über Junge erfahren will, kann man sie einfach Fragen. Artikel über Junge mit durchschnitts Alter der Beteiligten über 35 sind einfach jedesmal komplett Eindimensional.
Für mich gibt es einen einfachen Grund warum ich telefonieren hasse, ich kann ihn aber nicht greifen weil er sich auf einem sehr breiten Spektrum verliert.
>Telefonanrufe setzen viele Jugendliche unter Druck. Nachrichten oder Sprachnachrichten empfänden sie als weniger stressig.
Natürlich, wieso sollte es auch anders sein? Egal ob ich gerade mein Mittagessen koche, am Geschirr spülen bin, oder im Laden an der Kasse stehe, es ist immer deutlich stressiger, einen Anruf anzunehmen, als auf eine Text- oder Sprachnachricht zu antworten, sobald ich die Hände frei habe.
Ganz abgesehen davon, dass man sich nicht immer von jedem für 30 Minuten das Ohr abquatschen lassen will.
Telefon ist von allen Möglichkeiten einfach die objektiv schlechteste
Wenn ich im Bus sitzte führe ich keine Telefonate, da schicke ich lieber Textnachrichten. Dumerweise kriege ich Sprachnachrichten zurück.
Ich bin schon länger kein Jugendlicher mehr und habe Telefonieren noch nie besonders gemocht.