Share.

    18 Kommentare

    1. h2QZFATVgPQmeYQTwFZn on

      Auch ganz interessant ist der englischsprachige Artikel [Why Japan has such good railways](https://worksinprogress.co/issue/why-japan-has-such-good-railways/).

      Auszug:

      >Japan is one of the only countries to have privatized parking. In Europe and North America, vast quantities of parking space is socialized: municipalities own the streets and allow people to park on them at low or zero cost. Initially with the intention of encouraging the provision of more parking spaces, Japan made it illegal to park on public roads or pavements without special permission. Before someone buys a car, they must prove that they have a reserved night-time space on private land, either owned or leased.

    2. Pixelplanet5 on

      weil es da eine sehr große Gruppe Wutbürger gibt die meinen sie hätten einen Anspruch darauf mit ihrem Auto parken zu dürfen wo sie wollen und das der Staat das nicht nur dulden muss sondern Aktiv zur verfügung stellen sollte.

    3. Es ist hier hier von vielen in der Bevölkerung, aber vor allem in der Lobby und dadurch in der Politik nicht gewollt.

      Wir könnten schon bedeutend weiter sein, aber das würde den Gewinn der Autolobby bspw schmälern und das geht gar nicht.

      Politisch nicht gewollt

    4. Humble_Hat1282 on

      Die Japaner haben verstanden dass Staatsverschuldung kein Problem ist wenn man sich in seiner eigenen Währung verschulden kann und brunzen sich nicht in die Hosen wie die deutschen

    5. No-Election-9631 on

      Hiesige Politiker wollen davon lernen = sie würden gern mit dem bezahlten Flieger mal nach Japan reisen.

      Was sollen sie lernen? Dass Straßen vielleicht nicht in Bund, Land, Kreis, Kommune, Gemeinde getrennt betrachtet werden sollten, sondern als gemeinsame Verantwortung? Dass Straßenbauer viel leistungsfähiger in Ausschreibungen bereits gefordert werden müssen (Tätigkeit an Autobahnen auch Nachts, am Wochenende)? Dass ÖPNV vielleicht doch ganz cool wäre?

    6. PandaDerZwote on

      Es ist halt ein Henne-Ei-Problem wo Leute das nehmen, was am sinnigsten für sie ist. Ich wohne mitten in der Stadt, ich bin sehr schnell an der S-Bahn Linie mit welcher ich viel effektiver pendeln kann als mit dem Auto, weil die Autobahn die ich nehmen müsste eine extrem überfüllte ist. Ein anderer Arbeitskollege kommt mit dem Auto, weil die Bahn von ihm aus einen Bus zu einem Vahnhof und zweimal umsteigen bedeutet (Er hat das eine Zeit lang gemacht, weil er Bahnfahren mag).

      Es geht am Ende halt darum, was man baut, wie man es baut und was man plant. Für die allermeisten Fälle sagen sich Länder wie Deutschland halt, dass erstmal eine Automöglichkeit bestehen muss und dann wenn man es rechtfertigen kann eine öffentliche Lösung on top. Klar, dass für viele dann das Auto gewinnt.
      Das Auto ist eigentlich in vielen Belangen schlechter, aber wir bauen es halt so, dass es eigentlich immer bevorteilt wird und den Fakt, dass das Auto am Ende den größten Teil der Probleme nicht für den Fahrer an sich macht, sondern die Gesamtgesellschaft, erledigt dann das übliche.

      Aber das sollte keinen überraschen oder irgendeinem was beibringen, der sich mit solchen Problemen überhaupt beschäftigt hat. Es ist halt wie immer eine systematische Lösung die benötigt wird, aber man appeliert immer nur an Selbstverantwortung. Das hat nie ein Problem gelöst und wird es nie, das macht man, wenn man die Lösung nicht möchte, aber das nicht zugeben.

    7. Capable_Savings736 on

      Einfach den Ländlichen Raum sterben lassen. Dann super dichte Megacities bauen.

    8. Mother_Antelope_4358 on

      So gut in Schuss wie wir uns das vorstellen, ist die übrigens nicht, insbesondere im ländlichen Bereich, aber selbst in den großen Städten bröckelt es an jeder Ecke, vor allem was die Bahn angeht.

