
Regelmäßig stelle ich mir die Frage, wie neutral Österreich wirklich noch ist. Durch unsere jahrelangen Gasimporte aus Russland finanzieren/ finanzierten wir Russlands Krieg in der Ukraine mit. Auch jetzt finanzieren wir den Krieg im Nahen Osten bzw. Iran direkt an den Zapfsäulen mit.
Wenn wir aktuell bereits soviele Kriege weltweit durch den Import von fossilen Brennstoffen mitfinanzieren, was würde eigentlich noch für eine NATO-Beitritt fehlen? Wir finanzieren indirekt Kriege mit, aber wie verteidigen wir uns im Ernstfall? Reicht das Bundesheer? Reicht die Europäische Union oder braucht es doch die NATO?
Dürfen wir nur brav Kriege durch den Import von fossilen Brennstoffen mitfinanzieren oder sollten wir uns nicht bald auch über unsere eigene Verteidigung – in Form einer NATO-Mitgliedschaft – gedanken machen?
Oder sollten wir statt einer NATO-Mitgliedschaft nicht viel eher an der radikalen KlimaNEUTRALITÄT arbeiten und uns somit unabhängig – "neutral" – machen?
Was ist eure Meinung zur Neutralität, zu einem NATO-Beitritt und zu unserer eindeutig nicht-neutralen Kriegsfinanzierung in Form von Importen von fossilen Brennstoffen?
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Von WienerPirat
9 Kommentare
AI slop everywhere!!
Vielleicht erreicht man so ganz bestimmte Klientel xD
Aber die Idee die Erneuerbaren samt Netz bzw. die Speichertechnologie auszubauen, um sich den fossilen Energieträgern soweit möglich zu entziehen, spukt mir auch immer wieder durch den Kopf.
Man müsste dazu aber wohl auch diese „merit order,“ oder wie das heißt, loswerden. Also den Strompreis (aus Erneuerbaren) vom Gas entkoppeln.
Wir haben über 40% erneuerbare in Österreich. Derzeit platz 5. Mehr ist immer besser, aber eine Verkehrswende in einem rechts-konservativen Land wird schwer. Eventuell wird es uns mit diesem Krieg sowieso aufgezwungen, stärker von fossilen Brennstoffen zu entkoppelt.
Nur Mal soviel
Öl ist nicht gleich Öl. Die Raffinerie in Schwechat kann nicht jedes Öl verarbeiten.
Darum beziehen wir unser Rohöl aus Österreich selbst, Kasachstan, Libyen, Irak und Saudi Arabien.
Wir kaufen Gas aus Russland, das stimmt.
Wir kaufen aber kein Öl aus dem Iran, das stimmt nicht. Wir können das iranische Öl in Wien gar nicht verarbeiten.
Der Iran verkauft sein Öl primär (zu über 90%) nach China. China ist so ziemlich das einzige Land der Welt, welches dieses Regime dort nicht boykottiert.
Aber ich gebe dir ansonsten Recht. Österreich muss endlich aufhören diese Neutralität immer wieder aus Wahlkampfgründen aus der sockenschublade zu holen. Unsere Neutralität ist seit dem Zusammenbruch der UdSSR international durch keinen Vertrag gesichert und wir treten sie zweimal die Woche mit Füßen.
Österreich ist das einzige Land dieser Welt, welches Österreich als neutral ansieht und Punkt. Mehr ist es nicht.
Unsere Neutralität ist ein feuchten Furz wert. Wir hätten uns nach dem Zusammenbruch um weitergehende Neutralität bemühen müssen, aber das haben wir nicht.
Zweitens ist Neutralität eh wertlos. Die Ukraine war bis 2014 neutral und Punkt. Die eine regierungschefin, die den Nato Beitritt diskutiert hat, ist deswegen im Gefängnis gelandet, so wichtig war den Ukrainern die Neutralität. Hat’s die Russen interessiert, nein.
