
„Dies ist eine bedeutende und erwartete Entscheidung des Obersten Gerichtshofs. Das Gericht stellt klar, dass eine Person nicht unter dem Vorwand von Geld- oder Platzmangel für eine unbekannte Zeitspanne auf Hilfe warten kann. Wenn eine Person spezielle Pflegedienste benötigt, muss der Staat diese tatsächlich sicherstellen und darf sie nicht unter der Verantwortung der Kommunalverwaltungen (KOV) bearbeiten“, fasst Maarja Krais-Leosk, Leiterin der Estnischen Kammer für Menschen mit Behinderungen (EPIKoda) zusammen. Die heutige Entscheidung des Obersten Gerichtshofs, die den Staat verpflichtet, besondere Betreuungsplätze für Bedürftige bereitzustellen.
Die Entscheidung wurde getroffen Tartu bezüglich einer Person unter der Vormundschaft der Stadt, der auf einen Platz in der Sonderbetreuung ab 2022 wartete. Doch die Entscheidung stellt einen Präzedenzfall für die gesamte Branche dar. Weil zusätzlich zu dieser Person ist Sozialversicherungsbehörde (SKA) hat seit Jahren mehr als 2.000 Menschen in die Warteschleife gestellt, die ebenfalls auf einen Platz warten. Was nun mit ihnen passiert und ob der Staat seiner Verpflichtung, innerhalb von drei Monaten Plätze für sie alle zu schaffen, nachkommen wird, ist eine zentrale Frage.
Bisher wiederholt das Sozialministerium seit Jahren, dass es nicht genug Geld gibt, um Plätze für Menschen zu sichern, die in Warteschlangen für die Sonderbetreuung warten. Auch in dieser Angelegenheit argumentierte das Gericht mit der Stadt Tartu und argumentierte, dass das Gesetz dem Staat das Recht gebe, sich nicht an das Gesetz zu halten, wenn nicht genügend Geld dafür vorhanden sei. Nun hat der Verwaltungsrat des Obersten Gerichtshofs jedoch entschieden, dass der Staat nicht berechtigt ist, weniger Geld für besondere Pflege im Haushalt einzuplanen, als zur Erfüllung der Verpflichtungen aus der Verfassung, den Gesetzen und der Gesetzgebung des SKA erforderlich ist. Die Verfassung und die für Estland verbindliche internationale Gesetzgebung schützen das Recht einer Person auf staatliche Unterstützung im Falle einer Behinderung, heißt es in der Entscheidung.
Sozialministerium: Wir erhalten nicht genügend Mittel aus dem Staatshaushalt
"Die heutige Entscheidung des Obersten Gerichtshofs verdeutlicht ein Problem, das wir seit langem ansprechen: Wir erhalten nicht genügend Mittel aus dem Staatshaushalt, um die notwendige Hilfe für Menschen mit besonderen Bedürfnissen sicherzustellen. Das Problem liegt nicht bei der Sozialversicherungsbehörde, sondern darin, dass die Dienste chronisch unterfinanziert sind. Ja, die besondere Pflege hat sich Hand in Hand mit den Möglichkeiten des entwickelten Landes entwickelt und dank der Mittel der Europäischen Union haben wir modernere Wohn- und Unterkunftsmöglichkeiten gewonnen. Doch leere Räume nützen dem Bedürftigen nichts – das Personal will ein Gehalt und die Klienten wünschen sich besondere Pflegeleistungen.
Nach aktuellen Berechnungen (das Staatshaushaltsverfahren für das nächste Jahr ist noch im Gange, während der Sonderpflegehaushalt noch in Vorbereitung ist) Bis 2027 brauchen wir mindestens 10-12 Millionen Euro mehrvon da an wächst der Bedarf noch mehr. Ich hoffe wirklich, dass die heutige Position des Obersten Gerichtshofs unserem zusätzlichen Antrag für den Staatshaushalt erhebliches Gewicht verleihen wird."
https://www.delfi.ee/artikkel/120569898/kaua-oodatud-otsus-riik-ei-tohi-rahapuudusele-viidates-erihoolekande-vajajaid-aastateks-ootele-panna
Von EarlGrey_Addict
4 Kommentare
Ma olen midagi sellist varem ka lugenud, aga see pole takistanud KOVi ega teenuseosutajat kogu aeg lähedasi pommimast.
Ühes ärisektoris hakkab nüüd buumiaeg pihta. Riik on sunnitud nüüd erakorraliselt leidma üle eesti kümneid miljoneid.
Riigikaitsele on 2 miljardit olemas, aga erivajadustega inimestele 10 miljonit mitte 🤦♂️
Aga äkki peaks 30M eest ostma Air Balticu pankrotiaktsiaid, panema 30 aasta jooksul 100M Estonian Airi pankrotipessa, toetama Tallinkit 11 miljoniga igal aastal, ehitama superministeeriumi, lennujaama ja sadama urruauku Pärnusse, kus ei lenda ükski lennuk ega käi ükski laev? Kõiki neid ja palju muud saab riik teha nii, et silm ka ei pilgu, sajad miljonid lendavad potist alla. Aga täita riigi esmatähtsaid funktsioone ja kohustusi? Oh ei, ei ole raha!