      War selbst überrascht, wie viele Bahnhöfe und Regionalbahnen in Japan recht marode und total veraltet sind.

      Ein Großteil der japanischen Bahninfrastruktur wurde vor 40-60 Jahren gebaut und an vielen Ecken seitdem nicht erneuert.

      Anscheinend haben die Japaner vor allem auch Probleme mit veralteten Brücken.

      „No action has been taken to strengthen around 10,000 bridges across the country that were identified as needing repairs or other work at least five years ago, the land ministry said.

      The figure represents about 17 percent of the 60,482 local government bridges that were described as in “a condition that requires action within five years” during inspections conducted up until fiscal 2018, a ministry report showed.
      A land ministry official cited financial difficulties of local governments and a shortage of civil engineers and other human resources as reasons for the delays in repairing the 10,353 bridges.

      The ministry intends to support local governments in their efforts to extend the service lives of bridges through subsidies and technical backing.
      Bridges that are particularly dangerous have been closed or undergone emergency measures.

      Since fiscal 2014, all road administrators, including the national and local governments, have been required to inspect bridges and other road structures once every five years.

      The requirement was spelled out under the Road Law that was revised after gigantic concrete ceiling panels collapsed in the Sasago Tunnel in Otsuki, Yamanashi Prefecture, in 2012, killing nine people.

      The inspections conducted by fiscal 2018 showed that 66,354 of about 730,000 bridges across Japan were in “a condition that requires action within five years.”

      Of these 66,354 bridges, 5,872 are managed by the land ministry or expressway companies, and repair work had started on all of those structures by the end of fiscal 2023. Work on more than 80 percent of the bridges has been completed.
      But delays were particularly noticeable concerning bridges managed by local governments. Work had started on 83 percent of their troubled bridges, and repairs were completed on only 66 percent of them.

      According to the ministry, much of the country’s road infrastructure, such as bridges and tunnels, was built during the high economic growth period between the mid-1950s and early 1970s.
      Nearly 40 percent of about 500,000 bridges whose construction dates are known were 50 years old or older as of 2023.“

      https://www.asahi.com/ajw/articles/15539591

    9. Secret_Enthusiasm_21 on

      Staatsverschuldung Deutschland: 44% BIP

      Staatsverschuldung Japan: 260% BIP

      Das ist in absoluten Zahlen eine Differenz von etwa 5 Billionen Euro. Das deutsche „Billion“. Nicht das englische.

      Japan hat dasselbe Problem wie wir und alle anderen Demokratien: Wenn eine wohlwollende Regierung Schulden aufnimmt, um sinnvolle Investitionen zu finanzieren, dann gibt es immer eine Opposition, die mit polemischen Argumenten gegen diese „Geldverschwendung“ die nächste oder übernächste Wahl gewinnt.

      Einmal an die Macht gekommen, kann sie dann Staatsausgaben für den Sozialstaat und Infrastruktur kürzen, damit behaupten sie würde die Geldverschwendung eindämmen, gleichzeitig Steuern für ihr Wahlklientel senken, und unterm Strich nichts erreichen – es aber auf die Schulden der vorherigen Regierung schieben.

      Bis dann die Bevölkerung irgendwann die Nase voll hat, wieder eine vernünftige Regierung an die Macht kommt, die dann wieder anfängt Schulden aufzunehmen, und das Spiel geht von vorne los.

      Weniger werden die Schulden dabei aber nie. Das kann nur passieren, wenn die Steuerlast tatsächlich in Richtung Substanz anstatt Leistung geht. Naja, oder halt man einfach aufhört, die Infrastuktur aufrecht zu erhalten und ihr beim Verfall zusieht, wie Deutschland das gemacht hat.

    10. Dieser Japanfetisch….

      Irgend ein Ding: meh

      Selbes Ding, aber _Japan_ : ohhhh geil

    11. Japan hat aber auch massive strukturelle Probleme. Aufgegebene Landstriche, wertlose Häuser mit Investitionsstau und in den Ballungszentren Platzverhältnisse die hier die Mittelschicht nicht akzeptieren würde. Wenn wir alle in die Städte ziehen würden und mit 15qm Appartements zufrieden wären könnte unsere Infrastruktur auch effizienter sein. Das soll nicht heißen, daß bei uns alle super läuft. Und sicherlich könnten wir uns von anderen Ländern etwas abschauen. Aber bevor man einfach nur sagt „da läuft alles besser“ sollte man auch einen Blick aufs Ganze werfen.