Hitler wollte auch die neutrale Schweiz angreifen, hat er nur aus Zeitmangel nicht
Eine Abschaffung der Neutralität halte ich in den nächsten Jahrzehnten für völlig illusorisch. Das wird nicht passieren. Dafür ist sie einfach zu sehr in der Identität des Landes verankert.
Das einzige was ansatzweise denkbar ist, ist eine Aufweichung der Neutralität zugunsten der EU-Beistandsklausel. Und das wird erst passieren, wenn die Politik zum Handeln gezwungen wird. Entweder im Falle eines realen Konflikts, oder durch Druck aus Brüssel. Das kriegt man dann vielleicht mit einer Neudefinition oder einer anderen Interpretation irgendwie hin. Anders wäre es bei einem NATO-Beitritt. Das wäre ein harter Cut. Als gelernter Österreicher weiß man: Bei uns gibt’s keine harten Cuts.
Abgesehen davon ist der aktuelle Zustand der NATO auch nicht gerade vertrauenerweckend. Die USA denken gerade wieder über einen Austritt nach, weil sich die Verbündeten nicht an einem Angriffskrieg beteiligen. Und leider ist auch die Glaubwürdigkeit der NATO als Verteidigungsbündnis geschwächt, seit sie 1999 Jugoslawien angegriffen hat. Das wirkt bei Menschen, die Angst haben, ihre Söhne in einem „fremden“ Krieg zu verlieren, bis heute nach.
Ich sehe Österreich langfristig in einer reinen EU-Verteidigungsstrategie, aber nicht in der NATO.
Zum Thema fossile Brennstoffe: Wir müssen von dieser Abhängigkeit weg. Erdöl darf nicht länger der alleinige Antrieb für die Wirtschaft sein. Wir sind in mehrfacher Hinsicht in einer massiven Krisenlage, aber diskutieren ernsthaft noch darüber, ob Windräder schön aussehen oder nicht. So viele in diesem Land haben den Schuss nicht gehört.
Österreich braucht keine NATO da die NATO tot ist. Die NATO ist defacto nur die EU+USA nur haben wir eben heutzutage das Problem, dass die USA unter Trump sagen sie sind nicht mehr bereit die EU-Verbündeten zu unterstützen wenn die EU nicht auch im Iran hilft. Die USA sind ein unzuverlässiger und erpresserischer Partner geworden denn wie so nicht brauchen können.
Österreich sollte endlich einmal das nötige Geld in die Hand nehmen um ein Heer zu betreiben das mehr als nur ein Freilichtmuseum ist. Alleine das wir uns jetzt wieder streiten ob wir uns überhaupt Flugzeuge leisten können ist schon lächerlich. Wir sind neutral weil wir gar nicht nicht neutral mit unserem Heer sein können. Für einen Bündnisbetritt müssten wir normal viel Geld für Verteidigung ausgeben aber das können wir nicht weil wir pleite sind.
Diese Frage stell ich mir auch immer um 00:30
Die Neutralität war doch eh immer nur auf dem Papier vorhanden. Das war doch damals nur ein Vorwand damit Stalin sein Gesicht wahren konnte.
Nachdem das Ziel der Neutralität eigentlich war, dass wir uns mit keiner der Parteien des Kalten Krieges zu sehr verbandeln, der Warschauer Pakt aber längst zerfallen ist und die USA gerade zum Feind mutieren und ohnehin aus der NATO rauswollen, würde ich eigentlich kein Problem darin sehen und es angesichts der derzeitigen Weltlage auch als vorteilhaft betrachten, wenn wir uns einem Nachfolgebündnis unter Beteiligung der Europäischen Staaten und Kanada (und etwaigen anderen geeigneten Kandidaten) anschließen würden.
Energietechnisch ist größtmögliche Autarkie natürlich sinnvoll, wobei wir bei den im Land selbst produzierten erneuerbaren Energien vergleichsweise gut aufgestellt sind, es aber natürlich noch Luft nach oben gibt und dieser Weg auf jeden Fall weiter verfolgt werden sollte.