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6 Kommentare
Verdener Schülerzeitung deckt Neonazi-Netz auf – und gewinnt Landespreis
Stand: 17.03.2026, 06:30 Uhr
Von: Mareike Bannasch
Mehrere Schüler stehen mit Zeitungen in der Hand für ein Gruppenbild zusammen.
Die Redaktion der Giraffe jubelt über den ersten Preis beim Landeswettbewerb „Unzensiert“.
Die Schülerzeitung „Die Giraffe“ vom Gymnasium am Wall überzeugt mit investigativer Recherche zu Rechtsextremismus in Verden. Noa Baumann erhält den Sonderpreis.
Verden – Das ist der bislang größte Erfolg für die Redaktion der Schülerzeitung „Die Giraffe“ des Gymnasiums am Wall (Gaw). Am 12. März wurden die Nachwuchsjournalisten in Hannover mit dem ersten Preis beim Landeswettbewerb „Unzensiert“ ausgezeichnet. Darüber hinaus gewann Noa Baumann für seinen Artikel über Rechtsextremismus in Verden den Sonderpreis für kritische Berichterstattung.
Ein junger Mann sitzt an seinem Laptop und blickt in die Kamera.
Noa Baumann erhielt den Sonderpreis für kritische Berichterstattung.
Der Wettbewerb „Unzensiert“ wird vom Jugendmedienverband Junge Presse Niedersachsen veranstaltet. Unter der Schirmherrschaft von Ministerpräsident Olaf Lies und in Kooperation mit der Dr.-Norbert-Jahn-Stiftung werden die besten Zeitungen und Blogs an niedersächsischen Schulen gesucht.
Die Giraffe nimmt seit 2019 am Wettbewerb teil und wurde bereits zum vierten Mal ausgezeichnet. „Wir haben einmal den zweiten, zweimal den dritten und jetzt den ersten Platz belegt. Daran haben wir lange gearbeitet“, freut sich Lehrer André Irrgang, der die Arbeitsgemeinschaft (AG) Schülerzeitung betreut.
Die Giraffe sei durch ihre starken Texte zu politischen Themen aufgefallen, sagte Zeit-Redakteur Oskar Piesga in seiner Laudatio. Als Beispiele nannte er die Berichte über den umkämpften Christopher Street Day in Verden und den Prozess gegen die RAF-Terroristin Daniela Klette. Zudem arbeite die Redaktion investigativ und aufklärerisch. Sie habe sich Zugang zu einer Telegram-Gruppe von Neonazis verschafft und deckte dort Hetze gegen Schülerinnen und Schüler auf. Die Redaktion betreibe auch Kultur- und Ideologiekritik. Sie fragte, ob „Dark Romance“ antifeministisch sei und was von Autorin J. K. Rowling zu halten sei. Trotzdem mache die Redaktion kein „verbissenes und humorloses Blatt“, es gebe auch „trashigen Humor und Gossip“. Das sei schon hohe Magazinkunst, denn die meisten Redaktionen könnten nur das eine oder das andere. Gerade in Deutschland kenne er diese Kombination so nicht.
„Mit dieser Mischung haben wir gegen reine Oberstufenzeitungen gewonnen, die Essays und politische Kommentare beinhalten. Das haben wir auch, aber zum Beispiel auch lustige Interviews mit Lehrern“, so Irrgang. Für den Spaß im Blatt sind hauptsächlich die Jüngeren zuständig. „Die AG besteht zum großen Teil aus begeisterten Sechstklässlern“, sagt Irrgang. Eine von ihnen ist Nermin Huran. „Das Schreiben im Team und sich selbst auszudenken, worüber man schreibt, macht mir Spaß“, sagt sie. Das zwanglose Arbeiten gefällt auch Benedikt Bogutzky. „Mir macht das Tippen am Computer Spaß“, schildert Thiago Paquelin.
Gute Sache. Freut mich wenn so viele junge Menschen engagiert sich und ihre Umgebung aktiv mitgestalten.
jede Schülerzeitung ist kompetenter als die deutsche Polizei.
Wirklich toll, dass die Kids so aufgeweckt sind und wirklich eine starke Leistung!
Absolut verdiente Auszeichnung!
Von der Qualität dieser Recherche sollten sich viele Lokalzeitungen eine große Scheibe abschneiden
Schülerzeitung einfach kompetenter als Verfassungsschutz und Co., läuft