    12. LeggyWalrus24 on

      Was bringt dir dein privater Stellplatz, wenn du dann am Zielort nicht parken kannst? Ein Auto ist ja dynamisch, wenn es immer am gleichen Ort stehen bleiben würde, bräuchte man kein Auto. Zum Supermarkt, oder in die Stadt ist ja einfach. Aber fahr mal mit dem Auto zu eine Arzt, die sind ja normalerweise über die Wohngebiete verteilt. Spätestens da funktioniert das System in Deutschland schon nicht mehr.

    13. SchwarzesBlatt on

      >Das erfordert gute Planung und das Vorhandensein der notwendigen Arbeitskräfte

      Das ist eine wichtige sache. Egal wie dämlich der job ist, du hast mindestens 2-3 leute mehr als in europa diesen machen. Teilweise gibt’s diese jobs nicht mal bei uns wie banal die sind. In japan aber eine spezifische tätigkeit. Egal ob fähnchen halten oder graben graben. Letzten endes ist es einer der positiven aspekten japans verzweifeltem festhalten an die vollbeschäftigung.

    14. Various_Maximum_9595 on

      Wir haben die CDU und die CSU.

      Die Japaner nicht.

      Glück für die Japaner.

    15. PegasusTargaryen on

      Ich frage mich ja zunehmend, wie die Japaner ihr Land gewuppt kriegen, obwohl sie ja eigentlich dasselbe demographische Problem haben wie wir nur in noch viel schlimmer. (immer mehr Alte, weniger Berufstätige) Trotzdem steht überall genügend Personal zur Verfügung (gerade im Bahnbereich) und der Infrastruktur gehts ja anscheinend auch ganz gut…

    16. SyriseUnseen on

      Yay, journalistische Qualität…

      Die japanische Infrastruktur ist nicht gut in Schuss, wenn wir jenseits der Metropolregionen gucken. Japan kann außerdem erheblich effizientere Infrastruktur bauen, weil die Bevölkerung so konzentriert ist.

    17. Larry_Bobinski on

      Das Grundproblem ist denke ich sehr in der Nationalitätsindentät verankert. 

      Japan ist immer noch, nach unseren Verhältnissen, ein Stock konservatives Land wo das Konzept „unser Land“ noch ein fest verankertes ideologisches Leitbild ist, dass sich durch alle Gesellschaftsfelder zieht. 

      In Japan ist es Gang und Gebe die interne Struktur aufrechtzuerhalten, und da ziehen alle mit. Einen solchen Gemeinschaftswillen gibt es bei uns überhaupt nicht, und wird es auch nie geben. 

      Das geht ja selbst in die Werbung über. Japanische Unternehmen werden konstant in den Medien hervorgehoben und da stand jubelt wann immer ein CEO im Fernsehen auftaucht und sein japanisches Produkt anpreist. Hier wurden die Leute nur zynisch den Kopf schütteln und irgendeine Cyberpunk Referenz raushauen. 

      Und damit will ich nicht sagen dass es so besser ist wie die Japaner es machen. Aber jeder der schonmal einige Zeit dort verbracht hat, kann den Kern des Unterschieds sofort eruieren. 

      Und um das ganze Mal auf den Punkt zu bringen, die ganze Infrastruktur ist mit genau der Philosophie dahinter durchdacht. Und das klappt auch wenn alle mitziehen. Es ist ja nicht so dass es bei uns keiner versucht, aber wir haben viel zu viele verschiedene Ansichten und lokale Unterschiede, und auch Individualisten die sich niemals an sowas halten würden, um tatsächlich sowas durchzudrücken. 

      Ähnliches in China. Wo niemand dem Bau einer neuen Megaschnellstraße entgegensteht, sondern alle Bürger jubeln dass die Regierung so schnell etwas gebaut kriegt. „Yay us!“. Da muss man sich dann nicht erst fragen warum China das schafft aber nicht wir. 

    Leave A Reply