Psychische Krankheiten: Studie: Kaum Nutzen von Cannabis bei psychischen Leiden

https://www.tagesspiegel.de/wissen/psychische-krankheiten-studie-kaum-nutzen-von-cannabis-bei-psychischen-leiden-15365979.html

29 Kommentare

  1. Da es sich um eine dpa-Meldung handelt, wurde kein Link zur Studie bereitgestellt. Wer diese aber dennoch selber lesen möchte, findet sie hierunter (open access):

    >Wilson, J., Dobson, O., Langcake, A., Mishra, P., Bryant, Z., Leung, J., Dawson, D., Graham, M., Teesson, M., Freeman, T. P., Hall, W., Chan, G. C. K., & Stockings, E. (2026). The efficacy and safety of cannabinoids for the treatment of mental disorders and substance use disorders: a systematic review and meta-analysis. *The Lancet Psychiatry*. [https://doi.org/10.1016/s2215-0366(26)00015-5](https://doi.org/10.1016/s2215-0366(26)00015-5)

  2. FirefighterTrick6476 on

    >24 (44%) of these trials had a high risk of bias, and the certainty of evidence for most outcomes was low.

    Sowie

    >There were no significant effects on outcomes associated with anxiety, anorexia nervosa, psychotic disorders, post-traumatic stress disorder, and opioid use disorder. **There were insufficient data to meta-analyse studies of ADHD, bipolar disorder, obsessive-compulsive disorder, and tobacco use disorder.**

    hm. Insufficient Data heißt nun also „Kaum Nutzen“

  3. ShadowOfParacelsus on

    Also ich wusste, dass es nicht für alle psychischen Krankheiten gut ist und diese auch verschlimmern kann.

    Aber ich dachte es hat positive Effekte auf Krankheiten wie PTSD.

  4. doitscher_michel on

    Was?! Ein Rauschmittel ist kein Allheilmittel bei psychischen Krankheiten?! Unmöglich!

  5. germangrower69 on

    Meiner Erfahrung nach verstärkt Cannabis sogar psychische Leiden. Ich weiß gar nicht woher dieses „Cannabis hilft bei $psychischestörung“ kommt, das hat keine wissenschaftliche Basis.

    Wer unter psychischen Störungen leidet sollte die Finger davon lassen.

  6. ~~Dabei sollte folgende Einordnung beachtet werden:~~

    > Die nicht an der Studie beteiligte Expertin für Cannabis in der Medizin, Kirsten Müller-Vahl von der Medizinischen Hochschule Hannover, sieht Schwächen bei der Studie. So hätten etwa die Cannabinoide THC (Tetrahydrocannabinol) und CBD (Cannabidiol) teils „sehr unterschiedliche und zum Teil sogar gegensätzliche Wirkungen“ bei Psychosen oder Angststörungen, würden aber in der Analyse pauschal gemeinsam bewertet.

    ~~… dieser Punkt fiel mir bei der Studie auch sofort auf. Und das ist schon ein ziemlich großes Versagen im (Meta-)Studiendesign bzw. der statistischen Auswertung. Hier werden zwei komplett unterschiedliche psychoaktive Substanzen mit komplett unterschiedlichen Wirkungsketten und Effekten vermischt.~~

    (EDIT: Ist Quatsch, wird im Appendix separat aufgedröselt. Die Datenlage ist aber schlicht sehr dünn.)

  7. >> There was some evidence that cannabinoids can reduce symptoms of cannabis use disorder, insomnia, tic or Tourette’s syndrome, and autism spectrum disorder, but the quality of this evidence was generally low. Cannabinoids were associated with a greater risk of any adverse events but not of serious adverse events. Overall, there is a crucial need for more high-quality research

    Also mal wieder eine Überschrift die nicht wirklich zur Studie passt…

  8. panicradio316 on

    Ich seh’s in Analogien. Auch Zucker kann je nach Dosierung, Form und Rezeptor für seine physiologischen Zwecke perfektes Mittel sein.

    Ich glaub‘ schon, dass in Cannabis enormes Potential steckt, zu enormen Verbesserungen zu führen.

    Aber die *stümperhafte* Verbrennung in Joints und Keramikkammern ist die dafür wohl schlechteste Kalibrierung. Die auf der anderen Seite der Gleichung dann auch den *gesündesten* Zustand voraussetzt.

