
Dies sind direkte Auszüge aus den umfangreichen Anmerkungen zum Auktionskatalog:
Lactantius, Oper. [Subiaco: Konrad Sweynheym and Arnold Pannartz, 29th October 1465]
ERSTE AUSGABE DES ERSTEN DATIERTEN BUCHES, DAS IN ITALIEN GEDRUCKT WURDE, DAS ERSTE DATIERTE BUCH MIT GRIECHISCHER TYP: EIN MEILENSTEIN IN DER GESCHICHTE DES DRUCKS.
Um 1464 gründeten Konrad Sweynheym und Arnold Pannartz eine Druckerei im Benediktinerkloster St. Scholastica in Subiaco – einem Ort, der lange Zeit als Geburtsort des Buchdrucks im humanistischen Italien galt. Nur vier Publikationen wurden im Kloster gedruckt, bevor das deutsche Drucker-Verleger-Duo seine zweite Druckerei in Rom gründete: eine Grammatik von Donatus (von der keine Kopien bekannt sind), Ciceros De oratore, die vorliegende Ausgabe von Lactantius und die Werke des heiligen Augustinus. Wie im Impressum angegeben, wurde der vorliegende Band gedruckt "am vorletzten Tag im Oktober" (am Tag vor dem vorletzten Tag im Oktober). Das Erscheinungsdatum vom 29. Oktober 1565 macht es zu dem allerersten datierten Buch, das in Italien gedruckt wurde.
Dieses Werk ist möglicherweise auch das erste Buch, für das griechische Schriften gegossen wurden. Im selben Jahr druckte Peter Schoffer in Mainz eine undatierte Ausgabe von Ciceros De Officiis und Paradoxa. Während die griechische Schriftart für die Ausgabe das gesamte Alphabet abdeckte, enthielt sie keine Akzente und Bestrebungen, die manuell hinzugefügt werden mussten. Die griechischen Zitate im Text sind nicht einheitlich wiedergegeben. Es ist wahrscheinlich, dass der griechische Typ während der Zusammenstellung des Buches gegossen wurde, da frühere Lagen Platz für das handschriftliche Hinzufügen griechischer Zitate ließen, während später die Buchstaben in gedruckter Form geliefert wurden und nur die Akzente manuell hinzugefügt wurden. Die vorliegende Ausgabe scheint das einzige erhaltene Exemplar dieses griechischen Typs zu enthalten (ein neuer Typ wurde nach der Verlegung der Werkstatt nach Rom gegossen).
Die Werkstatt von Sweynheym und Pannartz war auf die Erstellung ästhetisch ansprechender, großformatiger Ausgaben klassischer und patristischer Texte spezialisiert, die bei Humanisten und der Kurie in Rom sehr gefragt waren. Das vorliegende Exemplar wurde von mehreren Händen aus dem 15. und 16. Jahrhundert sorgfältig mit Anmerkungen versehen – ein interessanter materieller Beweis für seine Verwendung als wissenschaftliche Ressource durch humanistische Leser. Während ein großer Teil der erhaltenen Exemplare im italienischen Stil dekoriert ist, haben die großen roten und blauen Puzzle-Initialen im vorliegenden Exemplar einen deutlich germanischen Touch. Das Kloster in Subiaco war seit der Mitte des 15. Jahrhunderts als eine Art deutsche Enklave bekannt, sodass diese Initialen eher das Werk eines ansässigen Mönchs als eines von den Druckern importierten deutschen Künstlers sind.
Das vorliegende Exemplar zeichnet sich dadurch aus, dass es zwei seltene Erratablätter von Antonius Raudensis enthält, die offenbar nicht allen Exemplaren beiliegen. Von nur sieben Exemplaren, die wir in über einem Jahrhundert auf einer Auktion finden konnten, sind nur drei Exemplare mit Errata versehen: das Longleat-Exemplar (verkauft bei Christie’s, 13. Juni 2002, Lot 42), das Doheny-Exemplar (verkauft bei Christie’s, 22. Oktober 1987, Lot 77) und das Ehrman-Exemplar (verkauft bei Sotheby Parke Bernet, 8. Mai 1978, Lot 600).
ERSTE AUSGABE, Folio (240 x 337 mm). KOLLATION: [a10 b2 c–g10 h12 i–p10 q12 r–t10]: 183 Blätter (nur, von 186: ohne a10-Leerzeichen (normalerweise nach dem Inhaltsverzeichnis zu finden) und t9-10-Endleerzeichen. Subiaco-Roman-Schrift, 36 Zeilen. Griechische Wörter im Manuskript enthalten, Atemzüge auch im Manuskript enthalten, wo griechische Zitate im Druck enthalten sind, rubrizierte Incipits, Explizite und fortlaufende Titel im Manuskript ausgeführt, erster Buchstabe von Sätzen rot hervorgehoben, zahlreiche rote oder blaue Zweizeiler Initialen im Manuskript sowie acht große Initialen (darunter zwei wunderschöne rote und blaue Puzzle-Initialen mit floralen und pflanzlichen Randerweiterungen in roter und blauer Tinte), ausführliche lateinische und griechische Randanmerkungen von Händen aus dem 15. und 16. Jahrhundert, braunes Marokko aus dem 19. Jahrhundert, aufwändig im Grolieresken-Stil dekoriert, einige Prägungen auf den Brettern offenbar über früheren Prägungen hinzugefügt, Rücken mit erhabenen Bändern in sechs Fächern, monogrammierte Initialen eines Besitzers aus dem 19. Jahrhundert hinzugefügt zu jedem Fach, untergebracht in einem roten Saffianschuber aus dem 19. Jahrhundert, gelegentliche Randflecken, letzte 45 Blätter mit sauberen Reparaturen an kleinen Wurmlöchern (meist marginal), einige Blätter mit marginalen Feuchtigkeitsflecken, Wurmbildung am Buchrücken
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Von Hammer_Price
2 Kommentare
I hope it went to a cultural institution and not to some rich collector
That’s dated just a couple years after Guttemberg invention, wow.