Gyula Andrassy war der erste ungarische Ministerpräsident nach der Gründung Österreich-Ungarns im Jahr 1867. Unter ihm wurde die Autonomie Siebenbürgens aufgehoben und offiziell an Ungarn angeschlossen. Trotz dieser Tatsache förderte die Andrassy-Regierung 1868 das Nationalitätengesetz, das Bildung und Gerichte in der Muttersprache für Minderheiten sowie die Existenz von Konfessionsschulen und Kulturvereinen (wie ASTRA) ermöglichte. Es war das Zugeständnis, das er den Minderheiten, darunter auch den Rumänen, machte.

    Die aggressive Ungarisierung der Rumänen in Siebenbürgen begann, nachdem Andrassy nicht mehr Ministerpräsident war, und verstärkte sich während seiner Amtszeit Kalman Tisza, der übrigens in Oradea geboren wurde.

    Ab 1871 gab Andrassy das Amt des Ministerpräsidenten zugunsten des Amtes des Außenministers Österreich-Ungarns auf. Andrassy war ein entschiedener Gegner des Panslawismus und hielt daher einen unabhängigen rumänischen Staat zwischen Österreich-Ungarn und Russland für vorteilhaft. Im Jahr 1875 unterzeichneten Andrassy und die rumänische Regierung (die noch ein Vasallenstaat des Osmanischen Reiches war) ein Handelsabkommen, das die beiden Länder zum Zorn Russlands, Großbritanniens und des Osmanischen Reiches einander näher brachte.

    Der wichtigste Moment in den Beziehungen zwischen Andrassy und Rumänien war jedoch die Berliner Konferenz von 1878, nach dem russisch-türkischen Krieg von 1877–1878, in dem Rumänien seine Unabhängigkeit erlangte. Auf diesem Kongress annektierte Russland Südbessarabien von Rumänien, das im Gegenzug Dobrogea erhielt. Andrassy war der Hauptgegner der Annexion Südbessarabiens durch Russland. Nicht unbedingt aus Liebe zu Rumänien, sondern weil er nicht wollte, dass Russland Zugang zu den Donaumündungen erhält. Dennoch waren seine Positionen für Rumänien von Vorteil. Er war seit dieser Konferenz wohl Rumäniens wichtigster konjunktureller Verbündeter.

    Rumänien, das sich von Russland völlig verraten fühlte, suchte nach neuen Verbündeten – und Andrassy intervenierte hier und richtete die Außenpolitik des Regimes Karls I. klar auf Österreich-Ungarn und Deutschland aus. Auch wenn Andrássy sein Mandat als Außenminister 1879 beendete und 1883 der geheime Bündnisvertrag Rumänien-Österreich-Ungarn-Deutschland unterzeichnet wurde, spielte Andrássy eine wichtige Rolle bei der Entstehung dieses Vertrags.

    Bonus: Andrassy hatte keine Ländereien in Siebenbürgen, sondern in der Slowakei, also hat er rumänische Leibeigene nicht ausgepeitscht.

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    Von calin_georgesco

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