  9. doubdoub1337 on

    Man kann sich nicht mit 30 Prozent THC Weed wegschießen und sich psychisch gesünder fühlen? Who could have thought

  10. Ich weiß noch wo ich einen Brownie zu mir nahm und es mir richtig scheiße danach ging. So eine starke Panikattacke wie nach dem Brownie hatte ich seit meiner stark depressiven Phase nicht mehr… und dazwischen lagen ca. 3 Jahre 🫡

  11. Doof nur das alle anderen Medikamente komplette Chemie Keulen sind uns die Psyche und den Körper noch mehr schaden 🙂

  12. cablefumbler on

    Manche Kommentare hier klingen wie Bots.

    So sehr ich für Kritik an Cannabis offen bin, so sehr müssen wir uns Leser alle klar machen, dass über die Medien und insb. auf Social Media stark versucht wird, Einfluss auf die öffentliche Meinung und das Wahlergebnis demokratischer Prozesse zu nehmen.

    Plötzlich kennt hier jeder „smoke_weed_everyday420“ jeweils drei Verwandte, von denen sechs eine Psychose entwickelt haben und böse abhängig geworden sind. Wollten sie nur mal erwähnen!

    Bleibt bitte kritisch bei allem, was ihr lest.

  13. Terrible-Resort114 on

    Wieviele von den Leuten nutzen denn einen vaporizer und wieviele rauchen ihr medcannabis zusammen mit Tabak?
    Finde den fehler!!!

  14. Und dann gibt es doch wirklich Leute mit ADHS, bei denen es gut wirkt und diese weder apathisch und gefühlslos oder mit Untergewicht herumlaufen. 🙂

  15. Und SRRI’s sind Klinisch nicht effektiver als Placebos, haben aber erhebliche Nebenwirkungen. Der Orginalgedanke von „Chemical Brain imbalance“ ist zudem seit langem widerlegt.

    Und trotzdem kriegt man die beinah sofort für fast jede Psychische Beschwerde.

    Wie die Risikowirksamkeit von verschieden Substanzen interpretiert wird scheint sehr inkonsistent, es werden einfach annahmen abseits der Datenlage gemacht.

    Was bei Psychischen Krankheiten an Nebenwirkungen alles toleriert wird, wenn man sich Antipsychotika oder Benzodiazepine anschaut. Oder die Amphetamine die man für ADHS bekommt. Oder auch Antikonvulsivum die auch für Bipolare Störung eingesetzt werden.

    Von High seien, bis zur extreme sucht, zu tödlichen Nebenwirkungen und Entzugserscheinungen. Psychose, Zombifizierung, Gedächtnisverlust, Organschäden.

    Das ist alles irgendwie in Ordnung. Aber Cannabis, welches von Nebenwirkungen eher mit Koffein verglichen werden kann, muss immer verteufelt werden. Die Risikobewertung ist da einfach ungleich.

    Und wie minimal effektiv SSRI’s sind, ist anscheinend auch nicht relevant. Aber bei Grass reden wir von „Kaum Nutzen“.

    Risiko und Wirksamkeit scheinen bei weitem noch nicht objektiv zu bewertet seien.

  16. no shit?
    sich die Birne wegzukiffen löst keine Probleme?

    wer hätte das gedacht

  17. Ich frage mich immer bei wie vielen Leuten Cannabis, insbesondere CBD, hilft, weil sie irgendwelche chronisch entzündlichen Krankheiten haben welche (noch) nicht diagnostiziert sind, aber das CBD dann z. B. zumindest besseren Schlaf ermöglicht (Da anderweitig chronisch Erkrankte ja auch ein höheres Risiko auf Depressionen etc. haben).

  18. ScepticalWombat on

    Hey, hier mal meine ganz persönlichen Erfahrungen zu dem Thema. Ich habe mich Jahrelang (auch schon vor der Legalisierung) mit der Wirkung von Cannabis, der Verfügbarkeit am Schwarzmarkt, der Züchtung und auch möglichen Verunreinigungen auseinandergesetzt. Sauberes, ausgewogenes und gut angebautes Cannabis ist für mich als hochsensible Person ein Geschenk der Götter. Es hilft bei Schlafstörungen, ändert die Perspektive, hilft bei der Introspektion und kann auch sonst eingesetzt werden um unterschiedliche körperliche und geistige Zustände zu beheben und positiv zu verändern. Dies hat aber viel mit den Umgebungsumständen und der Grundvoraussetzungen zu tun:

    1. Die Züchtung: Cannabis hat seit der Kommerzialisierung viele Episoden durchgemacht. Von Selektion des Saatguts, zur Hybridisierung, Einführung von Selbstblühender Genetik über Hochwissenschaftliche Methoden um Cannabisgenetiken auf den Markt abzustimmen bzw. die Samen herzustellen. Dies hatte auch einen Einfluss auf das Verhältnis der Cannabinoide innerhalb der Pflanze, sowohl was Stärke als auch Zusammensetzung betrifft. Sativa, Indica oder Ruderalis(Wirkdauer) ist entscheidend was die Effekte betrifft. Es gibt bspw. kaum reine Sativazüchtungen zu erwerben, diese wirken selbst bei hohen THC Konzentrationen eher aufputschend/man merkt das high nicht so intensiv. Wenn man dies Tage am Stück konsumiert und daher ein verringertes Schlafbedürfnis bei gleichzeitig hoher Dopaminauschüttung entwickelt bzw. das Verhältnis von THC zu CBD nicht entsprechend ausgeglichen ist, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit je nach geistiger Verfassung eine Psychose zu entwickeln. Die unterschiedlichen Effekte, und auch der Umgang damit sind entscheidend für das psychologische Wohlbefinden. Auch sollte man sich nicht über Lethargie wundern wenn man den ganzen Tag hochgezüchtete Indica Genetik konsumiert. Dabei spielen sowohl Stärke des Cannabis, Toleranz, Einnahmeart als auch mögliche Streckmittel eine Rolle.
    2. Die Bezugsquelle: Cannabis kann durch die unterschiedlichsten Techniken und Praktiken verunreinigt werden, auch beim unsachgemäßen Anbau (3.). Auf dem deutschen/europäischen Schwarzmarkt ist das Cannabis seit eh und je gestreckt. Neben Qualitativ minderwertigen Anbaubedingungen in Drittländern sind oft auch aktive Streckmittel vorhanden. Die letzten Jahre sind hier vor allem Synthetische Cannabinoide (die als Vollagonisten um ein vielfaches stärker wirken) und Cathinone (bspw. 3MMC, 3CMC, 4CMC) anzutreffen. Letztere waren in den 2010er Jahren, noch frei verkäuflich als Pflanzenfutter zu erwerben und werden mittlerweile Industriell hergestellt. Auf deutschem Apothekencannabis sind besagte Cathinone auch schon nachgewiesen worden (2025/6). Früher haben Dealer die Blüten teilweise in verdünntes Crack getunkt, aber auch Heroin oder Amphetamine sollen in (seltenen) Fällen als Streckmittel verwendet worden sein. Wirklich sicher sein ob das Cannabis sauber ist, könnt ihr nur sein wenn ihr es selber anbaut oder ausgiebig testet (auch im Coffeeshop nicht).
    3. Der Anbau: Cannabis ist ein Bodenverbesserer, und umso besser das Wurzelsystem umso „schöner“ sind später eure Pflanzen. Viele der Düngemittel die man zum Anbau von Cannabis kaufen kann, sind spezialisierte Düngemittel die nach einem Schema anzuwenden sind. Es handelt sich dabei teilweise um Zierpflanzendünger. Die Aufnahme der Düngemittel und was man verwendet hat einen Einfluss auf die Sauberkeit des Endprodukts. Dabei gibt es abgesehen von unterschiedlichen Anbautechniken/Medien (Aero,Hydro,Coco etc.) die Möglichkeit, Mineralisch oder Organisch/Biologisch anzubauen. Mineralische Dünger werden schnell resorbiert und ermöglichen eine schnelle Nachjustierung bei Mangelerscheinung, es ist aber auch leichter zu Überdüngen. Bei organisch/biologischen Düngern nimmt sich die Pflanze was sie braucht, es ist aber etwas schwerer Mängel zu beheben (Hier sind die Gesamtbedingungen wie zb. die Lichtquelle auch wichtiger, weil sie einen Einfluss auf die Nährstoffaufnahme haben können). Viele der angebotenen Cannabisdünger sind Mineralisch, meist mit mehreren Produkten für Vegetation, Blüte, Stimulation, (PK)Booster etc. Je nach Anwendung der Düngemittel verändert sich in Abhängigkeit zur Züchtung und den Umgebungsbedingungen die Struktur des Pflanzenmaterials. Bei den Zusatzstoffen die in den Stimulationsmitteln und Boostern aber auch in den Growshops als Einzelsubstanzen zu kaufen sind, handelt es sich oft um Wachstumshormone/Biostimulanzien oder um Kohlenhydrate die von den Pflanzen aufgenommen werden können. Hier gibt es zwar auch natürliche Zutaten wie Triacontanol aber manche andere Biostimulanzen/Hormone sind schon in Verruf (PGR) geraten. Das vor Jahren verkaufte und bekannte „Brix Plus“ enthielt unter anderem Kohlenhydratverbindungen, ähnliches wird heute immer noch verkauft. Gegen Biostimulanzen ist nicht grundlegend etwas auszurichten, Triacontanol lässt sich auch aus Alfalfa oder Weidenästen gewinnen und somit im Bioanbau einsetzten. Es ist jedoch so, dass genauso wie bei den Fertigprodukten, sofern diese nicht noch Aromastoffe oder andere Zusatzstoffe enthalten, die sachgemäße Verwendung entscheidend ist. Da die Nährstoffaufnahme, aber auch die Verstoffwechselung allgemein abhängig von Züchtung, Wachstumstadium sowie Umgebungsfaktoren ist, hat dies vor allem bei mineralischem Anbau etwas mit Fingerspitzengefühl zu tun, die Düngeschemata sind teilweise zu intensiv. Auch das spülen bringt bei dem (unsachgemäßen) Einsatz mancher der käuflichen Düngemittel und Zusatzstoffe nichts.

    Abschließend kann ich dazu sagen. Selbstreflexion ist entscheidend. Das Cannabis einen Einfluss auf die Psyche haben kann steht außer Frage. Ob dies eher positiv oder negativ ausfällt hat viel mit dem Individuum, der Umgebung, der Intensität und dem Wissenstand zu tun. Wieviel Erfahrung und kritische Auseinandersetzung besteht mit dem eigenen Konsum und dem Cannabis? Auch in Abhängigkeit zu etwaigen Psychologischen Fragestellungen? Welchen Einfluss hat das Cannabis auf die eigene Physiologie? Ist das Cannabis sauber? Haben die Psychiater Erfahrung mit den oben aufgeführten Rahmenbedingungen? Welchen Einfluss kann dies auf die Dunkelziffer bei Diagnosen und problematischem Konsumverhalten haben? Besteht ein öffentliches Interesse?

    MfG

  19. Wenn es wenig Nutzen hat, muss man einfach umso mehr nehmen, problem solved 🤣

  20. Ohne draufzuklicken: haben die wieder eine Handvoll Tabakmische-Bongraucher genommen, und gefragt obs denen nach 6 Köpfchen am Vormittag besser geht? Die werden doch nicht versucht haben ein sinnvolles Konsummuster mit sinnvollen Konsummethoden als Vergleich zu nehmen, da könnte ja am Ende noch rauskommen dass es wirklich hilft…

  21. Ist doch logisch?

    Habe selber Jahrzehntelang gekifft und es ist wie jede andere Droge:

    Wenn du Probleme hast und du eine Droge konsumierst, bestäubst du dich selber und deine Probleme sind, wenn du high bist, irrelevant.

    Bist du clean, kommt der scheiss wieder hoch.

    Wer psychische Probleme hat, muss in erster Linie clean bleiben und sich um sich selbst kümmern.

  22. Bert__is__evil on

    Stimmt, man muss seine Probleme selbst lösen.

    Es ist aber eine riesige Entlastung, wenn man den eigenen Leidensdruck lindern kann.

  23. Wow viele instabile Egos auf Reddit unterwegs. Jeder der sagt, er kennt mehr als zwei Leute, die nur durch Cannabis ne Psychose erlebt haben, labert. Da gab es schwerere Auslöser (meist menschliche), die dazu geführt haben, dass die Psyche nichtmehr mitmacht. Eigenmedikation ist eh…idiotisch.
    Dann doch lieber die frisch durchgewunkenen Tabletten vom Arzt nehmen.

  24. Also jeder, der mit Weed und Weedprodukten persönlich oder im direkten Umfeld unmittelbare Erfahrungen hat, könnte eigentlich wissen:
    Menschen die Psychisch krank sind Weed als Medikament zu geben ist kompletter Irrsinn.
    Sagen wir mal einer ist depressiv. Kriegt sein leben nicht mehr auf die Reihe, will nicht mehr aus dem Bett. Sollte man dem sagen „hier rauch Gras“? Gibt auch immer wieder Fälle von Menschen, die Veranlagung zu Psychose haben, bei denen der Cannabis Konsum dieses Krankheitsbild ausgelöst oder zumindest katalysiert hat.
    Da brauch Ich keine Studie dazu um zu wissen, dass das eine sau dumme Idee ist.

  25. Nicht-Kiffer wollen Kiffern vorschreiben, was sie zu tun und zu lassen haben… aha, genau! Im Gegenzug kenne ich keinen Kiffer, der meint, er müsse darüber entscheiden, ob sich jemand besaufen darf oder nicht. Denkt mal darüber nach und fasst euch vorher mal an die eigenen Nase! Wie leben in einer Demokratie und das setzt Akzeptanz und Toleranz voraus, nicht Ignoranz und Besserwisserei! Wer rauchen soll, soll rauchen! Und wem das nicht passt der hat eben Pech gehabt! 

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